Länder-Analysen

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Aus den aktuellen Analysen
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Polen-Analysen Nr. 362

Der Zivilschutz in Polen als Element der staatlichen Krisenvorsorge

Im Kontext der seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 entstandenen verschärften Bedrohungslage für Polen hat der polnische Staat systematisch die Vergrößerung und Modernisierung seiner Streitkräfte vorangetrieben. Dies geschah sowohl unter der nationalkonservativen Regierung, die von der Partei Recht und Gerechtigkeit (Prawo i Sprawiedliwość – PiS) geführt wurde (2015–2023), als auch unter der von der Bürgerplattform (Platforma Obywatelska – PO) angeführten liberalen Koalition (seit 2023). Die Verstärkung der Reserve durch die militärische Ausbildung von Bürgern, die bislang von der Pflicht zur Landesverteidigung nicht erfasst wurden, sowie regelmäßige Wehrübungen bilden dabei das zentrale Bindeglied zwischen Armee und Zivilbevölkerung. (…)

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Russland-Analysen Nr. 479

Was geschieht mit den russischen Naturschutzgebieten? Wie russische Behörden den Schutz von Sonderschutzgebieten im Natur- und Landschaftsschutz massiv schwächen

Vor dem Hintergrund des seit vier Jahren andauernden umfassenden Krieges gegen die Ukraine und der damit verbundenen zunehmenden wirtschaftlichen Probleme haben die russischen Behörden begonnen, die Umweltschutzgesetze des Landes zu lockern – um daraus finanzielle Vorteile zu ziehen und aus »Gründen der Landesverteidigung«. Ende 2025 verabschiedeten die Staatsduma und der Föderationsrat ein Gesetz, das Bau- und andere Aktivitäten im Gebiet des Baikalsees erlaubt, die zuvor streng verboten waren. Am 18. (…)

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Zentralasien-Analysen Nr. 171

Zwischen kollektiver Unterdrückung und fragmentierter Diaspora:
Die pamirische Emigration aus Berg-Badachschan seit 2022

Khursand Khurramov
Der Beitrag untersucht die umfassende Emigration aus dem Autonomen Gebiet Berg-Badachschan (GBAO) in Tadschikistan seit 2022 als Folge der bis heute anhaltenden Unterdrückung der pamirischen Minderheit durch das autoritäre Regime in Duschanbe. Er zeigt, wie sich die vormals wirtschaftlich motivierte Arbeitsmigration aus der Pamir-Region in eine politisch bedingte, langfristige Emigration wandelte, wobei Russland aufgrund der engen Zusammenarbeit mit den tadschikischen Behörden keine sichere Option mehr darstellt. Anhand neuer Emigrationsrouten nach Europa und Nordamerika sowie der Erfahrungen pamirischer Migranten analysiert der Beitrag die institutionellen Grenzen westlicher Asylsysteme im Umgang mit kollektiver Verfolgung. (…)
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Belarus-Analysen Nr. 82

Zwischen Russland und der EU:
Exil, Abhängigkeit und geopolitische Orientierung der belarusischen demokratischen Opposition

Ekaterina Pierson-Lyzhina, Radzhana Buyantueva
Seit den Protesten von 2020 und der russischen Vollinvasion in die Ukraine im Jahr 2022 hat die belarusische demokratische Opposition ihren Kampf gegen das Regime von Lukaschenka zunehmend als einen Kampf für nationale Souveränität und Emanzipation von russischer Dominanz dargestellt. Die Opposition agiert im Exil und hat sich an die Europäische Union als wichtigsten Partner und symbolischen Referenzpunkt gewandt. Sie versucht bei ihrer Arbeit im Ausland weiterhin, eine größere Distanz zwischen Russland und Belarus herzustellen und das Land enger an die EU zu binden. (…)
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Ukraine-Analysen Nr. 330

Ukrainische Justizreformen im Krieg:
Fortschritte, Herausforderungen und warum dies für Europa von Bedeutung ist

Mykhailo Zhernakov, Karyna Hasymova
Trotz des Widerstands gegen die russische Vollinvasion hat die Ukraine erhebliche Fortschritte bei der Reform der Rechtsstaatlichkeit erzielt – einer der obersten Prioritäten für den EU-Beitritt. Wichtige Justizbehörden und Gerichte wurden mit Hilfe internationaler Expert:innen reformiert, die Antikorruptionsinstitutionen haben sich als widerstandsfähig erwiesen, und Tausende neuer Richter:innen werden derzeit ausgewählt. Dennoch bestehen weiterhin ernsthafte Herausforderungen: Der Oberste Gerichtshof untergräbt die Reformerfolge, das Verfassungsgericht ist nach wie vor unterbesetzt, und der politische Wille ist inkonsequent. (…)
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Neue Chronik-Einträge
Ukraine20.04.2026Ukraine — 20.04.2026
Europol-Ermittlungen spüren 45 nach Russland verschleppte ukrainische Kinder auf und übergeben die Informationen an die ukrainischen Behörden, so die Polizeibehörde. Russland soll Tausende ukrainischer Kinder nach Russland verschleppt haben.
Ukraine20.04.2026Ukraine — 20.04.2026
Bei russischen Luftangriffen trifft eine Drohne das Haus des Technologie-Beraters des ukrainischen Verteidigungsministers, Serhij „Flash“ Beskrestnow. Das Haus wird fast vollständig zerstört, Beskrestnow wird verletzt und im Krankenhaus behandelt.
Ukraine20.04.2026Ukraine — 20.04.2026
Russland greift in der Nacht massiv die Eisenbahninfrastruktur der Region Charkiw an. Waggons, Betriebshöfe, Teile des Fahrleitungsnetzes und der Stromversorgung sowie ein Bahnhofsgebäude werden beschädigt. Allein seit Jahresbeginn wurden über 600 Angriffe auf die ukrainische Eisenbahn mit mehr als 1800 Schadensfällen verzeichnet.
Ukraine18.04.2026Ukraine — 18.04.2026
Im Kyjiwer Stadtteil Holosijiwskyj eröffnet ein Mann das Feuer auf Menschen. Der Amokschütze wird von der Polizei vor Ort erschossen. Der in Moskau geborene Mann war ukrainischer Staatsbürger und lebte zuvor in Bachmut. Fünf Menschen wurden getötet, zehn Verletzte ins Krankenhaus gebracht. Vier Geiseln habe die Polizei befreien können. Die Staatsanwaltschaft ermittelt und stuft den Amoklauf als Terroranschlag ein. Auch gegen einige Polizeibeamte wird ermittelt, weil sie unrechtmäßig den Tatort verlassen und den Täter zu spät gestoppt haben sollen. Der Leiter der Kyjiwer Streifenpolizei tritt daraufhin zurück. Innenminister Ihor Klymenko verurteilt den Vorfall und betont, dass die bisherige Gesetzgebung zum Waffenbesitz noch einmal überdacht werde.
Ukraine17.04.2026Ukraine — 17.04.2026
Seit Russlands Vollinvasion in der Ukraine sind 620 Angriffe auf Rekrutierungszentren bzw. deren Personal verübt worden, melden das Regionale Koordinationszentrum und eine Sonderkommission in Kyjiw unter Berufung auf Polizeidaten. Die meisten dieser Angriffe gab es demnach in den Regionen Charkiw (69), Dnipropetrowsk (45) und der Stadt Kyjiw (53). Anfang April starb ein Mitarbeiter des Rekrutierungszentrums in Lwiw, nachdem bei einer Kontrolle auf ihn eingestochen wurde.
Über die Länder-Analysen

Die Länder-Analysen bieten regelmäßig im kostenlosen Abonnement kompetente Einschätzungen aktueller politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen in Ostmitteleuropa, Osteuropa und Zentralasien. Alle Länder-Analysen verstehen sich als Teil eines gemeinsamen Projektes, das der wissenschaftlich fundierten, allgemeinverständlich formulierten Analyse der Entwicklungen im östlichen Europa, der Offenheit für verschiedene inhaltliche Positionen und der kostenlosen und nicht-kommerziellen Information einer breit verstandenen interessierten Öffentlichkeit verpflichtet ist.

Für die Länder-Analysen schreiben internationale Fachwissenschaftler/innen und Expert/innen. Die Redaktionen der Länder-Analysen bestehen aus Wissenschaftler/innen mit langjähriger Forschungserfahrung zu den jeweiligen Ländern. Angaben zu den jeweiligen Redaktionen finden sich auf der Seite Redaktionen/Beiräte und im Impressum in jeder einzelnen Ausgabe.

Die deutschsprachigen Länder-Analysen werden gemeinsam von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung herausgegeben.

Bereits seit 2003 erscheinen die Russland-Analysen. 2006 wurde das Länderspektrum um Ukraine-Analysen und Polen-Analysen erweitert. 2008 sind zusätzlich die Zentralasien-Analysen hinzugekommen, die sich mit aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen in Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan beschäftigen. Seit 2011 gibt es außerdem noch Belarus-Analysen. Für nähere Informationen zu den einzelnen Länder-Analysen wählen Sie das entsprechende Angebot bitte über die Navigation.

Alle Angebote können kostenlos per E-Mail abonniert werden. Bei den einzelnen Länder-Analysen stehen auch jeweils Archive aller bisher erschienen Ausgaben mit Autoren- und Themenindizes zur Verfügung sowie eine fortlaufende Chronik aktueller Ereignisse.

Zusätzlich besitzen die Länder-Analysen drei englischsprachige Partner-Publikationen, die von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen gemeinsam mit dem Center for Security Studies der ETH Zürich, dem Center for Eastern European Studies der Universität Zürich und weiteren Institutionen herausgegeben werden: Ukrainian Analytical Digest, Russian Analytical Digest und Caucasus Analytical Digest

Falls Sie regelmäßig aktuelle Analysen und Kommentare der Redaktionen der Länder-Analysen sowie der herausgebenden Institutionen lesen wollen, finden Sie fast täglich aktuelle Links unter: https://bsky.app/profile/laenderanalysen.bsky.social

 


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