Pragmatisch, taktisch, opportun: Die russisch-iranische Allianz im Nahen Osten

Von Azadeh Zamirirad

Zusammenfassung
Das russisch-iranische Verhältnis ist ambivalent. Einerseits haben Moskau und Teheran ihre Kooperationsbemühungen deutlich intensiviert und bilden heute in Syrien eine maßgebliche militärische Allianz. Andererseits sind die Beziehungen nach wie vor einem grundlegenden Misstrauen, divergierenden Interessen und engen Grenzen unterworfen, die einer in höherem Maße strategisch ausgerichteten Partnerschaft im Wege stehen. Bruchstellen im bilateralen Verhältnis werden vor allem in Syrien deutlich, wo sich unterschiedliche Vorstellungen über die politische Zukunft des Landes entgegenstehen. Zugleich nimmt für Iran durch den Rückzug der USA aus der Atomvereinbarung die Bedeutung Russlands zu. Trotz bestehender Differenzen ist daher auch weiterhin mit einem verstärkten Ausbau der russisch-iranischen Zusammenarbeit zu rechnen.

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Analyse

Russland und die regionalen Mächte im Nahen und Mittleren Osten: Patiencen, die nicht aufgehen

Von Irina Zvyagelskaya
Russland spielt im Nahen und Mittleren Osten eine aktive Rolle und kooperiert dabei eng mit unterschiedlichen, nicht selten widerstreitenden regionalen Mächten. Diese Akteure spielen eine wichtige Rolle im Konflikt in Syrien, wo sie ihre eigenen Interessen zu sichern versuchen und sich dabei der Ressource Russland bedienen. Moskau stößt ungeachtet seines insgesamt erfolgreichen Kurses im Nahen und Mittleren Osten auf ernste Probleme, die auf die Politik seiner Partner und situationsgebundene Kooperationen in der Region zurückzuführen sind. Im vorliegenden Beitrag werden die Beziehungen Russlands zum Iran, zu Israel und zur Türkei im Kontext der Syrien-Krise untersucht.
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Analyse

Russland und das Königreich Saudi-Arabien: Zwischen Syrien und der OPEC

Von Nikolay Kozhanov
Im letzten Jahrzehnt haben die Beziehungen zwischen Russland und dem Königreich Saudi-Arabien einige Stresstests erfahren. Die aktive Hilfe, die Moskau dem Regime von Baschar al- Assad in Syrien erweist, ließe erwarten, dass Russland zu einem der wichtigsten geostrategischen Opponenten von Riad wird. Überraschenderweise wurde jedoch der Dialog zwischen den beiden Ländern 2015 wieder aufgenommen und zeigt zudem eine Tendenz zur Normalisierung. Eine nicht unerhebliche Rolle bei diesem Prozess spielte die Tatsache, dass Saudi-Arabien Russland nach dessen »Erfolg« in Syrien als einen wichtigen Akteur in der Region anerkannt hat.
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