Russland – eine wirtschaftliche Großmacht?

Von Roland Götz

Zusammenfassung
2008 dürfte Russlands Bruttoinlandsprodukt größer als das Großbritanniens werden. 2016 könnte Russland Deutschland überholt haben und nach den USA, China, Japan und Indien die fünftgrößte Wirtschaftsmacht der Welt sein. Russlands Wirtschaftswachstum hängt stark von der Entwicklung des Erdölpreises ab. Die Aufwertung des Rubels wirkt wachstumsdämpfend, weil sie die Exportmöglichkeiten der verarbeitenden Industrie beeinträchtigt. Das Land konnte in der Vergangenheit seine wirtschaftliche Entwicklung auf die Ausschöpfung seines Ressourcenpotentials gründen. Heute machen sich Symptome der »holländischen Krankheit« und des »Ressourcenfl uchs« in Russland bemerkbar.

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Analyse

Sachalin-II in der Schusslinie: staatliche Kontrolle, Umweltschäden und die Zukunft von Auslandsinvestitionen in der russischen Öl- und Gasindustrie

Von Michael Bradshaw
Die größten privaten Erdöl- und Erdgasfirmen erschließen vor der Insel Sachalin im russischen Fernen Osten umfangreiche Vorkommen. Das Ochotskische Meer hat das Potenzial, vom Förderumfang eine neue Nordsee zu werden, die gleich neben den energiehungrigen asiatischen Wirtschaften liegt. Nachdem die Projekte jetzt mit der kommerziellen Förderung in größerem Umfang beginnen hat der Kreml beschlossen, dass er einen größeren Anteil des Profits möchte und benutzt „administrativen Druck“, um die ausländischen Firmen dazu zu bringen, die Bedingungen ihrer Beteiligung neu zu verhandeln. Dies ist in Japan, Europa und den USA weithin verurteilt worden und hat die Bedenken über Russlands Verlässlichkeit als Energiepartner nach dem Gasstreit mit der Ukraine im Januar noch einmal erhöht.
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Kommentar

USA billigen Russlands WTO-Beitritt

Von Roland Götz
Die Welthandelsorganisation WTO, die 1995 aus dem GATT hervorging, unterscheidet sich von anderen internationalen Organisationen, denen Länder durch Unterzeichnung und Ratifi kation entsprechender Satzungen beitreten können. Sie ist ein „Klub“, dessen Mitglieder jeden Aufnahmekandidaten auf seine Aufnahmewürdigkeit prüfen. Dafür wird jeweils eine Arbeitsgruppe eingerichtet, der im Fall Russlands 68 Länder angehörten. Große und für den internationalen Handel wichtige Länder werden dabei intensiver geprüft als kleine, daher sind einige GUS-Staaten (Armenien, Georgien, Moldova, Kirgisien) schon vor Russland WTO-Mitglieder geworden.
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