Aktuelle Ausgabe der Russland-Analysen
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Russland-Analysen Nr. 477 vom 25.02.2026


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Neue Chronik-Einträge
Russland11.02.2026Russland — 11.02.2026
Russische Behörden beginnen, gesperrte und verbotene Websites aus der staatlichen Nationalen Domainnamen‑Systemdatenbank (NSDI) zu entfernen, die im Rahmen des Gesetzes über das „souveräne Runet“ geschaffen wurde; betroffen sind zunächst unter anderem die Domains von YouTube, Facebook, Instagram, Tor und WhatsApp sowie weiterer (Medien-)Dienste. Experten bewerten den Schritt als qualitativ neuen Einschnitt: Statt nur zu blockieren, lässt das System solche Seiten im staatlich kontrollierten Namensraum nicht mehr existieren, wodurch sich ein von der globalen Infrastruktur abgekoppeltes, eigenständiges russisches Internet herausbildet.
Russland13.02.2026Russland — 13.02.2026
Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitrij Peskow, bestätigt Gespräche zwischen den USA und Russland über eine bilaterale Handels- und Wirtschaftskooperation. Der Kreml hat laut Berichten der internationalen Presseagentur „Bloomberg“ einen Sieben-Punkte-Plan vorgelegt, der eine Wirtschaftspartnerschaft der beiden Länder nach Beendigung des russischen Krieges gegen die Ukraine vorsieht. Der Plan sieht eine Förderung fossiler Brennstoffe sowie gemeinsame Investitionen in Erdgas, Offshore-Öl sowie eine Zusammenarbeit im Bereich Kernenergie vor.
Russland13.02.2026Russland — 13.02.2026
Das russische Finanzministerium gibt bekannt, dass die russische Staatsverschuldung am 01. Februar 2026 bei nahezu 62 Milliarden US-Dollar gelegen und damit den höchsten Stand seit zwei Jahrzehnten erreicht habe. Die russische Zentralbank schätzt außerdem, dass die gesamte staatliche und private Auslandsverschuldung im Jahr 2025 um 10,4 Prozent auf 319,8 Milliarden US-Dollar angestiegen sei. Die Inlandsverschuldung steigt ebenfalls deutlich, bereits im Januar erreicht das Haushaltsdefizit nahezu die Hälfte des Jahresziels. Der russische Präsident Wladimir Putin verweist gleichzeitig auf eine im internationalen Vergleich niedrige Staatsverschuldungsquote von 17,7 Prozent des BIP.
Russland13.02.2026Russland — 13.02.2026
Das russische Justizministerium erklärt den „Deutschen Akademischen Austauschdienst“ (DAAD) zur unerwünschten Organisation. Russische Staatsbürger:innen können nach dieser Einstufung strafrechtlich verfolgt werden, wenn sie Kontakt zum DAAD haben. Nach Angaben der Organisation studieren derzeit noch etwa 200 Russ:innen mit einem Stipendium in Deutschland. Seit Beginn des vollumfänglichen Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine hatte der DAAD Kontakte mit Russland eingeschränkt und keine Stipendiat:innen mehr dorthin entsandt.
Russland15.02.2026Russland — 15.02.2026
Die russische Wirtschaftszeitung „Kommersant“ berichtet, dass die Zahl der Kontodiebstähle in Russland im Jahr 2025 erstmals auf über 1,5 Millionen Fälle gestiegen sei. Angaben der russischen Zentralbank zufolge entwendeten Betrüger:innen insgesamt 29,3 Milliarden Rubel (etwa 323 Millionen Euro). Betrugsfälle mit Bankkarten gingen zurück, während Schäden im Bereich Online-Banking deutlich zunahmen.
Über die Russland-Analysen

Die Russland-Analysen bieten regelmäßig kompetente Einschätzungen aktueller politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen in Russland. Sie machen das Wissen, über das die wissenschaftliche Forschung in reichem Maße verfügt, für Politik, Wirtschaft, Medien und die interessierte Öffentlichkeit verfügbar. Autoren sind internationale Fachwissenschaftler und Experten.

Die Redaktion der Russland-Analysen freut sich, dekoder als langfristigen Partner für die Bereitstellung von Übersetzungen russischer journalistischer Analysen gewonnen zu haben. Auf diesem Wege möchten wir helfen, die Zukunft eines wichtigen Projektes zu sichern und dem russischen Qualitätsjournalismus eine breitere Leserschaft zu ermöglichen. dekoder.org verbindet zwei Content-Typen, die sich gegenseitig ergänzen: übersetzte Originalbeiträge russischer Medien und Erklärtexte von Wissenschaftlern aus europäischen Universitäten. Beide greifen auf dekoder.org ineinander und stellen so ein Instrument zur Verfügung, um „Russland zu entschlüsseln“ und ein direktes Eintauchen in die Debatten des Landes zu ermöglichen.

Die Russland-Analysen werden gemeinsam von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung herausgegeben.

Frühere Ausgaben der Russland-Analysen ab 2003 finden Sie im Archiv.


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