Aktuelle Ausgabe der Russland-Analysen
Neue Chronik-Einträge
| Russland | 18.06.2026 | Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitrij Peskow, lobte nach dem bislang größten ukrainischen Drohnenangriff auf Moskau die Leistungsfähigkeit der russischen Luftabwehr. Bei den Angriffen wurde eine für die Treibstoffversorgung der Hauptstadt wichtige Raffinerie schwer beschädigt; ein achtjähriges Mädchen kam ums Leben, mindestens 17 Menschen wurden verletzt. Medienberichten zufolge könnten Teile der Schäden durch fehlgeleitete russische Abwehrraketen verursacht worden sein. Nach ukrainischen Angaben hatte die Raffinerie ihren Betrieb bereits nach einem früheren Angriff vorübergehend eingestellt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnete die Angriffe als Teil ihrer Strategie, Russland zu Verhandlungen zu bewegen. |
| Russland | 18.06.2026 | Russland und die Ukraine tauschen die sterblichen Überreste gefallener Soldat:innen aus. Nach russischen Angaben erhielt die Ukraine 522 Leichname, während 33 gefallene russische Soldaten zurückgeführt wurden. Kyjiw bestätigte den Austausch. Die Rückführung Gefallener und der Austausch von Kriegsgefangenen bleiben eine der wenigen fortbestehenden Formen humanitärer Zusammenarbeit zwischen beiden Kriegsparteien. |
| Russland | 19.06.2026 | Die russische Zentralbank warnt vor deutlich steigenden Inflationsrisiken. Die Chefin der Zentralbank, Elwira Nabiullina, nannte steigende Kraftstoffpreise und höhere Staatsausgaben, insbesondere im Zusammenhang mit dem Krieg, als wesentliche Ursachen. Trotz einer Senkung des Leitzinses auf 14,25 Prozent deutete sie an, dass der Spielraum für weitere Zinssenkungen begrenzt sei und sich die Rückkehr zu einem neutralen Zinsniveau verzögern könnte. Expert:innen verwiesen auf das wachsende Haushaltsdefizit und anhaltende Belastungen der russischen Wirtschaft. |
| Russland | 19.06.2026 | Nach Berichten der internationalen Nachrichtenagentur „Reuters“ ist die russische Benzinproduktion infolge ukrainischer Drohnenangriffe auf große Raffinerien in Zentralrussland im Juni um rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Die Stilllegung der Raffinerien in Moskau und Tatarstan verschärfte die Versorgungslage zusätzlich. Russland reagiert mit Lieferungen aus Belarus, dem Abbau von Reserven, ersten Benzinimporten auf dem Seeweg sowie Überlegungen zur Lockerung von Kraftstoffstandards und einer engeren Zusammenarbeit zwischen den verbliebenen Raffinerien. |
| Russland | 21.06.2026 | Die Ukraine setzt ihre Angriffe auf die von Russland annektierte ukrainische Halbinsel Krim fort. Russische Behörden gaben an, es habe nach einem Angriff auf die Ölinfrastruktur auf beiden Seiten der Straße von Kertsch mindestens fünf Tote und 28 Verletzte gegeben. Die Krim-Brücke wurde vorübergehend für den Straßenverkehr gesperrt, der Fährbetrieb eingestellt. Wegen anhaltender Versorgungsprobleme musste die Ausgabe von Benzin und Diesel an Privatpersonen erneut ausgesetzt werden. Außerdem kam es zu Ausfällen in der Strom- und Wasserversorgung. Gleichzeitig kamen bei russischen Luftangriffen in den ukrainischen Regionen Dnipropetrowsk und Poltawa nach ukrainischen Angaben drei Menschen ums Leben, weitere wurden verletzt. |
Über die Russland-Analysen
Die Russland-Analysen bieten regelmäßig kompetente Einschätzungen aktueller politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen in Russland. Sie machen das Wissen, über das die wissenschaftliche Forschung in reichem Maße verfügt, für Politik, Wirtschaft, Medien und die interessierte Öffentlichkeit verfügbar. Autoren sind internationale Fachwissenschaftler und Experten.
Die Redaktion der Russland-Analysen freut sich, dekoder als langfristigen Partner für die Bereitstellung von Übersetzungen russischer journalistischer Analysen gewonnen zu haben. Auf diesem Wege möchten wir helfen, die Zukunft eines wichtigen Projektes zu sichern und dem russischen Qualitätsjournalismus eine breitere Leserschaft zu ermöglichen. dekoder.org verbindet zwei Content-Typen, die sich gegenseitig ergänzen: übersetzte Originalbeiträge russischer Medien und Erklärtexte von Wissenschaftlern aus europäischen Universitäten. Beide greifen auf dekoder.org ineinander und stellen so ein Instrument zur Verfügung, um „Russland zu entschlüsseln“ und ein direktes Eintauchen in die Debatten des Landes zu ermöglichen.
Die Russland-Analysen werden gemeinsam von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung herausgegeben.
Frühere Ausgaben der Russland-Analysen ab 2003 finden Sie im Archiv.
