Aktuelle Ausgabe der Russland-Analysen
Neue Chronik-Einträge
| Russland | 03.02.2026 | Russland und Myanmar schließen ein auf fünf Jahre angelegtes militärisches Kooperationsabkommen, das bis 2030 laufen soll und die bereits enge sicherheitspolitische Zusammenarbeit mit der Militärjunta weiter vertieft, so TASS. Bei einem Besuch des Sekretärs des russischen Sicherheitsrats Sergej Schoigu in Myanmar kündigt Moskau umfassende Unterstützung an, einschließlich Waffenlieferungen, Ausbildung und politischer Rückendeckung auf internationaler Bühne. |
| Russland | 03.02.2026 | In russischen Regionen nahe der finnischen Grenze werden nach Analysen des „Institute for the Study of War“ (ISW) mehrere Militärstandorte ausgebaut; Satellitenbilder, die der finnische Rundfunk Yle veröffentlicht, zeigen u. a. Bauarbeiten auf dem bisher weitgehend brachliegenden Stützpunkt Rybka rund 175 Kilometer von der Grenze entfernt, der künftig vom 44. Armeekorps genutzt werden soll. Parallel entsteht in Kandalakscha in der Oblast Murmansk etwa 115 Kilometer von Finnland entfernt eine neue Militärstadt mit zusätzlicher Infrastruktur für Truppen, was westliche Experten als Teil einer langfristigen Vorbereitung auf einen möglichen künftigen Konflikt mit der Nato und Reaktion auf den finnischen Bündnisbeitritt werten. |
| Russland | 04.02.2026 | In Abu Dhabi beginnen neue Verhandlungen über ein mögliches Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, an denen Delegationen aus Russland und der Ukraine sowie die USA als Vermittler teilnehmen. Beide Seiten bewerten die bisherigen Gespräche als „konstruktiv“, zugleich macht Russland deutlich, dass es seine Maximalforderungen nicht aufgegeben hat und weiterhin auf Gebietsabtretungen, eine Begrenzung der ukrainischen Militärkapazitäten und politische Veränderungen in der Ukraine drängt, während Kyjiw ein Abkommen fordert, das wirksam vor erneuten Angriffen schützt. Die Verhandlungen enden tags darauf am 05.02.2026 mit einem Gefangenenaustausch von jeweils 157 Menschen zwischen Russland und der Ukraine. Die USA und Russland verständigen sich auf eine Wiederaufnahme des seit 2021 ausgesetzten militärischen Dialogs auf Leitungsebene nach Angaben des US-Oberkommandos für Europa (EUCOM) in einer Mitteilung. Während der Gespräche greift Russland massiv die ukrainische Infrastruktur, darunter Strom- und Bahnnetz, sowie Städte mit Drohnen, Raketen und Streumunition an. Das Treffen war ursprünglich für den 1. Februar geplante und wird kurzfristig auf den 4. und 5. Februar verschoben, nachdem laut Bericht der New York Times ein separates Treffen des US‑Sondergesandten Steve Witkoff mit Putins Sonderbeauftragtem Kirill Dmitrijew in Florida stattgefunden hatte. |
| Russland | 04.02.2026 | Präsident Wladimir Putin entlässt seinen langjährigen Vertrauten und früheren Verteidigungsminister Sergej Iwanow per Erlass aus dem Amt des Sonderbeauftragten des Präsidenten für Umweltschutz, Ökologie und Transport. Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow erklärt, Iwanow habe „auf eigenen Wunsch“ um Entbindung gebeten; der 73 Jährige hatte den Posten seit 2016 inne und gehört weiterhin zum engeren sicherheitspolitischen Establishment, u. a. als ständiges Mitglied des Sicherheitsrats. |
| Russland | 05.02.2026 | Das New START Abkommen, der letzte große Atomwaffen Abrüstungsvertrag zwischen den USA und Russland, läuft aus; damit entfällt nach mehr als einem halben Jahrhundert erstmals jede vertraglich festgelegte Obergrenze für die strategischen Nukleararsenale beider Staaten. Der 2010 geschlossene Vertrag hatte die Zahl einsatzbereiter strategischer Sprengköpfe auf jeweils 1.550 sowie die Zahl der Trägersysteme auf 700 begrenzt, wurde von Russland am 21.02.2023 faktisch ausgesetzt. Kremlsprecher Dmitrij Peskow spricht anschließend von einem gemeinsamen Verständnis, „dass beide Seiten verantwortlich handeln“ und zeitnah Gespräche aufnehmen sollten. Moskau betont zugleich, man halte informelle Lösungen ohne rechtlich verbindlichen Vertrag für unrealistisch und lehne die von US Präsident Donald Trump favorisierte bloß politische Selbstverpflichtung ab, während Washington die Einbindung Chinas in ein künftiges Abkommen fordert. |
Über die Russland-Analysen
Die Russland-Analysen bieten regelmäßig kompetente Einschätzungen aktueller politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen in Russland. Sie machen das Wissen, über das die wissenschaftliche Forschung in reichem Maße verfügt, für Politik, Wirtschaft, Medien und die interessierte Öffentlichkeit verfügbar. Autoren sind internationale Fachwissenschaftler und Experten.
Die Redaktion der Russland-Analysen freut sich, dekoder als langfristigen Partner für die Bereitstellung von Übersetzungen russischer journalistischer Analysen gewonnen zu haben. Auf diesem Wege möchten wir helfen, die Zukunft eines wichtigen Projektes zu sichern und dem russischen Qualitätsjournalismus eine breitere Leserschaft zu ermöglichen. dekoder.org verbindet zwei Content-Typen, die sich gegenseitig ergänzen: übersetzte Originalbeiträge russischer Medien und Erklärtexte von Wissenschaftlern aus europäischen Universitäten. Beide greifen auf dekoder.org ineinander und stellen so ein Instrument zur Verfügung, um „Russland zu entschlüsseln“ und ein direktes Eintauchen in die Debatten des Landes zu ermöglichen.
Die Russland-Analysen werden gemeinsam von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung herausgegeben.
Frühere Ausgaben der Russland-Analysen ab 2003 finden Sie im Archiv.
