Aktuelle Ausgabe der Russland-Analysen
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Russland-Analysen Nr. 426 vom 05.12.2022


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Neue Chronik-Einträge
Russland30.09.2022Russland — 30.09.2022
Die Abgeordneten des baschkirischen Regionalparlaments legen der russischen Staatsduma einen Gesetzentwurf über die Einberufung von verurteilten Straftätern in die Armee für den Einsatz in sogenannten »militärischen Spezialoperationen« vor. Mit dem Gesetz soll die Rechtsgrundlage geschaffen werden, Gefängnisinsassen für »militärische Aktionen zum Schutz der Interessen der Russischen Föderation« einsetzen zu können. Der Entwurf sieht vor, dass Verurteilte eine Verkürzung der Haftzeit durch Teilnahme an einer »militärischen Spezialoperation« erreichen können. Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine wird im offiziellen russischen Sprachgebrauch als »militärische Spezialoperation« bezeichnet.
Russland30.09.2022Russland — 30.09.2022
Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnet einen Erlass, wonach zwischen dem 01. November 2022 und dem 31. Dezember 2022 alle männlichen russischen Staatsbürger zwischen 18 und 27 Jahren, die nicht der Reserve angehören, aber der Wehrpflicht unterliegen, eingezogen werden sollen. Der Erlass sieht vor, in diesem Zeitraum etwa 120.000 Wehrpflichtige einzuziehen. Nach Aussage von Wladimir Zimljanskij, stellvertretender Leiter der Abteilung für Organisation und Mobilisierung des russischen Generalstabs, sind dies etwa 7.500 Mann weniger als im vergangenen Herbst.
Russland01.10.2022Russland — 01.10.2022
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gibt die vollständige Eroberung der in der von Russland annektierten Region Donezk liegenden Stadt Lyman bekannt. Lyman war seit dem Frühjahr von russischen Truppen besetzt gewesen. Nachdem die ukrainische Armee die Stadt umzingelt und nach eigenen Angaben viele russische Soldaten eingekesselt hatte, hatte das russische Verteidigungsministerium den Rückzug bekanntgegeben. Angaben über Tote oder Verwundete gibt es bisher nicht.
Russland01.10.2022Russland — 01.10.2022
Der russische Energiekonzern »Gazprom« bestätigt die Aussetzung der Erdgaslieferungen nach Italien. Als Grund nannte der Konzern »veränderte Regularien« in Österreich, wodurch ein Transit durch das Land nicht mehr möglich sei. Gemeinsam mit Italien arbeite man an einer Lösung des Problems. Nach Auskünften des italienischen Versorgers »Eni« erhält Österreich jedoch weiterhin Gas von »Gazprom«. Italien hatte bis Februar 2022 rund 40 Prozent seines Gasbedarfs aus russischem Gas gedeckt. Durch neue Abkommen mit anderen Ländern, wie zum Beispiel Algerien, ist diese Abhängigkeit nun zurückgegangen und liegt offiziellen Angaben zufolge nur noch bei etwa 25 Prozent.
Russland02.10.2022Russland — 02.10.2022
Pawel Krascheninnikow, Vorsitzender des Duma-Ausschusses für Staatsaufbau und Gesetzgebung gibt bekannt, dass Personen, die in den jüngst von Russland annektierten Gebieten wohnen sowie solche, die von dort nach Russland ausgewandert seien, die russische Staatsbürgerschaft erhalten, sobald sie einen Antrag stellen und einen Eid auf die Staatsbürgerschaft ablegen. Außerdem würden in der Ukraine ausgestellte Dokumente anerkannt. Die Einwohner von Cherson, Saporishshja, Donezk und Luhansk hätten Ansprüche auf Rente sowie medizinische und soziale Unterstützung. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte tags zuvor mit den von Russland eingesetzten Oberhäuptern der ukrainischen Regionen Verträge zum Beitritt zur Russischen Föderation unterzeichnet. Die zuvor abgehaltenen Referenden werden international nicht anerkannt, die Annexion gilt als völkerrechtswidrig.
Über die Russland-Analysen

Die Russland-Analysen bieten regelmäßig kompetente Einschätzungen aktueller politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen in Russland. Sie machen das Wissen, über das die wissenschaftliche Forschung in reichem Maße verfügt, für Politik, Wirtschaft, Medien und die interessierte Öffentlichkeit verfügbar. Autoren sind internationale Fachwissenschaftler und Experten.

Die Redaktion der Russland-Analysen freut sich, dekoder als langfristigen Partner für die Bereitstellung von Übersetzungen russischer journalistischer Analysen gewonnen zu haben. Auf diesem Wege möchten wir helfen, die Zukunft eines wichtigen Projektes zu sichern und dem russischen Qualitätsjournalismus eine breitere Leserschaft zu ermöglichen. dekoder.org verbindet zwei Content-Typen, die sich gegenseitig ergänzen: übersetzte Originalbeiträge russischer Medien und Erklärtexte von Wissenschaftlern aus europäischen Universitäten. Beide greifen auf dekoder.org ineinander und stellen so ein Instrument zur Verfügung, um „Russland zu entschlüsseln“ und ein direktes Eintauchen in die Debatten des Landes zu ermöglichen.

Die Russland-Analysen werden gemeinsam von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien und dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung herausgegeben.

Frühere Ausgaben der Russland-Analysen ab 2003 finden Sie im Archiv.


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