Der Festlandhandel zwischen China und der EU. Welche Möglichkeiten ergeben sich für Zentralasien?

Von Richard Pomfret (University of Adelaide, Adelaide)

Zusammenfassung
Die Aufnahme einer regulären Eisenbahnverbindung zwischen China und der EU im Jahr 2011 markierte eine dramatische Entwicklung im eurasischen Handel. Die meisten Güterzüge passieren derzeit Zentralasien ohne Halt, doch hat die neue Infrastruktur das Potential, die Handelsverbindungen der Region nach Osten wie nach Westen zu verbessern. China hat diese Festlandverbindung als Teil seiner »Belt and Road Initiative« (BRI) unterstützt und alternative Routen durch Zentralasien in Aussicht gestellt. Die verbesserten Verbindungen bieten eine besondere Gelegenheit für zentralasiatische Länder, die ihre Exporte diversifizieren wollen. Der Beitrag endet mit einer Darstellung der Voraussetzungen, unter denen dieses Potential umgesetzt werden könnte.

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Analyse

Geopolitische Phantasien und wirtschaftliche Realitäten – Einige Überlegungen zum Pipeline-Projekt »Nabucco«

Von Roland Götz
Die Nabucco-Pipeline soll dem europäischen Absatzmarkt neue Gaslieferanten außerhalb Russlands zugänglich machen und einen Gastransportweg eröffnen, der nicht über russisches Territorium verläuft. Mit ihr sind unterschiedliche Erwartungen kommerzieller und politischer Akteure verbunden, die allerdings nicht alle realistisch sind. Als Lieferanten für Nabucco kommen vor allem Aserbaidschan und Turkmenistan in Frage, auf absehbare Zeit jedoch nicht der Iran und andere nahöstliche Staaten. Für die Gasversorgung Europas wird Nabucco zwar nur eine untergeordnete Rolle spielen, aber die Verhandlungsmacht einzelner Staaten des Kaspischen Raums gegenüber Russlands Gazprom stärken. Ob und wann die Nabucco-Pipeline tatsächlich gebaut wird, hängt wesentlich von der Entwicklung des europäischen Gasbedarfs ab. (…)
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Analyse

Operation Roghun. Geschichte und Gefahren eines schwelenden Konflikts

Von Marcus Bensmann
Zentralasien droht die Eskalation eines Wasserstreites zwischen Usbekistan und Tadschikistan. Die tadschikische Regierung bemüht sich, das aus der Sowjetzeit stammende Projekt des Wasserkraftwerkes von Roghun zu realisieren, um so nicht nur die permanente Energiekrise des Landes zu lösen, sondern auch Optionen für den Export von Strom nach Afghanistan und Pakistan zu haben. Die Führung Usbekistans hingegen fürchtet um einen ungehinderten Wasserzufluss und will den Bau von Roghun verhindern. Ton und Verhalten der involvierten Akteure beider Staaten verschärften sich im Laufe dieses Jahres, während die Weltbank an einer Machbarkeitsstudie arbeitet, deren Fertigstellungsdatum vom Kooperationswillen der beteiligten Staaten abhängt. Weder Usbekistan noch Tadschikistan zeigen bisher Bereitschaft an einem bilateralen Lösungsansatz im Wasserstreit. (…)
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