In kleinen Schritten zur gesellschaftlichen Teilhabe? Die gegenwärtige Lage von Menschen mit Behinderungen in Russland

Von Christian Fröhlich (National Research University »Higher School of Economics«, Moskau)

Zusammenfassung
Menschen mit Behinderungen sind in Russland gesellschaftlich immer noch wenig integriert. Der vorliegende Beitrag nimmt eine Bestandsaufnahme vor und zeigt, was sich für behinderte Menschen seit Russlands Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) im Jahr 2012 verändert hat und welche Barrieren der gesellschaftlichen Teilhabe immer noch bestehen. Zwar gibt es Gesetzesreformen und es entsteht sowohl auf staatlicher als auch auf gesellschaftlicher Ebene ein stärkeres Bewusstsein für die Lage von Menschen mit Behinderungen. Die praktische Umsetzung der Reformen ist jedoch weiterhin mangelhaft.

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Lesetipps

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Analyse

Internationale Förderung und politische Kultur in der russischen Zivilgesellschaft. Das Beispiel der NGOs in der Behindertenhilfe

Von Christian Fröhlich
Am Beispiel von Hilfe für Menschen mit Behinderungen wird gezeigt, dass internationale Förderung russischer NGOs zwar ein wichtiges Standbein zivilgesellschaftlicher Entwicklung in Russland ist. Doch aufgrund eines selektiven Modus der Partnerwahl und des Transfers von inhaltlichen und strukturellen Charakteristika westlicher Institutionen spaltet sich die russische NGO-Gemeinschaft entlang der Bewerbungserfolge bei internationaler Unterstützung. Während westlich geförderte NGOs ihre Prioritäten hin zu Menschenrechtsaktivitäten und Öffentlichkeitsarbeit verschieben und damit den Widerstand staatlicher Strukturen heraufbeschwören, halten die nicht geförderten NGOs an einer sozialen Partnerschaft mit dem Staat fest, die aber wenig Erfolge bei der sozialen Integration marginalisierter Bevölkerungsgruppen verzeichnet.
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Analyse

Gesundheitsreformen und ihre Ergebnisse

Von Anastasia Novkunskaya
Der vorliegende Beitrag befasst sich mit den staatlichen Gesundheitsreformen der letzten Jahrzehnte in Russland. Diese haben zu tiefgreifenden Veränderungen des staatlich finanzierten Gesundheitswesens geführt. Der Beitrag beschreibt die Umgestaltung des Gesundheitswesens und analysiert wichtige politische Trends. Es soll gezeigt werden, dass die Veränderungen im Bereich des Gesundheitswesens vom Staat gelenkt werden, einem Top-down-Prinzip folgen und zu widersprüchlichen Ergebnissen geführt haben. Außerdem soll die relative Unbeweglichkeit der institutionellen Rahmenbedingungen nachgewiesen werden: Etliche Regulierungs- und Organisationsprinzipien aus der Sowjetzeit wurden beibehalten. (…)
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