Wieviel Nähe, wieviel Distanz? Die Integration von Ausländern in Polen

Von Łukasz Łotocki

Zusammenfassung
Polen gehört nicht zu den Ländern mit einem hohen Ausländeranteil. Die offiziellen Statistiken nennen weniger als 100.000 Ausländer, die eine Aufenthaltsgenehmigung für Polen besitzen. Gleichzeitig halten sich trotz Amnestien in den Jahren 2003 und 2007 viele Ausländer illegal in Polen auf bzw. arbeiten illegal in Polen. Da umfassende Datenerhebungen zur tatsächlichen Anzahl der Ausländer in Polen fehlen, ist diese Zahl nicht bekannt; manche Schätzungen gehen von einigen Hundertausend aus. Zu den größten Immigrantengruppen in Polen gehören Ukrainer, Belarussen, Armenier und Vietnamesen. Als gesonderte Gruppe werden die Bürger der Russischen Föderation tschetschenischer Herkunft behandelt. Außerdem leben in Polen auch Immigranten aus afrikanischen Ländern. Im Folgenden wird eine allgemeine Charakterisierung der Integration von Ausländern in Polen auf der Grundlage von Untersuchungen in der polnischen Bevölkerung (Meinungsumfragen in der Bevölkerung sowie unter Arbeitgebern) und in der Gruppe der Ausländer gegeben. Im Anschluss daran werden die Probleme der Integration aus der Perspektive des Index für Integrationspolitik für Migranten in den Ländern der Europäischen Union (Migrant Integration Policy Index – MIPEX) sowie der Diskriminierung dargestellt und bewertet.

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Analyse

Neue Formen der Migration und des Austausches im grenznahen Bereich

Von Bernadette Jonda
Printmedien wie auch Fernsehsendungen und diverse Internetportale widmen sich seit jüngstem einer relativ neuen Entwicklung im deutsch-polnischen Grenzgebiet. So konnte man 2008 in TV Polonia einen Film mit dem Titel »Expansion nach Westen« anschauen, in der Neuen Zürcher Zeitung lesen »Die Polen kommen« oder im Wiener Standard »Polen entdecken Deutschland als Billig-Paradies«. Diese Beiträge, die in ihrem Grundtenor auch gelegentlich unter der Überschrift »Polen kaufen Deutschland auf« zusammengefasst werden, haben etwas Irritierendes, war man doch lange Zeit eher gewöhnt zu hören »Die Deutschen kaufen Polen auf«. Die Autorin befasst sich in ihrem Beitrag mit einer neuen Facette von Migration zwischen Polen und Deutschland.
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Analyse

Der deutsch-polnische Grenzraum: Verflechtungszone oder anhaltende Asymmetrien?

Von Stefan Garsztecki
Der deutsch-polnische Grenzraum war nach 1989 lange Jahre von einem starken Wohlstandsgefälle gekennzeichnet, das – gepaart mit Unwissen und Unkenntnis – das Entstehen einer Interessengemeinschaft an der Grenze erschwerte. Heute haben sich die Asymmetrien z. T. umgekehrt, scheint die polnische Seite in manchen Aspekten dynamischer als die ostdeutsche zu sein. Dabei sind auf beiden Seiten parallele Entwicklungen von Landflucht und die Ausprägung strukturschwacher Gebiete entlang der Grenze festzustellen. (…)
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