| Russlands Entwicklung unter Putin im Jahre 2006 | ||
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1.1.2006 |
Russland übernimmt von Großbritannien den Vorsitz bei der G8, der Gruppe der acht führenden Industrieländer. | |
| 2.1.2006 | Gazprom nimmt die Lieferungen durch die Ukraine wieder auf, nachdem die Regierungen mehrerer europäischer Länder gegen die Kürzungen protestiert haben. | |
| 2.1.2006 | Gazprom stellt die Gaslieferungen nach Moldowa ein, da es bisher nicht zum Abschluss eines neuen Liefervertrages gekommen ist. Gazprom fordert einen Preis von 160 US$ pro 1.000 Kubikmeter. Bisher betrug der Preis 80 US$. | |
| 3.-4.1.2006 | Alexej Miller, der Vorstandsvorsitzende von "Gazprom", und Oleksij Iwtschenko von "Naftagaz Ukrainy" unterzeichnen einen Vertrag, nach dem sich Gazprom verpflichtet, an Naftagaz Ukrainy in den nächsten fünf Jahren Erdgas zum Preis von 230 US$ pro 1.000 Kubikmetern zu liefern. Die Lieferung erfolgt vorläufig über "RosUkrEnergo", ein joint venture von Gazprom und der Raiffeisenbank Österreich, das das Gas seinerseits zum Preis von 95 US$ an Naftagaz weitergibt. Die Differenz wird durch die Einspeisung von billigem turkmenischen Erdgas abgedeckt. Der Preis, den die Ukraine in Zukunft für den Transfer von russischem Erdgas nach Westen erhält, wird von 1,09 auf 1,60 US$ pro 100 km angehoben. | |
| 3.-12.6.2006 | Südwestlich von Bujnaksk (Dagestan) gehen Sicherheitskräfte in einer umfassenden Operation gegen eine Guerillagruppe vor. | |
| 5.1.2006 | Putin unterzeichnet ein Gesetz, das die Einbürgerung von Bürgern früherer Sowjetrepubliken vereinfacht. | |
| 5.1.2006 | Wladimir Antosii, der Industrieminister von Moldowa, teilt mit, dass die Ukraine Moldowa mit Erdgas versorgen wird, bis Moldowa und Gazprom sich über neue Lieferverträge geeinigt haben. | |
| 9.1.2006 | Das Schweizer Oberste Gericht verweigert die Herausgabe von Bankunterlagen, die von der russischen Justiz im Zusammenhang mit dem Fall Jukos angefordert werden. Das Gericht begründet dies damit, dass das von russischer Seite vorgelegte Material keinen ausreichenden Tatverdacht rechtfertigt. | |
| 9.1.2006 | Der Volkswagen-Konzern kündigt an, dass er in Stupino bei Moskau ein Werk errichten will, in dem Skoda-PKWs montiert werden sollen. Das Werk soll auf eine Kapazität von 250.000 Kraftwagen pro Jahr ausgelegt werden. | |
| 10.1.206 | Präsident Putin unterzeichnet die Novelle zum Gesetz über die nichtkommerziellen Organisationen, die den Handlungsspielraum von Nichtregierungsorganisationen erheblich einengt. Das Gesetz tritt damit am 10. April 2006 in Kraft. | |
| 11.1.2006 | In der Moskauer Synagoge an der "Bolschaja Bronnaja" greift ein zwanzigjähriger Moskauer die Besucher der Synagoge mit einem Messer an. Acht Personen werden verletzt, vier davon müssen ins Krankenhaus eingeliefert werden. | |
| 11.1.2006 | Präsident Putin nimmt in Astana an der Amtseinführung des kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew teil. Am Rande der Feierlichkeiten trifft er mit dem ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko zusammen und erörtert mit ihm das russisch-ukrainische Energieabkommen. Beide Präsidenten loben die Übereinkunft ausdrücklich. | |
| 11.1.2006 | In Moskau beginnt der Prozess wegen des Mordes an dem russisch-amerikanischen Journalisten Paul Khlebnikov. | |
| 11.1.2006 | Die "Die Stiftung zur Verteidigung von Glasnost" in Moskau legt ihren Jahresbericht über den Stand der Medienfreiheit vor. Nach dem Urteil der Stiftung gibt die Situation der Presse in Russland nach wie vor zu Besorgnis Anlass. | |
| 11.1.2006 | Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück führt in Moskau Gespräche über Finanz- und Wirtschaftsfragen. Ein wichtiges Thema ist Russlands Absicht, seine Schulden gegenüber Deutschland vorzeitig abzulösen. | |
| 12.1.2006 | Die in staatlicher Hand befindliche Wneschtorgbank erwirbt für geschätzte 330 Mio Euro die Promyschlenno stroitelnyj bank, eine der zehn größten Geschäftsbanken Russlands. | |
| 12.1.2006 | Präsident Putin erörtert bei einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Kasachstan und der Ukraine, Nasarbajew und Juschtschenko, in Astana eine Zusammenarbeit im Bereich der Nuklearenergie. | |
| 13.1.2006 | Der ukrainische hydronavigatorische Dienst nimmt einen Leuchtturm des hydronavigatorischen Dienstes der russischen Schwarzmeerflotte in Jalta gegen den Willen der russischen Seite in Besitz. | |
| 15.1.2006 | Ein Fahrzeug der Sicherheitskräfte wird in Tschetschenien durch eine ferngezündete Bombe zerstört. Vier Soldaten werden getötet. | |
| 15.1.2005 | Putin empfängt Joseph Blatter, den Vorsitzenden des Weltfußballverbandes FIFA, und führt mit ihm Gespräche über sportpolitische Fragen. | |
| 16.1.2006 | Putin empfängt die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel zu ihrem Antrittsbesuch und erörtert mit ihr u.a. die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen und Fragen der Energiesicherheit. | |
| 16.1.2006 | Nach dem Treffen mit Putin empfängt Angela Merkel Vertreter russischer Menschenrechtsgruppen und oppositioneller Parteien in der deutschen Botschaft in Moskau. | |
| 16.1.2006 | Moskau wird von einer Kältewelle betroffen. Die Temperaturen sinken zeitweise bis auf 32 Grad unter Null. Der Strommonopolist EES Rossii reduziert die Stromlieferungen für mehr als 250 Industriebetriebe in Moskau und im Moskauer Gebiet, um einen Zusammenbruch des Stromnetzes wegen Überlastung zu vermeiden. Schulen und öffentliche Gebäude werden für zwei Tage geschlossen. | |
| 17.1.2006 | Die Europäische Entwicklungsbank und die Internationale Finanzgesellschaft IFC gewähren den Aluminiumunternehmen "Rusal" und "Sual" einen Kredit für das Projekt "Komi Aluminium" in Höhe von 75 Mrd. US$, nachdem die Unternehmen ihre Eigentumsstrukturen offengelegt haben. Danach gehört "Rusal" zu 100% Oleg Deripaska. | |
| 17.1.2006 | Eine hochrangige israelische Delegation trifft in Moskau ein, um mit der russischen Regierung die Situation im Iran zu erörtern. Der Delegation sollen u.a. Giora Eiland, der Vorsitzende des israelischen Sicherheitsrates, und Gideon Frank, der an der Spitze der Atomenergiekommission Israels steht, angehören. | |
| 18.1.2006 | Die Moskauer Sicherheitsbehörden durchsuchen die Büros der "Meshotraslewyj promyschlennyj bank" und der "Marketingbank" und verhaften führende Mitarbeiter unter dem Verdacht, an illegalen Importen von Konsumgütern beteiligt zu sein. | |
| 18.1.2006 | Human Rights Watch publiziert seinen Jahresbericht | |
| 18.1.2006 | Im Rahmen einer Sonderoperation wird Sup'jan Abdulaev, ein führender Vertreter des Wahhabismus in Tschetschenien, von Sicherheitskräften in der Region Šali getötet. | |
| 19.1.2006 | Aufgrund der extrem kalten Witterung werden in Moskau weitere Regelungen zur Einsparung von Energie getroffen. U.a. allem sollen alle Bauarbeiten eingestellt werden, bei denen Strom zur Beheizung von Baustellen und Baumaterial eingesetzt werden. | |
| 19.1.2006 | Russland schränkt seine Gaslieferungen zum zweiten Mal innerhalb eines Monats ein. Italien, Ungarn, Kroatien, Bosnien und Serbien erhalten zwischen zehn und 25% weniger Erdgas als vereinbart. Auch nach Deutschland fließt weniger als geplant. Ursache ist die Kältewelle, die den russischen Bedarf steigen lässt. | |
| 19.1.2006 | Außenminister Sergej Lawrow erörtert mit seinem französischen Amtskollegen Philippe Douste-Blazy mögliche Reaktionen auf die Nuklearpolitik des Iran. | |
| 19.1.2006 | Das Mineralölunternehmen Jukos teilt mit, dass es eine Steuerforderung in Höhe von 3,5 Mrd. US$, die ihm am 27.12.2005 zugestellt wurde, anfechten wird. | |
| 21.1.2006 | Sergej Kirienko, der Vorsitzende der russischen Föderalen Agentur für Atomenergie, führt mit dem ukrainischen Ministerpräsidenten Jurij Jechanurow Gespräche über die Lieferung atomarer Brennstoffe an die Ukraine. | |
| 22.1.2006 | Unbekannte verüben Bombenanschläge auf die Erdgaspipeline in Nordossetien. Die Versorgung Georgiens und Armeniens mit russischem Gas wird unterbrochen. | |
| 22.1.2006 | Ein Mast einer Hochspannungsleitung wird in Nordossetien durch einen Anschlag zerstört. Die Stromzufuhr nach Georgien wird unterbrochen. | |
| 22.1.2006 | Erste Sitzung der neueingerichteten Gesellschaftskammer, die von Präsident Putin eröffnet wird. Akademiemitglied Jewgenij Welichow wird einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Ferner werden 17 Kommissionen eingesetzt, die sich u.a. mit Gesundheit, karitativen Fragen, Medienfreiheit, Sozialpolitik, Wirtschaftsentwicklung und religiöser Toleranz befassen sollen. | |
| 22.1.2006 | Der Fernsehsender "Rossija" sendet Aufnahmen des Inlandsgeheimdienstes FSB, die britische Diplomaten beim Entleeren eines "toten Briefkastens" zeigen. Einer der britischen Vertreter, der Botschaftssekretär Marc Doe, ist in der Botschaft für die Förderung von NGOs zuständig. Einige russische Medien bringen daher russische Menschenrechtsorganisationen mit Spionage in Verbindung. | |
| 22.1.2006 | Abd al-Munim, der Moskau-Korrespondent des Senders Al-Jazeera, wird von Unbekannten angegriffen und zusammengeschlagen. | |
| 23.1.2006 | Der Sprecher des Inlandsgeheimdienstes FSB wirft dem britischen MI6 vor, er habe ein "Gentleman's Agreement" gebrochen, nach dem der offizielle Geheimdienstvertreter in der Botschaft sich nicht an Spionageoperationen beteiligen solle. Aus diesem Grunde habe der FSB den öffentlichen Skandal inszeniert. | |
| 23.1.2006 | Der georgische Präsident Michail Saakaschwili wirft Russland in Zusammenhang mit den Anschlägen auf Pipelines und Hochspannungsleitungen Sabotage vor. Außenminister Gela Beschuaschwili beschuldigt Russland, die Unterbrechung der georgischen Energieversorgung zur politischen Erpressung auszunutzen. Das russische Außenministerium weist diese Vorwürfe zurück. | |
| 23.1.2006 | Außenminister Sergej Lawrow erörtert mit dem iranischen Stellvertretenden Außenminister Mehdi Safari Möglichkeiten zur Lösung des Konflikts, der sich an der iranischen Nuklearpolitik entzündet hat. | |
| 23.1.2006 | Der russische Erdgasmonopolist Gazprom beschuldigt die Ukraine, unberechtigt Gas aus den Transitleistungen abzuzweigen, und erklärt, dies sei Ursache der verminderten Gaslieferungen. | |
| 24.1.2006 | Der Vorsitzende des Obersten Nationalen Sicherheitsrats des Iran, Ali Laridschani, führt in Moskau mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und dem Sekretär des russischen Sicherheitsrats, Igor Iwanow, Gespräche über eine politische Lösung des Konflikts um das iranische Atomprogramm. | |
| 24.1.2006 | Der in einem Lager inhaftierte Finanzmagnat Michail Chodorkowskij wird wegen Verstößen gegen die Gefängnisordnung mit fünf Tagen Strafarrest belegt. In seiner Zelle hatte man u.a. die offiziellen Regelungen über den Haftvollzug gefunden. | |
| 24.1.2006 | Putin trifft in Petersburg mit dem belarussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko zusammen und erörtert mit ihm Möglichkeiten, die russisch-belarussische Union auszubauen. Lukaschenko stellt sich im März zur Wiederwahl. | |
| 24.1.2006 | Der Inlandsgeheimdienst FSB informiert die Duma in einer geschlossenen Sitzung über die Spionagevorwürfe gegen vier britische Diplomaten. Die Duma verurteilt daraufhin in einem Entschluss die Finanzierung russischer NGOs durch ausländische Geheimdienste. | |
| 25.1.2006 | In St. Petersburg tagt der Rat der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft, der Russland, Belarus, Kasachstan, Kirgistan und Tadschikistan angehören. Usbekistan wird als neues Mitglied aufgenommen. | |
| 25.1.2006 | Der Präsident des Konzerns "AFK Sistema", Wladimir Jewtuschenko, wird abgelöst. An seine Stelle tritt Alexander Gontscharuk, der bisher den Konzern "Sitronik" leitete. | |
| 25.1.2006 | Putin und sein kasachischer Amtskollege Nursultan Nasarbajew erörtern in Petersburg bilateral Fragen der Energiekooperation. | |
| 25.1.2006 | Im Europarat wird Wladimir Shirinowskij das Mikrofon abgeschaltet, als er den Vorsitzenden der russischen Kommunisten, Gennadij Sjuganow, attackiert. | |
| 26.1.2006 | Nach einem Wortwechsel mit einem georgischen Abgeordneten wird Wladimir Shirinowskij im Europarat abermals das Mikrofon abgeschaltet. | |
| 26.1.2006 | Der Stellvertretende Oberbefehlshaber der Landstreitkräfte, Generaloberst Vladimir Moltenskoj, teilt mit, dass die Panzertruppenschule in Tscheljabinsk, in der Anfang Januar ein Neuling bei der Quälerei durch ältere Soldaten so schwer verletzt wurde, dass Beine und Unterleib amputiert werden mussten, demnächst aufgelöst wird. Verteidigungsminister Sergej Iwanow war erst 25 Tage nach dem Vorfall durch Fragen von Reportern auf das Verbrechen aufmerksam geworden. | |
| 26.1.2005 | Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos führen Wirtschaftsentwicklungs- und Handelsminister German Gref und der US-Handelbeauftragte Robert Portman Gespräche über Russlands Zulassung zur WTO. | |
| 26.1.2006 | Das "Forschungszentrum für Menschenrechte" erfährt, dass der Föderale Registrierungsdienst des Justizministeriums am 16.12.2005 beim Gericht die Aufllösung des Zentrums beantragt hat, da die von diesem vorgelegten Registrierungsunterlagen unvollständig seien. Das "Forschungszentrum" ist eine Dachorganisation, der u.a. die Moskauer Helsinki-Gruppe, das Komitee der Soldatenmütter und die unabhängige psychiatrische Assoziation angehören. | |
| 27.1.2006 | Generalmajor Viktor Sidorow, Kommandeur der Panzertruppenschule in Tscheljabinsk, wird abgelöst und aus den Streitkräften entfernt. Im Zusammenhang mit einem schweren Fall von Kameradenquälerei an der Schule Anfang Januar wird gegen zwölf Soldaten ein Militärstrafverfahren eingeleitet. Drei der Beschuldigten befinden sich in Haft. | |
| 29.1.2006 | Die Erdgaslieferungen nach Georgien werden wieder aufgenommen, nachdem Kawkastransgaz die Reparatur der beschädigten Erdgasleitung abgeschlossen hat. | |
| 30.1.2006 | Siemens teilt mit, dass es 20,62% der Aktien des Unternehmens "Power machines" von Interros erworben hat. Damit verfügt Siemens jetzt über 25%+1 Aktie von "Power machines". | |
| 30.1.2006 | In Chasawjurt (Dagestan) stürmen Sicherheitskräfte ein Haus und töten drei Untergrundkämpfer, darunter einen Führer der Guerilla in Nordtschetschenien. | |
| 30.1.2006 | Die Außenminister der USA, Chinas, Russlands, Frankreichs und Großbritanniens unterzeichnen in London eine Erklärung, wonach die nuklearen Aktivitäten des Iran im März Thema im Sicherheitsrat werden sollen. Zuvor solle der Bericht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) zum Atomprogramm abgewartet werden. | |
| 31.1.2006 | Präsident Putin gibt seine alljährliche Pressekonferenz, an der mehr als 1.000 russische und ausländische Journalisten teilnehmen. | |
| 31.1.2006 | Die österreichische Raiffeisen-Gruppe erwirbt 100% der Aktien der Impeksbank. | |
| 1.2.2006 | Die Website der russischen Gesellschaftskammer wird freigeschaltet: www.oprf.ru | |
| 1.2.2006 | Der frühere Präsident Boris Jelzin begeht seinen 75. Geburtstag. Der Patriarch der Russisch-Orthodoxen Kirche Alexij II verleiht ihm aus diesem Anlass den Dmitrij Donskoj-Orden. | |
| 1.2.2006 | In Georgien löst ein Verkehrsunfall, in den ein russischer Militärlastwagen verwickelt ist, eine Massenschlägerei aus, an der am Ende etwa 100 russische und 300 georgische Soldaten beteiligt sind. Die Russen sind als Friedenstruppen in Südossetien stationiert. | |
| 1.2.2006 | In Moskau demonstrieren etwa 60 russische Menschenrechtsaktivisten vor dem Hauptquartier des Inlandsgeheimdienstes FSB an der Lubjanka. Sie protestieren gegen Verleumdungen durch FSB und staatliche Organe, die die Menschenrechtler in Verbindung mit Spionageaktivitäten bringen. Die Demonstration wird durch OMON-Truppen aufgelöst, 15 Personen werden festgenommen. | |
| 2.2.2006 | Die Moskauer Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Alexander Kopzew, der am 11. Januar in einer Moskauer Synagoge acht Menschen mit Messerstichen verletzt hatte. Gleichzeitig leitet sie wegen Aufhetzung zum Rassenhass im Internet ein Verfahren gegen Unbekannt ein. | |
| 2.2.2006 | Das Moskauer Wirtschaftsgericht entscheidet, dass der Erwerb einer Datscha durch den damaligen Ministerpräsidenten Michail Kasjanow unrechtmäßig war. | |
| 2.2.2006 | In Wladikawkas (Nordossetien) explodieren in drei Spielhallen Bomben. Dabei werden zwei Personen getötet, 15 weitere verletzt. | |
| 3.2.2006 | In Anwesenheit von Präsident Putin kritisiert Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow in einer Versammlung der Staatsanwaltschaft die hohen Kriminalitätsraten bei der Polizei und in der Armee. Nach Angaben Ustinovs hat die Polizei im Jahre 2005 700 Morde, 1.500 Raubüberfälle und 80.000 Eigentumsdelikte bewusst nicht verfolgt. | |
| 3.3.2006 | In Nishnij Nowgorod wird der Direktor der Russisch-tschetschenischen Freundschaftsgesellschaft, Stanislaw Dmitrijewskij, wegen Aufruf zu interethnischer Feindschaft zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Dmitrijewskij hatte Äußerungen tschetschenischer Untergrundpolitiker in seiner Zeitung veröffentlicht. | |
| 5.2.2006 | Auf der Münchner Sicherheitskonferenz spricht sich der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow für eine stärkere Rolle der UNO bei der Bekämpfung des Terrorismus aus. | |
| 5.2.2006 | In St. Petersburg wird ein Afrikaner von Unbekannten mit Messerstichen getötet. | |
| 6.2.2006 | Während eines offiziellen Besuchs in Athen spricht sich Außenminister Sergej Lawrow dafür aus, den Atomkonflikt mit dem Iran nicht zu forcieren und von Drohungen an die Adresse des Irans Abstand zu nehmen. | |
| 6.2.2006 | Der Hauptmilitärstaatsanwalt Alexander Sawenkow teilt mit, dass 2005 2.600 Soldaten wegen Misshandlung von Kameraden verurteilt worden seien. Insgesamt seien 6.000 Soldaten im Gefolge derartiger Vorfälle verletzt worden. | |
| 6.2.2006 | Ministerpräsident Fradkow leitet mit der Unterzeichnung der entsprechenden Dokumente die Gründung eines Vereinigten Flugzeugbauunternehmens ein. Mehrheitsaktionär wird der Staat sein. | |
| 6.2.2006 | Ramsan Kadyrow, amtierender Ministerpräsident in Tschetschenien, wird formell zum Vorsitzenden des tschetschenischen Regionalverbandes der Partei "Einiges Russland" ernannt. | |
| 6.2.2006 | In Kurt (Südossetien) nehmen georgische Sicherheitskräfte drei russische Offiziere fest, die mit der Regulierung eines Verkehrsunfalls beauftragt sind, in den am 1. Februar ein russisches Militärfahrzeug verwickelt war. | |
| 7.2.2006 | Vor dem Kollegium des Inlandsgeheimdienstes FSB lobt Präsident Putin die
Arbeit des Dienstes beim Kampf gegen den Terrorismus und bezeichnet dies als
seine Hauptaufgabe. Es gelte, die Terroristen "in ihren Höhlen" aufzusuchen und
sie "wie Ratten" zu vernichten. Putin bedauert, dass im Zusammenhang mit der Entlarvung britischer Agenten ein Schatten auf Nichtregierungsorganisationen gefallen sei. Diese hätten mit dem Spionagefall nichts zu tun, sollten aber darauf achten, aus welchen Quellen sie Geld bezögen. | |
| 7.2.2005 | Bei einer Spezialoperation der Sicherheitskräfte in Kaspijsk (Dagestan) werden zwei Untergrundkämpfer getötet, vier weitere festgenommen. | |
| 7.2.2005 | Die Kaserne des Speznasbataillons "Wostok" wird durch eine Explosion vollkommen zerstört. 13 Personen werden getötet, mehr als 20 verletzt. | |
| 7.2.205 | Ein ranghoher Mitarbeiter des russischen Finanzministeriums teilt in einem Hintergrundgespräch mit, dass Russland beim Treffen der Finanzminister der G8 am 11. Februar die vorzeitige Ablösung seiner Verbindlichkeiten gegenüber dem Pariser Club in Höhe von fast 12 Mrd. US$ ankündigen wird. | |
| 8.-9.2.2004 | Staatsbesuch Putins in Spanien. Der russische Präsident wird vom spanischen König empfangen und führt Gespräche mit dem spanischen Ministerpräsidenten Jose Luis Rodriguez Zapatero über Sicherheits-und Energiefragen. | |
| 9.2.2006 | 250 georgische Soldaten, die am Vortage in Eredwi (Südossetien) eingerückt waren, räumen den Ort wieder. | |
| 9.2.2006 | Zweite Sitzung der Gesellschaftskammer. Das Gremium wird sich u.a. mit in der Duma anstehenden Gesetzesentwürfen befassen und einen Bericht über die Zustände in der Tscheljabinsker Panzertruppenschule anhören. | |
| 9.2.2005 | Präsident Putin erklärt während seines Besuchs in Spanien, er beabsichtige, die Führung der radikal-islamischen Hamas-Bewegung nach Moskau einzuladen. | |
| 9.2.2006 | Die Finanzminister der G7 treffen sich in London. Russland ist nicht eingeladen. | |
| Sergej Aleksejew, der Finanzvorstand des staatlichen Erdölkonzerns "Rosneft" und Oleg Kusakow, Leiter der Investor-Relations-Abteilung, treten zurück. Damit ist der geplante Börsengang von Rosneft gefährdet. | ||
| 10.2.2006 | Russland nimmt offiziell die Mitarbeit bei der NATO-Operation "Active Endeavour" auf. Künftig werden russische Kriegsschiffe gemeinsam mit NATO-Marineeinheiten Schiffe im Mittelmeer kontrollieren. | |
| 9.-10.2.2006 | In Tukui-Mekteb (Region Stawropol) stellen Sicherheitskräfte eine Gruppe tschetschenischer Untergrundkämpfer. Beim Sturm auf zwei Häuser, in denen sich die Guerillas verschanzt haben, werden sieben Polizisten und acht Untergrundkämpfer getötet. | |
| 9.-10.2.2006 | Informelles Treffen der Verteidigungsminister der NATO in Taormina (Sizilien). Zu dieser Zusammenkunft wird auch der russischen Verteidigungsminister Sergej Iwanow eingeladen. Iwanow führt u.a. Gespräche mit NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer. | |
| 11.2.2006 | Präsident Putin kündigt an, dass Russland dem Hilfsprogramm des IMF in den Jahren 2006-2010 einen Betrag von 43,5 Mio. US$ zur Verfügung stellen wird. | |
| 11.2.2006 | Der russische Finanzminister Aleksej Kudrin empfängt die Finanzminister der anderen G8-Staaten in Moskau. Bei den Erörterungen stehen Energiefragen im Vordergrund. | |
| 11.2.2006 | Der amtierende Ministerpräsident von Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, kündigt an, dass in Tschetschenien einen Pressevorzensur eingeführt wird, um sicherzustellen, dass ethische Normen tschetschenischer nationaler Mentalität nicht verletzt werden. | |
| 11.-12.2.2006 | Überall in Russland protestieren Kraftfahrer gegen die Verurteilung von Oleg Schcerbinskij. Schcerbinskij war an dem Unfall beteiligt, in dem der Gouverneur der Region Altaj, Michail Evdokimov, und zwei weitere Personen getötet worden waren. Ein Gericht im Altaj verurteilte ihn zu vier Jahren Strafkolonie. | |
| 12.2.2006 | In Wolgograd wird der örtliche Vorsitzende der Partei "Heimat" von drei Unbekannten zusammengeschlagen. | |
| 12.2.2006 | Die U.S.-Außenministerin Condoleezza Rice äußert sich in Washington skeptisch über die Zukunft der russischen Demokratie, bezeichnet die bilateralen Beziehungen aber als gut. | |
| 13.2.2006 | Der Iran teilt mit, dass die Gespräche über das russische Angebot zur Lösung des Atomstreits auf ein späteres Datum verschoben werden. Die russische Seite erklärt, dass ihr Vorschlag nach wie vor gültig sei. | |
| 13.2.2006 | In Moskau werden die Redaktionsräume der Tageszeitung "Komsomolskaja Prawda" völlig zerstört. Feuer und Löschwasser beschädigen außerdem die Büros der Zeitungen "Parlamentskaja gaseta", "Tribuna", "Selskaja shisn" und "Sowjetskaja Rossija". | |
| 14.2.2006 | Der französische Ministerpräsident Dominique de Villepin führt in Moskau im Rahmen der russisch-französischen Konsultationen Gespräche mit seinem russischen Amtskollegen Michail Fradkow. Auf der Tagesordnung stehen u.a. die Lage im Nahen Osten, der Atomstreit mit dem Iran, bilaterale Zusammenarbeit in der Raumfahrt und die Sicherheit russischer Energielieferungen. | |
| 15.2.2006 | Der russische Außenminister Sergej Lawrow trifft in Wien mit der amtierenden EU-Ratsvorsitzenden Außenministerin Ursula Plassnik, dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana und der EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner zusammen. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen Fragen des europäisch-russischen Verhältnisses, der Atomstreit mit dem Iran und die Lage im Nahen Osten. | |
| 15.2.2006 | Russland legt eine Rubelanleihe mit 30-jähriger Laufzeit auf. Dies ist die längste Laufzeit einer Rubelanleihe seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Insgesamt wird ein Volumen von 8 Mrd. Rbl. emittiert, die Papiere werden am 6. Februar 2036 fällig. | |
| 15.2.2006 | Der russische Unternehmerverband benennt drei neue Vorstandsmitglieder: Wagit Alekperow, den Präsidenten des Mineralölkonzerns Lukojl, Alischer Usmanow, den Generaldirektor der Gazprominvestholding und Andrej Bokarew, den Vorstandsvorsitzenden des Kohlekonzerns Kuzbassrazrezugol. Mit der Umbesetzung wird u.a. auch der Platz wieder besetzt, der durch Chodorkowskijs Inhaftierung und Verurteilung vakant geworden war. | |
| 15.2.2006 | Präsident Putin empfängt James Wolfensohn, früher Präsident der Weltbank, der jetzt als Gesandter des Quartetts der Nahostmediatoren (Russland, EU, UN, USA) agiert, und erörtert mit ihm die Lage im Nahen Osten. | |
| 15.2.2006 | Das georgische Parlament fordert den Abzug der russischen Truppen, die in Südossetien als Friedenskräfte stationiert sind, und ihren Ersatz durch eine internationale Streitmacht. | |
| 15.2.2006 | Verteidigungsminister Sergej Iwanow berichtet vor der Duma über den inneren Zustand der russischen Streitkräfte. Im Mittelpunkt stehen die Vorfälle von Kameradenschinderei, die in der gesamten Armee vorkommen. Sergej Iwanow kritisiert die Berichterstattung der russischen Medien über die Zustände im Militär. | |
| 15.2.2006 | Die Generalstaatsanwaltschaft teilt mit, dass sie im Fall einer Karikatur der Wolgograder Zeitung "Gorodskie Westi" ermittelt. Die Zeichnung zeigte Christus, Buddha, Moses und Mohammed, die angesichts von Fernsehbildern von den Ausschreitungen militanter Demonstranten erklären "Das haben wir Euch nicht gelehrt." | |
| 15.2.2006 | "Nasch Region", eine Zeitung in Wologda, druckt im Kontext einer umfassenden Diskussion die zwölf dänischen Karikaturen des Propheten Mohammed ab, die in islamischen Ländern heftige Demonstrationen ausgelöst hatten. | |
| 15.2.2006 | Schwedische Dienststellen verhaften einen russischen Agrarwissenschaftler, der an der Universität Uppsala arbeitet, unter dem Vorwurf der Spionage. | |
| 16.2.2006 | Magomedali Magomed, der Präsident von Dagestan, tritt vorzeitig zurück. | |
| 16.2.2006 | Die Staatsduma ratifiziert die UNO-Konvention gegen Korruption. Das Dokument war in Mexiko am 9.12.2003 unterzeichnet worden. | |
| 16.2.2006 | Der norwegische Außenminister Jonas Gahr Stoere führt in Moskau Gespräche mit dem Ersten Stellvertretenden Ministerpräsidenten Dmitrij Medwedjew. U.a. geht es um die Entwicklung der Schtokman Gasreserve in der Barentsee. | |
| 16.2.2006 | Khalil Abu Laila, der Führer von HAMAS, teilt mit, dass er von der russischen Regierung eine offizielle Einladung zu Gesprächen in Moskau erhalten hat. | |
| 16.2.2006 | Dagestanische Sicherheitskräfte stellen zwei Untergrundkämpfer im verlassenen Schulgebäude eines Dorfes im Nogaj-Distrikt (Norddagestan). Bei dem folgenden Feuergefecht werden sie getötet. | |
| 17.2.2006 | Der Präsident bildet per Erlass ein Nationales Komitee zur Bekämpfung des Terrorismus. Zum Vorsitzenden des Gremiums wird Nikolaj Patruschew ernannt, der Direktor des Inlandsgeheimdienstes FSB. | |
| 17.2.2006 | Der Finanzmagnat Boris Beresowskij, der sich in London im Exil befindet, teilt mit, dass er alle seine russischen Besitztitel an seinen georgischen Partner Badri Patarkatsishvili verkaufen wird. | |
| 20.2.2006 | Das Regionalparlament von Dagestan wählt auf Vorschlag von Präsident Putin Mucha Alijew zum Präsidenten von Dagestan. Mucha Alijew war 1990-1991 Erster Sekretär des Dagestanischen Gebietskomitees der KPdSU und seit 1995 Vorsitzender des Regionalparlaments. | |
| 20.2.2006 | In Moskau führen Igor Iwanow, der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, und Außenminister Sergej Lawrow mit einer sechsköpfigen iranischen Delegation Gespräche über mögliche Regelungen des Konflikts um die iranische Nuklearpolitik. Die russische Regierung hat angeboten, für den Iran Atomanreicherung auf russischem Boden durchzuführen. | |
| 20.2.2006 | Vertreter von mehr als zehn Parteien unterzeichnen einen "antifaschistischen Pakt", der sich gegen Faschismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit richtet. Dass der rechtsextreme Politiker Shirinowskij zu den Unterzeichnern gehört, wird in der Presse mit Ironie vermerkt. | |
| 20.2.2006 | Louise Arbour, UN High Commissioner for Human Rights, besucht Russland und führt Gespräche mit Regierungsvertretern und Sprechern von Nichtregierungsorganisationen u.a. im Nordkaukasus. | |
| 21.2.2006 | Staatsbesuch Putins in Aserbaidshan. | |
| 21.2.2006 | Die russisch-iranischen Verhandlungen werden fortgesetzt. Nach einem zweistündigen, ergebnislosen Gespräch verlässt die iranische Delegation Moskau. | |
| 21.2.2006 | Putin unterzeichnet den Erlass zur Gründung einer Gesellschaft, die die gesamte russische Flugzeugbauindustrie zusammenfassen soll. 75% der Aktien werden sich in staatlicher Hand befinden. | |
| 22.2.2006 | Das georgische Außenministerium fordert von Russland Erklärungen für die Verletzung des georgischen Luftraums durch russische Flugzeuge am Vortag. Die russische Seite weist das georgische Ansinnen zurück und bestreitet den Vorfall. | |
| 23.2.2006 | In Moskau stürzt das Gebäude des Basmannyj-Marktes ein. Wenigstens 56 Personen werden getötet, weitere 32 verletzt. | |
| 23.2.2006 | In Russland wird der "Tag der Verteidiger des Vaterlandes" (früher: Tag der Sowjetischen Streitkräfte) begangen. Putin legt aus diesem Anlass einen Kranz am Denkmal des unbekannten Soldaten nieder. | |
| 23.2.2006 | In Wien treffen am Rande der Parlamentarischen Versammlung der OSZE Abgeordnetengruppen aus Russland und Georgien zusammen, um einen neuen Dialog über Ansätze zur Lösung der Konflikte um Abchasien und Südossetien zu beginnen. | |
| 23.2.2006 | Putin empfängt Louise Arbour, UN High Commissioner for Human Rights, und erörtert mit ihr Menschenrechtsprobleme in Russland. | |
| 24.2.2006 | In Moskau beginnt ein Verfahren gegen das Zentrum für Menschenrechte. Der Föderale Registrierungsdienst beim Justizministerium beantragte die Liquidierung der Moskauer Einrichtung. Das Zentrum soll es versäumt haben, den Dienst über seine Arbeit zu informieren. | |
| 24.2.2006 | Das Katastrophenschutzministerium teilt mit, dass in einer Geflügelfarm in Ort Lawlinskaja, 124 km von Krasnodar, 24.000 Hennen gestorben sind. Die Behörden schließen den Befall durch Vogelgrippe nicht aus. | |
| 26.2.2006 | Die Duma verabschiedet in 3. und letzter Lesung das Antiterrorgesetz mit 423 gegen 6 Stimmen. Damit werden u.a. Kompetenzfragen im Rahmen von Antiterroroperationen geklärt. Demnach entscheidet der Chef der föderalen Exekutivorgane in der Provinz über die Einleitung und das Ende einer solchen Operation. Der Leiter des Operationsstabes wird gemäß einer vom Präsidenten festgelegten Ordnung bestimmt. Der Abschuss von Flugzeugen, die von Terroristen als fliegende Waffe eingesetzt werden, wird erlaubt. | |
| 26.2.2006 | Die zweite Runde der russisch-iranischen Verhandlungen, diesmal in Teheran, erbringt kein eindeutiges Ergebnis. Die Leiter der iranischen bzw. russischen Atomenergieagentur, Gholamreza Aghazadeh und Sergej Kirienko, geben bekannt, man habe sich auf ein "Basisprogramm" zur gemeinsamen Urananreicherung auf russischem Boden geeinigt. Beide Seiten setzen bei der Bewertung der Resultate jedoch unterschiedliche Akzente. Außenminister Sergej Lawrow kündigt an, dass man bis zum 6. März weiterverhandeln werde. Zu diesem Termin entscheidet die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) über die Einschaltung des UN-Sicherheitsrates. | |
| 26.2.2006 | Ilja Simin, ein Reporter des Fernsehsenders NTV, wird in seiner Wohnung ermordet aufgefunden. | |
| 27.2.2006 | Das Ministerium für Naturschätze und die Föderale Agentur für Atomenergie (Rosatom) kündigen ein 10-Mrd.-Dollar-Programm zurm Ausbau der Uranindustrie an. Bis 2020 soll die Uranproduktion versechsfacht werden. | |
| 27.2.2006 | In Nazran (Inguschetien) wird Magomed Tschachkijew von Unbekannten entführt. Magomed Tschachkijew ist Schwiegervater des inguschetischen Präsidenten Murat Sjasikow und des Republiksstaatsanwalts Machmud-Ali Kalimbetow. | |
| 28.2.2006 | Die Moskauer Staatsanwaltschaft beschuldigt die Gesellschaft "Memorial", islamischen Extremismus zu popularisieren und verwarnt sie. | |
| 28.2.2006 | Der britische Außenminister Jack Straw warnt Boris Beresowskij, dass er Gefahr laufe, seinen Status als politischer Flüchtling zu verlieren, wenn er weiter zum Sturz Putins aufrufe. | |
| 28.2.2006 | Der tschetschnische Ministerpräsident Sergej Abramow tritt zurück. | |
| 28.2.2006 | Putin publiziert im "Wall Street Journal" einen Artikel mit der Überschrift "Energy Egotism Is a Road to Nowhere". Die Tageszeitung "Die Welt" veröffentlicht eine deutsche Version: http://www.welt.de/data/2006/03/01/852993.html | |
| 28.2.-1.3.2006 | Staatsbesuch Putins in Ungarn. Der russische Präsident führt Gespräche mit seinem ungarischen Amtskollegen Solyom und mit Ministerpräsident Gyurcsany. Putin bekennt sich zur moralischen Verantwortung für die Niederschlagung des ungarischen Aufstandes 1956 durch sowjetische Truppen. | |
| 1.3.2006 | Putin trifft zum Staatsbesuch in Prag ein und führt Gespräche mit dem tschechischen Präsidenten Vaclav Klaus und mit Ministerpräsident Jiri Paroubek. Putin räumt eine "moralische Verantwortung" für die Niederschlagung des "Prager Frühlings" durch die Sowjetunion ein. | |
| 1.3.2006 | Russland und der Iran setzen ihre Suche nach einem Kompromiss im Konflikt um das iranische Atomprogramm in Moskau fort. | |
| 1.3.2006 | In Udmurtien wird eine zweite Anlage zur Vernichtung von Chemiewaffen in Betrieb genommen. In der Fabrik Kambarka sollen bis April 2007 etwa 3.000 Tonnen chemische Kampfstoffe unschädlich gemacht werden. | |
| 2.3.2006 | Michail Gorbatschow feiert seinen 75. Geburtstag in Moskau in Anwesenheit von Helmut Kohl und anderen hochrangigen Gästen. Der russische Präsident Putin sendet ein Glückwunschtelegramm. | |
| 2.3.2006 | Die russische Generalstaatsanwaltschaft bittet Großbritannien um die Auslieferung des Industriemagnaten Boris Beresowskij. Eine Sprecherin der Behörder erklärte, gegen ihn laufe ein Ermittlungsverfahren, weil er einen Regierungsumsturz in Moskau erzwingen wolle. Die für eine Auslieferung erforderlichen Dokumente seien auf dem Weg nach Großbritannien. | |
| 2.3.2006 | Zwei Tage nach dem Rücktritt des tschetschenischen Ministerpräsidenten Sergej Abramow ernennt der tschetschenische Präsident Alu Alchanow dessen bisherigen Stellvertreter Ramsan Kadyrow zu seinem Nachfolger. Die Ernennung muss durch das Parlament bestätigt werden. | |
| 3.3.2006 | Chaled Meshaal , der Leiter des politischen Büros von Hamas, trifft an der Spitze einer sechsköpfigen Delegation in Moskau ein, um Gespräche mit der russischen Regierung zu führen. | |
| 3.-4.2005 | Bei Gefechten in Tschetschenien werden acht Soldaten und zwei Polizisten getötet. Zehn Soldaten werden verletzt. | |
| 4.3.2006 | Der frühere sowjetische Präsident Michail Gorbatschow wird zu seinem 75. Geburtstag mit einem Festakt in Bremen geehrt. | |
| 4.3.2005 | An Demonstrationen gegen die Kommunal- und Wohnungsbaureformen nehmen in 363 Städten insgesamt 125.000 Personen teil. | |
| 4.-5.3.2005 | In den Konsultationen zwischen Hamas und der russischen Regierung plädiert Russland für Anerkennung des Existenzrechts Israels und die Einhaltung der geschlossenen Abkommen. Die Hamas-Vertreter lehnen eine Anerkennung Israels ab. | |
| 5.3.2006 | In Petersburg wird vor dem Wohnhaus von Anna Achmatowa, heute ein Museum, ein Denkmal für die Dichterin errichtet. | |
| 5.3.2005 | Der "Council on Foreign Relations", ein US-Think tank, veröffentlicht einen "Task Force Report" über die amerikanisch-russischen Beziehungen, der sich mit der russischen Politik sehr kritisch auseinandersetzt. | |
| 6.3.2006 | Präsident Putin unterzeichnet das Antiterrorgesetz, das u.a. erlaubt von Terroristen entführte Flugzeuge abzuschießen. | |
| 6.3.2006 | Rostechnadsor, die Föderale Agentur für ökologische, technologische und nukleare Überwachung, genehmigt die Route für den Bau der Sibirien-Pazifik-Pipeline. Umweltschützer kritisieren die Routenführung, da sie den Bajkal-See gefährden könnte. | |
| 6.3.2006 | Die Staatsanwaltschaft teilt mit, dass sie gegen Alexander Pitschugin, den früheren Sicherheitschef von Jukos, ein weiteres Strafverfahren wegen Mordes einleitet. Pitschugin wurde im Kontext der Jukos-Affäre in einem anderen Verfahren bereits zu 20 Jahren Haft wegen Mordes und versuchten Mordes verurteilt. | |
| 7.3.2006 | Außenminister Sergej Lawrow besucht die USA und führt Gespräche mit Präsident George W. Bush und der US-Außenministerin Condoleezza Rice. Wichtigste Themen sind der Nahe Osten und die Iranfrage. | |
| 8.3.2006 | Zweitägiger Staatsbesuch Putins in Algerien. Der russische Präsident wird von seinem algerischen Amtskollegen Abdelaziz Bouteflika empfangen. Bei den Gesprächen geht es auch um russische Rüstungslieferungen an Algerien. | |
| 8.3.2006 | Das U.S. State Department veröffentlicht seinen alljährlichen Bericht über
die internationale Menschenrechtslage. Der Report kritisiert
Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien, vermerkt andererseits auch
Verbesserungen im Gerichtswesen | |
| 8.3.2006 | In Perm demonstrieren 5.000 Personen gegen Manipulationen im Vorfeld der Bürgermeisterwahlen am 12. März. Die Wahlkommission hatte eine Reihe von Bewerbern nicht zur Wahl zugelassen. | |
| 9.3.2006 | In Nasran (Inguschetien) sprengt sich ein Untergrundkämpfer in die Luft, als er verhaftet werden soll. Angeblich war er an der Entführung von Magomed Tschachkiew, dem Schwiegervater des inguschetischen Präsidenten, beteiligt. | |
| 9.3.2006 | An einem Internationalem Forum von NGOS "Civil Eight - 2006" in Moskau, das im Rahmen der G8 stattfindet, nehmen über 300 Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen teil, darunter 200 aus Russland. | |
| 9.3.2006 | Die Website gazeta.ru wird wegen der Publikation der dänischen Mohammed-Karikaturen von den Behörden verwarnt. | |
| 9.3.2005 | Der Europäische Menschenrechtsgerichtshof verurteilt Russland wegen schwerer Folter. Er gibt damit einer Frau Recht, die als 19-Jährige nach einer willkürlichen Festnahme unter dem Vorwurf der "Rebellion" von mehreren Polizisten geprügelt und gewürgt worden war. | |
| 10.3.2006 | Ramsan Kadyrow, der neue Ministerpräsident Tschetscheniens, teilt mit, dass in Südtschetschenien umfangreiche Suchaktionen durchgeführt werden. Ziel der Maßnahmen ist es, den Guerillaführer Shamil Basajew dingfest zu machen. Sicherheitskräfte in Stärke von mehr als 3.000 Personen sind an der Aktion beteiligt. In den laufenden Gefechten sind bisher wenigstens zehn Polizisten getötet worden. | |
| 10.3.2006 | Während Putins Besuch in Algerien teilt die Rüstungsexportfirma Rosoboroneksport mit, dass Algerien von Russland Waffensysteme im Wert von 7,5 Mrd. US$ erwerben wird. Die russische Regierung hat sich auch bereit erklärt, die algerischen Altschulden in Höhe von 4,74 Mrd. US$ abzuschreiben. | |
| 10.3.2006 | Der 16-jährige Sohn des Duma-Abgeordneten und Fernsehjournalisten Michail Markelow (Heimat) wird von Unbekannten entführt und wenige Stunden später wieder freigelassen. Markelov soll damit eine Warnung erteilt werden. | |
| 10.3.2006 | In Machatschkala wird ein leitender Mitarbeiter des Innenministeriums auf dem Heimweg von Unbekannten erschossen. | |
| 11.3.2006 | Irina Chrunowa, der Anwältin Chodorkowskijs, wird beim Besuch ihres Mandanten in der Strafkolonie 10 ihr Anwaltsausweis abgenommen. | |
| 11.3.2006 | Das russische Außenministerium kritisiert nach dem Tod des als Kriegsverbrecher angeklagten Slobodan Miloševic, dass das UN-Tribunals in Den Haag dem Angeklagten nicht gestattet habe, sich in Russland einer ärztlichen Behandlung zu unterziehen. | |
| 12.3.2006 | Der iranische Außenminister erklärt, dass der Iran das russische Angebot, für den Iran in russischen Anlagen Uran anzureichern, endgültig zurückweise. | |
| 12.3.2006 | In acht Föderationssubjekten werden Regionalparlamente gewählt, in 60 Regionen die Organe der lokalen Selbstverwaltung. In den Regionalparlamenten setzt sich durchweg die Partei "Einiges Russland" durch. | |
| 12.3.2006 | Magomed Magomedow, Abteilungsleiter im dagestanischen Innenministerium, wird getötet, als eine Bombe in seinem Wagen explodiert. | |
| 13.3.2006 | Auf der diesjährigen Forbesliste der reichsten Leute der Welt werden 33 Russen aufgeführt. Unter den ersten 100 sind zwölf russische Milliardäre. | |
| 13.3.2006 | Außenminister Sergej Lawrow teilt mit, dass Russland ein Ärzteteam nach Den Haag entsenden wird, um die Ergebnisse der Autopsie von Slobodan Miloshevic zu überprüfen. | |
| 14.3.2006 | Ein russisches Ärzteteam bestätigt nach einer eingehenden Untersuchung Herzinfarkt als Ursache für den Tod des ehemaligen jugoslawischen Präsidenten Slobodan Miloshevic. Das erklärt der russiche Herzspezialist Leo Bokerija im staatlichen russischen Fernsehen. Allerdings wirft er den niederländischen Gefängnisärzten grobe Behandlungsfehler vor. | |
| 14.3.2006 | Das indische Außenministerium teilt mit, dass Russland Uran für die indischen Atomkraftwerke bei Tarapur liefern wird. | |
| 14.3.2006 | Außenminister Sergej Lawrow erörtert mit seinem syrischen Amtskollegen Walid Muallem die Situation im Nahen Osten. Beide wollen auf die Organisation "Hamas" einwirken, die "road map" zu akzeptieren. | |
| 15.-16.3.2006 | In Vorbereitung des G8-Gipfels in Petersburg im Juli kommen die Energieminister der G8-Staaten in Moskau zusammen.. | |
| 16.3.2006 | Stanislaw Antipow, der Direktor von Rosenergoatom, dem Konsortium, das Russlands zehn Atomkraftwerke verwaltet, wird abgelöst und durch seinen Stellvertreter Sergej Obosow ersetzt. | |
| 17.3.2006 | EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso besucht Moskau und führt mit Präsident Putin Gespräche u.a. über die Sicherheit der europäischen Energieversorgung. Barroso appelliert vergebens an den russischen Verhandlungspartner, die Energiecharta ratifizieren zu lassen. | |
| 17.3.2006 | Die Generalstaatsanswaltschaft friert die Konten der Stiftung "Offenes Russland " ein. "Offenes Russland", das 2001 von dem Finanzmagnaten Michail Chodorkowskij eingerichet wurde, der auch Vorsitzender der Stiftung ist, fördert soziale, Bildungs- und Bürgerrechtsprojekte in Russland. | |
| 17.3.2006 | Justizminister Jurij Tschajka kritisiert in Anwesenheit von Präsident Putin vor einer Versammlung im Justizministerium mit großer Schärfe das russische Gefängniswesen. | |
| 18.3.2006 | In Irkutsk demonstrieren mehrere 1.000 Personen gegen die Linienführung der Sibirien-Pazifik-Pipeline. | |
| 19.3.2006 | In Severodwinsk wird ein neues Atom-U-Boot auf Kiel gelegt. Admiral Wladimir Masorin, der Oberbefehlshaber der Seekriegsflotte, teilt bei dieser Gelegenheit mit, dass bereits zwei weitere Atom-U-Boote der Borej-Klasse im Bau sind und das erste von ihnen 2008 in Dienst gestellt werde. | |
| 19.3.2006 | In der Moskauer U-Bahn stürzt zwischen den Metro-Stationen Sokol und Woikowskaja ein Teil der Betondecke auf einen Zug, der in Brand gerät. Alle Passagiere werden in Sicherheit gebracht. Niemand wird verletzt. | |
| 20.3.2006 | Es wird bekannt, dass William Browder, der Vorstandsvorsitzende von Hermitage Capital Management, Russlands größter ausländischer Portfolioinvestor, seit November 2005 die Einreise nach Russland verweigert wird. | |
| 20.3.2006 | Präsident Putin löst Andrej Popow als Leiter der Abteilung Innenpolitik in der Präsidentialverwaltung ab und ersetzt ihn durch Oleg Goworun. | |
| 20.3.2006 | Putin schafft per Dekret eine ständige Militärisch-Industrielle Kommission bei der Regierung der RF, an deren Spitze er Verteidigungsminister Sergej Iwanow stellt. Die Kommission ist u.a. für Rüstungsbeschaffung zuständig und unterliegt nicht der Aufsicht durch den Ministerpräsidenten. | |
| 20.3.2006 | In dem Ort Korkmaskala (Dagestan) kommt es zu Unruhen, nachdem die Regionalverwaltung Anstalten macht, das Land einer ehemaligen Sowchose, das von den Bauern genutzt wird, an Außenstehende zu verkaufen. Gegen die Demonstranten wird Polizei eingesetzt. Im Laufe der Unruhen werden 17 Personen verletzt und 55 verhaftet. | |
| 20.3.2006 | Putin beglückwünscht den belarussischen Präsidenten Lukaschenko zu seinem Wahlsieg. Lukaschenko hatte in einem Wahlgang, der von OSZE-Beobachtern als nicht demokratisch eingestuft worden war, 83% der Stimmen erhalten. | |
| 20.-21.3.2006 | Staatsbesuch Putins in China zur Eröffnung des "Russischen Jahrs" in diesem Land. Putin wird von einer 800köpfigen Delegation begleitet, darunter dem Stellvertretenden Ministerpräsidenten Dmitrij Medwedjew, Außenminister Sergej Lawrow, Industrieminister Viktor Christenko und Sergej Kirienko, dem Leiter der Föderalen Agentur für Atomenergie, Rosatom. | |
| 20.3.2006 | Marina Litwinowitsch, Mitarbeiterin des liberalen Politikers und ehemaligen Schachweltmeisters Garri Kasparow, wird auf dem Weg vom Büro zu ihrem Wagen angegriffen und bewusstlos geschlagen. Die Betroffene geht davon aus, dass der Überfall politische Hintergründe hat. | |
| 21.3.2006 | Im Rahmen von Putins China-Besuch werden etwa 30 Abkommen unterzeichnet, darunter ein Stromexportvertrag zwischen dem russischen Strommonopolisten EES Rossii und seinem chinesischen Pendant, und ein Abkommen zwischen der russischen Finanzmonitoringagentur und der Bank von China über Informationsaustausch bei Geldwäsche. | |
| 21.3.2006 | Im Rahmen des Besuchs verabreden Russland und China den Bau einer Pipeline von Sibirien zur Pazifikküste. Transneft und die chinesische CNPC unterzeichnen ein Protokoll, nach dem eine Machbarkeitsstudie erstellt werden soll. | |
| 21.3.2006 | Wieslaw Jakubowiak, der Direktor des WHO-Tuberkuloseprogramms in Russland, teilt mit, dass Russland zu den 22 Ländern mit der höchsten Tbc-Rate in der Welt gehört. Jährlich sterben 26.000 Russen an dieser Krankheit. | |
| 22.3.2006 | In Chabarowsk wird der nordkoreanische Konsul von zwei Unbekannten überfallen und zusammengeschlagen. Die Angreifer entwenden eine Tasche mit seinem Diplomatenpass, einem Siegel und einer Reihe von Blankovisa. | |
| 22.3.2006 | Ruslan Alijew, der Verwaltungschef des Rayon Botlich (Dagestan) wird in Machatschkala von vier Unbekannten erschossen, als er nach einem Regierungstreffen auf dem Rückweg in seinen Heimatort ist. | |
| 22.3.2006 | Verteidigungsminister Sergej Iwanow kündigt an, dass die Wehrdienstzeit 2007 von zwei Jahren auf 18 Monate verkürzt wird, im folgenden Jahre dann auf zwölf Monate. | |
| 23.3.2006 | Norwegische Fischereibehörden belegen den russischen Trawler "Opona" mit einer Strafe von 8.000 US$, da der Kapitän beim Fang vor der norwegischen Küste die Meldevorschriften nicht eingehalten hat. | |
| 23.3.2006 | Das Bezirksgericht der Region Altaj spricht Oleg Schtscherbinskij in einem Wiederaufnahmeverfahren frei. In einem früheren Verfahren war er zu vier Jahren Freiheitsentzug verurteilt worden, da man ihm die Schuld an dem Verkehrsunfall gab, in dem der Gouverneur der Region getötet worden war. | |
| 23.3.2006 | Sergej Jastrshembskij, der EU-Beauftragte des russischen Präsidenten, trifft in Vilnius mit dem litauischen Präsidenten Valdas Adamkus zusammen. Jastrshembskij weist litauische Forderungen zurück, Russland solle für Schäden durch die langjährige sowjetische Besetzung Kompensation leisten. | |
| 24.3.2006 | Parteikongress von "Heimat". An Stelle ihres Vorsitzenden Dmitrij Rogosin, der zurückgetreten ist, wählen die Delegierten Alexander Babakow, einen vermögenden Geschäftsmann, der zugleich Präsident des Sportklubs der Armee ZSKA, ist. | |
| 24.3.2006 | In Sankt-Peterburg wird ein neunjähriges Mädchen, dessen Vater aus Mali und dessen Mutter aus Russland stammt, von zwei Unbekannten durch Messerstiche verletzt. | |
| 26.3.2006 | In Washington wird eine Studie des Kommandos der Vereinten Streitkräfte des amerikanischen Militärs (USJFC) veröffentlicht, die die Behauptung aufstellt, dass russische Geheimdienste den Irak während des Angriffs der U.S-Truppen im Jahre 2003 mit militärischen Informationen versorgten. | |
| 27.3.2006 | Es wird bekannt, dass Cliff Gaddy, Senior Researcher der Brookings Stiftung, Putin vorwirft, Teile seiner Dissertation von einem älteren amerikanischen Lehrbuch abgeschrieben zu haben. | |
| 27.3.2006 | Alexander Koptew, der am 11. Januar die Besucher einer Moskauer Synagoge tätlich angegriffen hatte, wird zu einer 13-jährigen Freiheitsstrafe verurteilt. | |
| 28.3.2006 | Verteidigungsminister Sergej Iwanow erklärt auf einer Pressekonferenz in Moskau, dass Russland ohne Zustimmung von Israel keine Waffensysteme an die palästinenschen Behörden verkaufen wird. | |
| 29.3.2006 | Putin teilt mit, dass die USA an Russland im Kontext der Verhandlungen über den russischen WTO-Beitritt eine Reihe zusätzlicher Forderungen gestellt haben. | |
| 29.3.2006 | Putin empfängt die Vertreter der drei großen russischen Unternehmerverbände im Kreml. Insgesamt nehmen an dem Treffen 30 Personen teil: A.A. Mordaschow, A.V. Murytschew, M.M. Fridman, A.B. Tschubajs, A.A. Fursenko, I.I. Schuwalow, D.A. Medwedjew, W.W. Putin, S.S. Sobjanin, V.Ju. Surkow, S.M. Wajnschtok, S.W. Generalow, O.W. Deripaska, W.P. Jewtuschenkow, A.I. Kasmin, A.B. Miller, W.S. Lisin, E.A. Tugolukow, W.O. Potanin, W.F. Wekselberg, B.Ju. Titow, E.M. Primakow , A.N. Schochin, N. A. Tosunjan, R.K. Wardanjan, S.R. Borisow, A.M. Karatschinskij, A.N. Korkunow, A.L. Kostin und W.L. Korotschkin. | |
| 28.-29.3.2006 | Ministerpräsident Fradkow führt in Norwegen mit der Regierung und Vertretern der norwegischen Energiekonzerne Gespräche über Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Gaslagerstätten. Ein weiteres Thema sind Fischereirechte im Nordmeer und in der Barentsee. | |
| 29.3.2006 | Der amerikanische Präsident George W. Bush erklärt auf einer Veranstaltung von "Freedom House" in Washington, er werde den G8-Gipfel in Sankt Petersburg nicht boykottieren. | |
| 30.3.2006 | Auf der konstituierenden Sitzung des Vorstandes der Nordeuropäische Gaspipeline (NEGP) wird der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt. | |
| 30.3.2006 | Das International Press Institute (Wien) veröffentlicht seinen Jahresbericht zur Pressefreiheit, in dem die Situation der Massenmedien in Russland als "schwierig" bezeichnet wird. | |
| 30.3.2006 | Alexej Miller, der Vorstandsvorsitzende des Erdgasmonopolisten "Gazprom" kündigt in einem Gespräch mit Vertretern von Belarus an, dass Gazprom dem Land ab 2007 Gas nur zu 'europäischen' Preisen liefern werde. Das würde eine mehrfache Erhöhung der Lieferpreise bedeuten. | |
| 31.3.2006 | Viktor Dorkin, Bürgermeister von Dserschinskij, einem Rüstungszentrum im Moskauer Gebiet, wird ermordet aufgefunden. | |
| 31.3.2006 | In Sotschi unterzeichnen russische und georgische Regierungsvertreter ein Abkommen, das die Einzelheiten des russischen Abzugs aus Georgien regelt. | |
| 1.4.2006 | In Moskau greifen Skinheads Saur Tutow, den Kulturminister von Kabardino-Balkarien, und die Mitglieder eines kaukasischen Volkstanzensembles an, als diese den Kulturpalast verlassen, in dem sie geprobt haben. Der Minister wird verletzt. | |
| 1.4.2006 | Elchan Mirzojew, ein Aserbaidschaner, der beim Fernsehsenders NTV arbeitet, wird in der Metro von Skinheads angegriffen und zusammengeschlagen. | |
| 1.4.2006 | Deutsche Medien berichten, dass die Regierung Schröder im Oktober 2005, kurz vor ihrer Ablösung durch die "Große Koalition", eine Bürgschaft über einen Kredit an Gazprom in Höhe von 900.000 Mio Euro zuzüglich Zinsen beschlossen hat. Der ehemalige Bundeskanzler Schröder leugnet, von dieser Entscheidung gewußt zu haben. | |
| 2.4.2006 | In 30 Städten finden Demonstrationen gegen Wehrpflicht und die Missstände in der Armee statt. In Moskau fordern 300 Personen den Rücktritt von Verteidigungsminister Sergej Iwanow. | |
| 3.4.2006 | Dmitrij Rogosin tritt als Vorsitzender der Dumafraktion von "Heimat" zurück. Nach Aussage seines Sprechers gibt er mit diesem Schritt Druck aus dem "Kreml" nach. | |
| 3.4.2006 | General Maung Aye, der zweite Mann der Junta in Myanmar (Burma), führt im Rahmen eines Staatsbesuchs in Moskau Gespräche mit Ministerpräsident Michail Fradkow. | |
| 3.4.2006 | 58 Beschäftigte des bankrotten chemischen Werkes Krasnouralsk (Smolensker Gebiet) treten in den Hungerstreik, um die Auszahlung rückständiger Löhne durchzusetzen. | |
| 4.-5.4.2006 | Der kasachische Präsident, Nursultan Nasarbajew, führt in Moskau Gespräche mit Präsident Putin über Energiefragen. | |
| 6.4.2006 | Staatsbesuch von Ministerpräsident Michail Fradkow in Brasilien. | |
| 6.4.2006 | Außenminister Sergej Lawrow weist in Berlin Kritik an der russischen Außenpolitik zurück. | |
| 6.4.2006 | In Maikop demonstrieren Tausende gegen die Eingliederung der Republik Adygej in die Region Krasnodar. | |
| 7.4.2006 | Ein senegalesischer Student wird in St. Petersburg von Unbekannten erschossen. | |
| 7.4.2006 | Der armenische Außenminister Wartan Oskanian erörtert mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow Energiefragen, die Lage im Iran und Möglichkeiten, die Verhandlungen über Nagornyj Karabach wieder aufzunehmen. | |
| 8.4.2006 | Sergej Kirienko, der Vorsitzender der Föderalen Atomenergieagentur Rosatom, besucht Kundankulam in Indien, wo mit russischer Hilfe ein Atomkraftwerk errichtet wird. | |
| 10.4.2006 | In Machatschkala (Dagestan) werden bei einem Schusswechsel zwei Polizisten und ein Untergrundkämpfer getötet. Ein zweiter Guerilla wird verwundet und festgenommen, ein dritter kann entkommen. | |
| 11.4.2006 | In Nasran (Inguschetien) umstellen Sicherheitskräfte ein Haus, in dem sich eine Gruppe von Untergrundkämpfern verschanzt haben. Bei dem einstündigen Schusswechsel werden ein Polizist und zwei Untergrundkämpfer getötet. | |
| 11.4.2006 | Außenminister Sergej Lawrow erklärt, Russland werde seine Finanzhilfe für die palästinensische Führung fortsetzen. Die USA und die EU hatten ihre Zahlungen eingestellt, nachdem die Hamas die Regierung übernommen hatte. | |
| 16.4.2006 | In der Nähe von Buinaksk (Dagestan) greift eine Gruppe von sechs Untergrundkämpfern Sicherheitskräfte an, die ein Dorf durchsuchen. Zwei Polizisten und drei Untergrundkämpfer werden getötet. | |
| 16.4.2006 | Am Jahrestag der Übernahme des Senders NTV durch Gazprom demonstrieren in Moskau 1.500 Personen für Pressefreiheit. | |
| 16.4.2006 | Michail Chodorkowskij, zu einer achtjährigen Haftstrafe verurteilter Finanzmagnat, wird von einem Mithäftling mit dem Messer im Gesicht verletzt. | |
| 16.4.2006 | Bei der Abstimmung über die Zusammenlegung des Autonomen Bezirks der Burjaten von Ust-Ordinsk mit dem Gebiet Irkutsk spricht sich die absolute Mehrheit der Wähler für den Zusammenschluss aus. | |
| 17.4.2006 | Das neue NGO-Gesetz, das die Spielräume von NGOs einschränkt, tritt in Kraft. | |
| 18.4.2006 | XV. Kongress des Unternehmerverbandes RSPP, an dem über 600 Geschäftsleute aus 88 Regionen Russlands teilnehmen. | |
| 18.4.2006 | In Moskau führen Vertreter der Außenministerien von China, Russland, Großbritannien, den USA, Frankreich und Deutschland Gespräche über die iranische Nuklearpolitik. Es gelingt an diesem Tage nicht, sich auf ein gemeinsames Vorgehen zu einigen. | |
| 18.4.2006 | Ein Gericht in Krasnokamensk stellt fest, dass die Bestrafung Chodorkowskijs mit Einzelhaft durch die Gefängnisbehörden im Januar 2006 unrechtmäßig war. | |
| 18.4.2006 | Präsident Putin empfängt Sergej Bogdantschikow, den Vorstandsvorsitzenden des in staatlicher Hand befindlichen Mineralölunternehmens "Rosneft" auf seiner Datscha in Nowo-Ogarewo. Das Treffen wird im Fernsehen übertragen. Zeitgleich kündigt Rosneft einen Plan zur Konsolidierung der Besitzanteile in Tochterunternehmen an, das Minderheitenaktionäre stark benachteiligt. | |
| 18.4.2006 | In der Republik Karatschajewo-Tscherkessk demonstrieren 500 Personen gegen einen Entscheid des Obersten Gerichts, der die Regionalwahlen am 25. Dezember in zwei Wahlbezirken für ungültig erklärt. | |
| 18.4.2006 | Bei einem Mittagessen mit Botschaftern der EU-Staaten in Moskau erklärt Alexej Miller, der Vorstandsvorsitzende des Erdgasmonopolisten "Gazprom", der Konzern sei ein verlässlicher Partner, der alle Verträge über Gaslieferungen erfüllen werde. Gazprom entwickle aber auch seine Absatzmärkte in China und Nordamerika. Er warne daher vor Versuchen, Gazproms Aktivitäten in Europa zu beschränken und Gasversorgungsfragen zu politisieren. | |
| 19.4.2006 | Michail Chodorkowskij wird in Einzelhaft verlegt, nachdem er am 16.4. von einem Mithäftling mit einem Messer angegriffen wurde. | |
| 19.4.2006 | Rosregistrazija, die für die Registrierung von NGOs zuständige Regierungsagentur, beantragt vor Gericht die Auflösung des "Komitees der Soldatenmütter", zieht den Antrag jedoch umgehend zurück. | |
| 19.4.2006 | Der russische Generalstabschef, Armeegeneral Jurij Balujewskij, teilt nach einem Gespräch mit General James Johnson, dem Oberkommandierenden der NATO, mit, dass Russland seinen vertraglichen Verpflichtungen gegenüber dem Iran nachkommen und diesem Land 30 Luftabwehrsysteme des Typs TOR-M1 liefern werde. | |
| 19.4.2006 | Swetlana Bachmina, die als Anwältin für den Mineralölkonzern Jukos arbeitete, wird im Zusammenhang des Vorgehends gegen das Unternehmen, das inzwischen weitgehend zerschlagen ist, wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu sieben Jahren Haft verurteilt. | |
| 20.4.2005 | Der Ataman der Kosakentruppen in Nordossetien, Bibo Dsuzeq, wird von Unbekannten erschossen. | |
| 20.4.2006 | Der "European Court of Auditors" legt seine Evaluation der TACIS-Projekte der Jahre 1991-2003 vor. Nach seiner Einschätzung war die Russlandhilfe der EU im wesentlichen unwirksam. | |
| 20.4.2006 | Die Stiftung "Offenes Russland" stellt ihre Tätigkeit ein. Am 17. März hatte die Generalstaatsanwaltschaft die Konten von "Offenes Russland", das 2001 von dem Finanzmagnaten Michail Chodorkowskij gegründet wurde, eingefroren. | |
| 21.4.2006 | Auf der Halbinsel Kamtschatka werden durch ein Erdbeben der Stärke 7,8 mehrere Gebäude zerstört sowie Stromversorgung und Telephonleitungen unterbrochen. Einige Personen werden leicht verletzt. | |
| 21.4.2006 | Der Menschenrechtsbeauftragte der Russischen Föderation, Wladimir Lukin,
veröffentlicht den Menschenrechtsbericht, den er im Februar dem Präsidenten
vorgelegt hat, auf seiner Homepage. | |
| 22.4.2006 | In Moskau wird ein armenischer Student in der Metrostation "Puschkinskaja" von Unbekannten erstochen. Zeugen wollen Skinheads beobachtet haben, die Polizei verhaftet einen Freund des Ermordeten. | |
| 23.4.2006 | Die orthodoxe Kirche begeht das Osterfest. | |
| 23.4.2006 | Eine Gruppe von 30-40 Jugendlichen attackiert auf der Metrostation "Uliza 1905 goda" die Passagiere eines U-Bahnwaggons. Mindestens einer von ihnen wird verletzt. | |
| 24.4.2006 | Über 100 Angehörige der armenischen Minderheit in Russland blockieren in Moskau auf dem "Neuen Arbat" den Verkehr, um gegen das Vorgehen der Polizei im Fall des am 22. April ermordeten armenischen Studenten zu protestieren. | |
| 24.4.2006 | Semjon Wajnschtok, der Vorstandsvorsitzende von Transneft - das staatliche Unternehmen, das über das gesamte russische Ölpipelinenetz verfügt -, erörtert in einem Interview mit der "Nesawisimaja gazeta" Chancen und Probleme der Sibirien-Pazifik-Pipeline, deren Bau unlängst genehmigt wurde. Westliche Medien lesen aus seinen Äußerungen Drohungen heraus, die Erdöllieferungen Richtung Europa zu kürzen. | |
| 25.4.2006 | Im Dokusparinskij rajon (Dagestan) kommt es bei Demonstrationen gegen den Verwaltungschef des Rayons zu Zusammenstößen, bei denen die Sicherheitskräfte auch Schusswaffen einsetzen. Eine Person wird getötet, etwa 30 andere werden verletzt. | |
| 26.4.2006 | Sergej Iwanow nimmt in Peking am Treffen der Verteidigungsminister der Shanghai Organisation für Zusammenarbeit teil, das sich mit der Abwehr der "neuen Bedrohungen" in Asien (Terrorismus, Extremismus, Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen) beschäftigt. Die Verteidigungsminister vereinbaren für 2007 gemeinsame antiterroristische Übungen in Russland. | |
| 26.4.2006 | Putin entscheidet überraschend, die Linienführung der Sibirien-Pazifik-Pipeline zu verändern und sie 40 km nördlich am Bajkal-See vorbeizuführen statt nur 800 m, wie dies die Planung von Transneft' vorsah. | |
| 26.4.2006 | Mit Gottesdiensten und Schweigeminuten gedenken zehntausende Menschen in der Ukraine, Belarus und Russland der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor 20 Jahren. Am AKW Tschernobyl in der Ukraine versammeln sich frühere Mitarbeiter des Kraftwerks, um die Opfer zu ehren. Auf dem Roten Platz in Moskau nimmt die Polizei 13 Mitglieder der Umweltschutzorganisation Greenpeace fest, die trotz eines Demonstrationsverbots gegen die fortdauernde Atomkraftnutzung in Russland protestieren. | |
| 27.4.2006 | In einem seiner seltenen Interviews lobt der Schriftsteller Alexander Solschenizyn Putin für seine Bemühungen, in Russland wieder einen starken Staat zu errichten. | |
| 27.-28.4.2006 | Deutsch-russisches Regierungskonsultationen in Tomsk. Präsident Putin und
Bundeskanzlerin Angela Merkel erörtern u.a. Energiefragen und Möglichkeiten zur
Lösung des Iran-Konfliktes. Im Rahmen des Treffens werden eine Reihe von Abkommen unterzeichnet, u.a. zwischen Gazprom und BASF sowie von Gazprom und E.on und der russischen Eisenbahngesellschaft und der Deutschen Bahn. | |
| 28.4.2006 | Bei Tajschet (Gebiet Irkutsk) wird der Baubeginn der Sibirien-Pazifik-Pipeline mit einer Zeremonie gefeiert. | |
| 1.5.2006 | Zur Feier des 1. Mai finden in 833 Städten öffentliche Veranstaltungen statt, an denen über 1 Mio. Menschen teilnehmen, die für und gegen die Regierung demonstrieren. In Moskau finden allein sechs Demonstrationen, drei Meetings und ein "öffentlicher Spaziergang" statt. U.a. demonstrieren 25.000 Gewerkschaftler gemeinsam mit der Partei "Einiges Russland" für einen sozialen Staat. An einer kommunistischen Demonstration vom Roten Platz zum Karl-Marx-Denkmal nehmen ca. 10.000 Personen teil. | |
| 1.5.2006 | Magomed Tschachkijew, der Schwiegervater des inguschetischen Präsidenten Murat Sjasikow und des Republiksstaatsanwalts Machmud-Ali Kalimbetow, der am 27.2. entführt worden war, kommt frei. Die Umstände seiner Freilassung sind unbekannt. | |
| 1.5.2006 | Putin und U.S. Präsident G. W. Bush erörtern telefonisch die Frage der iranischen Nuklearpolitik. | |
| 2.5.2006 | Die "Financial Times" meldet, dass die russische Regierung die PR-Agenturen "Ketchum" und "Gplus" beauftragt hat, sie während der G8-Präsidentschaft auf dem Feld der internationalen Kommunikation zu beraten. Insbesondere sollen sie für eine gute internationale Berichterstattung über den G8-Gipfel in St. Petersburg sorgen. | |
| 2.5.2006 | Das "Wall Street Journal" meldet, dass eine Reihe westlicher Fondmanager den für Sommer geplanten Aktiengang des russischen staatlichen Mineralölunternehmens Rosneft boykottieren wollen, da Rosneft u.a. in die Zerschlagung des Mineralölkonzerns Jukos verwickelt war. | |
| 3.5.2006 | In der Nacht vom 2. auf den 3. Mai stürzt ein Airbus A-320 der armenischen Fluggesellschaft "Armawia" bei der Landung in Sotschi ab. An Bord befinden sich 113 Passagiere, darunter 26 Russen. | |
| 3.5.2006 | Michail Chodorkowskij ist in die Krankenabteilung der Strafkolonie eingeliefert worden, in der er die achtjährige Strafe verbüßt. Die Art der Erkrankung ist nicht bekannt. Medien berichten, es handele sich um Magenprobleme nach einem Hungerstreik. | |
| 4.5.2006 | Der amerikanische Vizepräsident Cheney ermahnt die russische Führung in seiner Rede auf dem Gipfel der Ostsee- und Schwarzmeerstaaten in Wilna, sich für einen demokratischen Weg zu entscheiden und seine Energieressourcen nicht zur Erpressung anderer Staaten zu missbrauchen. | |
| 5.5.2006 | Russische Behörden untersagen die Einfuhr des georgischen Mineralwassers Borshomi aus Gesundheitsgründen. Dieser Schritt wird als Teil eines Handelskrieges gegen Georgien aufgefasst. | |
| 5.5.2006 | In St. Petersburg wird ein 46-jähriger Tadschike in seinem Wagen erstochen aufgefunden. Der Wagen ist mit Hakenkreuzen beschmiert. | |
| 6.5.2006 | Im Außenministerium von Georgien treffen Diplomaten aus der Ukraine und aus Georgien zusammen, um die Konsequenzen eines Austritts aus der GUS zu erörtern. | |
| 6.-7.5.2006 | 4 km südlich von Bujnaksk (Dagestan) kommt es zu Feuergefechten zwischen einer Gruppe von ca. 20 Untergrundkämpern und Sicherheitskräften. Ein Polizist wird getötet, vier weitere werden verletzt. | |
| 7.5.2006 | Im Verfahren wegen des Mordes an Paul Khlebnikov, dem Chefredakteur der russischen Ausgabe der US-Wirtschaftszeitschrift Forbes, werden die beiden Angeklagten von einem Geschworenengericht freigesprochen. Khlebnikov war am 9. Juli 2004 von Unbekannten erschossen worden. | |
| 8.5.2006 | Russische Menschenrechtsgruppen äußern Besorgnis über die Attacken rechtsradikaler "Hacker" auf Webseiten von Nichtregierungsorganisationen und liberalen Parteien. Allein in diesem Jahr seinen elf Webseiten Hackerangriffen ausgesetzt gewesen, darunter solche von jüdischen Organisationen und Regionalorganisationen der Union der Rechten Kräfte. | |
| 9.5.2006 | In seiner Ansprache anlässlich des 61. Jahrestages des Sieges über das nationalsozialistische Deutschland warnt Präsident Putin vor Xenophobie und Rassenhass in Russland. Auf dem Roten Platz findet die traditionelle Militärparade statt. | |
| 9.5.2006 | Russland wird in den neuen UN-Menschenrechtsrat gewählt, in dem 53 Mitgliedsstaaten vertreten sind. Neben Russland werden auch China, Pakistan, Saudi-Arabien und Kuba dem Gremium angehören. | |
| 10.5.2006 | Präsident Putin spricht vor der Föderalversammlung und legt den alljährlichen Bericht zur Lage der Nation vor. Zwei Themen stellt der Präsident in den Vordergrund: die Überwindung der demographischen Krise und die Modernisierung der Streitkräfte. | |
| 10.5.2006 | Der Sender NTV strahlt die erste Folge einer elfteiligen Verfilmung des Romans "Dr. Schiwago" von Boris Pasternak aus. Das Buch war in der Sowjetunion bis 1988 verboten. | |
| 11.5.2006 | Das Nikulsker Gericht in Moskau verurteilt zwei Mitglieder der Nationalbolschewistischen Partei, die am 20. Dezember 2005 das Dach des Gerichts besetzt und Transparente entrollt hatte, zu drei Jahren Haft in einer Strafkolonie. | |
| 11.5.2006 | Der inhaftierte Unternehmer und Finanzmagnat Michail Chodorkowskij wird aus Einzelhaft wieder in den allgemeinen Vollzug des Straflagers verlegt. | |
| 11.5.2006 | Der Vorsitzende des Föderalen Strafvollzugsdienstes, Kalinin, teilt mit, dass die ersten Häftlinge, für die die Amnestie anlässlich des 100. Jahrestages der Bildung der Staatsduma gilt, auf freien Fuß gesetz wurden. Insgesamt sollen 14.000 Häftlinge entlassen werden. | |
| 11.5.2006 | In San Francisco verabschiedet die Synode der Russisch-Orthodoxen Kirche im Ausland einen Beschluss, nach dem sie den Patriarchen von Moskau als geistiges Oberhaupt anerkennt. Die Auslandkirche hatte sich 1920 von der Russisch-Orthodoxen Kirche in Sowjetrussland losgesagt. | |
| 11.5.2006 | Der Philosoph und Schriftsteller Alexander Sinowjew stirbt im Alter von 83 Jahren. Sinowjew, der das Sowjetregime in seinen Büchern scharf verurteilte, war 1978 nach Deutschland ausgewiesen worden. 1999 kehrte er nach Russland zurück. | |
| 11.5.2006 | Der Föderale Zolldienst wird durch Präsidentenerlass direkt Ministerpräsident Michail Fradkow unterstellt. Bisher ressortierte die Behörde bei Wirtschafts- und Handelsminister Gref. Die Zollbehörden sind gegenwärtig wegen Korruption und Ineffizienz starker Kritik ausgesetzt. | |
| 12.5.2006 | Die Tageszeitung "Kommersant" zitiert einen anonymen Kremlbeamten mit der Information, Präsident Putin habe angeordnet, die Wirtschaftshilfe für Belarus zu streichen. | |
| 12.5.2006 | Ministerpräsident Michail Fradkow ernennt Andrej Beljanin zum Leiter des Föderalen Zolldienstes. Beljanin gehörte früher dem KGB und stand zuletzt an der Spitze des Föderalen Dienstes für Rüstungsaufträge. | |
| 12.5.2006 | Im Rahmen einer 'Antikorruptionsoperation' entläßt Präsident Putin drei Abteilungsleiter des Inlandsgeheimdienstes FSB sowie mehrere hohe Beamte des Innenministeriums und der Staatsanwaltschaft. | |
| 13.5.2006 | Putin empfängt in Sotschi Führung und Mitarbeiter des staatlichen Medienkonzerns VGRK, der den 15. Jahrestag der Gründung des "Zweiten Kanals" begeht. In diesem Kontext äußert er die Absicht, öffentlich einen Nachfolger zu empfehlen. | |
| 13.5.2006 | Putin empfängt in Sotschi den usbekischen Präsidenten Islam Karimow und erörtert mit ihm die Situation in Zentralasien. Das Treffen findet am Vorabend des Jahrestages der gewaltsamen Niederschlagung der Unruhen in Andischan statt. | |
| 15.5.2006 | Die Räumung des russischen Stützpunktes in Achalkali (Südgeorgien) beginnt. Bis Ende des Jahres soll das gesamte schwere militärische Gerät nach Russland zurückgeführt sein. | |
| 15.5.2006 | Putin empfängt in Sotschi den palästinensischen Präsidenten Abbas und erörtert mit ihm die Lage im Nahen Osten. Abbas bittet Russland um wirtschaftliche Unterstützung, die Putin zusagt. Nach dem Wahlsieg von Hamas hatte die EU ihre Unerstützungszahlungen eingestellt. | |
| 15.5.2006 | Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow kritisiert die Unterwanderung von Justiz, Polizei und Behörden durch die organisierte Kriminalität. | |
| 15.-16.5.2006 | In Kiziljurt stürmen dagestanische Sicherheitskräfte ein Wohnhaus, in dem sich eine Gruppe Untergrundkämpfer verbirgt. Zwei Untergrundkämpfer und ein Angehöriger der Sicherheitskräfte werden getötet. Sechs Polizisten werden verletzt. | |
| 16.5.2006 | Nur-Pascha Kulajew, einer der Geiselnehmer von Beslan und angeblich der einzige, der überlebt hat und von den Sicherheitskräften festgenommen wurde, wird vom Obersten Gericht Nordossetiens des Terrorismus und der Beteiligung an Mord und Geiselnahme für schuldig befunden. Das Strafmaß wird später bekanntgegeben. | |
| 16.5.2006 | Wladimir Lukin, der russische Menschenrechtsbeauftragte, erklärt, Homosexuelle genössen dasselbe verfassungsgemäße Recht wie jede andere Minderheit, ihre Meinung auszudrücken. Er rät aber von einer Parade ab, um die Gesellschaft nicht zu befremden. | |
| 17.5.2006 | In Nasran werden sieben Personen, darunter der Erste Stellvertretende Innenminister von Inguschetien, Dshabrail Kostojew, von einer Autobombe getötet. | |
| 17.5.2006 | Im Kuban-Region von Karatschajewoo-Tscherkessk wird der Justizoberst Chasan Dshanajew in seinem Wagen von Unbekannten erschossen. | |
| 17.5.2006 | In der Nähe der Ortschaft Nikichita (Tschetschenien) wird eine Miltärkolonne aus dem Hinterhalt angegriffen. Vier Soldaten werden getötet, vier weitere verletzt. | |
| 18.5.2006 | Eine Konferenz von mehr als 30 Jugendorganisationen beschließt die Schaffung einer "Jugend-Gesellschaftskammer" (MOP). | |
| 18.5.2006 | Papst Benedikt XVI. empfängt Metropolit Kirill von Smolensk und Kaliningrad, den Leiter der Abteilung für auswärtige Beziehungen im Moskauer Patriarchat, zu einem Gespräch. | |
| 19.5.2006 | Russland übernimmt für ein halbes Jahr den Vorsitz im Ministerkomitee des Europarates. | |
| 20.5.2006 | Putin empfängt in Sotschi eine Abordnung der Jugendorganisation "Naschi" und spricht zu ihnen über Zivilgesellschaft und Patriotismus. | |
| 20.5.2006 | Putin empfängt in Sotschi den kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew und erörtert mit ihm bilaterale Fragen (u.a. den Umgang mit der Raumfahrtanlage Bajkonur) und das gemeinsame Verhalten im Rahmen der Shanghai-Organisation. Im Anschluss an das Gespräch übergibt Putin Nasarbajew den Vorsitz im Rat der Staatsoberhäupter der GUS. | |
| 20.5.2006 | Die Moskauer Polizei löst gewaltsam eine Protestveranstaltung geprellter Immobilienkäufer auf, die vor dem russischen Regierungsssitz ein Zeltlager errichtet haben. 34 von ca. 150 Demonstranten werden festgenommen. | |
| 21.5.2006 | Am Todestag von Andrej Sacharow demonstrieren in Moskau 500 Personen gegen die zunehmende Abkehr von den Menschenrechten in Russland. | |
| 21.5.2006 | In Chasawjurt (Dagestan) stürmen Sicherheitskräfte ein Haus, in dem sich zwei Untergrundkämpfer aufhalten. Beim Sturm werden die beiden Untergrundkämpfer getötet, drei Polizisten verletzt. | |
| 22.5.2006 | Ein Zürcher Wirtschafts-Schiedsgericht kommt zu dem Ergebnis, dass Leonid Reiman, der russische Minister für Informationstechnologie und Kommunikation, seine offizielle Position missbräuchlich genutzt hat, um dem Telecom-Unternehmen Megafon, an dem er 25% der Aktien besitzt, Vorteile zu verschaffen. | |
| 22.5.2006 | Amnesty International veröffentlicht seinen Menschenrechtsreport 2006 | |
| 23.5.2006 | Die Präsidenten von Georgien, der Ukraine, Aserbaidschan und Moldawa Saakaschwili, Juschtschenko, Alijew und Woronin unterzeichnen in Kiew mehrere Dokumente zur Gründung der "Organisation für Demokratie und wirtschaftliche Entwicklung - GUAM", die die vier Länder in ihrem Streben nach "Demokratie, Sicherheit und Stabilität" vereinen und ihre Annäherung an die Europäische Union sowie die Nato koordinieren soll. Die GUAM erhält ein ständiges Sekretariat mit Sitz in Kiew. | |
| 23.5.2006 | Alexej Barinow, der Gouverneur des Autonomen Bezirks der Jamal-Nenzen, wird in Archangelsk verhaftet. Ihm wird vorgeworfen 2003 als Generaldirektor des Unternehmens Archangelskgeoldobytscha an Betrügereien beteiligt gewesen zu sein. | |
| 24.5.2006 | Die Mitgliederversammlung der russischen Akademie der Wissenschaften übergeht bei den Nachwahlen die hochrangigen Politiker und Finanzmagnaten. U.a. hatten sich Landwirtschaftminister Gordejew, der Stellvertretende Vorsitzende der Duma, Tschilingarow, und der Vizepräsident der Rosbank, Erschov, als Korrespondierende Mitglieder beworben. | |
| 24.5.2006 | In Grosny gerät eine Ermittlungsgruppe der Miliz in einen Hinterhalt. Ein Polizist wird getötet, ein zweiter verletzt. | |
| 24.5.2006 | In St. Petersburg nimmt die Polizei acht Personen fest, die verdächtig sind, einen senegalesischen Studenten und den Wissenschaftler und Antisemitismus-Experten Nikolaj Girenko ermordet zu haben. Die Untersuchungsbehörden prüfen, ob der Gruppe weitere rassistischen Gewalttaten zur Last gelegt werden müssen. | |
| 25.5.2006 | In Sotschi beginnt der EU-Russland-Gipfel. Präsident Putin empfängt dort EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, Österreichs Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und den Chefdiplomaten der EU Javier Solana. Auf der Tagesordnung stehen u.a. Energiefragen und die iranische Nuklearpolitik. | |
| 25.5.2006 | Das Oberste Gericht gibt der Klage Michail Chodorkowskijs recht und stellt fest, dass das Reglement des Straflagers, das den Verkehr zwischen Häftlingen und Verteidigern regelt, nicht dem Gesetz entspricht. | |
| 25.5.2006 | Die Staatsanwaltschaft leitet gegen den Vizegouverneur von Tscheljabinsk, Konstantin Botschkarow, ein Verfahren wegen der Unterschlagung von 112 Mio Rubel ein. | |
| 25.5.2006 | Finanzminister Alexej Kudrin kündigt an, dass vom 1. Juli 2006 an alle Restriktionen für den Kapitalverkehr in Russland aufgehoben werden. | |
| 25.5.2006 | In einem Moskauer Vorortzug wird ein 19-jähriger Armenier von Jugendlichen erstochen. Die Täter entstammen vermutlich aus dem rechtsradikalen Milieu. | |
| 26.5.2006 | Nur-Pascha Kulajew, einer der Geiselnehmer von Beslan und angeblich der einzige, der überlebt hat, wird vom Obersten Gericht Nordossetiens zu lebenslanger Haft verurteilt. | |
| 26.5.2006 | Sergej Sobjanin, der Leiter der Präsidialadministration, wird zum Vorsitzenden des Direktorenrats des Energieunternehmens TWEL ernannt. Das Unternehmen hat in Russland das Monopol auf die Lieferung nuklearer Brennelemente und soll in Perspektive als Basis der geplanten Staatsholding dienen, die die russische Atomindustrie zusammenfassen soll. | |
| 26.5.2006 | Der Föderationsrat schließt drei Senatoren aus seinen Reihen aus: Alexander Sabadasch, den Vertreter des Autonomen Bezirks der Nenzen, Boris Gutin, der den Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen repräsentiert, und Igor Iwanow, den das Gebiet Primor'e entsandt hat. | |
| 27.5.2006 | Eine kleine Gruppe von Schwulen und Lesben tritt im Stadtzentrum von Moskau gegen das Verbot einer Parade zum internationalen Christopher-Street-Day auf. Es kommt zu Zusammenstößen mit orthodoxen und rechtsradikalen Gegendemonstranten. Die Polizei verhaftet etwa 120 Personen, darunter mehrere Repräsentanten russischer Schwulen- und Lesbenorganisationen. Der deutsche Grünenpolitiker Beck, der an der Demonstration teilnimmt, wird von Skinheads attackiert und von der Polizei festgenommen. | |
| 29.5.2006 | Vertreter des Volkswagenkonzern, der russischen Regierung und der Regionalverwaltung von Kaluga unterzeichnen ein Abkommen über den Bau eines Montagewerks im Wert von 400 Mio Euro im Gebiet Kaluga. | |
| 29.5.2006 | Putin empfängt eine Delegation des Europarats unter Leitung seines Vorsitzenden René van der Linden. | |
| 30.5.2006 | Beamte des FSB nehmen Jewgenij Ischtschenko, den Bürgermeister von Wolgograd, fest. Seine Verhaftung steht im Zusammenhang mit Unterschlagungen in den Wolgograder Kommunalbetrieben. | |
| 30.5.2006 | Putin legt der Öffentlichkeit ein 10-Punkte-Programm für den Haushalt 2007 vor. U.a. will er die Inflationsbekämpfung verstärken und den Stabilisationsfond in zwei Fonds aufspalten, einen Notfallfond, auf dem im Fall einer verschlechterten Wirtschaftslage zurückgegriffen werden kann, und einen Zukunftsfond. | |
| 31.5.2006 | Tschetschenische Sicherheitskräfte stellen im Südwesten Tschetscheniens eine Gruppe Untergrundkämpfer und verfolgen sie nach Inguschetien. Bei den Feuergefechten werden drei Untergrundkämpfer und ein Polizist getötet. Darüber hinaus werden eine Reihe von Polizisten verwundet. | |
| 1.6.2006 | Putin richtet per Erlass sieben Feiertage für Spezialdienste der Streitkräfte und 14 Gedenktage für die Waffengattungen ein. Damit soll das Prestige des Militärs erhöht und die Leistung einzelner Dienste gewürdigt worden. | |
| 1.6.2006 | In Nazran wird das Fahrzeug des inguschetischen Gesundheitsministers von Unbekannten mit Maschinenwaffen beschossen. Der Minister und sein Fahrer entkommen dem Attentat unverletzt. | |
| 2.6.2006 | Der Föderationsrat beschließt auf Antrag von Präsident Putin, Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow seines Amtes zu entheben. Ustinow war selbst um seine Entlassung eingekommen. Die Gründe für diesen Schritt bleiben unklar. | |
| 2.6.2006 | Auf Anregung des tschetschenischen Ministerpräsidenten Ramsan Kadyrow findet in Gudermes (Tschetschenien) eine Sitzung des Koordinierungsrates der islamischen Geistlichen des Nordkaukasus statt. Auf der Tagesordnung steht der Kampf gegen den Wahhabismus und die sozialökonomische Situation in der Region. | |
| 3.6.2006 | In Bagdad wir ein Fahrzeug mit Angehörigen der russischen Botschaft im Irak von Unbekannten angegriffen. Einer der Insassen wird getötet, die vier übrigen werden entführt. | |
| 4.6.2006 | In Nasran (Inguschetien) wird ein Wagen mit Angehörigen des Inlandsgeheimdienstes FSB von Unbekannten beschossen. Dabei werden zwei Geheimdienstler getötet. | |
| 5.6.2006 | In Moskau wird der 59. Weltkongress der Zeitungen in Anwesenheit Putins eröffnet. Gavin O'Reilly, der Präsident der "World Association of Newspapers", kritisiert in seiner Eröffnungsrede den russischen Präsidenten und die Beschränkungen der Pressefreiheit in Russland. | |
| 6.6.2006 | Putin unterzeichnet ein Gesetz, das die algerischen Schulden gegenüber Russland streicht. Die Schulden beliefen sich auf 4,7 Mrd. US$. Das Gesetz ist Teil einer Abmachung, die Putin auf seiner Algerienreise im März traf. Algerien will im Gegenzug russische Waffensysteme im Wert von 7,5 Mrd. US$ erwerben. | |
| 7.6.2006 | Auf der Weltpressekonferenz wird mitgeteilt, dass der ehemalige sowjetische Präsident Michail Gorbatschow und der Abgeordnete und Geschäftsmann Alexander Lebedew 49% der Anteile der "Nowaja gaseta" übernehmen. Die Zeitung ist eines der wenigen verbliebenen kritischen Presseorgane in Russland. Ein Kontrollpaket in Höhe von 51% bleibt in den Händen der Belegschaft der Zeitung. | |
| 7.6.2006 | Finanzminister Alexej Kudrin fordert auf einer Kabinettssitzung, den Erdgasmonopolisten "Gazprom" stärker zu besteuern, um einen Teil der erheblichen Zusatzgewinne, die sich aus den Preissteigerungen auf dem Weltenergiemarkt ergeben, der Staatskasse zuzuführen. | |
| 7.6.2006 | Das russische Kabinett beschließt, den russischen Strommarkt zu liberalisieren, und bestätigt einen Investitionsplan in Höhe von 90 Mrd. US$, den der Strommonopolist EES Rossii vorgelegt hat. Damit hat sich dessen Vorsitzender, Anatolij Tschubajs, nach jahrelangen Auseinandersetzungen endlich durchgesetzt. | |
| 8.6.2006 | Der Aufsichtsrat des Mineralölunternehmens Rosneft bestätigt seinen Vorsitzenden Igor Setschin in seinem Amt. Setschin, Stellvertretender Leiter der Präsidialadministration, gilt als führender Kopf der "siloviki" - der Angehörigen der Sicherheitsstrukturen - in Putins Umgebung. Im Kontext der Entlassung Ustinows gab es Spekulationen um einen Machtverlust Setschins. | |
| 8.6.2006 | In Petropawlowsk-Kamtschatskij demonstrieren 3.000 Fischer vor dem Regionalparlament und fordern die Entlassung des Gouverneurs Michail Maschkowzew. | |
| 8.6.2006 | Sieben Personen, die sich als Polizeibeamte identifizieren, dringen in ein Moskauer Studentenheim ein und schlagen mehrere tadschikische Studenten zusammen. | |
| 8.6.2006 | Die russische Menschenrechtsorganisation Memorial teilt mit, sie habe in Grosny in einem ehemaligen Polizeigebäude Beweise für die Existenz eines Geheimgefängnisses gefunden. | |
| 9.6.2006 | Das Regionalparlament von Kalmykien löst Lewon Tschachmachtschjan ab, der die Republik bisher im Föderationsrat vertreten hat. Tschachmachtschjan wird vom Inlandsgeheimdienst FSB der Korruption beschuldigt. | |
| 9.6.2006 | In Inguschetien wird ein hoher Polizeioffizier zusammen mit seinen drei Kindern, seinem Bruder und einem Leibwächter von Unbekannten erschossen. | |
| 9.-10.6.2006 | Treffen der Finanzminister der G8-Staaten in St. Petersburg. Im Vordergrund der Gespräche stehen Energiefragen. | |
| 10.6.2006 | Am Rande des Treffens der Finanzminister der G8-Staaten teilen die Finanzminister von Deutschland und Russland, Steinbrück und Kudrin, mit, dass man sich auf eine vorzeitige Rückzahlung russischer Schulden in Höhe von 1,3 Mrd. Euro geeinigt habe. Über die vorfristige Tilgung weiterer 6,4 Mrd. Euro wird noch verhandelt. | |
| 12.6.2006 | Das Land begeht den russischen Unabhängigkeitstag mit Umzügen und Festveranstaltungen. Präsident Putin verleiht feierlich die Staatspreise für Wissenschaft und Kunst. In Moskau demonstrieren 46.000 Jugendliche für ein großes Russland. Vor dem Gebäude des Inlandsgeheimdienstes FSB am Moskauer Lubljanka-Platz demonstrieren 600 Personen für Demokratie und gegen Pressefreiheit. | |
| 13.6.2006 | Der russische Nickelkonzern "Norilskij Nikel" und die anglo-australische Gesellschaft BHP Billiton, das größte Bergbauunternehmen der Welt, unterzeichnen eine Vereinbarung über die Erkundung und Entwicklung von Bodenschätzen in Russland. | |
| 13.6.2006 | Der russische Präsident Putin empfängt seinen georgischen Amtskollegen Saakaschwili in St. Petersburg. Thema der Gespräche sind die gespannten russisch-georgischen Beziehungen. | |
| 14.6.2006 | Die Staatsduma verabschiedet in dritter und letzter Lesung ein Gesetz, das neun der 25 Gründe für die Rückstellung vom Militärdienst streicht. | |
| 14.6.2006 | In der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale wird für neun Tage die "Hand Johannes des Täufers" gezeigt. Die Reliquie ist eine Leihgabe der serbisch-orthodoxen Kirche. | |
| 14.6.2006 | In Shangahi findet das Gipfeltreffen der sechs Mitglieder der Shanghai Kooperationsorganisation (China, Russland, Kirgisien, Tadschikistan, Kasachstan und Usbekistan) statt. | |
| 14.6.2006 | Sergej Zujev, Eigentümer der größten russischen Möbelkette "Tri Kita & Grand" wird verhaftet. Gegen ihn ist ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung anhängig. | |
| 14.6.2006 | In Inguschetien beginnt eine Spezialoperation zur Suche nach einer Gruppe von Untergrundkämpfern, die sich in der Nähe von Nasran verbergen sollen. Bei der Aktion werden u.a. 20 Kampfhubschrauber eingesetzt. | |
| 15.6.2006 | Am Rande des Gipfeltreffens der Shanghai Kooperationsorganisation trifft sich Putin mit dem iranischen Staatspräsidenten Mahmud Ahmadinejad und erörtert mit ihm Energiefragen und das iranische Nuklearproblem. | |
| 16.6.2006 | Ein Sprecher des U.S. Sicherheitsrates teilt mit, dass sich Russland und die USA geeinigt hätten, das gemeinsame Programm zur Sicherung und Zerstörung atomarer, biologischer und chemischer Waffen aus der Sowjetzeit um sieben Jahre zu verlängern. | |
| 16.6.2006 | Ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums teilt mit, dass Russland sich mit dem Pariser Club geinigt hat, seine Auslandsschulden in Höhe von 22 Mrd. Dollar vollständig und vorzeitig zurückzuzahlen. Zum Ausgleich zahlt Russland einen marktmässigen Zuschlag. Für den grössten Gläubiger Deutschland, bei dem Russland mit 7,7 Mrd. Euro in der Keide steht, beträgt diese Ausgleichszahlung 700 Mio. Euro. | |
| 16.6.2006 | Dmitrij Kosak, der Präsidialbevollmächtigte für den Südlichen Föderalbezirk, trifft in Armenien mit dem armenischen Präsidenten Robert Kocharjan und dem Ministerpräsidenten Andranik Markarjan zusammen. | |
| 17.6.2006 | Abdul-Chalim Sadulajew, der nominelle Führer der tschetschenischen Guerilla, wird verraten und von russischen Sicherheitskräften erschossen. | |
| 18.6.2006 | Pawel Karew, der Vorsitzende des Stadtrats von Wolgograd, dem Korruption und Amtsmissbrauch vorgeworfen werden, tritt zurück. | |
| 19.6.2006 | Putin nominiert Justizminister Jurij Tschajka als Generalstaatsanwalt. | |
| 19.6.2006 | Die Investment-Gruppe Millhouse LCC, die dem Finanzmagnaten Roman Abramowitsch gehört, erwirbt 41 Prozent der Holding Evraz . | |
| 19.6.2006 | Im Irak teilt eine Gruppe, die angeblich al-Qaida nahesteht, mit, dass sie vier russische Diplomaten als Geiseln hält. Sie fordert Russland auf, sich innerhalb von 48 Stunden aus Tschetschenien zurückzuziehen und die islamischen Gefangenen auf freien Fuß zu setzen. | |
| 19.6.2006 | Einwohner von Butowo, eines Dorfes fünf Kilometer südlich von Moskau, setzen sich gegen den Abriss ihrer Häuser zur Wehr. Der harte Polizeieinsatz wird in der russischen Öffentlichkeit negativ aufgenommen. | |
| 20.6.2006 | Der Oberste Gerichtshof kassiert das Urteil gegen Alexander Kopzew, der Gläubige in einer Moskauer Synagoge angegriffen hatte, und ordnet ein neues Verfahren an. Sowohl die Anklage als auch die Verteidigung hatten gegen das ursprüngliche Urteil Widerspruch eingelegt. | |
| 20.6.2006 | Präsident Putin empfängt den neuen italienischen Ministerpräsidenten Prodi in Moskau. Bei den Gesprächen geht es um Energiefragen und die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. | |
| 20.6.2006 | Das staatliche chinesische Mineralölunternehmen Sinopec erwirbt von dem russischen Mineralölkonzern TNK-BP 49% der Aktien des Unternehmens Udmurtneft. Die übrigen 51% gehören dem Konzern Rosneft. | |
| 20.6.2006 | Sergej Mironow, der Vorsitzende des Föderationsrats, erklärt, Russland werde mit den Geiselnehmern im Irak nicht verhandeln. | |
| 21.6.2006 | Außenminister Sergej Lawrow empfängt Marc Perrin de Brichambaut, den Sekretär der OSZE, und erörtert mit ihm die Situation innerhalb der Organisation. Lavrov kritisiert "Doppelstandards" bei der Wahlbeobachtung in den postsowjetischen Staaten. | |
| 21.6.2006 | Den Angaben einer Website zufolge sind die im Irak entführten vier russischen Diplomaten von ihren Kidnappern, einer al-Qaida nahestehende Gruppe, ermordet worden. | |
| 21.6.2006 | Vor der Sendezentrale am Fernsehturm Ostankino in Moskau demonstrieren 1000 bis 2000 Personen und fordern, das Fernsehen müsse wieder über die realen Probleme der Bevölkerung berichten. | |
| 22.6.2006 | Russland begeht den "Tag des Gedenkens und der Trauer" in Erinnerung an den Einmarsch der deutschen Wehrmacht in die Sowjetunion vor 65 Jahren. | |
| 22.6.2006 | In der Ukraine kommt es nach monatelangen Streitigkeiten zur Bildung einer neuen "orangenen Koalition". Ministerpräsidentin wird Julia Timoschenko, die sofort eine Überprüfung der Gas-Verträge mit Russland ankündigt. | |
| 22.6.2006 | Der russische Außenminister Sergej Lawrow bestellt den nordkoreanischen Botschafter Pak Ui Chun ein und warnt Nordkorea vor Schritten, die das Gleichgewicht in Nordostasien stören könnten. | |
| 23.6.2006 | Präsident Putin ernennt Wladimir Ustinow, der Anfang Juni als Generalstaatsanwalt abgelöst wurde, zum Justizminister. | |
| 23.6.2006 | Auf der Website des tschetschenischen Widerstandes chechenpress.org veröffentlicht Doku Umarow, der nach dem Tod Abdul-Chalim Sadulajev zum Führer der Guerillabewegung geworden ist, eine Erklärung, in der er eine Offensive gegen "militärische Ziele" in Russland ankündigt. | |
| 23.6.2006 | Die Oberhäupter von 13 Regionen, darunter der Moskauer Bürgermeister Jurij Lushkow und der Präsident von Tatarstan, Mintimer Schajmijew, fordern Kirche, Medien und die politisch Verantwortlichen auf, gemeinsam gegen Extremismus vorzugehen wie er z.B. durch Dmitrij Rogosin und Eduard Limonow verkörpert wird. | |
| 23.6.2006 | In Minsk findet das Gipfeltreffen der Organisation des Vertrages über kollektive Sicherheit statt, dem Russland, Armenien, Kasachstan, Kirgisien, Tadshikistan und Belarus angehören. In Minsk wird Usbekistan als siebtes Mitglied aufgenommen. | |
| 25.6.2006 | Die Führung des Stahlkonzern Arcelor SA nimmt das nachgebesserte Übernahmeangebot von Mittal Steel an. Die Anteilseigner von Arcelor müssen diese Entscheidung bis Ende Juni bestätigen. Der russische Stahlkonzern Sewerstal, der ebenfalls ein Angebot gemacht hatte, zeigt sich "überrascht". | |
| 25.6.2006 | Ramsan Kadyrow wird vom Institut für Business, Management und Recht Machatschkala der akademische Grad eines Doktors der Wirtschaftswissenschaften verliehen. | |
| 26.6.2006 | Wladimir Shirinowskij, der Führer der rechtsextremistischen LDPR, besucht in Tel Aviv das Grab seines Vaters Wolf Ejdelschtejn, der 1949 aus der Sowjetunion nach Israel emigriert war und 1983 im Alter von 76 Jahren in Tel Aviv verstarb. | |
| 26.6.2006 | Das russische Außenministerium bestätigt offiziell den Tod von vier Botschaftsangehörigen, die im Irak entführt worden waren. | |
| 26.6.2006 | Vor der Botschafterkonferenz im russischen Außenministerium hält Präsident Putin eine Grundsatzrede zur Außenpolitik, in der er die Diplomaten dazu auffordert, aktiv internationale Politik zu gestalten. | |
| 27.6.2006 | Auf Aufforderung des neuen Generalstaatsanwalts, Jurij Tschajka, kommen alle 13 Stellvertretenden Generalstaatsanwälte um ihren Rücktritt ein. | |
| 27.6.2006 | Doku Umarow, neuer Führer der tschetschenischen Guerilla, ernennt Shamil Basajew zu seinem Vizepräsidenten. | |
| 28.6.2006 | Präsident Putin weist die russischen Sicherheitsdienste an, alle Mittel einzusetzen, um die Mörder der vier russischen Botschaftsangehörigen zu finden und zu eliminieren. | |
| 29.6.2006 | Jewgenij Ischtschenko, der Bürgermeister von Wolgograd, wird auf Antrag der Staatsanwaltschaft per Gerichtsbeschluss aus seinem Amt entfernt. | |
| 29.6.2006 | Bei einer Razzia nahe der Ortschaft Sogunta in Tschetschenien kommt es zu einem Feuergefecht, bei dem ein Kompaniechef der Inneren Truppen getötet wird. | |
| 29.6.2006 | In Grosny wird eine Autobombe zur Explosion gebracht. Ein Polizist wird verletzt. | |
| 29.6.2006 | Treffen der Außenminister der G8-Staaten zur Vorbereitung des Petersburger G8-Gipfels. Auf der Tagesordnung stehen u.a. die Iranfrage, die Lage im Nahen Osten und Nordkorea. Angesprochen wurden auch Russlands Verhalten im GUS-Raum und die Entwicklung des politischen Systems. | |
| 29.6.2006 | Der Erdgaskonzern "Gazprom" teilt mit, dass er 51% des Unternehmens Sibneftegaz erworben hat. Sibneftegaz ist Besitzer des Erdgasfeldes Bergovoe, dessen Förderung stilliegt, da Gazprom Sibneftegaz den Zugang zum Pipelinenetz verweigerte. | |
| 29.6.2006 | Präsident Putin empfängt seinen türkischen Amtskollegen Ahmet Necdet Seze und erörtert mit ihm Wirtschafts- und Energiefragen sowie die bilateralen Beziehungen. | |
| 30.6.2006 | Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow erklärt, dass ein ukrainisches Unternehmen in den Jahren 2000 und 2001 sechs Marschflugkörper vom Typ Ch-55 Granat (NATO-Bezeichnung AS-15 Kent) an den Iran und an China verkauft hat. | |
| 30.6.2006 | Die Duma verabschiedet in dritter und letzter Lesung mit 347 gegen 82 Stimmen ein Gesetz, das bei Wahlen auf allen Ebenen die Option "Gegen alle" zu stimmen abschafft. | |
| 30.6.2006 | Die Duma beschließt die Zusammenlegung des Autonomen Bezirks der Korjaken und des Gebiets Kamtschatka zur Region Kamtschatka. | |
| 1.7.2006 | Der russische Rubel ist vom heutigen Tag an eine voll konvertible Währung. | |
| 1.7.2006 | Präsident Putin spricht vor Mitgliedern der Fraktion "Einiges Russland" und betont die Notwendigkeit eines stabilen und ausgewogenen politischen Systems, in der auch Opposition eine Rolle spielen soll. | |
| 1.7.2006 | In Moskau werden zwei junge Armenier von Unbekannten in der Metro niedergestochen. Im Südwesten Moskaus werden zwei Usbeken von Unbekannten mit Messerstichen verletzt. | |
| 3.-5.7.2006 | Über 200 führende Vertreter von Christentum, Judentum, Islam und Buddhismus aus 40 Ländern treffen in Moskau zum Welt-Gipfeltreffen der Religionen ein. Die Teilnehmer erörtern die Probleme dieser Welt und die Rolle der Religionen. | |
| 3.7.2006 | In Moskau wird das internationale Forum von Nichtregierungsorganisationen "Grashdanskaja Vosmerka 2006" (etwa: G8 der Zivilgesellschaften 2006) eröffnet, an dem 600 NGO-Vertreter aus 50 Ländern teilnehmen. | |
| 3.7.2006 | Im Zentrum Moskaus fällt nach einem Kurzschluss in einer Verteilerstation für mehrere Stunden der Strom aus. 600 Gebäude sind betroffen. Das Feuer im Verteilergebäude wird von der Feuerwehr gelöscht. | |
| 4.7.2006 | Die Duma verabschiedet in erster Lesung ein Gesetz, das dem Geheimdienst erlaubt, auf Befehl des Präsidenten auch außerhalb des Territoriums Russlands gegen Terroristen vorzugehen. Dies hatte Putin nach der Ermordung der russischen Botschaftsangehörigen im Irak angekündigt. | |
| 4.7.2006 | In Jachrom bei Moskau wird ein Sprengstoffanschlag auf die örtliche Moschee verübt. Teile des Gotteshauses werden zerstört. Menschen kommen nicht zu Schaden. | |
| 4.7.2006 | Bei der Ortschaft Awturi (Tschetschenien) gerät eine Militärkolonne in einen Hinterhalt. Mindestens fünf Soldaten werden getötet, 25 weitere verwundet. | |
| 5.7.2006 | Die Duma verabschiedet ein Gesetz, das dem Erdgaskonzern "Gazprom" das Monopol auf Erdgasexporte verleiht. | |
| 5.7.2006 | Der neue Generalstaatsanwalt Jurij Tschajka entlässt sechs seiner Stellvertreter, darunter den Hauptmilitärstaatsanwalt Alexander Sawenkow. | |
| 5.7.2006 | Das russische Außenminsiterium bestellt den nordkoreanischen Botschafter ein, nachdem Nordkorea unter Verletzung des Siebenjahresmoratoriums für Raketenversuche mindestens sieben Testflugkörper gestartet hat. Die Raketen schlugen vor der Küste von Nachodka in russischen Hoheitsgewässern ein. | |
| 6.7.2006 | Im Rahmen einer groß angelegten Internetkonferenz antwortet Putin zwei Stunden und zehn Minuten auf Fragen von Internet-Nutzern. Insgesamt geht der Präsident auf 40 Fragen ein und äußert sich u.a. zum Iran, zur Ukraine, zu Tschetschenien, zu Fragen des Rassismus und des Lebensstandards in Russland. | |
| 8.7.2006 | In ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause beschließt die Duma mit 338 gegen 99 Stimmen in dritter Lesung ein Gesetz, nach dem Verleumdung oder üble Nachrede gegen Regierungsvertreter als Extremismus eingestuft werden können. Sprecher oppositioneller Parteien kritisieren, dass mit diesem Gesetz Opposition mundtot gemacht wird. | |
| 8.7.2006 | Russland schließt bei Werchnyj Lars einen Grenzübergang nach Georgien und begründet dies mit "Reparaturarbeiten". | |
| 9.7.2006 | Oleg Alborow, der Vorsitzende des nationalen Sicherheitsrates der international nicht anerkannten Republik Südossetien, die sich von Georgien loslösen will, wird durch einen Bombenanschlag getötet. | |
| 9.7.2006 | In Irkutsk kommt ein Airbus 310-300 der russischen Fluggesellschaft Sibir bei der Landung von der Landebahn ab und gerät in Brand. Über 120 der 204 Insassen werden getötet. | |
| 9.7.2006 | Der Guerillaführer Shamil Basajew, zeitweise Vizepräsident Tschetscheniens und eine der treibenden Kräfte des Untergrundkampfes, der auch 2004 für die Geiselnahme in Beslan verantwortlich war, wird bei der Explosion eines mit Sprengstoff geladenen Wagens getötet. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB erklärt, er habe den Wagen als Sprengfalle präpariert. | |
| 11.7.2006 | In Moskau wird der Kongress "Das andere Russland" eröffnet, den russische Oppositionsparteien und Nichtregierungsorganisationen anlässlich des G8-Gipfels veranstalten. Der ehemalige Ministerpräsident Michail Kasjanow wird von Gegendemonstranten angegriffen. Vier Anhänger der Nationalbolschewisten, die an der Tagung teilnehmen, werden von Sicherheitskräften festgenommen, der Korrespondent des "Focus", der die Aktion photographiert, wird geschlagen, seine Kamera entwendet. | |
| 12.7.2006 | In Bujnaksk (Dagestan) stürmen Sicherheitskräfte ein Wohngebäude und töten zwei Untergrundkämpfer, die sich dort verborgen halten. | |
| 12.7.2006 | Der russische Transportminister Igor Lewitin erörtert in Jerewan mit dem armenischen Präsidenten Robert Kotscharjan und dem armenischen Verteidigungsminister Sersh Sarkisjan die Konsequenzen der Schließung des russisch-georgischen Grenzübergangs bei Werchnyj Lars für Armenien. | |
| 12.7.2006 | Der Abgeordnete Sergej Glasjew, früher einer der Führer von "Heimat", wird auf dem Weg zu der Konferenz "Das andere Russland" von einem Unbekannten bewusstlos geschlagen. | |
| 13.7.2006 | Der Außenminister der tschetschenischen Untergrundregierung, Achmed Sakajew, teilt im Internet mit, dass die tschetschenischen Widerstandskämpfer sofort und ohne Vorbedingungen zu Friedensgesprächen bereit sind. | |
| 13.7.2006 | Bei Gefechten zwischen tschetschenischen Sicherheitskräften und Untergrundkämpfern an der tschetschenischen Grenze werden nach offiziellen Angaben 13 Guerillas getötet.< td> | |
| 13./14.7.2006 | In der Nacht vom 13. auf den 14. Juli verhaftet die Petersburger Polizei Rusaln Melnik, den Anführer der Bande "Mad Crowd", die eine Reihe von Morden an Ausländern begangen hat. | |
| 14.7.2006 | Die "Financial Times" meldet, dass Gazprom dem deutschen Unternehmen E.on im Austausch für Beteiligungen in Ungarn 25% der Aktien des Južnoe-Russkoe Ölfeldes einräumt. | |
| 15.7.2006 | Am Vorabend des G8-Gipfels in St. Petersburg erörtern Putin und U.S. Präsident George W. Bush Fragen der internationalen Politik und der bilateralen Beziehungen. Eine Einigung über die amerikanische Zustimmung zum russischen WTO-Beitritt wird nicht erzielt. | |
| 15.7.2006 | Nikolaj Patruschev, der Direktor des Inlandsgeheimdienstes FSB, fordert die tschetschenischen Untergrundkämpfer auf, ihre Waffen niederzulegen und Gespräche mit der russlandfreundlichen tschetschenischen Regierung zu beginnen. | |
| 16.-18.7.2006 | Gipfeltreffen der G8 in St. Petersburg. Im Vorfeld waren die Sicherheitskräfte scharf gegen Protestgruppen vorgegangen. Eine Reihe von Personen wurden verhaftet, darunter auch zwei deutsche Studenten, die für eine Universitätsradiostation berichteten. Das Gipfeltreffen selbst steht im Schatten der Eskalation im Nahen Osten. | |
| 17.7.2006 | Putin und sein kasachischer Amtskollege Nasarbajew unterzeichnen ein Abkommen über die gemeinsame Ausbeutung des Karatschaganak-Gasfeldes. | |
| 17.7.2006 | Im Stadtzentrum von Grosny werden auf offener Straße zwei Polizisten von Unbekannten erschossen. | |
| 17.7.2006 | In Grosny wird ein islamischer Geistlicher und sein Bruder von Unbekannten erschossen. | |
| 18.7.2006 | Das georgische Parlament fordert den Abzug der russischen Truppen aus Abchasien und Südossetien. Russisches Militär ist in den beiden Regionen zur Friedenswahrung stationiert. | |
| 19.7.2006 | Russland evakuiert seine Bürger und die Bürger anderer GUS-Staaten aus dem Libanon, der Schauplatz von Kämpfen zwischen israelischen Soldaten und der islamischen Organisation Hisbollah ist. 1.350 Personen sind über Syrien ausgeflogen worden. Weitere Evakuierungen stimmt die russische Regierung mit westlichen Staaten ab. | |
| 19.7.2006 | Im Dorf Majskij (Nordossetien) werden zwei Polizisten von Unbekannten angeschossen. Einer der beiden stirbt später im Hospital. | |
| 20.7.2006 | Das russische Außenministerium kritisiert Israels Militäraktionen im Libanon und erklärt, sie gingen weit über die Grenzen einer antiterroristischen Aktion hinaus. | |
| 21.7.2006 | In Moskau treffen die Staatsoberhäupter von acht der zwölf GUS-Staaten zu einem informellen Gipfel zusammen, auf dem eine Restrukturierung der GUS diskutiert wird. | |
| 23.7.2006 | Bei Endirej (Region Chasawjurt, Dagestan) stellt die Polizei drei Untergrundkämpfer. Bei dem folgenden Schusswechsel werden zwei Polizisten und ein Untergrundkämpfer getötet. | |
| 25.7.2006 | ITAR-TASS teilt mit, dass gegen Alexej Lebed, den Gouverneur von Chakasija, ein Verfahren wegen Korruption und Amtsmissbrauch eingeleitet worden ist. | |
| 25.7.2006 | Alexander Babakow, der Vorsitzende der Partei "Heimat", und Sergej Mironow, der der "Partei des Lebens" vorsteht, kündigen die Vereinigung beider Organisationen an. | |
| 25.-27.7.2006 | Hugo Chavez, der Präsident von Venezuela, trifft zu einem dreitägigen Besuch in Russland ein. Chavez beabsichtigt in großem Umfang russische Rüstungsgüter zu kaufen. Zum Abschluss seines Besuchs unterzeichnet Chavez einen Vertrag über russische Rüstungslieferungen in Höhe von 3 Mrd. US$. | |
| 26.7.2007 | Im Kodori-Tal kommt es zu Gefechten zwischen georgischen Truppen und Milizen des früheren regionalen Gouverneurs Emsar Kwiziani. | |
| 26.7.2007 | Eine russische Trägerrakete vom Typ Dnjepr sürzt beim Start in Bajkonur ab. Die 18 Satelliten, die sie in Kreisbahnen transportieren soll, werden zerstört. | |
| 26.7.2007 | In Saratow wird der Reporter Jewgenij Gerasimenko tot aufgefunden. Sein Computer ist verschwunden. Gerasimenko hatte den Hintergrund einer Unternehmensübernahme recherchiert. | |
| 27.7.2007 | Putin empfängt seinen venezolanischen Amtskollegen Hugo Chavez in Moskau und erörtert mit ihm Fragen der Energiekooperation und der Lieferung russischer Rüstungsgüter. | |
| 28.7.2006 | Putin unterzeichnet das Gesetz über Bekämpfung des Extremismus und setzt es damit in Kraft. Kritiker warnen, dass das Gesetz dazu dienen kann, Opposition zu unterdrücken. | |
| 31.7.2006 | Das Eremitage-Museum teilt mit, dass Kunstgegenstände im Wert von 5 Mio. US$ aus seinen Beständen gestohlen wurden. | |
| 1.8.2006 | Der Moskauer Wirtschaftsgerichtshof erklärt den einstmals mächtigen Mineralölkonzern Jukos für bankrott. | |
| 2.8.2006 | Unbekannte überfallen in Abchasien einen Wagen, der Lohngelder für die russischen Friedenstruppen transportiert. Zwei russische Soldaten werden getötet, einer verletzt. | |
| 3.8.2006 | In Reaktion auf eine Anfrage der Freien Demokraten erklärt die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, dass die Beziehungen, unter denen Michail Chodorkowskij gefangengehalten werde, unakzeptabel seien. Die deutsche Regierung sei besorgt über Menschenrechtsverletzungen in den Gefängnissen. | |
| 4.8.2006 | Das U.S. State Department verhängt wegen Verletzung des Iran Nonproliferation Acts von 2000 Sanktionen über die russischen Rüstungsunternehmen Rosoboroneksport und Suchoj. | |
| 7.8.2006 | Das Regionalparlament des Autonomen Bezirks der Jamal-Nenzen wählt einstimmig Valerij Potapenko zum Gouverneur. Der vorige Gouverneur, Alexej Barinow, ist seit 26. Oktober 2005 in Untersuchungshaft. Ihm wird Korruption vorgeworfen. | |
| 8.8.2006 | Das Oberste Gericht von Baschkortostan verurteilt den Physiker Oskar Kajbyschev wegen des Verkaufs von dual use-Technologien an einen südkoreanischen Konzern zu einer Haftstrafe von 6 Jahren und einer Geldstrafe von 133.000 US$. Die Haftstrafe wird zur Bewährung ausgesetzt. | |
| 8.8.2006 | Unbekannte verüben in Bujnaksk (Dagestan) einen Sprengstoffanschlag auf den PKW des städtischen Staatsanwalts Bitar Bitarow. Der Beamte wird so schwer verletzt, dass er im Krankenhaus stirbt. Als eine Stunde später der Innenminister von Dagestan zum Tatort fährt, gerät er auf dem Wege ebenfalls in eine Sprengfalle. Zwei Polizisten werden getötet, einer verwundet, der Minister selbst bleibt unverletzt. | |
| 8.8.2006 | Putin empfängt seinen moldawischen Amtskollegen Wladimir Woronin in Moskau und erörtert mit ihm Fragen der bilateralen Beziehungen. Dazu gehören die Handelsstreitigkeiten der letzten Monate und das Problem Transnistrien. | |
| 9.8.2006 | Oberst Sergej Skripal, dem Spionage für Großbritannien vorgeworfen wird, wird vom Moskauer Militärgericht zu einer Haftstrafe in Höhe von 13 Jahren verurteilt. | |
| 10.8.2006 | Russland bringt beim UN-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf mit der Forderung nach einer 72-stündigen Feuerpause im Libanon in Umlauf. Der russische UN-Botschafter Witalij Tschurkin erklärt, man wolle durch einen Stopp der Feindseligkeiten die humanitäre Hilfe im Libanon ermöglichen. Die Krise sei zu ernst, um auf einen permanenten Waffenstillstand warten zu können. Die Initiative wird von Israel zurückgewiesen. | |
| 10.8.2006 | Ein Soldat der Eisenbahntruppen, der von einem betrunkenen Offizier geschlagen worden war, stirbt an den Folgen der Misshandlungen. Gegen den Offizier wird ein Untersuchungsverfahren eingeleitet. | |
| 11.8.2006 | Der U.S.-Luftfahrtkonzern Boeing und das russische Unternehmen VSMPO-Avisma unterzeichnen einen Vertrag, nach dem VSMPO an Boeing in den nächsten Jahren Titanium-Bauteile im Wert von 18 Mrd.US$ liefern wird. Die Vertreter der beteiligten Firmen werden von Präsident Putin auf der Datscha empfangen. | |
| 12.-13.8.2006 | Sicherheitskräfte führen in der Nähe von Naltschik eine große Suchaktion durch, in deren Verlauf ein Untergrundkämpfer getötet wird. | |
| 14.8.2006 | Georg Boomgarden, Staatssekretär im Auswärtigen Amt, und sein Kollege im russischen Finanzministerium, Sergej Storchak, unterzeichnen in Berlin ein Abkommen, nach dem Russland Deutschland rund acht Milliarden Euro Schulden und Zinsen vorzeitig zurückzahlt. | |
| 14.8.2006 | In Reaktion auf die Diebstähle in der Petersburger Eremitage ordnet Präsident Putin eine umfassende Revision der Kunstmuseen an. Die letzte entsprechende Inspektion fand 1976 statt. | |
| 15.-16.8.2006 | In Sotschi treffen sich die Regierungschefs der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft zu informellen Beratungen über eine Zollunion und den Energiemarkt. Der Gemeinschaft gehören Russland, Belarus, Kasachstan, Kirgisien, Usbekistan und Tadschikistan an. Ukraine, Moldawien und Armenien sind Beobachter. | |
| 16.8.2006 | Ein russisches Patrouillenboot stellt vor den südlichen Kurilen ein japanisches Fischerboot, das sich nach russischer Auffassung in russischen Gewässern aufhält. Da das Fischerboot sich der Aufbringung zu entziehen versucht, eröffnet die russische Seite das Feuer. Ein japanischer Seemann wird getötet. | |
| 16.8.2006 | Semjon Wejnschtok, der Vorsitzende von Transneft, das das russische Pipelinenetz kontrolliert, kündigt an, dass die Drushba-Pipeline, welche die litauische Mazeikiu-Raffinerie mit Rohöl beliefert, wegen Reparaturarbeiten geschlossen werden müsse. Damit wird die einzige Raffinerie im Baltikum von der Rohölbelieferung abgeschnitten. Ein russisches und ein polnisches Unternehmen konkurrieren um den Erwerb der Raffinerie. | |
| 16.8.2006 | Am Rande des Gipfels der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft führen Ministerpräsident Fradkow und sein ukrainischer Amtskollege Viktor Janukowytsch Gespräche über die bilateralen Beziehungen. | |
| 16.8.2006 | In Nazran (Inguschetien) eröffnen Unbekannte das Feuer auf ein Fahrzeug der Sicherheitskräfte. Ein russischer Soldat wird getötet, zwei weitere verwundet. Die Angreifer entkommen in Richtung Nordossetien. | |
| 16.8.2006 | Der Moskauer Bürgermeister Jurij Lushkow besucht auf Einladung Ramsan Kadyrows Grosny und besichtigt von Moskau finanzierte Bauprojekte in der Stadt. | |
| 17.8.2006 | Alexej Pitschugin, der frühere Sicherheitschef des russischen Ölkonzerns Jukos, ist in einem weiteren Verfahren als Drahtzieher von Auftragsmorden zu 24 Jahren strenger Lagerhaft verurteilt worden. Fünf Mitangeklagte erhalten Strafen bis zu 19 Jahren. | |
| 17.8.2006 | Die Generalstaatsanwaltschaft eröffnet gegen ausländische Manager des mittlerweile bankrotten Mineralölunternehmens Jukos Strafverfahren wegen Untreue und Geldwäsche. Zu den Beschuldigten zählen der frühere Vorstandsvorsitzende Steven Theede und Finanzchef Bruce Misamore aus Amerika sowie der britische Chef des Jukos-Hauptaktionärs Menatep Grupp, Timothy Osborne. | |
| 17.8.2006 | Jelina Jersenojewa, eine Journalistin und Mitarbeiterin von UNICEF, wird in Grosny von Unbekannten in Militäruniformen entführt. In der Folge wird bekannt, dass Jelina Jersenojewa Ehefrau des getöteten Untergrundführers Basaev war und die Entführer Angehörige der Sicherheitskräfte. | |
| 19.-20.8.2006 | In Alchasty (Inguschetien) greifen zehn bis 15 Unbekannte die Häuser von einem aktiven und einem ehemaligen Polizeibeamten an und töten die beiden Männer. | |
| 20.8.2006 | In Moskau nehmen etwa 100 Personen an einer Demonstration teil, die an den fehlgeschlagenen Putsch im August 1991 erinnert. | |
| 21.8.2006 | Auf dem Tscherkisowskij rynok, einem Kleidermarkt im Nordwesten Moskaus, explodiert eine Bombe. Zehn Personen werden getötet und 49 verletzt. Unter den Toten sind wenigstens sechs Chinesen und ein Vietnamese. Drei Moskauer Studenten werden verhaftet. Die Strafverfolgungsbehörden gehen von Fremdenfeindlichkeit als Tatmotiv aus. | |
| 22.8.2006 | Ein Moskauer Gericht erklärt das Verbot einer Schwulen- und Lesben-Demonstration durch die Moskauer Stadtregierung am 27. Mai für rechtmäßig und weist eine Klage der Organisatoren der Kundgebung zurück. | |
| 22.8.2006 | Russische Nachrichtenagenturen berichten, Männer in Uniform der Marine von Guinea hätten den russischen Tanker "Lutschegorsk" vor der westafrikanischen Küste geentert und das Schiff nach Conakry verbracht. Dem Kapitän wird "illegale Tätigkeit in guinesischen Gewässern" vorgeworfen. Das russische Schiff fährt in der Charter einer Schweizer Gesellschaft als Versorgungsschiff. | |
| 22.8.2006 | Die lettische Präsidentin Vaira Vike-Freiberga verleiht dem früheren russischen Präsidenten Boris Jelzin den höchsten Orden des Landes für seine "historische Rolle" bei der Befreiung Lettlands. Jelzin hatte 1991 der Unabhängigkeit Lettlands zugestimmt und den Abzug der russischen Truppen aus dem Staat veranlasst. | |
| 22.8.2006 | Unweit von Donezk (Ukraine) stürzt ein russisches Passagierflugzeug vom Typ Tu-154 ab. Alle 170 Insassen werden getötet. Die Maschine gehörte der Fluggesellschaft Pulkovo und brachte Urlauber von Anapa am Schwarzen Meer nach St. Petersburg. | |
| 23.8.2006 | Ein Moskauer Gericht verurteilt einen russischen Bürger namens Andrej Dumenkow wegen Spionage für die Bundesrepublik Deutschland zu zwölf Jahren Haft. Nach Angaben eines FSB-Sprechers hatte der Verurteilte seit 2004 Informationen über russische Raketentechnologie an deutsche Stellen geliefert. | |
| 23.8.2006 | In Karabulak (Inguschetien) eröffnen Unbekannte das Feuer auf das Fahrzeug des örtlichen Polizeichefs und verwunden ihn. | |
| 24.8.2006 | In Grosny werden vier Soldaten der Inneren Truppen bei einer Explosion getötet. Ein weiterer wird verwundet. | |
| 24.8.2006 | Unbekannte eröffnen das Feuer auf Aslan Chamchojew, einen inguschischen
Polizeioffizier, der beim russischen Oberkommando in Tschetschenien dient, und
verletzen ihn schwer. In Magas beschießen Unbekannte das Fahrzeug von Sultan Kuschtow, einem nahen Verwandten des Chefs der Leibgarde des inguschischen Präsidenten, und verwunden ihn und seine Begleiter. | |
| 26.8.2006 | In St. Petersburg zerstört ein Brand die Kuppel der Dreieinigkeits-Kathedrale. | |
| 26.8.2006 | Am Stadtrand von Machatschkala (Dagestan) greifen Sicherheitskräfte ein Wohnhaus an, in dem sich Untergrundkämpfer verbergen. Drei mutmaßliche Untergrundkämpfer werden getötet, ferner ein Theaterdirektor. | |
| 26.8.2006 | In Inguschetien greifen Untergrundkämpfer an drei verschiedenen Orten Sicherheitskräfte an. Insgesamt werden bei Bombenattentaten und Feuerüberfällen drei Soldaten getötet und vier verwundet. | |
| 28.8.2006 | Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow trifft in Fairbanks (Alaska) mit seinem amerikanischen Amtskollegen Donald Rumsfeld zusammen, um Sichrheitsfragen zu erörtern. | |
| 29.8.2006 | In Gudermes (Tschetschenien) stellen sich 49 Untergrundkämpfer den Behörden. Sie reagieren auf das Amnestieangebot, das der Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, Nikolaj Patruschev, nach der Tötung des tschetschenischen Guerillaführers Shamil Basajew im Juli unterbreitet hatte. | |
| 29.8.2006 | Bei einem Feuergefecht zwischen Sicherheitskräften und Untergrundkämpfern in Inguschetien werden zwei Guerillakämpfer getötet. | |
| 29.8.2006 | Der nordossetische Präsident Tajmuras Mamsurow entlässt die Regierung der Teilrepublik. | |
| 30.8.2006 | Russland übergibt die zwei vor den südlichen Kurilen festgenommen japanischen Fischer den japanischen Behörden. | |
| 30.8.2006 | Der Industriemagnat Alischer Usmanow teilt mit, dass er im Begriff ist, die Tageszeitung "Kommersant" für 200 Mio. US$ von dem bisherigen Besitzer Badri Patrkazischwili zu erwerben, der diese im Februar von Boris Beresowskij gekauft hat. Usmanov kontrolliert große Teile der russischen Eisenerzproduktion durch die Holding Metalloinvest. | |
| 31.8.2006 | Interfax teilt mit, dass Verteidigungsminister Sergej Iwanow die Aufsicht über die zivile und militärische Flugüberwachung übernimmt. Damit reagiert die Regierung darauf, dass in den letzten vier Monaten drei Linienflugzeuge abgestürzt sind. | |
| 31.8.2006 | Es wird bekannt, dass Russland einen Anteil von 4,8% an dem europäischen Flugzeugkonzern EADS erworben hat. | |
| 1.9.2006 | Schulbeginn in Russland. In weiteren Regionen wird das Fach "Grundlagen der orthodoxen Kultur" als Pflichtfach eingeführt. Nach inoffiziellen Angaben wird dieser Gegenstand nun in 75 Regionen unterrichtet. | |
| 1.9.2006 | Anlässlich des zweiten Jahrestages der Geiselnahme in Beslan veröffentlichen die "Novaja gazeta" und die Website "Die Wahrheit über Beslan" umfangreiche Dokumentationen, die das Verhalten der russischen Behörden sehr kritisch beleuchten. | |
| 1.9.2006 | Das russische Außenministerium erklärt, es bedaure, dass der Iran die Urananreicherung nicht eingestellt hat, wie dies der UN-Sicherheitsrat gefordert hatte. Außenminister Sergej Lavrov weist aber darauf hin, dass man mit Sanktionen in internationalen Beziehungen nichts Positives erreichen könne. | |
| 1.-2.9.2006 | In Kondopoga (Karelien) kommt es zu Pogromen gegen Migranten aus der Kaukasusregion. Nachdem am Mittwoch bei einer Kneipenschlägerei zwischen örtlichen Jugendlichen und Tschetschen zwei russische Jugendliche getötet wurden, organisieren rechtsradikale Gruppen eine regelrechte Jagd auf 'Kaukasier'. Erst nach dem Einsatz von OMON-Polizei, die über 100 Personen verhaftet, gelingt es, die Ruhe vorläufig wiederherzustellen. | |
| 3.9.2006 | Am Jahrestag des Sturms auf die Schule von Beslan finden am Ort der Geiselnahme, aber auch in anderen Städten Gedenkveranstaltungen statt. In Moskau werden Menschenrechtler von der Polizei daran gehindert, einen Kranz an einem Denkmal für Opfer des stalinistischen Terrors niederzulegen. Präsident Putin erinnert bei einem Treffen mit Aleksij II., dem Patriarchen von ganz Russland, an die Ereignisse in Beslan. | |
| 4.9.2006 | Präsident Putin führt in Athen Gespräche mit seinem bulgarischen Amtskollegen Georgij Parvanov und dem griechischen Ministerpräsidenen Costas Karamanlis. Hauptthema ist der Bau einer Ölpipeline vom Schwarzen Meer zur Ägäis. | |
| 4.9.2006 | Die Ratingagentur Standard & Poor's setzt die Bonitätsnote für Russland herauf. Die langfristigen Verbindlichkeiten des russischen Staates werden nun mit "BBB+" statt "BBB" bewertet. Russland steht damit auf einer Stufe mit Ungarn und Polen und zählt zu den Staaten mit guter Bonität. | |
| 4.9.2006 | In Moskauer Untersuchungsgefängnis Nr. 9 nehmen drei Häftlinge 15 Personen, darunter den Gefängnisdirektor, als Geiseln. Sicherheitskräfte stürmen das Gefängnis und befreien die Geiseln. | |
| 4.9.2006 | Auf dem EU-Außenministertreffen in Laappeenranta (Finnland) stellt der deutsche Außenminister Walter Steinmeier unter dem Stichwort "Wandel durch Verflechtung" ein Konzept zur Entwicklung der Beziehungen der EU mit Russland vor. | |
| 5.-7.9.2006 | Staatsbesuch Präsident Putins in der Republik Südafrika. In Gesprächen mit seinem südafrikanischen Amtskollegen Thabo Mbeki erörtert Putin vor allem Wirtschaftsfragen. U.a. geht es um den Export russischer Nukleartechnologie nach Südafrika. | |
| 5.9.2006 | Der Erdgaskonzern Gazprom teilt mit, dass er sich mit Turkmenistan über eine Erhöhung der Gaspreise für turkmenisches Erdgas geeinigt hat. Von Januar an wird Gazprom 100 US$ für 1.000 cm zahlen statt wie bisher 65 US$. | |
| 5.9.2006 | Die russische Regierung informiert die US-Regierung, dass die diesjährigen "Torgau-Manöver", gemeinsame Übungen russischer und US-Einheiten, aufgrund rechtlicher Probleme verschoben werden müssen. | |
| 6.9.2006 | Das Moskauer Militärgericht verurteilt die "Werwölfe mit Schulterstücken" - sieben hohe Polizeibeamte - wegen Schutzgelderpressung und Bildung einer kriminellen Vereinigung zu 15-20 Jahren strenger Lagerhaft. | |
| 6.9.2006 | Staatsbesuch Präsident Putins in Marokko und Empfang durch König Mohammed VI. Die beiden Staatsoberhäupter erörtern die Lage im Nahen Osten, das Terrorismusproblem sowie Fragen der Kooperation im Rüstungs- und im Energiebereich. | |
| 7.9.2006 | Auf dem Atom-U-Boot "Daniil Moskovskij", das in der Barentssee stationiert ist, kommt es nach einem Kurzschluss zu einem Brand. Zwei Seeleute sterben an Rauchvergiftung. | |
| 7.9.2006 | Das russische Verteidigungsministerium teilt mit, dass die gemeinsamen Antiterrorismusübungen, an denen Truppen Russlands und der NATO teilnehmen sollten, auf nächstes Jahr verschoben wurden. | |
| 7.9.2006 | In einem Goldbergwerk in Tschita (Ostsibirien) bricht bei Schweißarbeiten ein Brand aus. 33 Bergleute werden vom Feuer eingeschlossen. Rettungsmannschaften können nur acht befreien, die übrigen 25 finden den Tod. | |
| 7.9.2006 | Nach einem Besuch des tschetschenischen Ministerpräsidenten Ramsan Kadyrows bei Murat Sjasikow, greifen Angehörige von Kadyrows Leibwache inguschische Sicherheitskräfte an, die den Konvoi zu kontrollieren versuchen. Ein inguschischer Polizist wird dabei verletzt. | |
| 7.9.2006 | Die Regierung legt einen Gesetzesentwurf vor, der die Russische Akademie der Wissenschaften ihren Autonomie-Status nimmt. Sie soll danach in "Staatliche Akademie der Wissenschaften" umbenannt werden. | |
| 9.9.2006 | Arkadij Wolskij, langjähriger Vorsitzender des russischen Unternehmerverbandes, stirbt nach schwerere Krankheit im Alter von 74 Jahren. | |
| 10.9.2006 | Begleitet von Patriarch Aleksij II. und zahlreichen hohen Regierungsbeamten besucht Putin Kaliningrad. | |
| 10.9.2006 | Die EADS teilt offiziell mit, dass die Wneschtorgbank, die staatliche russische Außenhandelsbank, 5,02% der Anteile von EADS erworben hat. | |
| 11.9.2006 | Beim Absturz eines Hubschraubers Mi-8 in der Nähe von Wladikawkas werden zwölf hochrangige Offiziere des Nordkaukasischen Wehrbezirks getötet, darunter der Befehlshaber der Rückwärtigen Dienste. Vier Personen werden verletzt. | |
| 11.9.2006 | Verteidigungsminister Sergej Iwanow kündigt an, dass Russland im Rahmen eines UN-Mandats Truppen entsenden wird. Es wird sich dabei voraussichtlich um Pioniere für ein "Wiederaufbaubataillon" handeln. | |
| 12.9.2006 | Die Popsängerin Madonna tritt mit ihrer Show im Moskauer Lushniki-Stadion auf. | |
| 12.9.2006 | Es wird bekannt, dass Andrej Patruschev, der Sohn des FSB-Chefs, zum Berater des Aufsichtsratsvorsitzenden des Mineralölkonzerns Rosneft', Igor Secin, ernannt worden ist. Andrej Patruschev ist 25 Jahre alt und gehört dem FSB an. | |
| 12.9.2006 | Es wird bekanntgegeben, dass der staatliche Rüstungskonzern Rosoboroneksport 41% der Aktien des Titanherstellers VSMPO erworben hat. | |
| 13.9.2006 | Andrej Koslov, der Leiter der Bankenaufsicht und Stellvertretender Direktor der Zentralbank, wird von Unbekannten niedergeschossen und so schwer verletzt, dass er am folgenden Tag stirbt. | |
| 13.9.2006 | An einem Kontrollpunkt an der tschetschenisch-inguschischen Grenze kommt es zu einer Schießerei zwischen den Sicherheitskräften beider Republiken. Wenigstens vier Personen werden getötet, zahlreiche weitere verwundet. | |
| 14.9.2006 | Die US-Küstenwache und die Verwaltung Nord-West des Küstenschutzes des russischen FSB unterzeichnen ein Abkommen, das die Kooperation beider Dienste vorsieht. | |
| 14.9.2006 | In Moskau wird Polizei gegen eine nicht genehmigte Demonstration der "Bewegung gegen Illegale Immigration" (DPNI) eingesetzt. Ca. 100 Demonstranten werden verhaftet. Die DPNI ist eine rechtsradikale Organisation, die auch bei den Konflikten in Kondopoga eine Rolle spielte. | |
| 15.9.2006 | In einem Wiederaufnahmeverfahren wird Alexander Kopzew, der am 11. Januar in der Moskauer Synagoge acht Personen niedergestochen hat, zu einer Haftstrafe von 16 Jahren verurteilt. | |
| 15.9.2006 | In Dushanbe treffen sich die Ministerpräsidenten der Shanghai Kooperationsorganisation (SCO) und erörtern die Verkehrsinfrastruktur und die Möglichkeiten, neue Routen für den Energieexport zu entwickeln. | |
| 17.9.2006 | Präsident Putin empfängt in Sotschi Zentralbankpräsident Sergej Ignatjew, Innenminister Raschid Nurgalijew, Generalstaatsanwalt Jurij Tschajka und andere hohe Regierungsbeamte und weist sie an, eine interministerielle Arbeitsgruppe zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität zu schaffen. | |
| 17.9.2006 | 97,1 Prozent der Teilnehmer an einer Volksabstimmung in Transnistrien, einer Region, die sich von Moldawien abgespalten hat, sprechen sich für die Unabhängigkeit von Moldawa und den Anschluss an Russland aus. | |
| 18.9.2006 | Die russische Regierung kündigt an, dass sie die umweltrechtliche Genehmigung, die sie dem Projekt "Sachalin-2" 2003 erteilt hat, zurückzieht. 55% des Projekts befindet sich in der Hand von Shell, die restlichen Anteile werden von Mitsubishi und Mitsui gehalten. | |
| 18.9.2006 | Präsident Putin empfängt den ungarischen Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsany und erörtert mit ihm u.a. Energiefragen. | |
| 21.9.2006 | Ein Gericht in Jushno-Kurilsk verurteilt Noboru Sakashita, den Kapitän des vom russischen Grenzschutz aufgebrachten Fischerboots, zu einer Geldstrafe von US$ 9.345 wegen Verletzung der russischen Hoheitsgewässer. | |
| 21.9.2006 | Die Zentralbank gibt bekannt, dass Gennadij Melikan, Stellvertretender Vorsitzender der Zentralbank, in der Nachfolge des ermordeten Andrej Koslow zum Chef der Bankenaufsicht ernannt wird. | |
| 21.9.2006 | Ein PKW mit fünf russichen Soldaten gerät in Tschetschenien in einen Hinterhalt. Alle Insassen werden getötet. | |
| 21.9.2006 | Bei einer Razzia in Malgobek (Inguschetien) feuern Unbekannte aus einem fahrenden PKW auf Polizisten. Fünf Beamte werden verletzt. | |
| 21.9.2006 | Die "Nesavisimaja gaseta" berichtet, dass Valentin Falin, vormals u.a. Leiter der Internationalen Abteilung im ZK der KPdSU, und Generalleutnant Gennadij Jewstavjew, ein ehemaliger Angehöriger der Nachrichtendienste, ein vertrauliches Papier vorgelegt haben, in dem sie vor subversiven Aktionen der USA gegen die Putin-Administration warnen. | |
| 21.9.2006 | Putin legt den Grundstein für die "Skolkovo-Moscow School of Management", eine Business School, die von 14 russischen Großunternehmeren finanziert wird. | |
| 21.9.2006 | Das russische Umweltministerium gibt bekannt, dass es die Förderlizenz für das arktische Charjaga-Feld der Total S. A. überprüft. Der Firma drohen Bußgelder oder der Entzug der Fördergenehmigung. | |
| 22.9.2006 | In Iwanowo, nordöstlich von Moskau, beginnt das Verfahren gegen den Journalisten Wladimir Rachmankow wegen der Beleidigung eines Repräsentanten des Staates. Rachmankow hatte Putin in seiner Internetpublikation cursiv.ru "ein phallisches Symbol" genannt. | |
| 22.9.2006 | Die Staatsduma verabschiedet mit 350 gegen 80 Stimmen ein Amnestiegesetz, das tschetschenischen Untergrundkämpfern, die die Waffen niederlegen, Straffreiheit für Verbrechen anbietet, die zwischen dem 13. Dezember 1999 und dem 14.Januar 2007 begangen worden sind. | |
| 23.9.2006 | Präsident Putin, der französische Präsident Jacques Chirac und Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen in Compiègne zusammen. Sie erörtern u.a. die Lage im Nahen Osten und das Iran-Problem. Außerdem stehen Energiefragen und die russische Beteiligung an EADS auf der Tagesordnung. Chirac verleiht Putin das Großkreuz der Ehrenlegion. Diese Ehrung wird von der Organisation "Reporter ohne Grenzen" scharf kritisiert. | |
| 24.9.2006 | In Chabarowsk werfen Unbekannte die Fenster der Synagoge mit Steinen ein. In Jaroslawl schleudern Unbekannte während eines Gottesdienstes Brandflaschen gegen die Fenster einer Moschee. | |
| 24.9.2006 | In St. Petersburg wird ein indischer Medizinstudent von einer Gruppe Maskierter niedergestochen. Er stirbt an seinen Verletzungen. | |
| 25.9.2006 | Eien Gruppe Angehöriger der Nationalbolschewistischen Partei besetzt das Finanzministerium und verlangt, dass der Staat russischen Sparern die verlorenen Einlagen ersetzt, statt die Auslandsschulden zurückzuzahlen. Die Polizei verhaftet etwa 40 Demonstranten. | |
| 25.9.2006 | Die Generalstaatsanwaltschaft droht dem Minaralölkonzern BP, der gemeinsam mit seinem russischen Parnter TNK das Kowykta-Gasfeld im Gebiet Irkutsk entwickelt, mit Entzug der Lizenz, da Umweltauflagen nicht eingehalten würden. | |
| 25.9.2006 | In Kislowodsk (Region Stawropol) wird ein islamischer Geistlicher von zwei Unbekannten erschossen. Ein Polizist, der sie aufzuhalten versucht, wird verletzt. | |
| 25.9.2006 | Der Verwaltungschef des Krasnogwardejsk Rayon in Adygej, Murat Kudajew, wird von Unbekannten in seinem PKW erschossen. Kudajew war als Nachfolger des Präsidenten von Adygej im Gespräch. | |
| 26.9.2006 | Außenminister Sergej Lawrow spricht vor dem World Affairs Council in Los Angeles. Er kritisiert die amerikanische Haltung gegenüber Russland und fordert flexiblere Allianzen. | |
| 26.9.2006 | Das Militärgericht Tscheljabinsk verurteilt den Sergeanten Alexander Siwjakow wegen Missbrauch der Befehlsgewalt im schweren Fall zu vier Jahren Gefängnis. Siwjakow war an den Misshandlungen beteiligt, in deren Verlauf der Soldat Andrej Sytschow Beine und Unterleib verlor. | |
| 26.9.2006 | Sergej Kirienko, der Vorsitzende der russischen Atomenergiebehörde, und sein iranischer Amtskollege Gholamreza Aghasadeh unterzeichnen einen Vertrag, nach dem Russland bis März 2007 Brennstäbe für das erste iranische Atomkraftwerk in Bushehr liefert. Das AKW soll im September 2007 angefahren werden und ab November Strom liefern. | |
| 26.9.2006 | Jurij Trutnew, Minister für Bodenschätze, erklärt, dass Sakhalin Energy, die Gesellschaft, die das Projekt Sachalin-2 unter Führung von Shell entwickelt, einen Monat Zeit hat, um die unterstellten Umweltverletzungen zu beseitigen. Geschieht dies nicht, wird das Projekt gestoppt. | |
| 26.9.2006 | Der russische Strommonopolist EES Rossii erwirbt für 73 Mio US$ das armenische Stromnetz von der in Großbritannien registrierten Gesellschaft Midland Resources Holding. | |
| 27.9.2006 | Die Zentrale Wahlkommission weist den Antrag ab, ein Verfassungsreferendum über eine dritte Amtszeit für Präsident Putin durchzuführen. | |
| 27.9.2006 | Georgische Behörden verhaften vier russische Offiziere unter dem Vorwurf der Spionage. Truppen des georgischen Innenministeriums umstellen das Hauptquartier der russischen Streitkräfte in Tbilissi und verlangen die Auslieferung eines weiteren Beschuldigten. Außerdem werden zwölf georgische Staatsbürger verhaftet, die dem Spionagering zugerechnet werden. | |
| 28.9.2006 | Die Gebeine der Zarenwitwe Maria Fjodorowna werden an der Seite ihres Mannes, des Zaren Alexanders III., in der Peter-und-Paul-Kathedrale in St. Petersburg beigesetzt. Die dänische Prinzessin Dagmar (1847-1928), Mutter des letzten Zaren Nikolaj II, war nach der Revolution nach Dänemark zurückgekehrt und dort bestattet worden. | |
| 28.9.2006 | Das Stadtgericht von St. Petersburg verurteilt einen Angeklagten wegen des Mordes an Galina Starowojtowa zu elf Jahren Freiheitsentzug. Der zweite Angeklagte erhält zwei Jahre, die mit der Untersuchungshaft abgegolten sind. | |
| 28.9.2006 | Die georgische Polizei hebt die Absperrung des Hauptquartiers der russischen Streitkräfte in Tbilissi auf, nachdem sie zwei weitere russische Offiziere festgenommen haben. | |
| 28.9.2006 | In Jaroslawl werden abermals Brandflaschen auf die Moschee geworfen und der umgebende Zaun mit Slogans beschmiert. Die Polizei kann zwei der Täter festnehmen. | |
| 28.9.2006 | Die Gaspipeline Zentralasien-Zentrum wird durch eine Explosion beschädigt. Tschetschenische Guerillakämpfer erklären, die Explosion sei durch eine von ihnen gelegte Bombe beschädigt worden. Russische Stellen machen technische Fehler verantwortlich. | |
| 28.9.2006 | Die russische Regierung zieht ihr Botschaftspersonal aus Tbilisi ab und unterbricht den Abzug der russichen Truppen aus Georgien. Präsidentensprecher Aleksej Gromov erklärt jedoch, der Abzug werde trotz der Spannungen fortgesetzt. | |
| 29.9.2006 | Auf dem Wirtschaftsforum "Kuban-2006" trifft Putin Gouverneure und Unternehmer der Südlichen Föderalregion. | |
| 1.10.2006 | Der Befehlshaber der russischen Streitkräfte in Georgien, General Andrej Popow, erklärt, er habe seine Truppen in Alarmbereitschaft versetzt und ihnen für den Fall einer Gefahrensituation Schießbefehl erteilt. | |
| 1.10.2006 | In Nordossetien verhaften Sicherheitskräfte Tschermen Tedejew, den Vorsitzenden der Jugendorganisation "Söhne Ossetiens", um eine nicht angemeldete Demonstration zu verhindern, die die Rückgabe zweier jetzt inguschetischer Bezirke an Nordossetien fordern sollte. | |
| 2.10.2006 | Enwer Siganschin, der Chefingenieur von "Russia Petroleum", der für TNK-BP an führender Stelle für die Erkundung des Kovkykta-Erdgasfeldes verantwortlich ist, wird in seiner Sauna von Unbekannten erschossen. | |
| 2.10.2006 | Eine Gruppe von ca. 70 Angehörigen der Nationalbolschewistischen Partei demonstriert vor der Staatsduma und verlangt den in der Verfassung garantierten freien Zugang zu den Sitzungen. Die Polizei verhaftet 51 Demonstranten. | |
| 2.10.2006 | Georgien übergibt die vier verhafteten russischen Offiziere an einen Beauftragten der OSZE, der sie den russischen Behörden überstellt. | |
| 2.10.2006 | Die russische Regierung unterbricht jeglichen Land-, Luft- und Seeverkehr zwischen Russland und Georgien. Der Postverkehr wird eingestellt. Die Lieferung von Erdgas an Georgien wird jedoch fortgesetzt. | |
| 3.10.2006 | In Moskau beginnen breit angelegte Kontrollen von Unternehmen, die georgischen Staatsbürgern gehören. An den Kontrollen beteiligen sich auch Mitarbeiter der Abteilungen zum Kampf gegen das organisierte Verbrechen. | |
| 3.10.2006 | Die russische Regierung erkärt dem nordkoreanischen Botschafter, dass sie über den von Nordkorea angekündigten Atomwaffentest tief besorgt sei. | |
| 3.10.2006 | Präsident Putin trifft in Uralsk (Kasachstan) mit seinem kasachischen Amtskollegen Nursultan Nasarbajew zusammen. Die beiden Präsidenten erörtern bilaterale Fragen. Im Kontext des Treffens werden sechs Abkommen unterzeichnet. | |
| 3.-5.10.2006 | In Osh findet eine gemeinsame Übung russischer und kirgisischer Truppen statt. | |
| 4.10.2006 | Putin empfängt die Fraktionsvorsitzenden der Duma und äußert sich dabei in scharfer Form über das Verhalten der georgischen Regierung. Nach dem Treffen bezeichnete Boris Gryslow, der Vorsitzende der Staatsduma, das Vorgehen der georgischen Führung als "Politik des Staatsterrorismus" und erklärte, alle Maßnahmen, die die russische Gesetzgebung im Kampf gegen den Terrorismus vorsähe, seine auch gegen Georgien anwendbar. | |
| 4.10.2006 | Im Bezirk Magaramkent (Dagestan) kommt es zu einem Feuergefecht zwischen Sicherheitskräften und Untergrundkämpfern. Ein Polizist wird getötet, ein zweiter verwundet. Vier Personen werden festgenommen. | |
| 5.10.2006 | Die Tageszeitung "Kommersant" berichtet, dass der Föderale Migrationsdienst eine georgische Abteilung einrichtet, die sich auschließlich mit georgischen Migranten befassen wird. | |
| 5.10.2006 | In Athen unterzeichnen Ministerpräsident Michail Fradkow und sein griechischer Amtskollege Konstantinos Karamanlis eine Erklärung über die Zusammenarbeit im Schwarzmeerraum. | |
| 5.10.2006 | Präsident Putin weist die Regierung an, Maßnahmen zur Regulierung der Lage auf den öffentlichen Märkten zu treffen, insbesondere im Hinblick auf illegale Beschäftigung von ausländischen Arbeitskräften. | |
| 5.10.2006 | Der UN-Sonderberichterstatter für Folter, der Österreicher Manfred Nowak, sagt seine für den 9.-20. Oktober angesetzte fact-finding-mission in den Nordkaukasus ab, nachdem die russischen Behörden entgegen ursprünglichen Zusagen kurzfristig ihre Zustimmung zu unangekündigten Gefängnisbesuchen und Vier-Augen-Gesprächen mit Gefangenen zurückzogen. | |
| 5.10.2006 | In Reaktion auf die fremdenfeindlichen Vorfälle in Kondopoga löst Präsident Putin Generalmajor der Miliz Dmitrij Michajlow, den karelischen Innenminister, und Generalmajor Aleksej Dorofejew, den Leiter des Inlandsgeheimdienstes FSB in Karelien, ab. Generalstaatsanwalt Jurij Tschajka entlässt den Staatsanwalt der Republik Karelien, Wladimir Panasenko. | |
| 6.10.2006 | Die russischen Behörden verbringen 143 Georgier auf einen Militärflugplatz und deportieren sie nach Georgien. Gleichzeitig werden 180 Russen mit Flugzeugen des Ministeriums für Katastrophenschutz aus Georgien evakuiert. | |
| 7.10.2006 | Die kritische Journalistin Anna Politkowskaja wird im Aufzug ihres Wohnhauses von einem Auftragskiller erschossen. | |
| 7.10.2006 | Präsident Putin feiert seinen 54. Geburtstag. | |
| 7.10.2006 | Es wird bekannt, dass der Fußballverein Schalke 04 den russischen Erdgasmonopolisten Gazprom als Sponsor gewonnen hat. | |
| 8.10.2006 | In acht Föderationssubjekten (in den Republiken Tschuwaschija, Karelien und Tuwa sowie in den Gebieten Astrachan, Lipezk, Nowgorod, Primorje, Swerdlowsk und im Jüdischen Autonomen Gebiet) finden Wahlen zu den regionalen Vertretungskörperschaften statt. | |
| 8.10.2006 | Die Besitzer der "Nowaja gaseta", für die Anna Politkowskaja arbeitete, setzen eine Prämie von 23 Mio. Rubel (ca. 930.000 US$) für Hinweise aus, die zur Auffindung ihres Mörders dienlich sind. | |
| 9.10.2006 | Die russischen Aluminiumproduzenten Rusal und SuAl schließen sich mit dem Schweizer Unternehmen Glencore sich unter dem Namen "Rossijskij Aljuminij" zusammen. Damit entsteht der größe Aluminiumkonzern der Welt. | |
| 9.10.2006 | Putin verurteilt den nordkoreanischen Atomtest. | |
| 9.10.2006 | Der Vorstandsvorsitzende von Gazprom, Alexej Miller, teilt mit, dass sein Unternehmen das Shtokman-Erdgasfeld ohne ausländische Partner erschließen wird. | |
| 9.10.2006 | In Chasawjurt (Dagestand) blockieren 500 Demonstranten die Hauptstraße nach Machatschkala und protestieren gegen die wachsende Zahl von Entführungen. Vier Tage zuvor wurden zwei junge Männer von Unbekannten festgenommen und sind seitdem verschwunden. Das dagestanische Innenministerium bestreitet jede Kenntnis von dieser Entführung. | |
| 9.12.2006 | Litauen weist einen russischen Diplomaten wegen geheimdienstlicher Tätigkeit aus. | |
| 10.-12.10.2006 | Staatsbesuch Putins in Deutschland. Der Präsident nimmt in Dresden am Petersburger Dialog teil. Der Besuch ist überschattet vom Mord an der Journalistin Anna Politkovskaja. | |
| 10.10.2006 | Alexander Plochin, der Moskauer Direktor der Vneshtorgbank, wird vor seiner Wohnung von Unbekannten erschossen. | |
| 10.10.2006 | Ein Frankfurter Gericht spricht dem deutschen Unternehmer Franz Sedelmeyer für Lieferungen an russische staatliche Stellen eine Kompensaton von 5 Mio US$ zu. Um die Schuld zu begleichen belegt das Gericht die Konten der Ost-West-Handelsbank, die dem russischen Staat gehört, mit Beschlag. | |
| 11.10.2006 | Putin trifft auf seinem Deutschlandbesuch in Bayern ein. | |
| 12.10.2006 | Der Dumaausschuss für Verfassung und Staatsaufbau lehnt es ab, eine Kommission zur Untersuchung der fremdenfeindlichen Vorfälle in Kondopoga einzusetzen. | |
| 12.10.2006 | Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte stellt fest, dass die russische Regierung für die unrechtmäßige Tötung von fünf Tschetschenen während einer Razzia der Sicherheitskräfte veranwortlich ist, und verurteilt sie zur Zahlung einer Kompensation an die Verwandten der Opfer in Höhe von 227.000 Euro. | |
| 12.10.2006 | Vor der deutschen Botschaft in Moskau protestieren deutsche und russische Atomkraftgegner gegen den Export von Atommüll aus dem münsterländischen Gronau nach Russland. Fünf Demonstranten werden festgenommen. | |
| 12.10.2006 | Das georgische Außenministerium teilt mit, dass auf georgischen Wunsch das Treffen der Genfer Arbeitsgruppe, die die Aufnahme Russlands in die WTO behandelt, auf unbestimmte Zeit verschoben wurde. | |
| 12.10.2006 | Die Verkehrsminister der EU fordern Russland auf, keine Gebühren für Überflugrechte über Sibirien zu erheben, wenn es in die WTO eintreten will. | |
| 13.10.2006 | Das höchste Gericht der mittelrussischen Region Nishnij Nowgorod verbietet auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Russisch-Tschetschenische Freundschaftsgesellschaft. Die internationale Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisiert das Urteil und erklärt, dies sei ein unverhohlener Versuch, einen scharfen Kritiker von Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien zum Schweigen zu bringen. | |
| 14.10.2006 | In Rjasan rast ein 21-jähriger, führerscheinloser, betrunkener Autofahrer in eine Marschkolonne von 200 Offiziersschülern der Luftlandetruppen. Sechs Personen werden getötet, 14 verletzt. Der Fahrer und die anderen fünf Insassen des PKW werden festgenommen. | |
| 15.10.2006 | Ein Mitglied des Stadtrats von Irbit (Gebiet Swerdlowsk) wird mit einer Schusswunde tot aufgefunden. Der Stadtrat war vorbestraft und hatte früher zehn Jahre im Gefängnis verbracht. | |
| 16.10.2006 | Die Generalstaatsanwaltschaft teilt mit, dass die Sicherheitskräfte im Falle des Mords an Andrej Koslow, des Chefs der Bankenaufsicht, in der Woche zuvor drei Verdächtige festgenommen hätten. | |
| 16.10.2006 | Igor Lisjutin, der Generaldirektor von "Eleks-Poljus", dem größten Vertriebsunternehmen des Kfz-Konzerns AvtoVAZ, wird auf dem Weg zu seinem PKW von einem Unbekannten angeschossen und schwer verletzt. | |
| 16.10.2006 | Die Nachrichtenagentur Interfax teilt mit, dass in St. Petersburg 286 Offiziersschüler der Raumfahrtakademie mit Lebensmittelvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert worden sind. | |
| 16.10.2006 | Anatolij Woronin, der bei der Nachrichtenagentur ITAR-TASS die Wirtschaftsverwaltung leitet, wird in seiner Wohnung erstochen aufgefunden. | |
| 17.10.2006 | Der russische Innenminister teilt mit, dass die Sicherheitskräfte eine Bande aufgedeckt haben, die mittels Banken und Kreditorganisatonen über 8 Mrd.US$ gewaschen hat. Der Bandenführer steht angeblich in Verbindung zu den georgischen Streitkräften. | |
| 17.10.2006 | Die in Luxemburg versammelten Außenminister der EU kritisieren in einer Erklärung die russische Wirtschaftsblockade gegen Georgien. | |
| 17.10.2006 | Oleg Orlow, Vorsitzender von Memorial, gibt sein Amt im Präsidentenrat für Zivilgesellschaft und Menschenrechte in Reaktion auf Putins Äußerungen über den Tod von Anna Politkowskaja auf. | |
| 17.10.2006 | Auf dem Moskauer Flughafen stirbt ein Georgier, der sich in Abschiebehaft befindet. Der asthmakranke 58-Jährige war zuvor in St. Petersburg fünf Tage unter schlechten Bedingungen in einem Abschiebelager festgehalten worden und erhielt nicht die angemessene ärztliche Versorgung. | |
| 18.10.2006 | Die Frist zur Registrierung von ausländischen Nichtregierungsorganisationen läuft ab. Bislang sind erst 67 von ca. 200 ausländischen NGOs registriert. Zu den nichtregistrierten Organisationen gehören die Friedrich-Naumann-Stiftung, die Friedrich-Ebert-Stiftung, Amnesty International und Human Rights Watch. | |
| 18.10.2006 | Präsident Putin empfängt den israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert und erörtert mit ihm die Lage im Nahen und mittleren Osten. | |
| 18.10.2006 | Angehörige der Abteilung für Verfolgung des organisierten Verbrechens des Innenministeriums durchsuchen drei Stunden lang die Büros von Rosprirodnadzor, der Föderalen Agentur für die Inspektion von Bodenschätzen. Sie beschlagnahmen Dokumente, die sich auf Inspektionsreisen nach Sachalin 2, Jushno-Tambowskoe und die Lukojl-Ölfelder in der Komi-Republik beziehen. Oleg Mitwol, der Stellvertretende Leiter der Agentur, ist verantwortlich für das Vorgehen gegen das Projekt Sachalin 2, an dem u.a. Shell beteiligt ist. | |
| 19.10.2006 | In Dalnegorsk (Region Primorje) wird Dmitrij Fotjanow, der für das Bürgermeisteramt kandidiert, auf dem Weg von einer Wahlkampfveranstaltung zur anderen von Unbekannten mit einer automatischen Waffe erschossen. | |
| 19.10.2006 | Das Blacksmith Institute veröffentlicht seine Liste der Orte mit der
höchsten Umweltbelastung. Unter den aufgeführten 35 Orten sind acht aus Russland
(Dsershinsk, Halbinsel Kola, Republik Komi, Magnitogorsk, Majak/Karatschaj-See,
Tscheljabinsk, Norilsk, Rudnaja pristan/Dalnegorsk, Wolgograd), sechs aus
Indien, je zwei aus China, den USA, den Philippinen und Rumänien | |
| 20.10.2006 | Auf die Steuerinspektion Nr. 7 in Moskau wird ein Bombenanschlag verübt. Personen kommen nicht zu Schaden. | |
| 20.10.2006 | Präsident Putin nimmt am informellen EU-Gipfel in Lahti teil. Im Verlauf des spannungsvollen Treffens lehnt der russische Präsident es ab, die Energiecharta in der gegenwärtigen Form zu unterzeichnen und weist Forderungen der EU-Regierungen zurück, Garantien für langfristige Energielieferungen zu geben. | |
| 20.10.2006 | Am Flughafen Scheremetjewo beschlagnahmt der Zoll Kunstwerke, die zu einer Ausstellung nach London ausgeführt werden sollen. Der Zoll beanstandet Collagen, die Putin, Bush und Osama bin Laden in spärlicher Bekleidung zeigen. | |
| 21.10.2006 | US-Außenministerin Condoleezza Rice führt in Moskau Gespräche über ein gemeinsames Vorgehen im Fall der iranischen und nordkoreanischen Atomprogramme. Sie besucht auch die Redaktion der "Nowaja gazeta", um der ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja zu gedenken. | |
| 21.10.2006 | Mehrere Vermummte stürmen die Moskauer Galerie von Marat Gelman und zerstören ausgestellte Kunstwerke eines georgischen Malers. Marat Gelman wird zusammengeschlagen. Gelmans Galerie gilt bei russischen Ultranationalisten als "Treibhaus" von "Kosmopolitismus" und "antirussischen Werten". | |
| 23.10.2006 | Der russische Frachter "Sinegorie" mit einer Holz-Lieferung aus dem Fernen Osten Russlands nach China sinkt, nachdem sich ein Teil der Ladung in einem schweren Sturm gelöst und den Schiffsrumpf beschädigt hat. Elf der 18 Besatzungsmitglieder können gerettet werden. | |
| 23.10.2006 | Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" veröffentlicht den 5. Worldwide Press Freedom Index. Darin rangiert Russland unter 168 Ländern auf Platz 147 - hinter Singapur, aber noch vor Tunesien. | |
| 23.10.2006 | Der Föderale Registrationsdienst teilt mit, dass er die "Russische Volksdemokratische Union" des früheren Ministerpräsidenten Michail Kasjanow nicht als Partei registrieren werde. | |
| 23.10.2006 | Der Präsidialbeauftragte für den Südlichen Föderalbezirk, Dmitrij Kosak, leitet in Moskau die Sitzung einer Kommission, die sich mit der Verbesserung der sozioökonomischen Bedingungen in diesem Föderalbezirk befassen soll. | |
| 24.10.2006 | In der Nähe von Tscheljabinsk birst eine Ölpipeline. Das ausgelaufene Rohöl verschmutzt eine Fläche von 5.500 qm. | |
| 24.10.2006 | Die russisch-ukrainischen Energieunternehmen RosUkrEnergo und UkrGaz-Energo unterzeichnen in Moskau eine Vereinbarung über den Preis, zu dem 2007 russisches Gas an die Ukraine geliefert werden soll. Zuvor war eine entsprechende Verständigung zwischen den Regierungen beider Länder erzielt worden. Der Preis beträgt danach 2007 130 US$ pro 1000 Kubikmeter. Derzeit sind es 95 US$. | |
| 25.10.2006 | Putin stellt sich im Programm "Die direkte Leitung" der Bevölkerung. In 2 Stunden und 54 Minuten beantwortet er eine Vielzahl von Fragen. Im Vordergrund stehen soziale und wirtschaftliche Probleme. Der Präsident erklärt abermals, er strebe keine dritte Amtszeit an. | |
| 25.10.2006 | Der Test einer Rakete des Typs "Bulawa", die von einem U-Boot aus gestartet wird, schlägt fehl. | |
| 25.10.2006 | Es wird bekannt, dass Teilnehmer einer hochrangigen Arbeitsgruppe des Innenministeriums ihre Besorgnis über die Lage in der Wolga-Region geäußert haben. Danach hat es dort im Laufe des Jahres 2007 214 Anschläge mit terroristischem Hintergrund gegeben (Saratow 51, Perm 36, Udmurtien 17, Tatarstan 14). | |
| 25.10.2006 | Im Gebiet Pskov wird nach einer Massenvergiftung durch gepanschten Alkohol der Notstand ausgerufen. Seit Anfang Oktober sind 15 Personen gestorben, 140 mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. | |
| 25.10.2006 | Das Europäische Parlament verabschiedet eine Resolution, die die Mitgliedsstaaten auffordert, über die Beziehungen zu Russland ernsthaft nachzudenken und sie nicht nur von wirtschaftlichen Gesichtspunkten abhängig zu machen. | |
| 25.10.2006 | Das Regionalparlament von Adygej nominiert den Rektor der Technischen Universität Maikop, Aslantscheryj Tchakuschinow, zum Kandidaten für den Posten des regionalen Präsidenten. Dies ist der erste Fall, in dem das Gesetz vom Dezember 2005 angewendet wird, nach dem die Partei mit den meisten Stimmen den Kandidaten für das Oberhaupt der regionalen Exekutive benennen kann. | |
| 26.10.2006 | Gennadij Sjuganow, der Vorsitzender der KPRF, kündigt an, dass er bei den Wahlen 2008 für das Präsidentenamt kandidieren werde. | |
| 26.10.2006 | Rosregistrazija, der Föderale Registrationsdienst, teilt mit, dass von den angemeldenten 35 Parteien nur 19 zu den Parlamentswahlen 2007 zugelassen werden können. Die übrigen 16 erfüllen die Zulassungsvoraussetzungen (50.000 Mitglieder, regionale Organisatonen in allen Föderationssubjekten) nicht. Zugelassen sind u.a. "Einiges Russland", KPRF, LDPR, "Heimat", "Union der Rechten Kräfte" und Jabloko. | |
| 26.10.2006 | Putin empfängt NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer zu einem Gespräch über Sicherheitsfragen. De Hoop Scheffer trifft auch mit Verteidigungsminister Sergej Iwanow zusammen. Auf der Gesprächsagenda steht u.a. der Konflikt zwischen Russland und Georgien. | |
| 27.10.2006 | Die Regierung veröffentlicht Informationen über Einkommen und Immobilienbesitz ihrer Mitglieder. Reichster Minister ist danach Jurij Trutnew, der Minister für Bodenschätze, der ein Jahreseinkommen von 7,9 Mio US$ deklariert. | |
| 28.10.2006 | "Heimat", die "Partei des Lebens" und die "Partei der Pensionäre" teilen offiziell mit, dass sie sich zu einer neuen Partei zusammengeschlossen haben. | |
| 28.10.2006 | In Chasawjurt (Dagestan) protestieren 1.000 Personen gegen die fortgesetzten Entführungen. Seit 2004 sind etwa 70 Einwohner der Stadt verschwunden. Die Protestierer gehen davon aus, dass der tschetschenischen Präsident Ramsan Kadyrow hinter den Entführungen steckt. | |
| 29.10.2006 | Eine Studie des U.S. Congresses stellt fest, dass Russland beim Waffenexport an Entwicklungsländer 2005 mit einem Exportvolumen von 7 Mrd. US$ vor den U.S.A. liegt. | |
| 29.10.2006 | In St. Petersburg protestieren etwa 300 Personen gegen fremdenfeindliche Verbrechen. | |
| 30.10.2006 | Generalstabschef Jurij Balujewskij und sein U.S.amerikanischer Amtskollege General Peter Pace unterzeichnen ein Abkommen über militärische Zusammenarbeit. Einzelheiten sind nicht bekannt. | |
| 31.10.2006 | Das russische Unternehmen "Atomstrojeksport" erhält den Zuschlag für den Bau des zweiten bulgarischen Atomreaktors, der in Belene an der Donau geplant ist. | |
| 31.10.2006 | Der Moskauer Bürgermeister Jurij Lushkow verbietet den "Russischen Marsch", eine für den 4. November geplante Demonstration rechtsradikaler Organisationen. | |
| 31.10.2006 | Das Unternehmen "Prof-Media" erwirbt "Rambler-Media", das die russische Internetsuchmaschine "Rambler" betreibt. "Prof-Media" wird damit zur größten Media-Holding Osteuropas. "Prof-Media" gehört zur Holding "Interros", an dessen Spitze Wladimir Potanin steht. | |
| 1.11.2006 | Der georgische Außenminister Gela Beshuashvili führt Gespräche mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow. Das ist das erste Treffen auf Außenministerebene seit der Zuspitzung des russisch-georgischen Konflikts. | |
| 1.11.2006 | Der designierte UNO-Generalsekretär und südkoreanische Außenminister Ban Ki Moon trifft zu seinem Antrittsbesuch in Moskau ein. Zu den Gesprächsthemen gehören der Atomkonflikt mit Nordkorea und die UN-Reform. | |
| 1.11.2006 | Mitarbeiter der Umweltaufsichtsbehörde Rosprirodnadzor betreten bei einem Kontrollgang in Begleitung von Journalisten das Gelände der Residenz des Gouverneurs von Krasnojarsk, Alexander Chloponin, und werden von der Wache des Gouverneurs festgenommen. Die Residenz befindet sich in der geschützten Uferzone des Enisej, in der die Errichtung von Bauten verboten ist. | |
| 2.11.2006 | Sergej Katanandow, der Gouverneur von Karelien, tauscht nach einem Gespräch mit Präsident Putin (31.10.) 13 der Rayonsverwaltungschefs der Republik aus. | |
| 2.11.2006 | Anatolij Lisizyn, der Gouverneur von Jaroslawl, wird auf Vorschlag Putins vom Regionalparlament zum viertenmal zum Gouverneur gewählt. | |
| 2.11.2006 | Gazprom kündigt an, es werde den Preis für Gaslieferungen an Georgien 2007 von 110 auf 230 US$ pro 1.000 Kubikmeter erhöhen. | |
| 3.11.2006 | Der georgische Präsident Michail Saakaschwili erklärt, Georgien werde Gas aus dem Iran und Aserbaidschan importieren, um die Preiserhöhung für russische Lieferungen aufzufangen. | |
| 4.11.2006 | Anlässlich des Nationalfeiertages kommt es in mehreren Städten zu Demonstrationen rechtsradikaler Gruppierungen. In Moskau versammeln sich 2.000-3.000 zu einer verbotenen Demonstration, gegen die die Polizei mit großer Härte vorgeht. Ca 560 Personen werden festgenommen. In St. Petersburg kommt es zu Zusammenstößen zwischen rechten und linken Demonstranten. | |
| 4.11.2006 | Tajmuras Mamsurow, Präsident von Nordossetien, einem Föderationssubjekt der Russischen Föderation, besucht Zchinwali, die Hauptstadt der nicht anerkannten Republik Südossetien, die völkerrechtlich Teil Georgiens ist, und spricht sich öffentlich für das Selbstbestimmungsrecht von Nationen aus. | |
| 5.11.2006 | In Nesterowskaja (Inguschetien) stürmen Sicherheitskräfte ein Haus und töten drei Personen, die als tschetschenische Untergrundkämpfer bezeichnet werden. | |
| 6.11.2006 | Transparency International veröffentlicht den Corruption Perception Index für 2006. Russland rangiert auf Platz 121 gemeinsam mit Ruanda und den Philippinen. | |
| 6.11.2006 | Das "Handelsblatt" berichtet, dass der russische Energiekonzern Gazprom eine Minderheitsbeteiligung beim deutschen Energieunternehmen RWE anstrebe. Gazprom sondiert nach dieser Meldung mehrere Optionen, sich bei westeuropäischen Versorgern einzukaufen, u.a. bei RWE. Gazprom dementiert diese Meldung. | |
| 7.11.2006 | Der Mineralölkonzern Rosneft und das aserbaidschanische staatliche Erdölunternehmen SOCA unterzeichnen ein Abkommen über Zusammenarbeit bei Erkundung und Ausbeutung von Ölfeldern. | |
| 7.11.2006 | Im Bezirk Schatoj (Tschetschenien) gerät eine Kolonne russischer Sicherheitskräfte in einen Hinterhalt. Sieben Polizisten aus der Region Mordowa werden getötet, wenigstens ein weiterer verwundet. | |
| 7.11.2006 | Die Ratingagentur Moody's behält die Einstufung Baa2, die zweitniedrigste Kategorie für Investmentgrade sowie russische Rubel- und Fremdwährungsanleihen bei. Dies wird mit den politischen Unsicherheiten durch die Wahlen 2007/2008 begründet. | |
| 7.11.2006 | Die Ratingagentur Standard & Poor kritisiert die niedrige Transparenz russischer Unternehmen. | |
| 8.11.2006 | Die Generalstaatsanwaltschaft erklärt, sie werde beantragen, Rospan, einer Tochter von TNK-BP, die Lizenz für die westsibirischen Gasfelder wegen gravierender Verletzungen der Umweltbestimmungen zu entziehen. | |
| 8.11.2006 | Präsident Putin hält bei der Einweihung des neuen Gebäudes für den militärischen Geheimdienst GRU die Eröffnungsrede. | |
| 8.11.2006 | Der Film "Borat" wird von der Staatlichen Agentur für Kultur und Kino nicht zur Präsentation in russischen Kinos freigegeben. | |
| 8.-9.11.2006 | Ministerpräsident Fradkow führt in Peking mit der chinesischen Regierung Gespräche über Energiekooperation und die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Zum Abschluss seines Besuchs werden acht Abkommen in den Bereichen Bergbau, Handel, Energie, Kfz-Produktion und Infrastruktur geschlossen. Der Wert aller Abkommen zusammen beläuft sich auf 800 Mio US$. | |
| 9.11.2006 | Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilt die russische Regierung dazu, tschetschenischen Familien wegen der Ermordung von Angehörigen durch staatliche Sicherheitskräfte Schmerzensgeld in Höhe von fast 160.000 Euro zu zahlen. | |
| 9.11.2006 | Putin ernennt Verteidigungsminister Sergej Iwanow zum Vorstandsvorsitzenden der Vereinten Flugzeuggesellschaft (OAK), die im Februar gegründet wurde und sich zu 75% in staatlicher Hand befindet. | |
| 9.11.2006 | Der Oberste Gerichtshof hebt den Freispruch für die Angeklagten im Fall des Mordes an dem amerikanischen Journalisten Paul Khlebnikov auf und verweist das Verfahren an das Moskauer Gericht zurück. | |
| 10.11.2006 | Marschall Igor Sergejew, ehemaliger Verteidigungsminister, stirbt im Alter von 68 Jahren an einer schweren Krankheit. | |
| 12.11.2006 | In der nicht anerkannten Republik Südossetien, die völkerrechtlich Teil Georgiens ist, wird Präsident Eduard Kokojti mit 96% wiedergewählt. Ein Referendum für die Unabhängigkeit der Republik ergibt 99% Zustimmung. Gegner Kokojtys wählen in einem eigenen Wahlverfahren Dmitrij Sanakojew zum Präsidenten. Er erhält 88% der Stimmen. Die OSZE bezeichnet die Wahlen als "unnötig, nicht hilfreich und unfair". | |
| 12.11.2006 | Ein 17-jähriger Tschetschene wird auf dem Rückweg vom Judotraining an der Metrostation Retschnoj voksal von Unbekannten erstochen. | |
| 13.11.2006 | Die polnische Außenministerin Anna Fotyga weigert sich, der EU-Kommission ein Mandat für die Aushandlung eines neuen Partnerschafts- und Kooperationsabkommens mit Russland zu erteilen. Die polnische Regierung will Verhandlungen mit Russland erst zustimmen, wenn Moskau Importbeschränkungen für polnische Agrarprodukte aufhebt und die Europäische Energie-Charta ratifiziert. | |
| 13.11.2006 | Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch legt einen Bericht vor, der feststellt, dass sowohl Sicherheitskräfte, die dem tschetschenischen Ministerpräsidenten Ramsan Kadyrow unterstehen, als auch Angehörige des russischen Innenministeriums systematisch Gefangene foltern. | |
| 13.11.2006 | Das russische Verteidigungsministerium teilt mit, dass das bisher rein militärische Satelliten-Navigationssystem GLONASS künftig auch kommerziell genutzt werden soll. | |
| 14.11.2006 | In Moskau wird Selimchan Magomedow, Direktor des National Oil Institute Fund, einer privaten Consulting-Gesellschaft, von Unbekannten erschossen. | |
| 14.11.2006 | Präsident Putin spricht anlässlich der Eröffnung des Kongresses des Verbandes der Unabhängigen Gewerkschaften und mahnt die Gewerkschaften, sich der Sorgen der Arbeiter anzunehmen. | |
| 14.11.2006 | Das russische Telekommunikationsunternehmen Vympelkom erwirbt 90% der Anteile von Armentel, der armenischen Telefongesellschaft, die bisher in der Hand eines Konsortiums war, an dem auch das griechische Telekommunikationsunternehmen OTA beteiligt war. | |
| 14.11.2006 | Der russische Erdgaskonzern Gazprom schließt ein Abkommen mit dem italienischen Energiemonopolisten ENI, welches Gazprom ab 2007 gestattet, Gas direkt auf dem italienischen Markt zu verkaufen. | |
| 15.11.2006 | Bei einer Zwischenlandung auf dem Weg zum Gipfel der Asia-Pacific Economic Cooperation (APEC) trifft US-Präsident Bush auf dem Moskauer Flughafen den russischen Präsidenten Putin. Die beiden Staatsmänner erörtern u.a. Russlands Beitritt zur WTO und das weitere Vorgehen gegenüber dem Iran. | |
| 15.11.2006 | Der Energiekonzern Gazprom löst den Stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Alexander Rjazanov ab. An seine Stelle tritt Valerij Golubev, ein früherer KGB-Offizier, der derzeit dem Dienstleistungsbereich von Gazprom vorsteht. | |
| 15.11.2006 | Putin ernennt Oleg Safonow zum Stellvertretenden Innenminister. Safonow stammt aus dem Petersburger FSB und ist gegenwärtig beim Rechnungshof tätig. Auch die Leiter der Abteilungen zur Bekämpfung organisierter Kriminalität und Wirtschaftsverbrechen werden abgelöst. | |
| 16.11.2006 | Die gesamte Redaktion der Wochenzeitung "Gorod" (Autonomer Bezirk der Chanten und Mansen) wird entlassen, nachdem die Zeitung Informationen über Unterschlagung regionaler Budgetmittel publizieren will. An Stelle des Materials erscheint ein Artikel, der die erfolgreiche Arbeit des Gouverneurs Jugra Filipenko herausstreicht. | |
| 16.11.2006 | Der Soziologe Jurij Lewada, Leiter des renommierten, nach ihm benannten Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum, stirbt im Alter von 76 Jahren. | |
| 17.11.2006 | Treffen Putins mit der Führung der Partei "Einiges Russland" in Nowo-Ogarewo. Der Präsident erörtert mit den Parteiführern innen- und außenpolitische Fragen. | |
| 17.11.2006 | Die Staatsduma verabschiedet mit 342 gegen 99 Stimmen in dritter und letzter Lesung ein Gesetz, das die Quoren bei Duma- und Präsidentenwahlen abschafft. Bisher war bei Parlamentswahlen eine Beteiligung von 25%, bei Präsidentenwahlen eine von 50% Voraussetzung für die Gültigkeit des Wahlgangs. Außerdem kann Kandidaten die Registrierung verweigert bzw. wieder entzogen werden, wenn ihnen "extremistische Aktivitäten" nachgewiesen werden können. | |
| 18.11.2006 | Mowladi Bajsarow, früher Kommandeur einer Spezialeinheit des Geheimdienstes in Tschetschenien und Gegner des tschetschenischen Regierungschefs, Ramzan Kadyrow, wird in Moskau in einem Feuergefecht mit der Polizei erschossen. | |
| 19.11.2006 | Es wird bekannt, dass Alexander Litwinenko, früher Oberstleutnant im Inlandsgeheimdienst FSB, der gegenwärtig als politischer Flüchtling in Großbritannien lebt, Opfer eines Giftanschlags wurde und auf der Intensivstation eines Londoner Krankenhauses liegt. Ermittlungen der britischen Polizei sind im Gange. | |
| 19.11.2006 | Der russische Wirtschaftsminister German Gref und die US-Handelsbeauftragte Susan Schwab unterzeichnen während des Gipfeltreffens der APEC-Staaten in Hanoi eine bilaterale Vereinbarung, die amerikanischen Vorbehalte gegenüber einem russischen Beitritt zur WTO ausräumen. | |
| 20.11.2006 | Ein Wehrdienstleistender bei der Luftwaffe ist einem Bericht der Moscow Times zufolge auf Anordnung eines Offiziers im März bei Jekaterinburg lebendig begraben worden. Er sei von einem zufälligen Beobachter ausgegraben worden und anschließend untergetaucht. Offiziell wird er als fahnenflüchtig geführt. | |
| 20.11.2006 | Die EU erklärt ihre Unterstützung für den polnischen Protest gegen ein russisches Einfuhrverbot für polnische Lebensmittel. Polen hatte aus Protest gegen das Einfuhrverbot sein Veto gegen eine Neuauflage des EU-Partnerschaftsabkommen mit Russland eingelegt. | |
| 20.11.2006 | Das Parlament von Inguschetien erklärt den Plan des Präsidialbevollmächtigten im Südlichen Föderalbezirk, Dmitrij Kosak, Flüchtlinge aus ihrem Lager umzusiedeln, einstimmig für illegal. Kosak widerspricht der Kritik und erklärt, dass bei der Umsiedlung kein Zwang ausgeübt werde. | |
| 21.11.2006 | Der russische Botschafter bei der UNO, Witalij Tschurkin, unterstützt eine Petition der international nicht anerkannten Republiken Abchasien, Südossetien und Transnistrien, die sich gegen eine Diskussion ihres Status in der UN-Vollversammlung wenden. Die Diskussion war von den GUAM-Staaten (Georgien, Ukraine, Aserbaidschan und Moldawien) vorgeschlagen worden. | |
| 21.11.2006 | Nikolaj Senkewitsch, Vorstandsvorsitzender der Medienholding Gazprom-Media teilt mit, dass sein Unternehmen, das zu dem Erdgasmonopolisten Gazprom gehört, bis Ende des Jahres den Erwerb der Tageszeitung "Komsomolskaja Prawda" abgeschlossen haben wird. Die "Komsomolskaja Prawda" ist mit ca. 2,1 Mio Lesern eine der größten Zeitungen Russlands. | |
| 21.11.2006 | Ein Moskauer Gericht verurteilt Boris Stomachin, Herausgeber des monatlich erscheinenden Rundbriefes "Radikale Politik", wegen Volksverhetzung und des Extremismus zu fünf Jahren Lagerhaft. Stomachin hatte u.a. von der "russischen Okkupation Tschetscheniens" gesprochen und die tschetschenischen Untergrundführer als Helden bezeichnet. | |
| 21.11.2006 | Vor einer Versammlung der Mitarbeiter der Rechtsorgane kritisiert Präsident Putin den starken Anstieg von Kriminalität (um 12,5% gegenüber dem Vorjahr), die niedrige Aufklärungsrate (nur 50% der angezeigten Verbrechen werden aufgeklärt) und die mangelnden Fortschritte bei der Korruptionsbekämpfung. | |
| 21.11.2006 | Der Miteigentümer der Geschäftsbank "Spezsetstrojbank", Konstantin Meschtscherjakow, wird vor einem Wohnhaus im Nordwesten Moskaus von Unbekannten erschossen. | |
| 22.11.2006 | Präsident Wladimir Putin warnt in einem Gastbeitrag für die Financial Times die EU davor, die Beziehungen zu Russland in einem veralteten Freund-Feind-Schema zu betrachten. | |
| 22.11.2006 | In Moskau verhandeln die Vorstandsvorsitzenden von Gazprom und BP über eine Kooperation im Flüssiggasbereich. | |
| 23.11.2006 | Wirtschaftsminister German Gref kündigt eine Verdoppelung der staatlichen regulierten Erdgaspreise für russische Verbraucher bis 2010 an. Die entsprechende Regierungsentscheidung wird aber auf Dezember vertagt. | |
| 23.11.2006 | Der ehemalige sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow wird in München an der Kopfschlagader operiert. | |
| 23.11.2006 | Die amtierende finnische EU-Ratspräsidentschaft teilt in Brüssel mit, dass Polen im Streit über die Aufnahme von Verhandlungen über ein neues Abkommen mit Russland nicht zum Einlenken bewegt werden konnte. Damit könnten die Verhandlungen über ein neues bilaterales Grundsatzabkommen nicht wie geplant beim EU-Russland-Gipfel am Folgetag in Helsinki beginnen. | |
| 23.11.2006 | Alexander Litvinenko verstirbt an den Folgen eines Giftanschlages in einem Londoner Krankenhaus. | |
| 24.11.2006 | Sprecher der niederländischen NGO "Stichting Russian Justice Initiative" teilen mit, dass Rosregistracija, der Föderale Registrationsdienst, es am 15.11.2006 abgelehnt hat, die Organisation zu registrieren. Die Niederländer hatten u.a. tschetschenische Opfer von Behördenwillkür vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte vertreten. | |
| 24.11.2006 | Die Partei "Einiges Russland" erweitert das Büro ihres Höchsten Rates. Auf dem Parteitag am 2.12. sollen u.a. Wladimir Jakunin, der Vorstandsvorsitzende des Eisenbahnkonzerns, und Sergej Tschemesow, der Generaldirektor des Rüstungsexportkonzerns "Rosoboronprom", kooptiert werden. | |
| 24.11.2006 | Russische Nachrichtenagenturen melden, dass die Auslieferung des Abwehrsystems Tor-M1 an den Iran begonnen hat. Die iranische Führung hatte Ende 2005 insgesamt 29 Raketenabwehrsysteme bestellt, die zum Schutz von Atomanlagen und Führungseinrichtungen dienen sollen. | |
| 24.11.2006 | Die ORF-Russland-Korrespondentin Susanne Scholl wird während ihrer Arbeit in Tschetschenien von russischen Sicherheitskräften festgenommen, nach Inguschetien verbracht und nach Beschlagnahme des Filmmaterials freigelassen. | |
| 24.11.2006 | Die EU und Russland vereinbaren auf dem EU-Russland-Gipfel in Helsinki die Überfluggebühren für EU-Flugzeuge auf dem Weg zu asiatischen Flughäfen ab 2007 zu reduzieren und 2014 endgültig abzuschaffen. Der Beginn der Gespräche über ein neues Partnerschafts- und Kooperationsabkommen wurde durch Polen blockiert, welches fordert, dass Russland vor Beginn der Gespräche sein Einfuhrverbot für polnisches Fleisch aufhebt und die Energiecharta unterzeichnet. | |
| 26.11.2006 | In Chasawjurt (Dagestan) töten Sicherheitskräfte nach vierstündigem Feuergefecht fünf Untergrundkämpfer. Einer der Toten wird als Abu Chavs identifiziert, der als wichtigster Kontaktmann von al Quaida im Kaukasus gilt. Auf seiten der Sicherheitskräfte wird ein FSB-Beamter verwundet. | |
| 26.11.2006 | Anhänger der weitgehend unbekannten Jugendorganisation "Mestnye" (Hiesige) führen auf 20 Moskauer Märkten Kontrollen "illegaler" Händler durch. Es kommt zu Zusammenstößen. Die Polizei nimmt insgesamt 80 Personen fest. | |
| 27.11.2006 | Der russische Erdgaskonzern Gazprom kündigt an, dass er den Preis seiner Gaslieferungen in die EU 2007 um 15% erhöhen wird. | |
| 27.11.2006 | Das Moskauer Stadtgericht verurteilt zwei Staatsanwälte wegen Bestechung zu vier Jahren Haft in einem Hochsicherheitsgefängnis. | |
| 27.11.2006 | Die OECD legt ihren Wirtschaftsbericht über Russland vor und kritisiert die wachsende Rolle des Staates in der Wirtschaft, rät zu einer klaren Sparstrategie und plädiert für Reformen und eine wirksamere Korruptionsbekämpfung. | |
| 28.11.2006 | Gipfeltreffen der GUS-Staaten in Minsk. Die Staatsoberhäupter diskutieren die Reform der GUS, kommen aber zu
keinem Beschluss. Präsident Putin teilt mit, dass Russland den Importstopp für moldawischen Wein aufhebt. Die Ukraine, Belarus und Aserbaidschan vereinbaren eine Energiekooperation. Russische Pressevertreter protestieren dagegen, dass drei russischen Journalisten die Akkreditierung verweigert wird. | |
| 28.11.2006 | Der Erdgaskonzern Gazprom und das staatliche kontrollierte Mineralölunternehmen Rosneft unterzeichnen eine Vereinbarung über eine weitreichende Zusammenarbeit bei der Erschließung von Öl- und Erdgasfeldern, der Förderung, dem Transport und bei der Verarbeitung von Mineralölprodukten. Die - sehr niedrigen - Inlandspreise sollen verdoppelt werden. | |
| 29.11.2006 | Die russische Presse teilt mit, dass der Wirtschaftsreformer und ehemalige Stellvertrende Ministerpräsident Jegor Gajdar mit Symptomen einer Vergiftung im Krankenhaus liegt. Sein Zustand sei stabil. | |
| 30.11.2006 | Außenminister Sergej Lawrow nimmt in Jordanien an der Sitzung eines "Zukunftsforums" teil. | |
| 30.11.2006 | Die Ministerpräsidenten Russlands und der Ukraine, Fradkow und Janukowytsch, erörtern in Moskau Fragen der bilateralen Beziehungen. | |
| 1.12.2006 | Maksim Kaschulinskij, der Chefredakteur der russischen Ausgabe von "Forbes", teilt mit, dass er von seinem Amt zurücktritt. Er protestiert damit dagegen, dass der Herausgeber der Zeitschrift "Axel Springer Russland" die Dezemberausgabe zurückgezogen hat. Kaschulinskij unterstellt, dass dies auf Druck von Jelena Baturina geschehen ist, der Ehefrau des Moskauer Bürgermeisters Lushkow, die als reichste Frau Russlands gilt. Die Ausgabe enthielt einen Artikel über Jelena Baturina, in der sie mit dem Satz zitiert wird: "Mir ist Protektion garantiert." | |
| 1.12.2006 | Präsident Putin und sein indonesischer Amtskollege Susilo Bambang Yudhoyono kommen überein, die militärische und energiewirtschaftliche Zusammenarbeit auszubauen. | |
| 2.12.2006 | In Ekaterinburg findet der 7. Parteitag von "Einiges Russland" statt. Sergej Tschemesow, der Chef von Rosoboroneksport, wird in das leitende Parteigremium gewählt. Wladimir Jakunin, der Chef der russischen Eisenbahnen, dessen Wahl ebenfalls erwartet wurde, tritt dagegen nicht an. | |
| 2.12.2006 | In Priamuchina, einem Dorf im Gebiet Twer, kommt ein orthodoxer Priester mit seiner Familie um, als sein Haus unter verdächtigen Umständen in Brand gerät. | |
| 4.12.2006 | Ermittler der britischen Polizei reisen nach Moskau, um dort mögliche Zeugen im Fall Litvinenko zu befragen. | |
| 4.12.2006 | In Samara wird der Generaldirektor des Erdgasunternehmens Itera-Samara, Alexander Samojlenko, von Unbekannten erschossen. | |
| 4.12.2006 | Der ehemalige Stellvertretende Ministerpräsident Jegor Gajdar wird aus dem Krankenhaus entlassen, in das er in der Woche zuvor mit Vergiftungssymptomen eingeliefert worden war. | |
| 4.12.2006 | Verteidigungsminister Sergej Iwanow teilt mit, dass die erste Einheit, die mit Interkontintalraketen Topol-M auf mobilen Startgeräten ausgerüstet ist, in Dienst gestellt wird. | |
| 4.12.2006 | Auf dem Ministerrat des OSZE in Brüssel kritisiert der russische Außenminister Sergej Lawrow die Organisation und wirft ihr "Unausgewogenheit" vor. U.a. verlangt er die Schaffung einer Arbeitsgruppe zur ODIHR, der Institution, die sich mit Wahlbeobachtung beschäftigt. | |
| 4.12.2006 | Außenminister Sergej Lawrow warnt seine britische Amtskollegin Margaret Beckett, den Fall Litvinenko zu politisieren, da sich dies negativ auf die beiderseitigen Beziehungen auswirken werde. | |
| 5.12.2006 | Alexij II, der Patriarch von Moskau und der Ganzen Rus', das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, kritisiert den Vatikan, dem er vorwirft, die Konversion von orthodoxen Gläubigen zu betreiben und die orthodoxe Kirche in der Westukraine zu diskriminieren. | |
| 5.12.2006 | Generalstaatsanwalt Jurij Tschajka teilt der Presse mit, dass die Verdächtige und Zeugen im Fall Litwinenko in Gegenwart britischer Polizisten von russischen Beamten verhört werden. | |
| 6.12.2006 | Die Duma verabschiedet in erster Lesung ein Gesetz, das dem Präsidenten erlaubt, auf Empfehlung der Duma, des Föderationsrates oder der Regierung Sanktionen gegenüber anderen Staaten auszusprechen. | |
| 6.12.2006 | Präsident Putin empfängt die Vertreter von zehn politischen Parteien und erörtert mit ihnen die politische Lage im Lande. Anwesend sind Boris Gryslow ("Einiges Russland"), Gennadij Sjuganow (KPRF), Wladimir Shirinowskij (LDPR) , Sergej Baburin ("Volksfreiheit") , Sergej Mironow ("Ehrliches Russland"), Nikita Belych (Union der Rechten Kräfte), Gennadij Gudkow (Volkspartei), Wladimir Plotnikow (Agrarpartei Russlands), Grigorij Jawlinskij (Jabloko) und Wasilij Schestakow (Sozialistische Einheitspartei Russlands). | |
| 6.12.2006 | Angehörige des Föderalen Zolldienstes durchsuchen die Moskauer Büros von IBM und anderen Computerfirmen. | |
| 6.12.2006 | In Moskau durchsuchen Beamte der Abteilung für Wirtschaftsverbrechen des Innenministeriums die Amtsräume des Staatlichen Rentenfonds. | |
| 6.12.2006 | Alexander Makarow, der Bürgermeister von Tomsk, wird unter dem Verdacht der Geldwäsche festgenommen. | |
| 7.12.2006 | Die russische Generalstaatsanwaltschaft qualifiziert den Tod von Alexander Litvinenko als Mord und leitet ein Untersuchungsverfahren ein. | |
| 7.12.2006 | In Moskau wird eine Temperatur von +7,5° Celsius gemessen. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Temperaturmessungen in Russland. Der bestehende Höchstwert betrug +6,6 ° Celsius und wurde 1898 gemessen. | |
| 7.12.2006 | Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow führt in Kiev mit seinem ukrainischen Amtskollegen Anatoliy Hrytsenko Gespräche über Rüstungs- und Verteidigungsfragen. Nach dem Treffen erklärt er, dass Russland das Vorhaben, das Großraumtransportflugzeug AN-70 gemeinsam mit der Ukraine zu bauen, aufgibt. Ferner warnt er die Ukraine vor einem Beitritt zur NATO. | |
| 7.12.2006 | In London wird Alexander Litvinenko, der von Unbekannten ermordet wurde, zu Grabe getragen. An der Beerdigung nehmen auch der emigrierte russische Finanzmagnat Boris Beresowskij und Achmed Sakajeq, der Außenminister der tschetschenischen Untergrundregierung, teil. | |
| 7.12.2006 | Die Wasseraufsichtsbehörde des Gebiets Amur setzt zwölf Lizenzen des Unternehmens "Starstroj" zur Wassernutzung außer Kraft. "Starstroj" baut Erdölpipelines und ist ein Subunternehmen des von Shell geführten Konsortiums "Sachalin Energy", das das Projekt Sachalin-2 betreibt. Der russische Minister für Bodenschätze, Jurij Trutnew, hatte zuvor angekündigt, dass im Falle eines Lizenzentzugs die Arbeiten an der Ölleitung unterbrochen werden müssen. | |
| 7.12.2006 | Die Moskauer Staatsanwaltschaft leitet ein Verfahren wegen des Giftmordes an Alexander Litvinenko ein. | |
| 8.12.2006 | Im Ministerium für Bodenschätze wird Oleg Mitwol, der Stellvertretende Leiter der Umweltschutzabteilung, von der Teilnahme an einer Kommission ausgeschlossen, die Föderlizenzen überprüft. Mitwols unmittelbarer Vorgesetzter, Sergej Saj, wird indes vom Minister, Jurij Trutnew, heftig kritisiert. | |
| 8.12.2006 | Die Staatsduma verlängert das Moratorium, welches den Vollzug der Todesstrafe in Russland aussetzt, um weitere drei Jahre. | |
| 8.12.2006 | Der Sozialversicherungsfond teilt mit, dass eine Kommission des Innenministeriums ein Untersuchungsverfahren eingeleitet hat, um Unterschlagungen in Millionenhöhe aufzuklären. | |
| 8.12.2006 | "Financial Times" berichtet, dass der britische Botschafter in Moskau, Tony Brenton, seit seiner Teilnahme an der Konferenz "Das andere Russland" am 11.7. von Angehörigen der Jugendorganisation "Naschi" (Unsere) belästigt wird, die ihn rund um die Uhr verfolgen. | |
| 9.12.2006 | Bei einem Feuer in einer Moskauer Drogen- und Trinkerheilanstalt sterben 43 Patientinnen und zwei Pflegerinnen, die sich nicht retten konnten, da Türen und Fenster versperrt waren. | |
| 10.12.2006 | Die Redaktion der Talk Show "Sabine Christiansen" (ARD) gerät ins Zwielicht, als bekannt wird, dass sie - angeblich auf Intervention der russischen Botschaft - den Oppositionspolitiker Gary Kasparow ausgeladen hat. | |
| 10.12.2006 | Die Hamburger Polizei entdeckt in dem Haus, das die Frau von Dmitrij Kowtun, einem Kontaktman Alexander Litwinenkos, bewohnt, Spuren von Polonium 120. | |
| 12.12.2006 | Gazprom teilt mit, dass es etwa 50% des Projekts Sachalin-2 erwerben wird, das sich bisher in den Händen von Shell, Mitsui und Mitsubishi befindet. | |
| 12.12.2006 | Angehörige des Inlandsgeheimdienstes FSB und der Abteilung zur Bekämpfung organisierter Kriminalität durchsuchen das Büros der Oppositionsgruppe "Vereinigte Bürgerfront", an deren Spitze Kasparow steht, und beschlagnahmen Unterlagen über einen "Marsch der Dissidenten", der für den 16. Dezember geplant ist. | |
| 12.12.2006 | Die Tageszeitung "Kommersant" meldet, dass auf dem Schwarzmarkt gegenwärtig eine Datenbank mit Angaben über 3 Mio Bankkunden erhältlich ist, die über deren Kreditwürdigkeit informiert. | |
| 13.12.2006 | Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" verleiht ihren jährlichen Medienpreis der Moskauer Zeitung "Nowaja gaseta". | |
| 13.12.2006 | Bei der Verleihung des Andrej Sacharow-Preises für Journalismus sind nur 20 Personen anwesend, darunter die acht Juroren, fünf Preisträger und drei Berichterstatter. | |
| 13.12.2006 | Der Sprecher des russischen Außenministeriums, Michail Kamynin, kritisiert die Teheraner Holocaust-Konferenz und erklärt, die russische Regierung lehne jede Verdrehung der Geschichte, die die Wahrheit über den Nazismus leugne, ab. | |
| 14.12.2006 | Der letzte Zug mit Ausrüstung und Gerät der bisher in der georgischen Hauptstadt Tbilisi stationierten russischen Truppen verlässt Tbilisi in Richtung Gumri (Armenien). Das restliche Personal wird nächste Woche abgezogen. | |
| 14.12.2006 | Der japanische Außenminister Taro Aso äußert sich vor einem Parlamentsausschuss in Tokio dahingehend, dass Russland und Japan den Streit um die Kurilen beenden sollten, indem sie die Inseln zwischen den beiden Staaten aufteilen. Der Sprecher des Außenministeriums erklärt später, es handele sich nicht um ein formelles Angebot. | |
| 14.12.2006 | Alexander Weshnjakow, der Vorsitzende der Zentralen Wahlkommission, gibt bekannt, dass die Präsidentenwahlen für den 9. März 2008 festgesetzt sind. | |
| 14.12.2006 | In St. Petersburg wird Iwan Koptjew, früher Vorstandsvorsitzender einer Bank, der die Zentralbank 2001 die Lizenz entzog, aus einem vorüberfahrenden Wagen erschossen. | |
| 15.12.2006 | Auf der Kabinettssitzung teilt Generalstaatsanwalt Jurij Tschajka mit, dass bei Inspektionen der Behörden 35.000 Regierungsangestellte bei strafbaren Handlungen ertappt worden seien. Am Vortag war das Büro des Vorsitzenden des Rentenfonds, Gennadij Batanow, durchsucht worden. Er war ebensowenig bei der Kabinettssitzung anwesend wie Gesundheitsminister Michail Surabow. | |
| 15.12.2006 | Putin empfängt seinen belarussischen Amtskollegen Alyaksandr Lukaschenka zu Gesprächen über Energiefragen. | |
| 15.12.2006 | Alexander Weshnjakow, der Vorsitzende der Zentralen Wahlkommission, korrigiert seine Aussage vom Vortag, die Präsidentenwahlen würden am 9. März stattfinden. Da dies ein Feiertag sei, werde die Wahl auf den 2. März vorgezogen. | |
| 16.12.2006 | In Moskau findet ein "Marsch der Unzufriedenen" statt, der von der Organisation "Das andere Russland" organisiert wird. Der "Marsch" findet als Kundgebung statt, nachdem die Stadt Moskau einen Demonstrationszug verboten hatte. 2.000-4.000 Personen nehmen daran teil. Die Stadt bietet ca. 8.000 Polizisten auf. | |
| 17.12.2006 | In Moskau nehmen ca. 70.000 Mitglieder der Jugendorganisation "Naschi" an einer Kundgebung zu Ehren der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg teil. In Kostümen von "Väterchen Frost" und seiner Begleiterin Snegurotschka (Schneeflöckchen) verteilen die Jugendlichen Geschenke an Kriegsveteranen. | |
| 17.12.2006 | Am Moskauer Puschkin-Platz versammeln sich 400 Journalisten und verlesen die Namen der russischen 200 Journalisten, die seit 1991 ermordet worden sind. | |
| 17.12.2006 | 326 kg angereichertes Uran werden per Flugzeug aus dem früherem DDR-Kernforschungszentrum Rossendorf zur Atomanlage "Lutsch" bei Podolsk (Russland) transportiert. Der Transfer ist Teil eines russisch-amerikanischen Programms im Kontext der IAEA, mit dem nukleare Materialien vor unbefugtem Zugriff gesichert werden sollen. | |
| 18.12.2006 | Der syrische Staatspräsident Bashar al-Assad trifft zu einem zweitägigen Arbeitsbesuch in Moskau ein. | |
| 18.12.2006 | Der neue Vorstand des Fernsehsender Ren-TV wählt Ljubow Sowerschajewa zur Vorsitzenden. Vor kurzem hatte die Ambros Kapital Gesellschaft, der Nähe zu Präsident Putin nachgesagt wird, Mehrheitsanteile an diesem Sender erworben. | |
| 19.12.2006 | Putin erörtert mit seinem syrischen Amtskollegen Bashar al-Assad die Lage im nahen und mittleren Osten. | |
| 19.12.2006 | In Russland wird des 100. Geburtstages von Generalsekretär Leonid Breschnjew gedacht. Die KPRF erinnert an ihn auf einer Festveranstaltung im Kulturpalast der Moskauer Glühbirnenfabrik. | |
| 19.12.2006 | Der russische Erdgasmonopolist Gazprom und der französische Konzern Gaz de France geben in Moskau bekannt, dass Gazprom vom kommenden Jahr an Endkunden in Frankreich direkt beliefern wird. | |
| 20.12.2006 | Die Duma lehnt die Ratifizierung eines Zusatzprotokolls über den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte mit 138 gegen 27 Stimmen ab. Beim Gerichtshof sind derzeit etwa 47.000 Klagen russischer Bürger gegen ihren Staat wegen Verletzung der Menschenrechte anhängig. | |
| 21.12.2006 | Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier führt in Moskau politische Gespräche mit seinem Amtskollegen Lawrow. Steinmeier erläutert die Pläne für die deutsche EU-Präsidentschaft und den Vorsitz der G8. Außerdem werden "gemeinsam interessierende Fragen" erörtert, u.a. die Nahostpolitik und der Streit über das iranische Atomprogramm. Steinmeier wurde auch von Präsident Putin empfangen. | |
| 21.12.2006 | In Anwesenheit von Präsident Putin unterzeichnen Vertreter von Gazprom und der bisherigen Betreiber des Projekts Sachalin 2, Shell, Mitsui und Mitsubishi, einen Vertrag, der Gazprom 50% der Anteile +1 Aktie überschreibt. | |
| 25.12.2006 | In Tscherkessk stürmen Sicherheitskräfte nach zehnstündiger Belagerung ein Wohnhaus, in dem sich angeblich Untergrundkämpfer verborgen halten. Eine Person wird getötet, zwei weitere werden festgenommen. Beim Angriff auf eine weitere Wohnung später am Tag wird eine weitere Person getötet. | |
| 26.12.2006 | Der Pressesprecher des Erdgasmonopolisten Gazprom teilt mit, dass der Vertrag über Gaslieferungen an Belarus am 31.12. auslaufen und dass die Verhandlungen über einen neuen Vertrag bisher nicht zu einem Ergebnis geführt haben. Gazprom fordert 2007 statt 46,68 US$ pro 1.000 cm 200 US$. Gazprom ist bereit den Preis auf 80 US$ zu senken, wenn es 50% der Anteile an der belarussischen Pipelinegesellschaft Beltransgaz erhält. Belarus droht seinerseits mit einer Unterbrechung der Gasleitungen. | |
| 27.12.2006 | Die russische Generalstaatsanwaltschaft leitet im Zusammenhang mit dem Fall Litvinenko Ermittlungen gegen den ehemaligen Anteilseigner des Ölkonzerns Jukos, Leonid Newslin, ein. Der Sprecher Newslins bezeichnet die Vorwürfe als lächerlich. | |
| 28.12.2006 | Ein Airbus der Fluggesellschaft Aeroflot auf dem Weg von Moskau nach Genf macht eine Notlandung in Prag, nachdem einer der Passagiere gewalttätig geworden ist. | |
| 30.12.2006 | Maskierte Sicherheitskräfte umstellen in Moskau ein Gebäude, in dem sich die Büros einer Reihe regierungskritischer Medien befinden. Dazu gehört die Zeitung der Bewegung "Vereinigte Bürgerfront", an deren Spitze Garri Kasparov steht, die Internetzeitungen "newsru.com" und "inopressa.ru" sowie die Spartensender Echo-TV und RTVI. Bei der Blockade des Hauses geht es angeblich um Mietstreitigkeiten. | |
| 31.12.2006 | Alexej Miller, der Vorstandsvorsitzende von Gazprom, und der belarussische Premier Sergej Sidorskij unterzeichnen einen Vertrag über Gaslieferungen für die nächsten fünf Jahre. Danach wird Belarus 2007 100 US$ für 1.000 cm Gas zahlen. Der Preis wird in den folgenden vier Jahren sukzessive auf Weltmarktniveau angehoben. Gazprom hat seinerseits das Anrecht darauf, 50% der Anteile des belarussischen Gasversorgers Beltransgas in den nächsten vier Jahren für 2,5 Mrd. US$ aufzukaufen. Die Transitgebühren, die Belarus von Gazprom erhält, werden verdoppelt. | |