Russlands Entwicklung unter Putin im Jahre 2005

3.1.2005

Putin entbindet Wirtschaftsberater Andrej Illarionow von einem Teil seiner Pflichten. Illarionow verliert seine Funktion als Gesandter bei der Gruppe der acht führenden Industrienationen (G8), die an Igor Schuwalow übertragen wird. Illarionow hatte die Zwangsversteigerung von "Jukanskneftegaz" kritisiert und als "Betrug des Jahres" bezeichnet.
5.1.2005 Das U.S. State Department veröffentlicht seinen alljährlichen "Report on Global Anti-Semitism". In Russland sind danach nach wie vor zahlreiche antisemitische Akte zu verzeichnen. Ihre Zahl hat nicht zugenommen, doch ist der Grad der Gewalttätigkeit gestiegen. Während die russische Regierung sich deutlich gegen Antisemitismus ausspricht, neigen Staatsorgane auf unterer Ebene dazu, antisemitische Vorfälle nicht als solche zu qualifizieren, sondern als Rowdytum anzusprechen.
5.1.2005 Verteidigungsminister Sergej Iwanow trifft Putin Alexij II., den Patriarchen Moskaus und ganz Russlands, und dankt ihm für die geistige Unterstützung der Streitkräfte.
5.1.2005 Putin erörtert mit den Ministerpräsidenten von Indien und Thailand sowie den Präsidenten von Indonesien und Sri Lanka telephonisch Pläne zur Hilfe für Opfer der Tsunami-Katastrophe. Russische Rettungsteams sind bereits vor Ort und das Ministerium für Notstand und Katastrophenschutz läßt Hilfsgüter nach Thailand, Indonesien und Sri Lanka einfliegen .
5.1.2005 Zwei der dreizehn Tschetschenen, die im August 2004 in Georgien verhaftet wurden, nachdem sie das Land von Russland aus illegal betreten haben, werden aus der Haft entlassen. Fünf waren im Oktober an Russland ausgeliefert worden.
6.1.2005 Anläßlich des orthodoxen Weihnachtsfestes empfängt Putin Alexsij II., den Patriarchen Moskaus und ganz Russlands im Kreml.
7.1.2005 Das chinesische Handelsministerium belegt russische Firmen, die Trichlorethylen exportieren, wegen Dumpings mit Strafgebühren.
8.1.2005 Putin empfängt den Vorsitzenden des ukrainischen Parlaments, Wolodomyr Lytwyn.
8.1.2005 In Nazran (Inguschetien) greifen Sicherheitskräfte ein Haus an, in dem sich zwei tschetschenische und zwei inguschische Guerillakämpfer verbergen. Bei dem Feuergefecht werden die vier Männer getötet.
8.1.2005 Ramsan Kadyrow, Erster Stellvertretende Ministerpräsident von Tschetschenien, stürmt mit Angehörigen seiner sogenannten "Präsidentengarde" das Haus des Geschäftsmanns Malik Saidullaev, der 2003 und 2004 für die Wahlen zum Republiksoberhaupt kandidieren wollte, doch nicht zugelassen wurde. Sein Bruder wird von Kadyrows Männern zusammengeschlagen.
9.1.2005 Die Beschwerdekammer des Moskauer Arbitragegerichts bestätigt ein Urteil der ersten Instanz, dem zufolge das Kommersant-Verlagshaus die höchste je in Russland verhängte Schadenersatz-Summe zahlen muß. Danach erhält die Alfa-Bank eine Entschädigung in Höhe von ca. 8,5 Millionen Euro für einen Artikel in der Tageszeitung Kommersant, den das Bankhaus als rufschädigend bezeichnet.
10.1.2005 In vielen russischen Städten kommt es zu anhaltenden Demonstrationen gegen die Monetarisierung von Sozialleistungen. Angaben über die Gesamtzahl der Demonstranten landesweit liegen nicht vor.
10.1.2005 Die Polizei von Chasawurt (Dagestan) nimmt Zulaj Kadyrow, die Schwester von Ramsan Kadyrow, dem Ersten Stellvertretenden Ministerpräsidenten von Tschetschenien, fest. Bei der Befragung durch die Polizei wird ihr ein Arm gebrochen.
11.1.2005 Ramsan Kadyrow fährt mit 150 Angehörigen seiner sogenannten "Präsidentengarde" nach Chasawurt und befreit seine Schwester.
12.1.2005 Putin und der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew einigen sich bei einem Treffen in Kasachstan auf die Delimitation der gemeinsamen Grenze. Der entsprechende Vertrag soll nächste Woche in Moskau unterzeichnet werden. Umstritten war bisher die Grenzziehung im Kaspischen Meer, die über die Zugehörigkeit der Ölvorkommen entscheidet.
12.1.2005 Die russischen Menschenrechtler Ljudmila Alexejewa (Russisches Helsinki Komitee) und Sergej Kowaljow sowie die Journalistin Anna Politkowskaja werden in Stockholm mit dem Olof-Palme-Preis geehrt.
12.1.2005 Der Rechtsanwalt des in Untersuchungshaft befindlichen Großunternehmers Michail Chodorkowskij teilt mit, daß Chodorkowskij seine Anteile an Menatep, dem wichtigsten Anteilseigner von Jukos, an seinen langjährigen Partner Leonid Newslin überschrieben hat, der sich derzeit in Israel aufhält. Chodorkowskij besaß 59,9% der Menatep-Aktien.
12.-14.1.2005 Bei einer Reihe von Überfällen und Zusammenstößen an verschiedenen Orten in Tschetschenien werden insgesamt 18 Angehörige der russischen und tschetschenischen Sicherheitskräfte getötet. Andererseits werden zwei große Waffenverstecke der Guerilla entdeckt.
12.1.2005 Indonesien tritt von dem geplanten Kauf von 12 Su-27 und Su-30-Kampfflugzeugen und einer nicht spezifizierten Zahl von Mi-35P-Kampfhubschraubern zurück, da nach dem Seebeben und der folgenden Überschwemmungskatastrophe die notwendigen Finanzmittel anderweitig eingesetzt werden.
13.1.2005 Bei den nach juristischen und politischen Konflikten wiederholten Präsidentenwahlen in der von Georgien abgefallenen Republik Abchasien setzt sich der oppositionelle Geschäftsmann Sergej Bagapsch mit 90,1% der Stimmen durch.
14.1.2005 In Moskau wird der Rabbi Aleksandr Lakschin auf einem Spaziergang mit Bekannten von einer Gruppe antisemitischer Jugendlicher beschimpft, angegriffen und mit Fäusten, Füßen, Flaschen traktiert. Er kann flüchten und muss im Krankenhaus behandelt werden.
14.1.2005 In Kaspijsk (Dagestan) stürmen Polizei und Sondereinheiten ein Haus, in dem sich Gruppen von Guerillakämpfern aufhalten Dabei werden 3 Polizisten und 1 Guerillakämpfer getötet. Ein Guerillakämpfer wird festgenommen, ein weiterer entkommt.
14.-15.1.2005 In Machatschkala, der Hauptstadt von Dagestan, stürmen Sicherheitskräfte unter Einsatz von Panzern ein Haus, in dem sich Guerillakämpfer verbergen. Bei den Gefechten wird ein Angehöriger des Sonderkommandos Alfa verwundet, einer getötet. Auch alle fünf Guerillakämpfer sterben.
14.-15.1.2005 Bundespräsident Köhler besucht Russland. Er trifft mit dem russischen Präsidenten Putin zusammen und nimmt an der Festveranstaltung zum Abschluß der "Russisch-Deutschen Kulturbegegnungen 2003-2004" teil.
15.-16.1.2005 Am Wochenenende kommt es in zahlreichen Städten zu Protestdemonstrationen gegen die Monetarisierung der Sozialleistungen. In Petersburg gehen 10.000 Personen auf die Straße.
17.1.2005 Nach anhaltenden Protesten kritisiert Präsident Putin das Mißmanagement der Regierung bei der Monetarisierung der Sozialleistungen und kündigt an, daß die versprochene Erhöhung der Renten auf den 1. Februar vorgezogen wird. Die Erhöhung wird nicht, wie geplant, 5%, sondern 15% betragen. Die Rentner im Moskauer Umland dürfen zudem weiterhin kostenlos Bus- und Bahnfahren.
18.1.2005 Sergej Stepaschin, der Vorsitzende des russischen Rechnungshofes, kündigt an, daß er um seine Entlassung einkommen werde.
18.1.2005 Ungeachtet der Zugeständnisse der Regierung halten die Demonstrationen in russischen Städten an. U.a. werden Aktionen aus Perm, Tomsk, Kasan, Sankt Petersburg und Kaluga berichtet.
In einigen Städten geht die Polizei gegen angebliche Organisatoren der Proteste vor. In Petersburg verhaftet sie den Führer einer Bürgerinitiative, Wladimir Solowejtschik, und sieben weitere Demonstranten. In Perm hält sie Jurij Bobrow, den Vertreter von Jabloko, fest. Darauf halten Rentner den amtierenden Gouverneur der Region fest und erzwingen seine Freilassung.
18.1.2005 Der Innenminister von Baschkortostan gibt die Ergebnisse der Untersuchung der polizeilichen Übergriffe im Dezember bekannt. Danach kam es vom 10.-14.12. in Blagoweschtschensk zu Massenverhaftungen. Insgesamt wurden etwa 1.000 Personen festgenommen. Dabei wurden viele geschlagen, einige offenbar gefoltert. Der Innenminister hat eine Reihe von Polizeibeamten getadelt und die beiden verantwortlichen Polizeioffiziere degradiert.
19.1.2005 Der Pressedienst des Gouverneurs des Gebiets Belgorod teilt mit, daß in der Region am 9. Mai an der Gedenkstätte der Schlacht bei Kursk ein Denkmal für den Oberbefehlshaber der Sowjetunion, Josef Stalin, enthüllt werden wird. Ähnliche Pläne werden aus Dagestan und von der Krim berichtet. Gerüchtweise ist auch von der Aufstellung einer Stalin-Statue im Moskauer Park "Poklonnaja Gora" die Rede. Letzeres wird vom Sprecher des Moskauer Bürgermeisters dementiert.
19.1.2005 Sozial- und Gesundheitsminister Surabow teilt mit, daß die Regierung Mittel bereitstellt, um den Rentnern die unentgeltliche Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu garantieren.
19.1.2005 Außenminister Lawrow kritisiert die Aussagen der designierten US-Außenministerin Condoleezza Rice vor dem amerikanischen Senat, die USA würden den innerrussischen Vorgängen, der Entwicklung von Demokratie und Menschenrechten, künftig mehr Aufmerksamkeit widmen. Er erklärt: "Die Innenpolitik Rußlands ist unsere innere Angelegenheit". Moskau werde es nicht zulassen, daß die innerhalb des Landes gefällten Entscheidungen dazu benutzt würden, um zum "Kalten Krieg" zurückzukehren.
20.1.2005 In Moskau werden drei Jugendliche festgenommen, die an dem Angriff auf Rabbi Alexander Lakschin am 14. Januar beteiligt waren.
20.1.2005 Interfax teilt mit, daß die russischen Streitkräfte nach Angaben aus der Duma in den letzten fünf Jahren bei Verkehrsunfällen, durch Selbstmord oder beim unvorsichtigen Umgang mit Waffen 10.799 Soldaten getötet worden sind. Nach diesen Angaben wurden 85 Soldaten Opfer von "dedowschtschina" (Kameradenschinderei).
20.1.2005 Der Rechtsanwalt Machmut Magomadow wird von tschetschenisch-sprechenden Bewaffneten in Grosny entführt. Es wird angenommen, daß es sich um Angehörige der "Präsidentengarde" von Ramsan Kadyrow handelt. Magomadov hatte Fälle von Entführung und Lösegelderpressung untersucht, die mit Kadyrows Leuten in Verbindung gebracht werden.
21.1.2005 Fünf Abgeordnete der Fraktion "Heimat", darunter ihr Vorsitzender Dmitrij Rogosin, erklären einen Hungerstreik mit dem Ziel, Sozialminister Surabow, Finanzminister Kudrin und Wirtschaftsminister Gref zum Rücktritt zu zwingen.
21.1.2005 Im Rahmen des Russisch-Französischen Sicherheits- und Kooperationsrats erörtert Außenminister Lawrow mit seinem französischen Amtskollegen Michel Barnier Möglichkeiten, auf dem Verhandlungswege auf die Nuklearpolitik des Iran einzuwirken.
21.-23.1.2003 Angehörige der Opfer von Beslan blockieren die Fernstraße Rostow am Don-Baku und fordern den Rücktritt des nordossetischen Präsidenten Alexander Dsasochow. Sie geben die Blockade auf, nachdem Dmitrij Kosak, der Präsididalbeauftragte für den Südlichen Föderalbezirk, versprochen hat, sie zu empfangen.
22.-23.1.2005 Die Proteste gegen die Monetarisierung der Sozialleistungen hält am Wochenende an. Die größten Demonstrationen finden in Rostow am Don, Krasnodar, Tscherkessk, Kasan, Ufa und Murmansk statt. In Krasnojarsk protestieren 2.000 Personen gegen die geplante Verdoppelung der lokalen Strompreise.
23.1.2005 Putin empfängt den kirgisischen Präsidenten Askar Akajew zu Gesprächen. Erörtert werden bilaterale Wirtschaftsfragen und die Zusammenarbeit in der Shanghai Kooperationsorganisation. Das Gespräch findet im Vorfeld der Parlamentswahlen in Kirgisien am 27.2.2005 statt.
24.1.2004 Der neue ukrainische Präsident Juschtschenko macht einen Tag nach seiner Amtseinführung einen Antrittsbesuch in Moskau und führt Gespräche mit seinem russischen Amtskollegen Putin. Juschtschenko erklärt, Russland sei ein "ewiger strategischer Partner" der Ukraine.
24.1.2004 Putin weist die Regierung an, die Gehälter der Angehörigen der Streitkräfte umgehend deutlich zu erhöhen. Im Rahmen der Sozialreform hatten auch die Soldaten das Recht auf Freifahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln eingebüßt. Der Verteidigungsminsiter hatte daraufhin gemeldet, daß die Einheiten nicht in der Lage seien, den Soldaten die Reisekosten zu den Einsatzorten zu bezahlen.
25.1.2005 Es wird bekannt, daß 20 Dumaabgeordnete von KPRF und "Heimat" eine Bittschrift von "Vertretern der russischen Gesellschaft" an den Generalstaatsanwalt unterschrieben haben, in dem sie fordern, alle religiösen und nationalen jüdischen Organisationen als extremistisch zu verbieten.
25.1.2005 In Naltschik, der Hauptstadt von Kabardino-Balkarien, besetzen 5-8 bewaffnete Angehörige der islamistischen Gruppe "Jarmuk" ein fünfstöckiges Wohnhaus.
25.1.2005 Staatsbesuch des syrischen Präsidenten Bashar Assad in Moskau. Er führt Gespräche mit Putin, u.a. über die Lage im Irak. Die beiden Präsidenten unterzeichnen ein Abkommen über die Vertiefung der Beziehungen zwischen Russland und Syrien. Die russische Führung kündigt an, daß sie 73% der Schulden Syriens abschreiben wird.
25.1.2005 Die Parlamentarische Versammlung des Europarats in Straßburg kritisiert die Rolle der russischen Behörden bei der Zerschlagung des Mineralölkonzerns Jukos.
25.-26.1.2005 Die Proteste gegen die Monetarisierung der Sozialleistungen halten an. In Sachalin, Stawropol, Belgorod, Nishnij Nowgorod und Sankt Petersburg demonstrieren Tausende.
26.1.2005 Die Regierung verabschiedet eine Gesetzesvorlage, nach der die Grundrente am 1.3.2005 von 660 auf 900 Rubel erhöht werden soll.
26.1.2005 Der russische Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow erklärt vor dem Föderationsrat, daß der Haftbefehl gegen Julia Timoschenko, der neuernannten ukrainischen Ministerpräsidentin, bestehen bleibt und das laufende Ermittlungsverfahren gegen sie nicht eingestellt wird.
27.1.2005 In Naltschik, der Hauptstadt von Kabardino-Balkarien, schlägt der erste Angriff von Sicherheitskräften auf ein von Islamisten besetztes Wohnhaus fehl. Ein zweiter Sturm gelingt nach mehrstündiger Beschießung. Im Gebäude finden die Sicherheitskräfte die Überreste von drei männlichen und vier weibliche Personen.
27.1.2005 Präsident Putin nimmt gemeinsam mit anderen Staatsoberhäuptern an der Gedenkfeier zur Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz teil. In seiner Rede betont er Russlands Rolle bei der Zerschlagung des Faschismus, bedauert aber auch antisemitische Vorfälle im eigenen Land. Nach der Feier trifft Putin mit dem polnischen Präsidenten Aleksander Kwasniewski und dem israelischen Präsidenten Moshe Kazaev zusammen.
27.1.2005 Der Vorsitzende des russischen Fußballverbandes, Wjatscheslaw Koloskow, tritt nach 25 Jahren von seinem Amt zurück.
27.1.2005 Putin nominiert Sergej Stepaschin, der als Vorsitzender des russischen Rechnungshofes zurückgetreten war, neuerlich für dieses Amt.
27.1.2005 Alexander Torschin, der Vorsitzende der die Parlamentskommission zur Untersuchung der Geiselnahme in Beslan leitet, teilt mit, daß zwei höhere Offiziere unter dem Verdacht verhaftet worden sind, bei der Vorbereitung der Geiselnahme geholfen zu haben. Nach drei weiteren wird gefahndet.
28.1.2005 Die Hauptverwaltung des Innenministeriums im Südlichen Föderalbezirk gibt bekannt, daß für den Schutz Bewachung des tschetschenischen Präsidenten Alu Alchanow eine neue Sicherheitsstruktur geschaffen wird, die die "Präsidentengarde" Ramsan Kadyrows ablösen soll.
29./30.1.2005 In St. Petersburg, Nishnij Nowgorod, Kostroma, Ulan-Ude, Astrachan und Kasan finden Proteste gegen die Sozialreformen statt.
30.1-1.2..2005 Staatsbesuch des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas in Moskau. Er führt Gespräche mit Putin, Außenminister Lawrow und Alexij II., dem Patriarchen von ganz Russland.
31.1.2005 Die Ratingagentur Standard&Poor hebt die Bonitätsnote für russische Fremdwährungsanleihen von BB+ nach BBB- an.
31.1.2005 Präsident Putin schlägt dem Regionalparlament von Primorje den amtierenden Gouverneur Sergej Darkin als Kandidaten für den Gouverneursposten vor. Damit wendet Putin erstmals das neue Verfahren zur Bestimmung der Gouverneure und regionalen Präsidenten an.
31.1.2005 Vor einem Gericht des Moskauer Gebiets beginnen die Verhandlungen gegen Julia Surabowa, der Ehefrau des Gesundheits- und Sozialministers, die beschuldigt wird, illegal Land in einem Wasserschutzgebiet erworben zu haben.
31.1.2005 Russische Nachrichtenagenturen berichten, daß die russische Militärjustiz Ermittlungsverfahren gegen drei Kommandeure eingeleitet hat, die für das Verschwinden von drei Geschwistern des tschetschenischen Rebellenführers Aslan Maschadow verantwortlich sein sollen.
31.1.2005 Aus Protest gegen die Gerichtsentscheidung, die der Alfa-Bank wegen der Berichterstattung der Tageszeitung "Kommersant" eine hohe Schadenersatzsumme zuspricht, erscheint das Blatt an diesem Tag mit leeren Seiten.
31.1.2005 Russland überweist dem Internationalen Währungsfonds (IMF) 3,3 Mrd. US$ und tilgt damit vorzeitig alle seine Schulden gegenüber der Bretton-Woods-Institution.
1.2.2005 In Reaktion auf die Rentnerproteste haben 22 Regionen zum 1. Februar subventionierte Fahrkarten für Vergünstigungsempfänger eingeführt. 19 weitere gewähren für diese Personengruppe freie Fahrt und 13 Regionen werden zum 1. März subventionierte Fahrkarten einführen.
1.2.2005 Auf Ansuchen der russischen Behörden setzt Interpol zwei Anteilseigner der Mineralölfirma Jukos, Michail Brudno und Wladimir Dubow, auf seine Fahndungsliste.
1.2.2005 Die fünf Abgeordneten der Fraktion "Heimat", die mit einem Hungerstreik den Rücktritt der Minister Surabow, Kudrin und Gref erzwingen wollten, beenden ihre Aktion.
1.2.2005 Dmitrij Kosak, der Präsididalbeauftragte für den Südlichen Föderalbezirk, empfängt Angehörige der Opfer von Beslan und verspricht eine Bestrafung der Schuldigen, warnt sie aber vor gewalttätigen Protestaktionen.
2.2.2005 Der Stellvertretende Innenminister von Dagestan, Generalmajor der Miliz Magomed Omarow, gerät an einer Kreuzung in Machatschkala in einen Hinterhalt und wird mit drei Leibwächtern erschossen.
2.2.2005 Im Namen von Präsident Aslan Maschadow und von Shamil Basajew, beides Führer tschetschenischer Guerillagruppen, wird auf einer Website eine mehrwöchige einseitige Waffenruhe in Tschetschenien angekündigt.
2.2.2005 Der russische Außenminister Sergej Lawrow trifft in Baku mit seinem aserbaidschanischen Amtskollegen Elmar Mammadyarov, Ministerpräsident Artur Rasizade und Präsident Ilham Alijew zusammen und erörtert Fragen der bilateralen Beziehungen.
3.2.2005 Im britischen Fernsehsender Channel 4 wird ein Interview mit dem tschetschenischen Guerillaführer Shamil Basajew ausgestrahlt. Russische Stellen protestieren gegen die Sendung.
3.2.2005 In der Nähe von Khartoum, der Hauptstadt des Sudan, stürzt eine Frachtmaschine einer sudanischen Privatfluglinie ab. Die sechs russischen Besatzungsmitglieder kommen bei dem Unfall ums Leben.
3.2.2005 Präsident Putin schlägt dem Regionalparlament von Tjumen den amtierenden Gouverneur Sergej Sobjanin als Kandidaten für den Gouverneursposten vor.
3.2.2005 In Primorje bestätigt das Regionalparlament den von Präsident Putin vorgeschlagenen Kandidaten, den amtierenden Gouverneur Sergej Darkin, als Gouverneur.
3.2.2005 Putin empfängt James Wolfensohn, den Präsidenten der Weltbank, und erörtert mit ihm Wirtschaftsfragen.
3.2.2005 Michail Brudno und Wladimir Dubow, beide Anteilseigner der Mineralölfirma Jukos, nehmen an einem "Gebetsfrühstück" bei U.S. Präsident George W. Bush teil. Die russischen Behörden hatten Brudno und Dubow zwei Tage zuvor auf die Fahndungsliste von Interpol setzen lassen.
3.2.2005 Die Behörden von Omsk lassen Sergej Ptizyn, den amtierenden Direktor des Elektrizitätsunternehmens Omskenergosbyt, festnehmen, nachdem 70 Schulen in Omsk wegen Nichtzahlung der Elektrizitätsrechnung der Strom abgeschaltet worden ist.
4.2.2005 Die Duma verurteilt mit 306 gegen 58 Stimmen ein Schreiben, in dem 20 Dumaabgeordnete gefordert hatten, alle religiösen und nationalen jüdischen Organisationen als extremistisch zu verbieten. In der verabschiedeten Deklaration wird der Brief als "antisemitisch" bezeichnet.
4.2.2005 Die KPRF-Fraktion in der Duma erklärt, daß sie 101 Stimmen zusammengebracht habe, die ausreichten, um ein Mißtrauensvotum gegen die Regierung zu beantragen.
5.2.2005 Der russische Außenminister Sergej Lawrow trifft in Ankara seine amerikanische Amtskollegin Condoleezza Rice und erörtert mit ihr die Agenda für das Treffen zwischen Putin und Bush. Condoleezza Rice kritisiert die inneren Verhältnisse Russlands und erklärt, daß der Zustand der Demokratie in Russland Einfluß auf die bilateralen Beziehungen zwischen Russland und den USA hätten.
5.2.2005 Ein Versuch, die wichtigste Gaspipeline in Dagestan zu sprengen, scheitert, weil der Zündmechanismus der Bombe versagt.
6.2.2005 Der Vorsitzende der russischen Handelskammer Jewgenij Primakow, ein Nahostexperte, der früher u.a. der Chef des Auslandsgeheimdienstes, Außenminister und Ministerpräsident gewesen war, tritt eine viertägige Reise nach Syrien und in den Iran an.
5.-6.2.2005 Sicherheitskräfte führen eine umfangreiche Suchaktion in der Umgebung der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala durch. In Feuergefechten mit Guerillagruppen wird ein Polizist getötet, ein weiterer verletzt.
7.2.2005 Bundesforschungsministerin Bulmahn und der russische Forschungsminister Fursenko vereinbaren in Moskau die Zusammenarbeit deutscher und russischer Forschungsinstitute im Zuge der neuen "strategischen Partnerschaft" weiter auszubauen.
7.2.2005 Der Oberste Gerichtshof lehnt den Antrag ab, die Dumawahlen von 2003 für ungültig zu erklären, den die KPRF und Jabloko eingebracht hatten.
7.2.2005 Der italienische Außenminister Gianfranco Fini besucht Moskau und führt Gespräche mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow.
8.2.2005 Die Menatep-Gruppe verklagt die russische Regierung im Zusammenhang der Jukos-Affäre wegen Versagens beim Schutz ihres Investments und fordert Schadenersatz in Höhe von 28,3 Mrd. US-Dollar. Die Klage stützt sich auf die Energiecharta, ein internationales Abkommen, das Investoren im Energiebereich Rechtssicherheit geben soll. Russland hat das Abkommen unterzeichnet, aber noch nicht ratifiziert.
9.2.2005 500 Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums demonstrieren in der Nähe des Regierungsgebäudes für höhere Löhne.
9.2.2005 Die Duma lehnt ein Mißtrauensvotum gegen das Kabinett Fradkow ab. 293 von 450 Abgeordneten blieben der Abstimmung fern. 136 Abgeordnete stimmten für das Mißtrauensvotum, 20 dagegen, einer enthielt sich. Für die Annahme des Antrags wäre eine einfache Mehrheit von 226 Abgeordneten erforderlich gewesen.
9.2.2005 Bei einer Grubengasexplosion in der Zeche "Esaulskaja" in Nowokusnezk werden 22 Personen getötet, fünf verletzt. Drei Bergleute werden vermißt.
9.2.2005 Die Holding AFK Sistema, die mit dem Moskauer Bürgermeister Lushkow in Verbindung gebracht wird, erlöst bei ihrem Börsengang 1,35 Mrd.US$. Damit ist die Neuemission der Dachgesellschaft, die unter anderem den größten osteuropäischen Mobilfunkanbieter OAO Mobile Telesystems kontrolliert, die bisher größte einer russischen Gesellschaft.
10.2.2005 Die Zentralbank entzieht der Bank "Olimpijskij" die Lizenz. Gegen die Vorsitzende der Bank, Svetlana Gerasimowa, werden Betrugsvorwürfe erhoben.
10.2.2005 Das Ministerium für Naturressourcen und die Föderale Agentur für Nutzung der Bodenschätze beschließen, in Zukunft nur Unternehmen zu Auktionen um Lizenzen für die Ausbeutung von Bodenschätzen zuzulassen, die sich mindestens zu 51% in russischer Hand befinden.
10.2.2005 In einer landesweiten Aktion demonstrieren Autofahrer gegen die hohen Benzinpreise.
11.2.2005 In Nasran (Inguschetien) stürmen Sicherheitskräfte ein Haus an, um einen Guerillakämpfer zu verhaften. Im Laufe des einstündigen Feuergefechtes wird der Gesuchte getötet.
12.2.2005 In 77 russischen Regionen finden Protestdemonstrationen gegen die Sozialreformen statt, an denen insgesamt ca. 250.000 Personen teilnehmen. An einigen Orten werden Gegendemonstrationen organisiert. In Moskau gibt das Innenministerium die Zahl der Gegendemonstranten mit 40.000 an.
12.2.2005 Der Rechtsanwalt Machmut Magomadow kehrt nach Hause zurück. Nach seinen Angaben haben ihn Unbekannte irrtümlich entführt und schon nach einer halben Stunde entlassen. Danach hat er sich mehrere Tage in einer Nachbarrepublik aufgehalten.
14.2.2005 Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko ernennt den russischen Oppositionspolitiker Boris Nemzow zu seinem Berater. Nemzow bezeichnet es als seine wichtigste Aufgabe, mehr russisches Kapital für die ukrainische Wirtschaft zu gewinnen.
14.2.2005 Russische Stellen melden, daß bei einem Angriff auf militärische Einrichtungen südlich von Grosny sechs Guerillakämpfer getötet worden sind. Tschetschenische Guerillaquellen dementieren die Nachricht.
14.2.2005 Der rumänische Präsident Traian Basescu erörtert in Moskau mit Putin die russisch-rumänischen Beziehungen und die Situation in Transnistrien.
14.2.2005 Der Generalsekretär des Europarates, Terry Davis, führt Gespräche in Moskau.
15.2.2005 Die Zeitung "Kommersant" wird von der Föderalen Medienagentur wegen der Veröffentlichung eines Interviews verwarnt, in dem der tschetschenische Präsident und Guerillaführer Aslan Maschadow, einen einseitigen Waffenstillstand angekündigt hat.
15.2.2005 Präsident Putin trifft mit den Fraktionsführern der Duma zusammen. Im Lauf des Treffens erklärt er, er werde die Regierung nicht entlassen.
15.2.2005 Präsident Putin schlägt dem Regionalparlament des Gebiets Wladimir den amtierenden Gouverneur Nikolaj Winogradow als Kandidaten für den Gouverneursposten vor.
16.2.2005 Das Innenministerium teilt mit, daß die Leiter von zwei großen sibirischen Mineralölunternehmen, der Khanty-Mansiisk Oil Co. und der Nazym Oil and Gas Exploration Co., wegen des Verdachts der Unterschlagung von Staatsgeldern in Höhe von 54 Mio. US$ verhaftet worden sind.
16.2.2005 Der russische Außenminister Sergej Lawrow wandelt seinen für den 17. geplanten Staatsbesuch in Georgien in einen Arbeitsbesuch um, um eine Kranzniederlegung am Denkmal für die im georgischen Einigungskrieg Gefallenen zu vermeiden.
16.2.2005 Der neue CIA-Direktor Porter Goss erklärt vor dem "Senate Intelligence Committee", daß in Russland so viel waffenfähiges Plutonium verlorengegangen sei, daß es möglich sei, daraus eine Bombe zu bauen.
16.2.2005 Putin empfängt den aserbaidschanischen Präsidenten, Ilham Alijew, und erörtert mit ihm Fragen der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen.
17.2.2005 Das Regionalparlament von Tjumen bestätigt den von Putin vorgeschlagenen Kandidaten Sergej Sobjanin als Gouverneur.
17.2.2005 Das Komitee der "Mütter von Beslan" gibt auf einer Pressekonferenz in Moskau den Inhalt eines Offenen Briefs an Putin bekannt, in dem der Rücktritt des Präsidenten der russischen Teilrepublik Nordossetien, Alexander Dsasochow, gefordert wird.
17.2.2005 Zwei führende Manager von Jukos, Steven Theede und Tim Osborne, treten im Rahmen einer Anhörung vor dem Außenpolitischen Ausschuß des US-Senats auf und kritisieren das Vorgehen des russischen Staates gegen den Konzern.
18.2.2005 Präsident Putin empfängt den Vorsitzenden des iranischen Sicherheitsrats, Hassan Rowhani. Nach dem Gespräch versichert Putin, der Iran habe nicht die Absicht, Atomwaffen zu bauen.
18.2.2005 Putin nominiert den amtierenden Gouverneur des Gebiets Kursk, Alexander Michajlow, für eine weitere Amtszeit. Michajlow hatte sich bereit erklärt, die Kommunistische Partei zu verlassen, für die er dreimal in die Duma gewählt worden war, und war in die Partei "Edinaja Rossija" eingetreten.
18.2.2005 Der regionale Operationsstab in Tschetschenien teilt mit, daß die föderalen Sicherheitskräfte in Grosny den Guerillaführer Junadi Turtschajew getötet haben, der von ihnen als "Emir von Grosny" bezeichnet wird.
18.2.2005 Im Bezirk Kurtschalowsk (Tschetschenien) werden fünf Personen getötet, als ihr Wagen von Unbekannten beschossen wird. Zwei der Insassen sind Sicherheitsbeamte des tschetschenischen Präsidenten Alchanow.
19.2.2005 In Moskau findet vor der Russischen Akademie für den Staatsdienst die Offiziersversammlung der russischen Armee statt, an der 400-600 Offiziere aus 50 Regionen teilnehmen. Die Teilnehmeer sprechen sich gegen das Gesetz über die Monetarisierung der Vergünstigungen aus. Die Versammlung findet bei Frost im Freien statt, da sowohl der Offiziersklub wie die Akademie der Offiziersversammlung Räume verweigern.
19.-20.2.2005 In Naltschik, der Hauptstadt von Kabardino-Balkarien, umstellen Sicherheitskräfte ein Haus, in dem sich zwei Personen aufhalten, die der Gruppe "Jarmuk" angehören. Nachdem diese sich nicht ergeben, wird das Haus gestürmt. Die beiden Guerillakämpfer werden getötet.
21.2.2005 Grigorij Jawlinskij, der Vorsitzende von Jabloko, habilitiert mit einer Arbeit über "Das sozialökonomische System Russlands und die Probleme seiner Modernisierung" und erwirbt beim CEMI (Zentrales Ökonomisches und Mathematisches Institut der Akademie der Wissenschaften) den Grad eines Doktors der Wissenschaften.
21.2.2005 Putin nominiert den amtierenden Gouverneur des Autonomen Bezirks der Chanten und Mansen, Alexander Filipenko, für eine weitere Amtszeit.
22.2.2005 In Tschetschenien werden acht Soldaten der Föderalen Truppen getötet und drei verletzt, als ein Fabrikgebäude einstürzt.
24.2.2005 Präsident Putin trifft in Bratislawa (Slowakei) mit dem US-Präsidenten George W. Bush zusammen. In einem dreistündigen Gespräch erörtern die beiden Präsidenten Möglichkeiten bilateraler Kooperation und diskutieren gemeinsame strategische Ziele. In der Pressekonferenz betont Bush die Bedeutung der Demokratie für die Stärke eines Landes, während Putin betonte, es gebe für sein Land "kein Zurück vom eingeschlagenen Weg zur Demokratie". Er warnte aber davor, die Diskussion "auf die Spitze zu treiben": Demokratie sei nicht Anarchie.
24.2.2005 Vier Vertreterinnen des "Komitees der Soldatenmütter" fliegen nach London, um dort mit Achmed Sakajew, dem Vertreter des tschetschenischen Guerillaführers Aslan Maschadow, Gespräche zu führen. Beide Seiten unterzeichnen ein Memorandum mit einem Friedensplan.
24.2.2005 Die Regionalparlamente des Autonomen Bezirks der Chanten und Mansen und des Gebiets Amur stimmen den von Präsident Putin vorgeschlagenen Gouverneurskandidaten Aleksandr Filipenko und Leonid Korotkow zu.
24.2.2005 Die Steuerbehörden führen neuerlich eine Betriebsprüfung bei der Stiftung "Offenes Russland" durch, an deren Spitze der in Untersuchungshaft befindliche Finanzmagnat Michail Chodorkowskij steht. 23 Nichtregierungsorganisationen, die von "Offenes Russland" Spenden erhalten haben, werden ebenfalls überprüft.
24.2.2005 Bei der Kabinettssitzungs kommt es zu Konflikten zwischen Ministerpräsident Fradkow und dem "Block der liberalen Minister". Fradkow weist das von German Gref, dem Minister für Wirtschaft und Handel, vorgelegte wirtschaftspolitische Strategiepapier zurück und fordert eine Überarbeitung.
24.2.2005 Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg verurteilt den russischen Staat zur Zahlung von 135.710 Euros Schadenersatz an sechs Tschetschenen, die Russland wegen Menschenrechtsverletzungen angeklagt hatten. Der Gerichtshof stellt fest, daß Russland während seiner Offensive in Tschetschenien ernste Menschenrechtsverletzungen begangen hat, zu denen Folter und die Tötung von Zivilisten zählen.
24.2.2005 Der Insolvenzgerichtshof in Houston, Texas, weist die Klage des Mineralölunternehmens Jukos gegen den russischen Staat ab.
24.-26.2005 Truppen des tschetschenischen Innenministeriums kreisen eine Gruppe von 70-90 Guerillakämpfern bei Noshaj-Jurt (Osttschetschenien) ein. Der Angriff wird von föderalen Truppen und dagestanischer Polizei unterstützt. Auch in den Bezirken Wedeno, Itum-Kale und Kurtschaloj führen Regierungstruppen Angriffsoperationen.
26.2.2005 Alexander Rumjanzew, der Leiter der russischen Atombehörde, und sein iranischer Amtskollege Gholam Resa Agazadeh unterzeichnen in der südiranischen Hafenstadt Buschehr ein Abkommen, das die Lieferung nuklearer Brennstäbe, ihre Rücknahme und Endlagerung sowie den Zeitplan der Lieferung regelt.
26.2.2005 In Ufa, der Hauptstadt von Baschkortostan, demonstrieren 3.000 Personen vor dem Gebäude der Präsidialadministration und fordern die Ablösung des baschkirischen Präsidenten Murtasa Rachimow.
28.2.2005 Im Rahmen einer Reorganisation des Innenministeriums werden sechs hohe Beamte abgelöst, darunter Generalleutnant Werejowkin-Rachalskij, Leiter des Föderalen Wirtschafts- und Steuerkriminalitätsdienstes, Generalleutnant Witalij Mosjakow, Leiter der Untersuchungsabteilung des Ministeriums, Stellvertretender Innenminister Generaloberst Jewgenij Solowjow, Stellvertretender Innenminister Generaloberst Sergej Schtschadrin, Leiter der Abteilung für innere Angelegenheiten des Ministeriums.
28.2.2005 Das Bureau of Democracy, Human Rights, and Labor des U.S. State Department veröffentlicht seinen Menschenrechtreport 2004. Der Bericht kritisiert Russland wegen Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien und warnt davor, daß mit der Reform der Parteigesetzgebung und der Gouverneurswahlen die Exekutive immer weiter der öffentlichen Kontrolle entzogen wird.
28.2.2005 Putin schlägt dem Regionalparlament Saratow den Direktor des Kernkraftwerks Balakowskij, Pawel Ipatow, als neuen Gouverneur vor. Damit ist klar, daß der gegenwärtige Gouverneur, Dmitirj Ajazkow, sein Amt verlieren wird.
1.3.2005 Die neue Wohnraumgesetzgebung tritt in Kraft. Sie war am 22. Dezember 2004 von der Duma verabschiedet und am 29. Dezember von Putin unterzeichnet worden. Die neuen Regelungen lösen sowjetische Gesetze ab und schränken den Kreis der Personen ein, denen Sozialwohnraum zusteht. Gleichzeitig werden die Rechte von Wohnungseigentümern erweitert. Inhaber von Sozialwohnraum haben noch bis 2007 die Option, ihre Wohnung zu privatisieren. Die Wohnungsinhaber müssen künftig Reparatur- und Unterhaltskosten des Hauses mittragen.
1.3.2005 Putin ernennt Andrej Nowikow und Michail Suchodolskij im Rahmen der Umstrukturierung des Innenministeriums zu Stellvertretenden Innenministern.
1.3.2005 Kommunikationsminister Leonid Rejman berichtet der Duma, daß es in Russland 80 Millionen Mobilphonbenutzer gibt.
1.3.2005 Anläßlich des 20. Jahrestages seiner Wahl zum Generalsekretär der KPdSU erinnert Michail Gorbatschow an die Bedeutung der "Perestrojka" und kritisiert die aktuelle Entwicklung in Russland, die er als in vielen Punkten rückschrittlich bewertet.
1.3.2005 Präsident Putin empfängt den russischen Menschenrechtsbeauftragten Wladimir Lukin und erörtert mit ihm die Menschenrechtssituation in Russland.
1.3.2005 Bei einem Angriff von Guerillakämpfern auf die Polizeistation in Sernowodskaja (35 km westlich von Grosny) wird ein Soldat getötet, 18 werden verletzt. Von den Angreifern werden fünf getötet, sieben weitere festgenommen.
2.3.2005 Verteidigungsminister Sergej Iwanow beginnt einen Arbeitsbesuch in Deutschland und Italien.
2.3.2005 Die Gebietsduma von Saratow wählt einstimmig den von Putin vorgeschlagenen Kandidaten Pawel Ipatow zum Gouverneur.
3.3.2005 Die Gesetzgebende Versammlung des Autonomen Bezirks der Ewenken bestätigt den amtierenden Gouverneur Boris Solotarew im Amt, der von Putin vorschlagen worden war. Solotarew, dessen Amtszeit eigentlich erst im April 2006 zu Ende gegangen wäre, hatte Putin gebeten, ihn vorzeitig zur Neuwahl vorzuschlagen.
3.3.2005 Präsident Putin deklassifiziert per Dekret die Informationen über Produktion und Reservehaltung von Platin und Edelsteinen. Damit ist für die Förderunternehmen der Weg auf westliche Aktienmärkte frei.
3.3.2005 Der Stellvertretende Wirtschafts- und Handelsminister Andrej Scharonow teilt mit, daß der Zusammenschluß von Gazprom und Rosneft, der nach Angaben seines Ministers German Gref und des Gazprom-Vorsitzenden Alexej Miller für Juni geplant ist, das Förderunternehmen Juganskneftegaz nicht einschließen wird. Widerstreitende Informationen aus den beiden Firmen signalisieren einen internen Konflikt über das Verfahren.
3.3.2005 Die 20 Abgeordneten der "Volkspartei" drohen die Fraktionsgemeinschaft mit "Einiges Russland" zu verlassen, nachdem die Führung von "Einiges Russland" wiederholt Initiativen der "Volkspartei" insbesondere in Hinsicht auf die Sozialreformen ignoriert hat.
3.3.2005 Präsident Putin empfängt Berl Lasar, den Oberrabbi von Russland, und spricht sich gegen Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus aus.
5.3.2005 Die russische Botschaft in Moldawa fragt beim moldawischen Außenministerium an, warum ein Zug mit mehr als 100 russischen Beobachtern für die moldawischen Parlamentswahlen am 6. März an der Grenze aufgehalten worden ist.
5.3.2005 Verteidigungsminister Sergej Iwanow besucht den russischen Marinestützpunkt Sewastopol und erklärt, Russland habe nicht die Absicht, sich von dort zurückzuziehen. Russland hat Sewastopol von der Ukraine gepachtet, der Vertrag läuft bis zum Jahr 2017.
5.3.2005 Das Moskauer Büro der linksradikalen Nationalbolschewistischen Partei wird von 25 jungen Männern mit Baseballschlägern und Metallstangen überfallen und demoliert. Mehrere Mitarbeiter der Partei werden bei dem Überfall verletzt.
6.3.2005 An einer Straßensperre am Südrand der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala kommt es zu einem Feuergefecht mit einem Bus, der mit Guerillakämpfern besetzt ist. Ein Polizist wird getötet. Zwei der Guerillakämpfer werden verwundet, drei weitere festgenommen.
7.3.2005 Im Verlauf einer Sonderoperation der Regierungstruppen werden in den Rayons Atschchoj-Martowskij und Sunshenskij 12 Guerillakämpfer festgenommen.
7.3.2005 Der estnische Präsident Arnold Rüütel und sein litauischer Amtskollege Valdas Adamkus erklären, daß sie der russischen Einladung zur Teilnahme an der Siegesfeier am 9. Mai in Moskau nicht folgen werden, da ihre Völker die Jahre der sowjetischen Besetzung nach dem Krieg noch nicht vergessen hätten.
8.03.2005 Aslan Maschadow, der Guerillaführer und letzte frei gewählte Präsident Tschetscheniens, wird in der Nähe des Ortes Tolstoj-Jurt im Laufe eines Gefechts mit Sondereinheiten des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB getötet.
9.03.2005 Das russische Außenministerium kritisiert die Wahlen in Moldawa und erklärt, sie seien nicht demokratisch gewesen.
9.03.2005 Putin entläßt den Gouverneur des Autonomen Bezirks der Korjaken, Wladimir Loginow, nachdem in zwei Rayons des Bezirks die Stromversorgung ausgefallen ist. Das ist das erstemal, daß Präsident Putin von seinem Recht Gebrauch macht, Gouverneure zu entlassen.
9.03.2005 Nach Angaben von Achmed Sakajew, dem tschetschenischen Vertreter in London, wird Abdul Chalim Sadullajew, der frühere Vorsitzende des tschetschenischen Scharia-Gerichts, zum Nachfolger Maschadows berufen.
9.03.2005 Innenminister Nurgalijew teilt vor der Duma mit, daß sein Ministerium gegenwärtig über 1,397 Mio. Mitarbeiter verfügt.
9.03.2005 Putin schlägt dem Regionalparlament des Autonomen Bezirks der Jamal-Nenzen vor, den amtierenden Gouverneur Jurij Nejelow neuerlich für dieses Amt zu bestimmen.
10.03.2005 Der Gouverneur der Republik Altaj, Michail Lapschin, entläßt den Stellvertretenden Ministerpräsidenten der Region, Nikolaj Moskalew, nachdem die Staatsanwaltschaft gegen diesen ein Verfahren eröffnet hat. Moskalew wird vorgeworfen, bei der Vergabe von Wiederaufbauarbeiten nach einem Erdbeben Verfehlungen begangen zu haben.
10.03.2005 Ein Hubschrauber der russischen Streitkräfte stürzt unweit von Grozny ab, als er eine Hochspannungsleitung streift. 14 Soldaten werden getötet, zwei weitere verletzt.
10.03.2005 Dmitrij Kosak, der Präsidialbeauftrage für den Südlichen Föderalbezirk, führt in Berlin Gespräche mit Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bundesaußenminister Joschka Fischer über mögliche Beiträge zur Lösung des Tschetschenien-Konflikts.
10.03.2005 Das georgische Parlament beschließt einstimmig, die beiden russischen Stützpunkte in Georgien ab 1. Januar 2006 als illegal zu betrachten.
10.03.2005 Der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi erklärt, daß er nicht in der Lage sei, der russischen Einladung zu den Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag des Kriegsendes zu folgen.
10.3.2005 Der langjährige Schachweltmeister und gegenwärtige Weltranglisten-Erste im Schach Garry Kasparow kündigt im südspanischen Linares seinen Rücktritt vom professionellen Schach an. Er beabsichtigt, sich in Zukunft verstärkt seiner Arbeit als Buchautor widmen, und will sich weiterhin politisch gegen Putin engagieren, den er als "Diktator" bezeichnet.
11.3.2005 Jewgenij Kiseljow, Chefredakteur der Wochenzeitung "Moskowskie nowosti", entläßt sieben führende Mitarbeiter des Blattes. Eine Reihe von Beschäftigten fordern Kiseljow in einem offenen Brief auf, die Entlassungen zu überdenken.
14.3.2005 Die "Forbes"-Liste 2005, die in der Ausgabe vom 28. März publiziert, führt unter den Millardären der Welt 27 Russen auf. Damit liegt die Russische Föderation auf dem zweiten Platz hinter den USA, die 341 Milliardäre zu ihren Einwohnern zählt.
14.3.2005 Das Haus, in dem der tschetschenische Präsident Aslan Maschadow gefunden worden ist, wird von Sicherheitskräften gesprengt.
15.3.2005 In Chasawjurt (Norddagestan) können zwei Guerillakämpfer, die von föderalen Truppen mit Panzerfahrzeugen in einem Haus belagert werden, nachts dem Einschließungsring entkommen.
15.3.2005 Präsident Putin schlägt dem Staatsrat der Republik Tatarstan vor, den amtierenden Republikspräsidenten Mintimer Schajmijew neuerlich für dieses Amt zu bestellen.
15.3.2005 Präsident Putin besichtigt das "Bolschoj Theater" und spricht sich für eine durchgreifende Renovierung des Gebäudes aus, die voraussichtlich 25 Mrd. Rubel (ca 658 Mio Euro) kosten wird.
16.3.2005 In Warandej, einem Ort an der Barentsee, stürzt eine Antonow-24 mit 45 Passagieren und 7 Besatzungsmitgliedern ab. Wenigstens 29 Personen werden getötet, weitere 10 erleiden schwere Verletzungen.
16.3.2005 Die Duma verabschiedet das "Gesetz über die Gesellschaftkammer" mit 346 gegen 25 Stimmen in dritter und letzter Lesung.
16.3.2005 Sicherheitskräfte führen in Grosny eine umfassende Säuberung durch, in deren Verlauf mehrere Personen festgenommen werden.
17.3.2005 Zwei Unbekannte eröffnen auf den Wagen von Anatolij Tschubajs, dem Vorsitzenden des Strommonopolisten EES Rossii, das Feuer, nachdem sie neben dem Wagen eine Mine zur Explosion gebracht haben. Tschubajs und seine Leibwächter bleiben unverletzt. Ein Passant wird verwundet.
17.3.2005 George Kennan, amerikanischer Diplomat, Historiker und Vordenker der Containment-Politik, stirbt im Alter von 101 Jahren in Princeton, New Jersey.
17.3.2005 Die Moskauer Polizei verhaftet im Fall des Attentats auf Anatolij Tschubajs einen Verdächtigen. Dabei handelt es sich angeblich um einen ehemaligen Offizier des militärischen Geheimdienstes GRU.
18.3.2005 Putin trifft in Paris mit dem französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac, dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodriguez Zapatero zu einem Vierergipfel zusammen. Sie erörtern u.a. Nahostfragen, die iranische Haltung zur Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen, das Rüstungslieferungsembargo gegenüber der Volksrepublik China und die Lage in der Ukraine.
18.3.2005 Der französische Staatspräsident Jacques Chirac besucht mit Putin das französische strategische Operationszentrum in Taverny. Die beiden Präsidenten vereinbaren gemeinsame militärische Übungen im Herbst 2005.
18.3.2005 Der Wagen von Sojun Sadykow, dem Vorsitzenden der Nationalen Autonomen Kulturassoziation der Aserbaidschani in Russland, wird von Unbekannten beschossen. Sadykows Fahrer wird an der Schulter verletzt.
19.3.2005 Putin trifft in Kiev zu einem Staatsbesuch ein und führt Gespräche mit dem neugewählten ukrainischen Präsidenten Juschtschenko und der Ministerpräsidentin Julia Timoschenko.
21.3.2005 Die Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch" veröffentlicht einen Bericht über massive Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien. Danach sind seit 1999 3-5.000 Personen mit Wissen russischer Behörden "verschwunden". Die Organisation wirft der Europäischen Union in diesem Zusammenhang Untätigkeit vor.
21.3.2004 Die russische Zentralbank teilt mit, daß sie die Gewichtung des Euro in ihrem Währungskorb erhöht habe, um Schwankungen beim Rubel abzumildern. Der in Euro denominierte Anteil am Währungskorb wurde bis zum 15. März auf 0,2 Euro und 0,8 Dollar erhöht, verglichen mit 0,1 Euro und 0,9 Dollar am 1. Februar.
21.3.2005 Das russische Außenministerium appelliert an die kirgisische Opposition und an die ausländischen Wahlbeobachter in Kirgisien, "destruktive Elemente" nicht zu ermutigen und den konstruktiven Dialog mit der Administration des kirgisischen Präsidenten Akaev zu suchen. In Kirgisien war es nach den Wahlen zu Massenprotesten und Auseinandersetzungen mit Ordnungskräften gekommen, nachdem die Opposition dem Präsidenten Wahlfälschung vorgeworfen hatte. In Teilen des Landes übernimmt die Opposition die Macht.
21.3.2005 In Straßburg findet ein "Runder Tisch" zum Thema Tschetschenien statt, an dem Vertreter der russlandloyalen tschetschenischen Administration und der russischen Behörden, Menschenrechtsexperten und europäische Parlamentarier teilnehmen. Alle Sprecher betonen ihre Bereitschaft zum Dialog.
21.3.2005 Im Dorf Ganmuchuri (Westgeorgien) nehmen georgische Polizisten vier Soldaten fest, die den russischen Friedenstruppen in Abchasien angehören.
21.3.2005 Der Dumaabgeordnete Alexsander Krutow sendet einen von 5.000 Personen unterzeichneten Brief an die Generalstaatsanwaltschaft, der das Verbot einiger jüdischer Organisationen wegen Verbreitung von Religionshaß fordert. Zu den Unterzeichnern gehört der ehemalige Schachweltmeister Boris Spasskij.
22.3.2005 Ein russische Abteilung mit zehn Schützenpanzern rückt nach Ganmuchuri vor, zieht sich nach Verhandlungen mit dem regionalen Gouverneur, Gigi Ugalava, aber wieder zurück.
22.3.2005 In Tschetschenien stürzt ein Mi-8-Hubschrauber der Truppen des Innenministeriums ab als er versucht, eine Notlandung durchzuführen. Vier der 14 Insassen werden schwer verletzt.
22.3.2005 In einem Vorort von Grosny kommt es zu einem Feuergefecht zwischen russischen Truppen und örtlicher Polizei, nachdem ein russisches Militärfahrzeug eine Kuh überfahren hat. Bei den Auseinandersetzungen werden zwei Dorfbewohner, zwei Polizisten und ein russischer Soldat getötet.
22.3.2005 Ein Wagen der russischen Botschaft in Stockholm wird in der Nähe des Botschaftsgebäudes durch eine Bombe zerstört. Menschen kommen nicht zu Schaden. Die Verantwortung übernimmt die Gruppe "Weltweite Intifada", die den Anschlag als "Akt des Protestes gegen den Krieg in Tschetschenien" verstanden wissen will.
22.3.2005 Putin ernennt Modest Kolerow, den Chef der Internetagentur "Regnum", zum Leiter einer neugegründeten Abteilung der Präsidialadministration, die sich mit regionalen und kulturellen Beziehungen zum Ausland und zur GUS befassen soll. Der PR-Fachmann Kolerov hat u.a. für den Finanzmagnaten Potanin und für das russische Staatsfernsehen gearbeitet. Beobachter interpretieren die Gründung der Abteilung als Reaktion auf die Regierungswechsel in Georgien und der Ukraine.
22.3.2005 Innenminister Nurgalijew teilt in einer Rede vor dem Föderationsrat mit, daß in Russland 116 kriminelle Organisationen aktiv seien. 500 Großbetriebe in wirtschaftlichen Schlüsselsektoren würden von der organisierten Kriminalität kontrolliert.
23.3.2005 Der Feldkommandant Riswan Tschitigow wird in seinem Heimatort Schali durch tschetschenische Sicherheitskräfte getötet. Citigov galt nach Shamil Basajew und Doku Umarov als die Nummer 3 der tschetschenischen Guerillaführer.
23.3.2005 In der Nähe von Grosny wird Milizoberstleutnant M. Kantajew, der ein Rayonskriminalbüro leitet, in seinem Wagen erschossen aufgefunden.
24.3.2005 Putin empfängt 26 führende russische Geschäftsleute im Kreml. U.a. erklärt er, daß die Ergebnisse der Privatisierung der neunziger Jahre nicht angetastet würden, und schlägt vor, die Verjährungsfrist von zehn auf drei Jahre zu verkürzen. Jukos bezeichnet er als "Einzelfall". Putin kritisiert ferner die bürokratischen Hürden bei der Gründung von kleinen Unternehmen. Die Unternehmer kritisieren ihrerseits die Steuerpolitik.
24.3.2005 Der Besitzer des Hauses, in dem der tschetschenische Präsident und Guerillaführer Aslan Maschadow von russischen Sicherheitskräften getötet wurde, wird angeblich tot aufgefunden. Russische Stellen bestreiten das und erklären, er befinde sich in Haft.
25.3.2005 Putin versichert der kirgisischen Übergangsregierung, er sei bereit, mit ihr zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig erklärt er, dem gestürzten Präsidenten Askar Akajew stehe es frei, nach Russland zu kommen.
25.3.2005 Ein Moskauer Geschworenengericht befindet Alexej Pitschugin, den früheren Sicherheitschef des Mineralölunternehmens Jukos, des Doppelmords und des versuchten Mordes für schuldig.
25.3.2005 Putin eröffnet in Jerewan, der Hauptstadt Armeniens, feierlich das Jahr Russlands in Armenien. Im Kontext des Treffens führt er Gespräche mit dem armenischen Präsidenten Robert Kocarjan und wird vom Katolikos der armenischen Kirche empfangen.
25.3.2005 Der Präsident von Tatarstan, Mintimer Schajmijew, wird auf Vorschlag von Präsident Putin vom tatarischen Staatsrat mit 39 gegen 34 Stimmen in seinem Amt bestätigt.
26.3.2005 In Ufa, der Hauptstadt von Baschkortostan, fordern 5.000 Personen auf einer Demonstration die Ablösung des baschkirischen Präsidenten Murtasa Rachimow.
26.3.2005 In Inguschetien kommt es zu Demonstrationen, bei denen der Rücktritt des Gouverneurs Swjasikow und die Verschiebung der inguschetisch-nordossetischen Grenze gefordert wird.
27./28.2003 In Petersburg greifen Unbekannte in drei getrennten Fällen Studenten an und schlagen sie krankenhausreif. Die Opfer stammten aus Angola, Bangladesh und China.
28.3.2005 Ein Moskauer Gericht verurteilt Jurij Samodurow, den Direktor des Andrej Sacharow-Museums, und Ljudmila Wasilowskaja, die Ausstellungskuratorin, wegen Anstiftung zum Religionshaß jeweils zu Geldstrafen in Höhe von 100.000 Rubel (3.600 US$). Die beiden Angeklagten hatten 2003 eine religionskritische Kunstausstellung organisiert, die von Gläubigen verwüstet worden war.
29.3.2005 Ein Bezirksgericht in Grosny verurteilt Sergej Lapin, einen Angehörigen einer in Tschetschenien eingesetzten Einheit der Spezialpolizei OMON aus Nižnivartovsk (Sibirien), wegen Missbrauchs seiner Verfügungsgewalt, Körperverletzung und Dokumentenfälschung zu 11 Jahren Straflager und weiteren 3 Jahren Berufsverbot.
29.3.2005 Der kirgisischer Präsident Askar Akajew gibt russischen Journalisten in der Nähe von Moskau ein Interview, in dem er erklärt, daß er an seinem Amt festhält, jedoch gegebenfalls zum Rücktritt bereit ist.
29.3.2005 Präsidentengehilfe Igor Schuwalow erklärt auf der Konferenz "Die Wirtschaftssituation und das Investitionsklima in Russland", daß der Fall Jukos ein Exempel für Unternehmen sei, die versuchten, Steuerzahlungen zu minimieren.
29.3.2005 Im Prozeß gegen Michail Chodorkowskij und Platon Lebedew, den Anteilseigner des Mineralölkonzerns Jukos, beantragt der Staatsanwalt eine Haftstrafe von 10 Jahren.
30.3.2005 Das Moskauer Gericht legt das Strafmaß für Aleksej Pitschugin, den früheren Sicherheitschef des Mineralölunternehmens Jukos, der am 25. März des Doppelmords und des Mordversuchs für schuldig befunden worden war, auf 20 Jahre Lagerhaft fest.
30.3.2005 Nach einer Dumadebatte über die Wahlen im Autonomen Bezirk der Jamal-Nenzen greift Wladimir Shirinowskij, Vorsitzender der LDPR und Stellvertretender Duma-Vorsitzender, den Fraktionsvorsitzenden von "Heimat", Andrej Saweljew, körperlich an. Daraufhin kommt es zu einem minutenlangen, heftigen Handgemenge zwischen Abgeordneten der Liberaldemokraten und der "Heimat"-Fraktion. Die Duma beschließt darauf mit 373 gegen 35 Stimmen, Žirinovskij ein einmonatiges Redeverbot zu erteilen.
30.3.2005 Außenminister Sergej Lawrow erklärt, daß Russland über die Situation in der GUS besorgt sei und kritisiert die OSZE für Ihre Rolle bei den Ereignissen in Kirgisien.
30.3.2005 Das Regionalparlament des Gebiets Tula wählt auf Vorschlag Putins den 44jährigen Wjatscheslaw Dudka zum neuen Gouverneur. Die Wahl in Tula ist der zweite Fall, in dem Putin den amtierenden Gouverneur nicht als Kandidaten vorgeschlagen hat.
30.3.2005 Der Stadtrat von Mirnyj (Republik Sacha-Jakutien) beschließt, auf dem städtischen Platz des Sieges eine Stalin-Statue zu errichten.
31.3.2005 Wladimir Lukin, der Menschenrechtsbeauftragte in der Russischen Föderation, veröffentlicht seinen Bericht für das Jahr 2004, den er am 31. Januar Präsident Putin vorgelegt hat. Darin beklagt er u.a. die zunehmende Verbreitung von nationalchauvinistischem Gedankengut, die zu Verletzungen der Rechte von Minderheiten führe und letztlich Russlands Einheit bedrohe. Er berichtet auch über Willkür in Polizei und Armee.
3.4.2005Putin würdigt den am 2. April verstorbenen Papst Johannes Paul II. als herausragende Persönlichkeit der Gegenwart und erinnert dabei an die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Russland und dem Vatikan, die in dessen Amtszeit fiel.
4.4.2005Putin unterzeichnet das Gesetz über die Gesellschaftkammer, das damit am 1. Juli 2005 in Kraft treten kann.
4.4.2005Putin empfängt in Sotschi den belorussischen Präsidenten Lukaschenko und erörtert mit ihm die Zukunft der GUS sowie bilaterale Wirtschafts- und Rüstungsfragen.
5.4.2005Präsident Putin empfängt in Sotschi Javier Solana, den Hohen Beauftragten der EU für Außenpolitik. Das Treffen dient der Vorbereitung des Gipfeltreffens Russland - EU in Moskau. Darüber hinaus werden die Zukunft der OSZE sowie die Entwicklungen im Nahen Osten, im Iran und Moldawien erördert.
5.4.2005Präsident Putin empfängt in Sotschi den Präsidenten der international nicht anerkannten Republik Abchasien, Sergej Bagapsch.
5.4.2005Präsidentengehilfe Viktor Iwanow erörtert in Peking Fragen russischer Öllieferungen an China. Probleme waren im Zusammenhang mit der Zerschlagung des Mineralölkonzerns Jukos entstanden, da Jukos der wichtigste Lieferant von russischem Erdöl an China gewesen war.
5.4.2005Leonid Newzlin, einer der Anteilseigner der Holding MENATEP, kündigt an, daß er die Wochenzeitung "Moskovskie Nnovosti" nicht weiter finanzieren wird.
5.4.2005Der ehemalige Gouverneur von Saratov, Dmitrij Ajazkow, teilt mit, daß er zum russischen Botschafter in Belorus ernannt wird.
5.4.2005In Chasawjurt (Norddagestan) kommt es beim Versuch, drei Guerillakämpfer festzunehmen, zu einem Feuergefecht. Zwei der Guerillas werden getötet, einer verhaftet. Ein Polizist wird verwundet. Bei dem regellosen Schußwechsel wird auch ein dreijähriges Kind getötet und seine Mutter verletzt.
6.4.2005Präsident Putin empfängt Emomali Rachmonow, den Präsidenten von Tadschikistan, der nach dem Abschluß einer Truppenübung der Organisation des Kollektiven Sicherheitspakte in seiner Republik nach Sotschi kommt. Putin sichert Rachmonow zu, Tadschikistan bei der Sicherung seiner Grenzen zu unterstützen.
7.4.2005Ministerpräsident Fradkow teilt mit, daß die russische Regierung ein Szenario für die Wirtschaftsentwicklung 2005-2008 verabschiedet hat. In diesem Zusammenhang unterstreicht er, daß die Regierung an dem Ziel, das Bruttoinlandsprodukt zu verdoppeln festhält. Damit widerspricht er Wirtschaftsminister Gref, der den Standpunkt vertritt, daß das russische Wirtschaftspotential dafür nicht ausreiche.
7.4.2005200 Oppositionelle aus Baschkortostan demonstrieren auf dem Lubljanka-Platz in Moskau für die Ablösung des baschkirischen Präsidenten Rachimow.
7.4.2005Dmitrij Medwedjew, der Leiter der Präsidialadministration, konferiert in Magnitogorsk mit sechs der sieben Präsidialbevollmächtigen für die Föderalen Bezirke hinter verschlossenen Türen. Lediglich Konstantin Pulikowskij, der Bevollmächtigte für den Föderalbezirk Fernost, ist nicht anwesend.
8.-9.4.2005In der Hauptmoschee von Derbent (Dagestan) kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern zweier islamischer Gruppen. Bei den Zusammenstößen werden 24 Personen verletzt. Die Polizei nimmt 200 Personen fest.
9.4.2005 Generaloberst Anatolij Trofimow, 1995-1997 Leiter der FSB-Abteilung Moskau und Moskauer Gebiet, wird vor seinem Haus von einem Unbekannten erschossen. Seine Frau wird bei dem Anschlag schwer verletzt und stirbt im Krankenhaus.
9.4.2005In Tiraspol verhandeln Vertreter Moldowas, Transnistriens, Russlands, der Ukraine und der OSZE über von Transnistrien illegal errichtete Grenz- und Zollkontrollpunkte.
10.4.2009Bundeskanzler Gerhard Schröder und Präsident Putin eröffnen gemeinsam die Hannover-Messe. Russland ist 2005 offizielles Partnerland der Messe.
11.4.2005Im Prozeß gegen Michail Chodorkowskij und Platon Lebedjew spricht Chodorkowskij sein Schlußwort. Die Urteilsverkündung ist für den 27. April vorgesehen.
11.4.2005Die Internationale Energieagentur (IEA) legt eine Sonderstudie zur russischen Strommarktreform vor. Die IAE kommentiert Russlands Anstrengungen, den Strommonopolisten RAO EES zu zergliedern und Konkurrenz auf dem Strommarkt zu schaffen positiv, vermerkt jedoch auch kritische Punkte.
11.4.2005Auf der Hannover-Messe unterzeichnen der russische Erdgaskonzern Gazprom und das Chemieuntrnehmen BASF ein Kooperationsabkommen. Der russische Eisenbahnkonzern "Russische Eisenbahnen" und Siemens treffen eine Vereinbarung über den Bau von Hochgeschwindigkeitszügen in Russland. Gazprom und Wintershall intensivieren die Zusammenarbeit und kündigen an, gemeinsam das Jushno Russkoe Feld in Westsibirien zu entwickeln.
11.4.2005Die beiden größten russischen Werften, "Baltisjkij zawod" und "Sewernyj werf", teilen in einer auf fünf Jahre gültigen Vereinbarung ihre Märkte auf: "Baltisjkij zawod" wird sich auf den zivilen Schiffbau konzentrieren, "Sewernyj werf" übernimmt die Rüstungsaufträge seines Partners.
11.4.2005Das Mineralölunternehmen TNK-BP gibt bekannt, daß die Steuerbehörden von ihm für 2001 die Nachzahlung von Steuern in Höhe von fast 1 Mrd. US$ fordern.
11.4.2005Auf dem "Russian Economic Forum" kritisieren führende russische Manager die Wirtschaftspolitik der Putin-Administration und fordern einen Fortgang der Reformen. Einer der Sprecher ist der ehemalige Ministerpräsident Michail Kasjanow.
11.4.2005Die Tageszeitung "Iswestija" veröffentlicht einen "Offenen Brief" von namhaften Künstlern und Intellektuellen an Putin. Die Unterzeichner bitten den Präsidenten, die Errichtung eines Denkmals, das auch eine Stalin-Figur enthält, zu untersagen. Der Bildhauer Zereteli will ein solches Monument in Wolgograd errichten.
12.4.20054.000 Studenten demonstrieren in Moskau vor dem "Weißen Haus", dem Sitz der Regierung, gegen die Bildungspolitik und die schlechten materiellen Bedingungen im Studium. Eine weitere studentische Demonstration mit 2.500 Teilnehmern findet in Nishnij Nowgorod statt.
13.4.2005Auf Vorschlag von Präsident Putin bestätigt der Föderationsrat Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow für weitere fünf Jahre in seinem Amt.
13.4.2005Ein Vertreter der russischen Kartellbehörde teilt mit, daß das Gebot von Siemens für eine Beteiligung an dem russischen Maschinenbauunternehmen "Silowije Maschini" abgelehnt worden sei, weil der Einstieg den Wettbewerb auf dem Markt für Anlagen zur Energieerzeugung eingeschränkt hätte. Nach Angaben von Siemens begründet die Behörde ihr Nein aber auch mit der Tätigkeit von "Silowije Maschini" in der Rüstungstechnik.
13.4.2008Julia Timoschenko, die ukrainische Ministerpräsidentin, sagt eine für den 15.-16. April geplante Russlandreise ab, nachdem der russische Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow noch einmal festgestellt hatte, daß der Haftbefehl gegen sie in Kraft bleibt.
14.4.2008Der Inlandsgeheimdienst FSB teilt mit, daß er einen Menschenschmugglerring aufgedeckt hat, der illegal Personen aus Südostasien und der GUS in die USA, nach Frankreich und Spanien transportierte.
14.4.2005Putin schlägt den Regionalparlamenten der Gebiete Kemerowo und Tscheljabinsk vor, jeweils den amtierenden Gouverneur - Amangeldy Tulejew in Kemerowo und Pjotr Sumin in Tscheljabinsk - neuerlich in dieses Amt zu wählen.
14.4.2005Putin bringt Vorschläge für die Reform des Wahlrechts in die Duma ein. Diese beinhalten eine Ergänzung zum neuen Parlamentsgesetz, wonach künftig alle 450 Sitze in der Staatsduma über Parteilisten vergeben werden. Ferner sieht der Entwurf eine Sieben-Prozent-Hürde vor. Kleinere Parteien dürfen dabei keine gemeinsamen Listen für Wahlen aufstellen. Die Parteienfinanzierung für Parteien, die im Parlament vertreten sind, soll um das Sechsfache auf insgesamt 600 Millionen Rubel steigen. Den Fraktionenvorsitzenden in der Duma soll zudem das Recht eingeräumt werden, einzelne Abgeordnete aus dem Parlament zu verweisen.
15.4.2005Die Legislative des Autonomen Bezirks der Korjaken bestätigt auf Vorschlag von Präsident Putin Oleg Koshemjako als Gouverneur. Koshemjako nimmt das Amt seit Anfang März in Stellvertretung wahr, nachdem Putin seinen Vorgänger, Wladimir Loginow, entlassen hatte.
15.4.2005Die Stadtverwaltung von Wolgograd nimmt das Angebot des Bildhauers Zereteli an, eine Skulptur der "Großen Drei" - Stalin, Churchill, Roosevelt - in der Stadt aufzustellen.
15.4.2005Föderale Truppen töten in der Nähe des Flughafen von Grosny vier Guerillakämpfer und erbeuten zwei tragbare Luftabwehrsysteme "Strela". Föderale und loyale tschetschenische Truppen stürmen in Grosny eine Wohnung und töten fünf Guerillakämpfer. Dabei werden auf russischer Seite fünf Angehörige der Spezialeinheit "Vympel" getötet.
16.4.2005Russische und westliche Medien berichten, daß ein Angehöriger des russischen Generalkonsulats in Hamburg nach Russland zurückgekehrt ist, nachdem ihm deutsche Stellen Spionage vorgeworfen haben.
17.4.2005Bei einem Referendum über den Zusammenschluß der Autonomen Bezirke der Ewenken und der Dolganen und Nenzen von Taimyr mit der Region Krasnojarsk sprechen sich in Taimyr fast 70%, bei den Ewenken 79% und in Krasnojarsk über 92% der Wähler für eine Zusammenlegung aus.
18.4.2005Das Regionalparlament des Gebiets Tscheljabinsk wäht auf Vorschlag Putins den amtierenden Gouverneur Pjotr Sumin für eine weitere Amtszeit. Auch in Kostroma schlägt Putin den amtierenden Gouverneur, Viktor Scherschunow, zur Wiederwahl vor.
18.4.2005Im Bezirk Wedeno (Tschetschenien) führen russische Spezialkräfte, tschetschenische Miliz und der Sicherheitsdienst Ramsan Kadyrows, insgesamt etwa 2.000 Mann, mit Untertützung schwerer Waffen einen Säuberungsaktion in der Umgebung des Dorfs Dyschne-Wedeno durch, in dem der Guerillaführer Shamil Basajew geboren ist. Im Verlauf der Kämpfe werden sieben Guerillakämpfer getötet und zahlreiche Waffen erbeutet.
18.4.2005In Sankt Petersburg gibt eine Gruppe junger Aktivisten die Gründung einer Jugendorganisation bekannt, die sich "opritschniki" nennt und sich zur Eurasischen Bewegung von Alexander Dugin bekennt. Der Begriff "opritschniki" stammt aus dem 16. Jahrhundert und bezeichnet Angehörige einer Organisation, mit der Iwan IV. "der Schreckliche" seine Widersacher unterdrückte.
19.-20.4.2005Die US-Außenministerin Condoleezza Rice führt in Moskau Gespräche mit Präsident Putin und ihrem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow.
19.4.2005Das Moskauer Arbitragegericht, das für Wirtschaftsverfahren zuständig ist, beschlagnahmt auf Antrag von Juganskneftegaz, das jetzt in Hand des Mineralölunternehmens Rosneft ist, alle Aktiva des Konzerns Jukos.
19.4.2005In Machatschkala, der Hauptstadt von Dagestan, wird ein Mann durch eine Autobombe getötet, ein zweiter verletzt. Die Polizei identifiziert den Toten als einen bekannten Kontraktkiller.
20.4.2005Die Duma verabschiedet anläßlich des 60. Jahrestages des Kriegsendes einstimmig eine Amnestie für Veteranen des 2. Weltkrieges.
20.4.2005Auf Vorschlag Putins bestätigt das Regionalparlament von Kemerovo Amangeldy Tulejew für eine weitere Amtszeit als Gouverneur.
20.4.2005In der Nähe von Saratow werden vier vermißte Soldaten erhängt aufgefunden. Die Hintergründe sind unklar. Die vier Soldaten waren am Tag zuvor wegen eines Autodiebstahls von der Staatsanwaltschaft verhört worden.
20.4.2005In Krasnojarsk demonstrieren 7.000 Studenten gegen Bildungs- und Sozialreformen.
20.4.2005Einheiten des Sicherheitsdienstes von Ramsan Kadyrow werden in Dagestan in ein Feuergefecht mit Einheimischen verwickelt, als sie nach Überschreitung der Republiksgrenze in einem dagestanischen Dorf nach tschetschenischen Guerillakämpfern suchen. Der dagestanische Innenminister läßt daraufhin die Grenzen zur Nachbarrepublik schließen.
21.4.2005Auf dem Stützpunkt der tschetschenischen Sonderpolizei OMON in Grosny explodiert ein LKW. Der Wagen war von Guerillakämpfern zurückgelassen und von der Polizei zur Untersuchung in den Stützpunkt überführt worden. Bei der Explosion wird ein Angehöriger der OMON getötet, vier werden verletzt.
21.4.2005Sitzung des NATO-Russlandrates auf Außenministerebene in Wilna. Russland und die NATO unterzeichnen eine "Status of Forces Agreement", das den Transit von Truppen über das Territorium des Vertragspartners und gemeinsame Übungen erleichtern wird.
21.4.2005Putin empfängt den Präsident der Europäischen Kommission, Jose Manuel Barroso, im Kreml. In den Gesprächen wird der EU-Russland-Gipfel am 10.Mai vorbereitet.
22.4.2005Die Duma beschließt in dritter und letzter Lesung die Novelle zum Wahlgesetz, die umfassende Reformen vorsieht. Danach gilt nun das Verhältniswahlrecht und Parlamentssitze werden daher nur noch über Parteilisten vergeben. Die Parteien selbst müssen eine Sieben-Prozent-Hürde überwinden.
22.4.2005Putin empfängt den belorussischen Präsidenten Lukaschenko in Moskau zu Gesprächen.
22.4.2005Die russische Ausgabe der Zeitschrift Forbes veröffentlicht eine Liste der 100 reichsten Russen. Den ersten Rang nimmt 2005 Roman Abramowitsch ein.
22.4.2005Auf dem Gipfeltreffen der GUUAM-Staaten (Georgien, Ukraine, Usbekistan, Aserbaidschan und Moldowa ) in Kischinau, der Hauptstadt von Moldowa, fordern die Staatsoberhäupter der Mitgliederstaaten Russland auf, seine Truppen aus Georgien und Moldawa zurückzuziehen.
22.4.2005Präsident Putin empfängt Lord John Browne, den Vorstandsvorsitzenden von British Petroleum (BP), und erörtert mit ihm die Perspektive des Joint Ventures TNK-BP.
22.4.2005Russische Medien berichten, daß der tschetschenische Präsident und Guerillaführer Aslan Maschadow, der am 8. März von russischen Truppen getötet worden ist, in einem unbekannten Grab anonym bestattet worden ist.
22.4.2005In Maikop, der Hauptstadt von Adygej, demonstrieren 10.000 Personen gegen Pläne, die Republik mit der Region Krasnodar zusammenzulegen.
23.4.2005Das Regionalparlament des Gebiets Orjol wählt den Gouverneur Jegor Strojew auf Vorschlag Putins für eine weitere Amtszeit.
24.4.2005Die Nachwahlen für einen Einzelwahlkreis im Gebiet Brjansk scheitern an der geringen Wahlbeteiligtung. Nur 23,6% der Wähler nahmen an der Abstimmung teil. Das Quorum beträgt 25%.
25.4.2005Putin schlägt dem Regionalparlament des Gebiets Samara den amtierenden Gouverneur Konstantin Titow zur Wiederwahl vor.
25.04.2005Die Aluminiumkonzerne RusAL und SUAL teilen mit, daß sie in der Republik Komi gemeinsam eine Anlage aufbauen werden, die jährlich zwischen 300.000 und 500.000 t Aluminium produzieren soll.
26.4.2005Präsident Putin hält vor der Föderalversammlung die alljährliche Rede zur Lage der Nation.
26.4.2005Das Moskauer Puschkin-Museum eröffnet eine Ausstellung restaurierter antiker Kunstwerke, die ursprünglich aus deutschen Museen stammen. Die Bestände befanden sich bisher im geschlossenen "Beutekunst"-Depot des Moskauer Museums und werden anlässlich des 60. Jahrestag des Kriegsendes gezeigt. Die Ausstellung führt in Deutschland zu Irritationen.
26.4.2005Russische Medien berichten, daß Präsident Putin Marina Antonowna Denikina, die Tochter von General Denikin, einem namhaften Führer der "Weißen" im Bürgerkrieg 1918-1920, in die russische Staatsbürgerschaft aufgenommen hat. Ferner hat er gestattet, den Leichnam General Denikins von Paris nach Russland umzubetten.
26.4.2005Ein Wolgograder Gericht verurteilt sieben junge Männer, die zwischen dem 2. und 8. Oktober 2004 in drei Fällen aus rassistischen Motiven Tadschiken bzw. Usbeken erschlagen hatten, zu Haftstrafen zwischen vier und zehn Jahren.
27.4.2005Auf seiner Nahostreise besucht Putin als erste Station Kairo. Der russische Präsident führt Gespräche mit dem ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak über die Lage im Nahen Osten. U.a. schlägt Putin eine Friedenskonferenz in Moskau vor.
27.4.2005Die Urteilsverkündung im Fall Chodorkowskij wird vom 28.4. auf den 16. Mai verschoben.
27.-28.4.2008Putin trifft auf seiner Nahostreise in Israel ein. Nach einem Besuch der Klagemauer, der Grabeskirche und einem Treffen mit dem Oberhaupt der russischen orthodoxen Geistlichkeit in Jerusalem führt er Gespräche mit dem israelischen Präsidenten und mit Mosche Katzav und Ministerpräsident Sharon. Thema sind u.a. die russischen Rüstungslieferungen an Syrien und die Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran.
28.4.2005Mitglieder der Nationalbolschewistischen Partei besetzten die Vertretung Baschkortostans in Moskau und fordern "Baschkortostan ohne Rachimow" und "Russland ohne Putin". Die Polizei verhaftet zehn Besetzer.
28.4.2005Das russische Außenministerium erklärt, es werde den Grenzvertrag mit Lettland nicht unterzeichnen, wenn Lettland sich nicht von der Deklaration des lettischen Parlaments distanziere, das am 27. April Kompensationen für die Besetzung durch die Sowjetunion gefordert hatte.
29.4.2005In Naltschik (Kabardino-Balkarien) geraten mehrere Guerillakämpfer in eine Personenkontrolle, die von Mitarbeitern des FSB und Angehörigen der regionalen Inneren Truppen durchgeführt wird. Bei dem folgenden Feuergefecht werden vier Guerillakämpfer und ein Polizist getötet. Zwei Guerillakämpfer werden festgenommen.
30.4.2005In Nazran (Inguschetien) sperren Polizeitruppen den Hauptplatz der Stadt ab und verhindern so eine Demonstration gegen den inguschischen Präsidenten Sjasikow. Der inguschische Parlamentsabgeordnete Musa Odsojew wird festgenommen.
30.4.2005Ein Gericht in Minsk (Belorus) setzt 14 Russen auf freien Fuß, die am 26. April wegen Teilnahme an einer Demonstration gegen Lukaschenko verhaftet und zu mehrtägigen Gefängnisstrafen verurteilt worden waren.
1.5.2005Präsident Putin, Ministerpräsident Fradkow, Dmitrij Medwedjew, der Leiter der Präsidialadministration, und der Moskauer Bürgermeister Lushkow besuchen den Ostergottesdienst in der Moskauer Erlöserkathedrale, der von Patriarch Alexij II. zelebriert wird. Der Gottesdienst wird im Fernsehen übertragen.
1.5.2005Anläßlich des 1. Mai organisieren Gewerkschaften und Parteien landesweit Demonstrationen, an denen insgesamt 1,2 Millionen Personen teilnehmen. Die größten Veranstaltungen mit 90.000 bzw. 81.000 Teilnehmern finden in Perm und Jakutsk statt. In Moskau demonstrieren 10.000 Anhänger linker Parteien (u.a. "Heimat" und Nationalbolschewistische Partei) gemeinsam mit der KPRF gegen Putin. Der Moskauer Bürgermeister Lushkow spricht vor Anhängern von "Edinaja Rossija". Jabloko und andere liberale Gruppen veranstalten eine Protestkundgebung mit einigen hundert Teilnehmern vor dem ehemaligen Hauptquartier des sowjetischen Geheimdienstes KGB.
1.5.2005Skinheads greifen in der Moskauer Metro zwei algerische Offiziere an, die an einem Lehrgang der russischen Generalstabsakademie teilnehmen.
2.5.2005Der ehemalige russische Minister für Atomenergie, Jewgenij Adamow, wird in der Schweiz auf Antrag amerikanischer Stellen festgenommen. Gegen Adamow wird in den USA ermittelt. Ihm wird die Unterschlagung von 9 Mio. US$ vorgeworfen, die für die Verbesserung der Sicherheit russischer Nuklearanlagen vorgesehen waren.
4.5.2005Generalleutnant Wladimir Gorbas, Befehlshaber der Luftstreitkräfte und der Luftabwehr in Rostow am Don, teilt mit, daß die Aktivität der ausländischen Luftaufklärung, insbesondere durch NATO-Staaten, an der Südgrenze Russlands zugenommen hat.
4.5.2005Verteidigungsminister Sergej Iwanow erklärt in einem Interview mit der "Rossijskaja gazeta", daß Russland bereit sei, seine Stützpunkte in Georgien zu räumen, daß dies jedoch vier Jahre in Anspruch nehmen werde.
4.5.2005Die regionale Wahlkommission des Gebietes Magadan hat den Block "Unsere Heimat ist Kolyma", in dem sich SPS, Jabloko und die Demokratische Partei zusammengefunden haben, von den regionalen Parlamentswahlen am 22. Mai ausgeschlossen, nachdem 8 der 24 Listenkandidaten zurückgetreten sind. Dem Vernehmen nach hat die Gebietsführung Druck auf die Kandidaten ausgeübt.
4.5.2005Die Administration der Region Krasnojarsk entscheidet, keine Stalin-Büste aufzustellen. Gouverneur Chloponin begründet dies vor Veteranen damit, daß es in Russland keinen schrecklicheren Völkermord gegeben hat als den unter Stalin.
4.5.2005In einem Brief an die lettische Präsidentin Vaira Vike-Freiberga erklärt US-Präsident George W. Bush, daß das Kriegsende für die baltischen Republiken Beginn der sowjetischen Okkupation bedeutete. Diese Äußerung ruft auf russischer Seite erhebliche Irritationen hervor.
5.5.2005In Tschetschenien entdecken föderale Sicherheitskräfte einen KamAZ-LKW, der mit 1 t 200 kg Sprengstoff beladen ist.
6.5.2005In einem Interview mit ARD und ZDF betont Putin zum 60. Jahrestags des Kriegsendes in Europa die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Russland.
In einem Interview mit der Bild-Zeitung würdigen Bundeskanzler Gerhard Schröder und Präsident Putin den 60. Jahrestag des Kriegsendes in Europa als Befreiung Deutschlands und beschwören die Freundschaft und Partnerschaft beider Länder.
7.5.2005US-Präsident George Bush besucht demonstrativ Lettland. In einer Rede verurteilt er die Besetzung des Baltikums durch die sowjetische Armee im Jahre 1945. Während seines Aufenthalts in Riga trifft er mit den Präsidenten von Letttland, Estland und Litauen, Vaira Vike-Freiberga, Arnold Rüütel und Valdas Adamkus, zusammen.
7.5.2005Der georgische Präsident Saakaschwili sagt seine Reise zu den Siegesfeierlichkeiten in Moskau ab, nachdem die Gespräche über den Abzug der russischen Truppen aus Georgien in eine Sackgasse geraten sind.
7.5.2005In einem Artikel in der "Komsomol'skaja Pravda" bittet Bundeskanzler Gerhard Schröder um Vergebung für die Leiden, die Deutsche den Völkern Russlands und anderen Ländern zugefügt hat, und betont die heutigen guten Beziehungen zwischen Russland und Deutschland.
8.5.2005Gipfeltreffen der Mitgliederstaaten der GUS in Moskau. Neben dem georgischen Präsidenten Saakaschwili bleibt auch der Präsident von Aserbaidschan, Alijew, der Veranstaltung fern, da er nicht mit seinem armenischen Amtskollegen Kotscharjan zusammentreffen will.
8.5.2005Präsident Wladimir Putin empfängt U.S. Präsident George W. Bush. Die beiden Staatsmänner erörtern Fragen der Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen und die Lage im Nahen Osten.
8.5.2005In der Stadt Mirnyj (Republik Sacha-Jakutien) enthüllt der Bürgermeister Anatolj Popow eine 1,5 m hohe Bronzestatue von Josef Stalin.
9.5.2005In Anwesenheit von mehr als 50 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt, darunter UN Generalsekretär Kofi Annan, der chinesische Präsident Hu Jintao, der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der französische Präsident Jacques Chirac, US Präsident George W. Bush, der israelischer Präsident Moshe Katsav, der japanischer Ministerpräsident Junichiro Koizumi, und Bundeskanzler Gerhard Schröder, feiert Russland den 60. Jahrestag des "Tags des Sieges". An einer Parade auf dem Roten Platz nehmen 7.000 Soldaten und 2.500 Kriegsveteranen teil. 20.000 Polizisten und Soldaten sichern das Stadtzentrums Moskaus, das weiträumig abgesperrt ist.
9.5.2005Vor dem Belorussischen Bahnhof demonstrieren 9.000 Anhänger der KPRF, der Nationalbolschewistischen Partei und anderer linker Gruppierungen gegen Putin und die offiziellen Feiern zum "Tag des Sieges". Es kommt zu Zusammenstößen mit der Polizei.
9.5.2005US Präsident George W. Bush und Außenministerin Condoleezza Rice treffen sich mit den Vertretern von 18 russischen Menschenrechtsgruppen und erörtern mit Ihnen den Zustand der Zivilgesellschaft und die Pressefreiheit in Russland.
9.5.2005Der Präsident führt Gespräche mit dem chinesischen Präsidenten Hu Jintao, dem japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi, dem südkoreanischen Präsidenten Roh Moo-hyun, dem indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh, u.a. Politikern.
9.5.2005Tschetschenische Guerillakämpfer greifen Zentoroj an, das Heimatdorf von Ramsan Kadyrow. In dem dreistündigen Feuergefecht werden angeblich acht Angreifer und und 15 Verteidiger getötet.
9.5.2005Ein lettisches Fernsehteam, das im Gebiet Pskow in einer Region Aufnahmen macht, auf die Lettland territoriale Ansprüche erhebt, wird von der russischen Polizei festgenommen und über die Grenze abgeschoben, obwohl die Fernsehleute über die notwendigen Visa und Akkreditierungen verfügen. Das aufgenommene Material wird von der Polizei vernichtet.
10.5.2005Der 15. EU-Russland-Gipfel findet in Moskau statt. Auf EU-Seite nehmen daran José Manuel Barroso, Vorsitzender der EU-Kommission, der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker als Präsident des Europäischen Rates und Javier Solana als Hoher Repräsentant für Außenpolitik teil. Die russische Delegation wird von Präsident Putin und Ministerpräsident Fradkow angeführt. Der Gipfel beschließt eine "road map" für die Entwicklung der "vier Räume", die eine Intensivierung der Beziehungen in den Bereichen Wirtschaft, Inneres und Justiz, äußere Sicherheit sowie Wissenschaft, Bildung und Kultur vorsieht. Die Vereinbarungen enthalten detaillierte Ziele für die Zusammenarbeit und definieren Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele. Umsetzung und Überwachung obliegt dem Ständigen Partnerschaftsrat.
11.5.2005Aufgrund heftiger Regenfälle treten in der Region Stawropol die Flüsse über die Ufer. 20 Orte werden von der Überschwemmung bedroht.
11.5.2005Präsident Putin nominiert den Gouverneur des Gebietes Perm, Wassilij Botschkarow, für eine dritte Amtszeit.
12.5.2005Die russische Regierung befürwortet den Vorschlag, die Verjährungsfrist für Privatisierungen von 10 auf 3 Jahre zu verkürzen.
12.5.2005Nikolaj Patruschev, der Direktor des Inlandsgeheimdienstes FSB, erklärt vor der Duma, daß ausländische Geheimdienste durch internationale NGOs daran arbeiten würden, Regierungen in den GUS-Staaten zu stürzen. U.a. nennt er das U.S. Peace Corps, die britische Organisation "Merlin" und den saudiarabischen "Roten Halbmond" (die Entsprechung zum "Roten Kreuz").
13.5.2005Russische Medien berichten, daß Putin nicht am Gipfeltreffen der Staaten des Europarates am 16./17. Mai in Warschau teilnehmen wird. An seiner Stelle wird Außenminister Sergej Lawrow auftreten.
13.5.2005Russland vereinbart mit dem "Pariser Klub", ein Drittel seiner Schulden, ca. 15 Mrd. US$, vorzeitig zu tilgen.
14.5.2005In Perm wählt das Regionalparlament den Gouverneur des Gebietes Perm, Wassilij Botschkarow, für eine dritte Amtszeit.
14.5.2005Eine Untersuchungskommission des U.S. Senats veröffentlicht einen Bericht, nach dem sich russische Spitzenpolitiker, darunter Shirinowskij und der damalige Leiter der Präsidialadministration, Woloschin, vom 2001 im Rahmen des "Öl für Lebensmittel-Programms" an irakischem Erdöl bereichert haben.
15.5.2005Vier tschetschenische Guerillas werden in der Nähe von Grosny von Sicherheitskräften getötet. Einer von ihnen soll der Guerillaführer und frühere Vizepräsident Wacha Arsanow sein. Die Identifizierung ist jedoch nicht sicher.
15.5.2005In einer Wohnung in Tscherkessk, der Hauptstadt der Region Karatschajewo-Tscherkessk, werden sechs Guerillakrieger, darunter zwei Frauen, von Sicherheitskräften getötet. In der Wohnung werden Plastiksprengstoff, Zünder und Mikrochips gefunden.
15.5.2005In Moskau demonstrieren 50.000 junge Leute zu Ehren der Veteranen des "Großen Vaterländischen Krieges". Die Manifestation wird von der putintreuen Jugendorganisation "Unsere" organisiert.
15.5.2005Außenminister Sergej Lawrow erklärt, die Unruhen in Usbekistan, die von usbekischen Regierungstruppen blutig niedergeschlagen worden sind, von islamischen Extremisten organisiert worden seien.
16.5.2005Das Moskauer Bezirksgericht beginnt mit der Urteilsverkündung im Prozeß gegen Michail Chodorkowskij und Platon Lebedjew. Die Verlesung des Urteils dauert mehrere Tage an.
16.5.2005In Warschau findet das dritte Gipfeltreffen des Europarats statt. Russland wird durch Außenminister Sergej Lawrow vertreten. Präsident Putin hält sich zu einer Regionalkonferenz im Föderalbezirk Ural auf.
16.5.2005Der Moskauer Journalist, Pawel Lusjakow, der u.a. Beiträge für die Website "Kavkaz Center" geschrieben hat, in der die Tschetschenienpolitik Putins kritisiert wurden, wird wegen Erwerb einer Schußwaffe zu zwei Jahren Strafkolonie verurteilt.
16.5.2005Vor dem Moskauer Bezirksgericht, in dem das Urteil gegen Chodorkowskij verlesen wird, kommt es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei. 28 Personen werden festgenommen, darunter der stellvertretende Vorsitzende von Jabloko, Sergej Mitrochin.
17.5.2005Das Moskauer Bezirksgericht setzt die Verlesung des Urteils im Prozeß gegen Michail Chodorkowskij und Platon Lebedjew fort.
17.5.2005In Wladikawkas (Nordossetien) beginnt die Hauptverhandlung im Strafprozeß gegen den offiziell einzigen überlebenden Geiselnehmer von Beslan, Nurpaschi Kulajew.
17.5.2005Präsident Putin trifft in Tscheljabinsk mit seinem kasachischen Amtskollegen Nursultan Nasarbajew zusammen und erörtert mit ihm die Vereinfachung des Visaregimes zwischen beiden Staaten.
17.5.2005Föderale Sicherheitskräfte stürmen ein Haus am Statdrand Grosnys und töten drei Guerillakämpfer, darunter den Guerillaführer Alasch Daudow.
17.5.2005In Kronstadt geraten Munitionsvorräte in einem Marinearsenal in Brand. Es kommt zu zahlreichen Explosionen. Sechs Arbeiter werden verletzt.
17.5.2005Dmitrij Medwedjew, der Leiter der Präsidialadministration und Vorsitzende des Aufsichtsrates von Gazprom, teilt mit, daß der Plan einer Vereinigung von Gazprom und Rosneft aufgegeben worden sei. Stattdessen werde der Staat eine Aktienmehrheit von Gazprom erwerben und Rosneft privatisieren.
18.5.2005Das Moskauer Bezirksgericht setzt die Verlesung des Urteils im Prozeß gegen Michail Chodorkowskij und Platon Lebedjew fort.
18.5.2005ZSKA Moskau setzt sich in Lissabon im Endspiel um den UEFA Cup gegen Sporting Lissabon mit 3:1 Toren durch. Damit erringt zum erstenmal eine russische Vereinsfußballmannschaft eine internationale Trophäe.
18.5.2005Im Süden Tschetscheniens kommt es im Rahmen einer Säuberungsaktion der föderalen Sicherheitskräfte zu einem anhalten Gefecht mit Guerillakämpfern.
19.5.2005Das Moskauer Bezirksgericht setzt die Verlesung des Urteils im Prozeß gegen Michail Chodorkowskij und Platon Lebedjew fort.
19.5.2005Der Getreideexport, der nach der Wiedereinführung eines Zertifizierungsverfahrens einige Tage zum Erliegen gekommen war, wird wieder aufgenommen. Am 1. Mai war die Anweisung an den Zoll ergangen, die Ausfuhr von nichtzertifiziertem Getreide zu unterbinden. Die neueingerichtete Zertifizierungsbehörde kam jedoch mit ihrer Aufgabe nicht zurecht. Daher erlitten die russischen Getreideexporteure Verluste in Millionenhöhe.
19.5.2005Die Schweizer Staatsanwaltschaft teilt mit, daß Russland die Auslieferung von Jewgenij Adamow beantragt hat.
19.5.2005Vier Angehörige einer russischen Speznas-Einheit, die im Januar 2002 sechs tschetschenische Zivilisten an einer Straßensperre erschossen haben, werden in Rostow am Don im Revisionsverfahren vom Vorwurf des Mordes freigesprochen, da sie auf Befehl gehandelt haben. Die Entscheidung löst in Tschetschenien Proteste aus.
20.5.2005Ein Unbekannter wirft einen Molotow-Cocktail gegen das Gebäude des Basmannyj-Gerichts in Moskau. Das Feuer wird gelöscht, ehe es größeren Schaden anrichten kann.
20.5.2005Das Moskauer Bezirksgericht setzt die Verlesung des Urteils im Prozeß gegen Michail Chodorkowskij und Platon Lebedjew fort. Dies ist der fünfte Tag der Urteilsverkündung.
20.5.2005Die Moskauer Staatsanwaltschaft teilt mit, daß Stichproben ergeben haben, daß die Moskauer Polizei in den Monaten Januar-März 2.300 Verbrechen nicht zur Meldung gebracht hat. Im Jahr 2004 waren 7.000 Verbrechen, darunter 51 Morde, nicht weitergemeldet worden.
20.5.2005Alexander Iwanow, der 28 Jahre alte Sohn des Verteidigungsministers Sergej Iwanow, fährt eine 60jährige Passantin an, die an den Folgen des Unfalls stirbt. Die Polizei gibt der Fußgängerin die Schuld an dem Vorfall. Alexander Iwanow arbeitet bei der Wneschekonombank. Sein 24jährigr Bruder Sergej ist Vizepräsident der Gazprombank.
20.5.2005Sagir Aruchow, der Minister für Nationalitätenpolitik, Information und Außenbeziehungen der Republik Dagestan, wird in Machatschkala durch einen Bombenanschlag getötet.
20.5.2005Die Staatsanwaltschaft von Inguschetien gegen Angehörige der Sicherheitskräfte eröffnet ein Strafverfahren wegen der Folterung eines Terrorverdächtigen.
21.5.2005Das Regionalparlament von Nordossetien beschließt, den Titel des Präsidenten der Republik in die Bezeichnung Oberhaupt der Republik umzuwandeln.
22.5.2005In Moskau demonstrieren ca. 1.500 Personen vor dem Sitz des staatlichen Fernsehens gegen die Einschränkung der Pressefreiheit in Russland.
22.5.2005Dmitrij Surjaninow, der Generaldirektor von Media-Samara, wird von zwei Unbekannten mit Baseballschlägern vor seinem Haus angegriffen und zusammengeschlagen. Media-Samara ist ein großes Medienunternehmen, das eine Reihe von Regionalzeitungen herausgibt. In einer von ihnen, der "Samarskoe obosrenie", war unlängst über das Verhalten lokaler Businessgruppen berichtet worden.
22.-25.5.2005Staatsbesuch des indischen Staatspräsidenten Abdul Kalam in Russland. Abdul Kalam führt politische Gespräche, besichtigt Rüstungsbetriebe und besucht Petersburg.
23.5.2005Das Moskauer Bezirksgericht setzt die Verlesung des Urteils im Prozeß gegen Michail Chodorkowskij und Platon Lebedjew fort. Dies ist der sechste Tag der Urteilsverkündung.
23.5.2005Die Europäische Wiederaufbau- und Entwicklungsbank EBRD veröffentlicht ihre Prognose für Ost-und Mitteleuropa im Jahre 2005. Danach wird das Wachstum der russischen Wirtschaft 5,2% betragen gegenüber 7,1% im Vorjahr.
23.5.2005Präsident Putin schlägt den Gouverneur des Gebiets Lipezk, Oleg Koroljow, zur Wiederwahl vor.
23.5.2005Alexej Serow, einer der Sänger der Rap-Gruppe "Diskoteka Awarija" wird in Moskau unter einer Brücke in der Nähe der Metrostation "Park Kultury" schwer verletzt aufgefunden. Offensichtlich ist er in der Nacht von Samstag auf Sonntag überfallen und zusammengeschlagen worden.
24.5.2005Das Moskauer Bezirksgericht setzt die Verlesung des Urteils im Prozeß gegen Michail Chodorkowskij und Platon Lebedjew fort. Dies ist der siebte Tag der Urteilsverkündung. Die Presse berichtet, daß die Richterin das Tempo der Urteilsverlesung erheblich beschleunigt. Vor dem Gerichtsgebäude beginnen Straßenbauarbeiten und schränken den Raum für Demonstrationen weiter ein.
24.5.2005Präsident Putin empfängt seinen indischen Amtskollegen Abdul Kalam und erörtert mit ihm die internationale Lage und die bilateralen Beziehungen.
24.5.2005In seiner Botschaft zum Staatshaushalt 2006 an Duma und Föderationsrat formuliert Putin die finanzpolitischen Aufgaben für das nächste Jahr und mahnt u.a., die Inflation weiter einzudämmen.
24.5.2005Der Präsident der Region Adygej, Chasret Sowmen, zieht nach einem zweistündigen Gespräch mit Dmitrij Kosak, dem Präsidialbeauftragten für den Südlichen Föderalbezirk, sein Dekret vom 18. Mai über die Auflösung des Regionalparlaments zurück.
25.5.2005Das Moskauer Bezirksgericht setzt die Verlesung des Urteils im Prozeß gegen Michail Chodorkowskij und Platon Lebedjew fort. Dies ist der achte Tag der Urteilsverkündung.
25.5.2005Amnesty International legt seinen Bericht über die Menschenrechtslage 2005 vor. Darin wird u.a. kritisiert, daß in Russland im Kontext des Tschetschenienkonfliktes massiv Menschenrechte verletzt werden, und daß das Rechtssystem erhebliche Mängel aufweist. Folter durch die Sicherheitskräfte bleibt durchweg straffrei.
25.5.2005Um 11.52 Moskauer Zeit bricht in Moskau, im Moskauer Gebiet, in den Gebieten Tula, Kaluga und Rjasan die Stromversorgung zusammen. Infolgedessen wird der Verkehr der Moskauer Metro unterbrochen. In weiten Bereichen funktionieren Mobilfunk und Internet nicht mehr. Teilweise versagt die Wasserversorgung. Ursache des Stromausfalls ist ein Brand im Umspannwerk Tschagino. Erst im Verlaufe des Abends und der Nacht gelingt es, die Stromversorgung wiederherzustellen. Präsident Putin erklärt, daß der Strommonopolist EES Rossii die Verantwortung für den Stromausfall trägt.
25.5.2005Putin schlägt den derzeitigen Gouverneur von Tschukotka, den Finanzmagnaten Roman Abramowitsch, für eine zweite Amtszeit vor.
25.5.2005Unbekannte verwüsten 20 Gräber auf dem Arskij Friedhof in Kazan'. In der Mehrzahl handelte es sich um jüdische Gräber, die u.a. mit Hakenkreuzen beschmiert wurden.
26.5.2005Das Moskauer Bezirksgericht setzt die Verlesung des Urteils im Prozeß gegen Michail Chodorkowskij und Platon Lebedew fort. Dies ist der neunte Tag der Urteilsverkündung.
26.5.2005In Neftejugansk schießen Unbekannte auf den Stellvertretenden Generaldirektor von Juganskneftegaz, Sergej Burow. Er erleidet Verletzungen im Bauchbereich.
26.5.2005Das Europäische Parlament verabschiedet eine Resolution, die Besorgnis über den Mißbrauch der russischen Justiz für politische Ziele äußert und auf größere Pressefreiheit in Russland drängt.
26.5.200525 Männer besetzen die Geschäftsräume von "Trinity Motors" am Moskauer Puschkin-Platz und tauschen die Schlösser aus. Die Aktion steht im Zusammenhang eines Mietstreits zwischen "Trinity Motors" und dem Besitzer des Gebäudes, der Gesellschaft "Iswestija", die im Besitz der Präsidialverwaltung ist.
26./27.5.2005In der Nacht wird Anatolij Tschubajs, der Vorstandsvorsitzende des Strommonopolisten "EES Rossija", im Zusammenhang mit dem Stromausfall in Moskau vier Stunden lang von der Staatsanwaltschaft befragt.
26.5.2005Mufti Achmad-hadschi Schamajew, der oberste islamische Geistliche Tschetscheniens, erklärt ohne Angabe von Gründen seinen Rücktritt.
26.5.2005Gegen Walid Kistschijew, den zweithöchsten islamischen Geistlichen in Inguschetien, wird in Naltschik, der Hauptstadt von Kabardino-Balkarien, ein Verfahren wegen illegaler Einreise eröffnet. Die Behörden erklären, er heiße in Wirklichkeit Walid Abduch-Chamid Iljas und sei 1991 als irakischer Bürger auf Einladung des damaligen tschetschenischen Präsidenten Dshochar Dudajew eingereist.
27.5.2005Das Moskauer Bezirksgericht setzt die Verlesung des Urteils im Prozeß gegen Michail Chodorkowskij und Platon Lebedjew fort. Dies ist der zehnte Tag der Urteilsverkündung.
27.5.2005Lord John Browne, der Vorstandsvorsitzende von British Petroleum (BP), erörtert mit Ministerpräsident Fradkow und dem Gazprom-Vorsitzenden Alexej Miller den Verkauf von Anteilen des Unternehmens TNK-BP an Gazprom.
27.5.2005Putin empfängt den Finanzmagnaten und Gouverneur von Tschukotka, Roman Abramowitsch, im Kreml und erörtert mit ihm Fragen der Wirtschaft Tschukotkas.
27.5.2005Putin empfängt den Menschenrechtsbeauftragten der Europäischen Kommission, Alvaro Gil-Robles, im Kreml. Gil-Robles kritisiert den Freispruch von vier Specnaz-Angehörigen, die sechs tschetschenische Zivilisten ermordet haben, und spricht die Hoffnung aus, daß die Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien beendet werden.
27.5.2005Günter Saathoff, der Vorstand der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft", teilt in Moskau mit, daß in den vergangenen vier Jahren 326 Millionen Euro an 211.000 russische ehemalige NS-Zwangsarbeiter ausgezahlt wurde. Damit sind die regulären Zahlungen abgeschlossen. Nun stehen noch Zahlungen an Rechtsnachfolger von inzwischen verstorbenen Anspruchsberechtigten an.
30.5.2005Aussenminister Lawrow und seine georgische Amtskollegin Surabischwili unterzeichnen in Moskau ein Abkommen, das die Räumung der beiden russischen Militärstützpunkte in Georgien bis zum Jahr 2008 vorsieht. Der Zeitplan sieht einen geordneten Abzug der russischen Einheiten zuerst aus der Basis von Alchalkalaki und dann aus jener von Batumi vor.
30.5.2005Putin empfängt im Kreml Führer und Aktivisten der Jugendorganisation "Naschi".
31.5.2005Am zwölften Tag der Urteilsverkündung gibt das Moskauer Bezirksgericht die Strafhöhe bekannt: Michail Chodorkowskij und Platon Lebedjew werden zu je neun Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Der Mitangeklagte Andrej Krajnow erhält fünf Jahre Haft.
31.5.2005Das angeschlagene Mineralölunternehmen Jukos reicht beim Moskauer Wirtschaftsgericht Klage gegen den Staatlichen Vermögensfond ein, in dem es wegen der Beschlagnahmung von Juganskneftegaz eine Entschädigung in Höhe von 11,5 Mrd. US$ fordert.
31.5.2005Der russische Außenminister Sergej Lawrow führt in Tokyo Gespräche mit seinem japanischen Amtskollegen Nobutaka Matimura. Lawrow teilt der Presse mit, daß es in der Frage der Kurilen nach wie vor keine Übereinstimmung gibt.
31.5.2005Der nordossetische Präsident Alexander Dsasochow erklärt acht Monate vor dem Ende seiner Amtszeit seinen Rücktritt. Nach der Geiselnahme von Beslan war in der Öffentlichkeit immer wieder seine Abdankung gefordert worden.
31.5.2005Als Nachfolger von Mufti Achmad-hadshi Schamajew, der vom Amt des obersten islamischen Geistlichen Tschetscheniens zurückgetreten ist, wird Mufti Sultan Mirsa gewählt.
1.6.2005AP berichtet, daß in Inguschetien drei polnische Journalisten vom FSB verhaftet und 18 Stunden festgehalten worden sind. Ihr Filmmaterial wurde einbehalten. Die Journalisten hatten gültige Visa und Akkreditierungen des russischen Außenministeriums.
2.6.2005Außenminister Sergej Lawrow trifft in Wladiwostok mit seinem indischen und seinem chinesischen Amtskollegen zusammen. Die drei Außenminister erörtern Fragen der Eweiterung der trilateralen Partnerschaft und der regionalen Stabilität. U.a. behandeln sie auch die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Terrorismus, des Drogenverkehrs und anderer Gefahren.
2.6.2005 Außenminister Sergej Lawrow und sein chinesischer Amtskollege Li Zhaoxing unterzeichnen ein Abkommen, das den Verlauf eines 86 Kilometer langen Teilstücks der insgesamt rund 4300 Kilometer langen Grenze zwischen beiden Ländern festlegt.
2.6.2005Putin trifft sich anläßlich der Feierlichkeiten zum 50. Gründungstages des Raumbahnhofs in Baikonur mit Nursultan Nasarbajew,. dem Präsidenten Kasachstans.
2.6.2005Der Oberste Gerichtshof bestätigt eine Entscheidung der Zentralen Wahlkommission, die den Antrag der KPRF abgelehnt hatte, 17 Punkte der Putinschen Politik in einem nationalen Referendum zur Abstimmung zu stellen.
2.6.2005Sieben der acht Verwandten von Aslan Maschadow, dem im März getöteten Guerillaführer und ehemaligen tschetschenischen Präsidenten, kehren in ihren Heimatort zurück. Sie waren im Dezember verschwunden und wurden von Unbekannten sechs Monate festgehalten.
3.6.2005Eine Kommission des Internationalen Währungsfonds (IMF) legt ihre alljährliche Untersuchung der Wirtschaftslage in Russland vor. Paul Tomsen, Leiter der Mission des IMF in Russland, berichtet über die Ergebnisse der Kommissionsarbeit. U.a. kritisiert er, daß der Konsum sehr viel rascher steigt als die Wirtschaftsleistung.
3.6.2005Der Erdgaskonzern Gazprom teilt mit, daß er 50,9% der Aktien der Tageszeitung "Iswestija" von "Prommedia" erworben hat. "Prommedia" gehört zum Konzern "Interros", an dessen Spitze der Finanzmagnat Oleg Potanin steht.
3.6.2005Chechenpress teilt mit, daß ca. zehn Tage zuvor tschetschenische Guerillaführer ein Treffen abgehalten haben. Abdul-Chalim Sadullajew, der Leiter des tschetschenischen Widerstands, erklärt, man werde den Kampf gegen militärische Ziele fortsetzen, Angriffe auf zivile Ziele aber vermeiden.
3.6.2005In Tbilisi findet ein zweistündiges Treffen der Regierungschefs der GUS-Staaten statt. Erörtert wurde unter anderem eine Reform der Gemeinschaft. Im Rahmen des Treffens wurden mehr als 30 Dokumente verabschiedete, von denen Gastgeber Georgien jedoch nur neun unterzeichnete. Die Ukraine lehnte als einziges Land ab, das Protokoll über die schrittweise Abschaffung von Beschränkungen im Handel zwischen den Staaten zu signieren.
4.6.2005Der nationale Sicherheitsrat erörtert die Folgen des Moskauer Stromausfalls. In Gegenwart von Anatolij Tschubajs, dem Vorstandsvorsitzenden des Strommonopolisten EES Rossii, kritisiert Putin in scharfer Form den Konzern sowie das Moskauer Elektrizitätsunternehmen Mosenergo.
4.6.2005Der moskautreue tschetschenische General Said-Selim Tsujew entgeht einem Bombenanschlag. Vier russische Soldaten werden verletzt.
5.6.2005Der 86jährige Schriftsteller und Nobelpreisträger Alexander Solschenizyn stellt in einem Fernsehinterview, das vom Fernsehsender "Rossija" ausgestrahlt wird, fest, daß in es Russland keine Demokratie gibt. Er erklärt, Demokratie müsse man "von unten", von der Selbstverwaltung aufbauen.
6.6.2005Alu Alchanow, der Präsident von Tschetschenien, teilt mit, daß russische Truppen für 5-10% der Entführungen in der Republik verantwortlich sind. Gegenüber dem Vorjahr sei dies ein deutlicher Rückgang.
7.6.2005In der Republik Nordossetien-Alanien legt Präsident Alexander Dsasochow sein Amt nieder. Das Regionalparlament wählt auf Vorschlag Putins einstimmig den Parlamentspräsidenten Tajmuras Mamsurow zum Nachfolger. Dsasochow wird zum Vertreter der Republik im Föderationsrat gewählt.
7.6.2005Die Generaldirektorin der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti teilt mit, daß unter Beteiligung der Agentur ein englischsprachiger Nachrichtenfernsehsender namens "Russia Today TV" gegründet werde, der ab Ende 2005 weltweit senden und russische Positionen in der internationalen Politik vermitteln soll.
7.6.2005Alexej Miller, der Vorstandsvorsitzende von "Gazprom", erörtert in Moskau mit Oleksi Iwtschenko, dem Chef des nationalen ukrainischen Energieunternehmen "Nahtohaz Ukrainy", Kompensationsforderungen für einen Fehlbestand von 7,8 Mrd. Kubikmeter Erdgas, die in Zwischenlagern in der Ukraine verlorengegangen sind.
7.6.2005Putin empfängt den Sultan von Brunei im Kreml und erörtert mit ihm die bilateralen Beziehungen beider Länder.
7.6.2005Die Chefs der wichtigsten russischen Fernsehsender und die Fraktionsvorsitzenden der Duma unterzeichnen eine Erklärung, die Gewalt im Fernsehen einschränken soll. Die Duma verzichtet aufgrunddessen auf eine Novellierung des Mediengesetzes.
7.6.2005Die Menschenrechtsorganisation "Memorial" wirft dem Inlandsgeheimdienst FSB vor, Islamisten in Haft zu foltern.
7.6.2005Vor der Moskauer Erlöserkathedrale wird in Anwesenheit des Patriarchen Alexij II., des Moskauer Bürgermeisters Jurij Lushkow und des Kommunikationsministers Alexander Sokolows ein Denkmal für den "Zar-Befreier" Alexander II. enthüllt.
7.6.2005Im Gebiet Twer erkranken über 300 Personen, darunter wenigstens 50 Kinder, an Hepatitis A. Als Infektionsquelle wird eine Brauerei in Rshew vermutet.
7.-8.6.2005In Wladikawkas (Nordossetien) protestieren die "Mütter von Beslan" gegen die Wahl von Tajmuras Mansurow zum Nachfolger Dsasochows. Sie werfen ihm vor, zu eng mit dem zurückgetretenen Präsidenten verbunden zu sein.
8.6.2005Im Dorf Borosdinowskaja an der Grenze zwischen Ttschetschenien und Dagestan blockieren die Einwohner die Kaukasus-Autotrasse und fordern die Freilassung der Dorfbewohner, die durch die tschetschenische Sonderabteilung "Wostok" verschleppt worden sind. Die Einheit "Wostok" hatte am Sonntag in diesem Ort vier Häuser niedergebrannt, eine 77-jährige Frau erschlagen und elf Personen mitgenommen.
8.6.2005In Machatschkala (Dagestan) werden Anschläge auf zwei Lokalpolitiker verübt. Tamerlan Omajew, ein Abgeordneter des Regionalparlaments, wird von Unbekannten angeschossen und schwer verletzt. Daud Magomedow, ein hoher Gerichtsbeamter und früherer Stadtrat, wird in seiner Wohnung getötet. Beim seinem Begräbnis kommt es zu Protestdemonstrationen.
9.6.2005Auf der Kabinettsitzung kritisiert Ministerpräsident Michail Fradkow unter Verweis auf Angaben der Generalstaatsanwaltschaft das Ministerium für Wirtschaft und Handel und insbesondere den Stellvertretenden Minister Andrej Scharonow für Nachlässigkeit bei der staatlichen Beschaffung.
9.6.2005Das U.S. State Department legt seinen alljährlichen Bericht über Menschenhandel vor. Der Bericht bezeichnet Russland weltweit als "Hauptlieferanten für den weltweiten Handel von Frauen zur sexuellen Ausbeutung ".
9.6.2005Die Anwälte von Michail Chodorkowskij und Platon Lebedjew legen gegen das am 31. Mai ergangene Urteil Berufung ein.
9.6.200530 km südöstlich von Grosny beschießen tschetschenische Widerstandskämpfe einen Kleinbus, der mit Polizisten aus Twer besetzt war. Sieben Polizisten werden getötet, einer wird verwundet.
11.6.2005Ca. 150 Bewohner der Stanica Borozdinovskaja an der Grenze zwischen Ttschetschenien und Dagestan blockieren wieder die Kaukasus-Autotrasse und fordern die Freilassung der Dorfbewohner, die von tschetschenischen Sicherheitskräften festgenommen worden sind.
11.6.2005Finanzminister Alexej Kudrin kündigt in London an, daß Russland armen Drittweltstaaten Schulden in Höhe von 2,2 Mrd. US$ erlassen wird. Der Schritt erfolgt im Rahmen einer G-8-Initiative, nach der die G-8- Staaten Schulden der ärmsten Entwicklungsländer in Höhe von insgesamt 40 Mrd. US$ streicht.
12.6.2005Putin überreicht im Kreml einer Reihe von Künstlern und Wissenschaftlern den russischen Staatspreis. Zu den Ausgezeichneten gehören die Sopranistin Anna Netrebko und die Dichterin Bella Achmadullina.
12.6.2005Am russischen Unabhängigkeitstag wird 150 km südlich von Moskau auf den Zug Moskau-Grosny ein Bombenanschlag verübt. Vier Waggons entgleisen, 42 Personen werden verletzt.
12.6.2005Präsident Putin schlägt die Gouverneure der Gebiete Rostow und Smolensk, Viktor Tschhub und Viktor Maslow, sowie den inguschischen Präsidenten Murat Sjasikow zur Wiederwahl vor. Alle drei sind ehemalige KGB-Angehörige.
13.6.2005Putin empfängt den britischen Premierminister Tony Blair im Kreml. Die beiden Staatsmänner erörtern die Agenda für den kommenden G-8 Gipfel.
13.6.2005Der neue russische Botschafter im Irak, Wladimir Tschamow, führt im Rahmen seiner Treffen mit irakischen Politikern ein Gespräch mit dem radikalen Schiitenführer Muqtada al-Sadr.
14.6.2005Die Rating-Agentur Fitch Ratings erklärt, der Kapitalabzug aus Russland sei im Jahre 2004 der höchste seit 1997 gewesen.
14.6.2005Von einem russischem Atom-U-Boot wird eine Rakete gestartet, die den Solar-Segler "Cosmos 1" in den Weltraum tragen soll. Die Raumsonde löst sich nicht von der defekten Rakete und stürzt ab.
15.6.2005In Noginsk im Moskauer Gebiet gerät ein Lager mit Benzintanks in Brand. Mindestens zwei Arbeiter werden getötet.
15.6.2005Der Präsident der Gesellschaft "Russische Eisenbahnen", Gennadij Fadejew, legt sein Amt nieder. Nachfolger wird Wladimir Jakunin. Fadejew tritt als "Gehilfe" zu Ministerpräsident Michail Fradkow.
15.6.2004Im Gebiet Twer entgleist ein Güterzug. Dabei stürzen 24 mit Öl beladene Tankwaggons um. Mitarbeiter des Katastrophenschutzministeriums werden eingesetzt, um die Umweltschäden zu bekämpfen.
16.6.2005Die Generalstaatsanwaltschaft teilt mit, daß die Untersuchungen im Fall Khlebnikov abgeschlossen sind und zwei Beschuldigte dem Gericht übergeben werden. Der amerikanische Journalist Paul Khlebnikov, Herausgeber von Forbes Russia, war am 9.6.2004 ermordet worden.
16.6.2005Iljas Magomedow, der Stellvertretende Generaldirektor des tschetschenischen Mineralölunternehmens Grozneftegaz und Vertreter des staatlichen Mineralölunternehmens Rosneft in Tschetschenien, wird von Unbekannten entführt, die von der Familie ein Lösegeld in Höhe von 200.000 US$ fordern.
16.6.2005Der Vorstand des Erdgaskonzerns Gazprom beschließt, 10,74% der Anteile an die staatseigene Gesellschaft Rosneftegaz zu verkaufen. Damit sind nunmehr über 50% der Gazprom-Anteile in staatlicher Hand.
16.6.2005Der Radiosender "Echo Moskvy" berichtet, daß der Stellvertretende Chefredakteur der Wochenzeitung "Odinstovskaja nedelja", Nikolaj Goschko, von einem Smolensker Gericht zu fünf Jahren Lager verurteilt wurde, weil er fünf Jahre zuvor drei Kommunalpolitiker beschuldigt hat, in die Ermordung eines Journalisten verwickelt zu sein.
17.6.2005Polizei und FSB stürmen das Moskauer Hauptquartier der nationalbolschewistischen Partei, nachdem das Moskauer Wirtschaftsgericht die Exmittierung der Partei aus der Immobilie verfügt hat. Neun Personen werden verhaftet.
18.6.2005In Grosny bilden Vertreter der tschetschenischen und der dagestanischen Regierung eine gemeinsame Kommission, um die Konflikte zu lösen, die nach den Aktionen von Sicherheitskräften in der Staniza Borosdinovskaja entstanden sind.
20.6.2005Wladimir Surkow, der Stellvertretende Leiter der Präsidialverwaltung, gibt dem Spiegel ein Interview, in dem er die Situation in Russland analysiert.
20.6.2005In Nasran (Inguschetien) erschießt die Polizei beim Versuch, einen Terrorverdächtigen zu verhaften, zwei inguschetische Studenten.
21.6.2005Präsident Putin empfängt seinen mexikanischen Amtskollegen Vicente Fox im Kreml und erörtert mit ihm Fragen der Energiepolitik. Es wird vereinbart, Mexiko von Sachalin aus mit verflüssigtem Erdgas zu beliefern.
22.6.2005Der Europarat verabschiedet eine Resolution, die Russland auffordert, die Demokratie zu stärken und dem Parlament, den Medien sowie der Zivilgesellschaft mehr Einfluß zu geben.
22.6.2005Präsident Putin entläßt den Innenminister von Sacha-Jakutien, Generalmajor Alexander Nasarow.
23.6.2005Etwa 100 mit Baseballschlägern und ähnlichen Werkzeugen bewaffnete Personen versuchen in ein Gebäude an der "Granatnoe pereulke" in der Nähe des Kreml einzudringen. Es kommt zu einer Massenschlägerei mit ca. 100 Personen, die das Haus verteidigen. Fünf Personen werden verletzt, 68 von der Miliz festgenommen. Hintergrund scheint ein Konflikt zwischen zwei Handelsunternehmen zu sein, die beide Ansprüche auf das Gebäude erheben.
23.6.2003In Moskau findet ein Gipfeltreffen der Mitgliederstaaten der Organisation des Kollektiven Sicherheitsvertrages statt. Der Organisation gehören Russland, Armenien, Belarus, Kasachstan und Tadschikistan an. Auf der Agenda stehen Fragen der Bekämpfung von Terrorismus und Drogenhandel sowie der Ausbau der multilateralen militärischen Zusammenarbeit.
24.6.2005In Kasan wird in Beisein des tatarischen Präsidenten Mintimer Schajmijew die Qol Sharif Moschee eröffnet. Die Moschee ist die größte Russlands und ihre Eröffnung ist Teil der 1.000-Jahrfeier von Kasan.
25.6.2005Putin empfängt im Konstantin-Palast von St. Petersburg Repräsentanten amerikanischer Großunternehmen und kündigt Steuervorteile für Investitionen und den Abbau administrativer Barrieren an. U.a. sind Vertreter von United Technologies, Citigroup, ConocoPhilips anwesend.
26.6.2005Putin empfängt im Konstantin-Palast von St. Petersburg Top-Manager deutscher Konzerne wie Eon Ruhrgas, EADS, BASF, Metro, RWE, Thyssen-Krupp, Siemens und Dresdner Bank. Er kündigt den Abbau von Bürokratie in der Wirtschaft, die Vervollkommnung der Anti-Monopolpolitik, verbesserte Garantien für Eigentümerrechte sowie straffe Regeln für die Steuerorgane an.
27.6.2005Das russische Außenministerium teilt dem estnischen Botschafter mit, daß Russland vom Grenzvertrag mit Estland, der am 18.5. unterzeichnet worden war, zurücktritt, da das estnische Parlament die Ratifizierung mit der Verabschiedung einer Präambel verbunden habe, in denen in unakzeptabler Weise von sowjetischer Besetzung die Rede sei.
27.6.2005Mehrere hundert Häftlinge des Gefängnisses in Lgow im Gebiet Kursk öffnen sich aus Protest gegen Mißhandlungen durch die Wärter die Adern.
28.6.2005Der frühere Kulturminister, Michail Schwydkoj, heute Leiter der Föderalen Agentur für Kultur und Kino, erklärt, er werde Alexander Sokolow, den Minister für Kultur und Massenkommunikation, der am 26.6. im Fernsehen erklärt hatte, die Agentur sei wie früher auch das Ministerium in hohem Maße korrupt, wegen Verleumdung verklagen.
28.6.2005Die Fraktion "Heimat" schließt Sergej Baburin, den Stellvertretenden Vorsitzenden der Duma, aus ihren Reihen aus.
28.6.2005Putin empfängt den usbekischen Präsidenten Karimow im Kreml und erörtert mit ihm die Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus und anderer globaler Bedrohungen. Thema sind auch die Unruhen, die Usbekistan im Mai erschüttert hatten.
29.6.2005In Tscherkessk, der Hauptstadt der Republik Karatschajewo-Tscherkessien, besetzen 150 Demonstranten das Regierungsgebäude. Die Besetzer, die der Minderheit der Abazinen angehören, fordern mehr Rechte für ihre Minderheit.
29.6.2005Das Moskauer Bezirksgericht ordnet die Auflösung der Nationalbolschewistischen Partei an, da diese nicht als Partei registrierte Organisation das Parteiengesetz mehrfach verletzt habe.
30.6.2005Präsident Putin empfängt seinen chinesischen Amtskollegen Hu Jintao im Kreml. Die beiden Staatsmänner erörtern Fragen der politischen und ökonomischen Zusammenarbeit. Im Energiebereich kommt es nicht zu der Erweiterung der Zusammenarbeit, über die im Vorfeld spekuliert worden war.
30.6.2005Ein Moskauer Bezirksgericht verurteilt Michail Artamonow, Hauptmann der Flughafenpolizei, zu sieben Jahren Haft. Artamonow wird dafür verantwortlich gemacht, daß im August 2004 zwei Selbstmordattentäterinnen mit ihren Bomben an Bord zweier Flugzeuge der Linie Wolga-Avia-Ekspress gelangten. Der Absturz der beiden Flugzeuge kostete 90 Menschen das Leben.
30.6.2005Putin ändert per Dekret das Verfahren zur Nominierung der Gouverneure. Die Präsidalbevollmächtigen in den Föderalregionen sind nun nicht mehr gehalten, sich mit dem Leiter Präsidialadministration abzustimmen und müssen auch nicht mehr, wie bisher, zwei Kandidaten vorschlagen.
1.7.2005Leonid Newslin, der Hauptaktionär von MENATEP, teilt mit, daß er das Unternehmen "Moskowskie Nowosti", das die gleichnamige Wochenzeitung herausgibt, an die Gesellschaft "Media International Grupp (MIG)" verkauft hat, die dem ukrainischen Finanz- und Medienmagnaten Wadim Rabinowitsch gehört.
1.7.2005In Machatschkala, der Hauptstadt von Dagestan, wird auf einen Militärlastwagen, der Soldaten der Inneren Truppen ins Dampfbad bringt, ein Bombenanschlag verübt. 10 Soldaten werden getötet, 17 verletzt. Auch 14 Passanten erleiden Verletzungen.
1.7.2005Es wird gemeldet, daß der Fernsehsender REN-TV, der bisher zu 70% dem Strommonopolistien EES Rossii und zu 30% den Gründern des Senders gehörte, verkauft wird. Der Stahlkonzern "Sewerstal" übernimmt 70% der Anteile, der europäische Medienkonzern RTL 30%.
2.7.2005Putin unterzeichnet ein Dekret, das den Leitern der regionalen Exekutivbehörden (den Gouverneuren und regionalen Präsidenten) die Verfügung über die örtlichen Sicherheitsbehörden gibt.
3.7.2005Putin, Bundeskanzler Gerhard Schröder und der französische Staatspräsident Jacques Chirac treffen sich zu einem Dreiergipfel im russischen Ostseebad Svetlogorsk (Rauschen) in der Region Kaliningrad. Themen der Gespräche waren der kommende G8-Gipfel, die Reform der UN sowie die Lage im Iran und im Irak.
3.7.2005Putin und Bundeskanzler Schröder nehmen gemeinsam an den 750-Jahr-Feierlichkeiten von Kaliningrad (Königsberg) teil.
3.7.2005Zwei Mitglieder einer Neonazi-Organisation werden verhaftet. Man wirft Ihnen vor, den Anschlag auf den Nachtzug Grosny-Moskau am 12. Juni verübt zu haben.
5.7.2005Sergej Baburin, der aus der Fraktion "Heimat" ausgeschlossene Stellvertretende Dumavorsitzende, registriert in der Parlamentsverwaltung eine Abgeordnetengruppe unter dem Namen "Heimat". Ihr gehören neun Abgeordnete an.
5.7.2005Treffen der Shanghai Cooperations Gruppe, der neben China und Russland die fünf exsowjetischen zentralasiatischen Staaten angehören. China und Russland fordern die USA auf, einen Termin festzulegen, an dem sie die Militärbasen, die Ihnen 2001 für die Kriegführung in Afghanistan eingeräumt worden waren, wieder räumen.
6.7.2005Die Gaspipeline Mosdok-Kasimagomed wird im Süden von Machatschkala durch einen Anschlag unterbrochen.
6.7.2005Im Zentrum Machatschkalas, der Hauptstadt von Dagestan, kommt es zu einem Feuergefecht, als Sicherheitskräfte versuchen, eine Wohnung zu durchsuchen, in dem sich mehrere Untergrundkämpfer verschanzt haben. Ein Passant, der als Zeuge der Durchsuchung zugezogen wurde, wird erschossen, ein zweiter verletzt. Bei dem folgenden Schußwechsel werden zwei Milizionäre verwundet. Zwei Guerillakämpfer werden getötet, einer verletzt und in Gewahrsam genommen. Zwei weitere können entkommen. Nach Angaben der Sicherheitskräfte ist einer der Getöteten Rasul Makascharipow, Führer einer islamistischen Guerillagruppe.
7.7.2005Putin nimmt am Gipfeltreffen der G-8 in Gleneagles (Schottland) teil.
7.7.2005In Reaktion auf die Bombenattentate in London verschärfen die Behörden in Moskau, Petersburg und anderen großen Städten die Sicherheitsmaßnahmen in den öffentlichen Verkehrsmitteln.
7.7.2005Die Staatsanwaltschaft gibt die Anklageschrift gegen Alexej Kurtschin und Michail Truschin bekannt, führende Manager von Jukos-Moskau. Beiden wird Geldwäsche vorgeworfen. Kurtschin ist seit November 2004 in Haft, Truschin wird per Haftbefehl gesucht.
11.7.2005Nach einem Brandanschlag kommt es in einer Ladenpassage in Uchta (Republik Komi) zu einem Großfeuer. Dabei werden 24 Personen getötet und 17 verletzt.
11.7.2005Die Generalstaatsanwaltschaft gibt bekannt, daß sie Ermittlungen gegen den früheren Ministerpräsidenten Michail Kasjanow eingeleitet hat. Ihm wird vorgeworfen, eine staatliche Datscha illegal privatisiert zu haben.
11.7.2005Der Erdgasmonopolist Gazprom teilt mit, daß er seinen Nettogewinn 2004 gegenüber dem Vorjahr um 29% gesteigert hat.
12.7.2005Der Inlandsgeheimdienst FSB gibt bekannt, daß er den Stellvertretenden Leiter der Abteilung für Finanzen und Rechnungsprüfung des Industrie- und Energieministeriums wegen Bestechungsnahme verhaftet hat. Am gleichen Tag teilt die Generalstaatsanwaltschaft mit, daß sie gegen einen Stellvertretenden Direktor der Zentralbank ein Verfahren wegen Weitergabe von Insiderinformationen eingeleitet hat.
12.7.2005Südöstlich Grosny im Rayon Schali gerät ein Fahrzeug aus einem von Sicherheitskräften begleiteten Konvoi auf eine Landmine. Fünf Soldaten werden verletzt.
14.7.2004Präsident Putin besucht das Gebiet Astrachan. An Bord des Flaggschiffs der Kaspischen Flotille trifft er Vertreter der iranischen, kasachischen, turmenischen und aserbaidschanischen Streitkräfte und erörtert mit ihnen Sicherheitsfragen im Raum des Kaspischen Meeres.
15.7.2005In einem Föderalen Sicherheitszentrum in der Nähe der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala, erörtern Präsident Putin, Verteidigungsminister Iwanow, FSB-Chef Patruschew, Generalstabschef Balujewskij und andere hohe Beamte die Sicherheitslage in Dagestan und im Nordkaukasus.
16.7.2005In Südtschetschenien stürzt ein Mi-8-Hubschrauber ab. Die Insassen, drei Besatzungsmitglieder und fünf Grenzpolizisten, werden getötet. Ein weiterer Grenzpolizist wird verletzt.
18.7.2005Aleksij II, Patriarch von Moskau und ganz Russland, eröffnet die Feierlichkeiten zum Gedenken an den 635. Jahrestag der Schlacht auf dem "Kulikowo pole" (Schnepfenfeld) mit einem Gottesdienst. In der Schlacht schlug Dmitrij Donskoj die Tataren und beendete damit die tatarische Herrschaft über das Moskauer Großfürstentum.
19.7.2005Bei Snamenskoe, etwa 60 km nordwestlich von Grosny (Tschetschenien), wird eine Gruppe von Milizionären in einen Hinterhalt gelockt. Bei der Explosion einer Sprengfalle werden zehn Milizionäre, ein Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes FSB und drei Passanten getötet. Sechs Milizionäre und 18 Passanten werden verletzt.
20.7.2005Die politische Stiftung INDEM legt eine Studie über Korruption in Russland vor. Auf Basis anonymer Befragungen schätzt sie, daß russische Geschäftsleute jährlich ca. 260 Mrd. Euro Bestechungsgelder an korrupte Beamte entrichten. Das ist das dreifache des russischen Staatshaushalts.
20.7.2005Putin spricht vor dem Konsultationsrat zur Förderung der Institutionen der Zivilgesellschaft und der Menschenrechte. U.a. warnt er vor der Finanzierung politischer Aktivitäten durch ausländischer Geldgeber.
20.7.2005In Kabardino-Balkarien eröffnen Unbekannte das Feuer auf ein Polizeifahrzeug. Zwei Polizisten werden getötet.
22.7.2005Putin unterzeichnet das Gesetz über die Änderung des Wahlrechts, das damit in Kraft tritt.
23.7.2005In Kabardino-Balkarien nehmen Unbekannte abermals ein Polizeifahrzeug unter Feuer. Zwei Polizisten werden getötet.
24.7.2005In einem Eisenbahnzug auf der Strecke Chasawjurt-Machatschkala (Dagestan) explodiert eine Bombe. Eine Frau wird getötet.
21.7.2005Putin empfängt den belorussischen Präsidenten Lukaschenko und erörtert mit ihm die russisch-belorussische Union und bilaterale Wirtschaftsfragen.
25.7.2005Der Oberste Gerichtshof befindet drei Richter für schuldig, gegen Entgelt falsche Entscheidungen gefällt zu haben, und verurteilt sie zu Haftstrafen von 11 bis 14 Jahren. Die drei Angeklagten hatten gefälschte Dokumente bestätigt, mit denen sich ein inzwischen verurteilter Geschäftsmann 71 Moskauer Wohnungen, deren Besitzer gestorben waren, angeeignet hatte.
25.7.2005Das Verteidigungsministerium teilt mit, daß die Zahl der "Militärfakultäten" an zivilen Hochschulen von 229 auf 30 verringert wird. An den "Militärfakultäten" wurden Studenten während des normalen Studiums zu Reserveoffizieren ausgebildet und entgingen so der Einberufung als Gemeiner.
26.7.2005Die Föderale Eigentumsagentur teilt mit, daß die Generalstaatsanwaltschaft Unterlagen über den Verkauf der Datscha "Sosnowka-1" an Michail Kasjanow beschlagnahmt hat.
26.7.2005Präsident Putin trifft im Gebiet Twer mit 65 Teilnehmern der Jugendbewegung "Naši" zusammen.
26.7.2005Putin ernennt den Stellvertretenden Außenminister Tschishow zum Vertreter Russlands bei der EU.
28.7.2005Der Fernsehsender "Spas" (Der Erlöser) nimmt den Betrieb auf. Der neue Sender wird 40 % der Sendezeit religiös-orthodoxen Themen widmen.
28.7.2005Es wird bekannt, daß die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen die Commerzbank ermittelt. Es besteht der Verdacht, daß bei der Privatisierung russischer Telekommunikationsunternehmen mit Hilfe von Scheinfirmen Geld gewaschen wurde. Die Commerzbank ist wegen der treuhänderischen Mehrheitsbeteiligung an der - mittlerweile aufgelösten - "First National Holding" im Visier der Ermittler.
29.7.2005Der Konzern "Ewras Cholding" kauft das tschechische Stahlunternehmen "Vítkovice Steel" für sieben Mrd. Kronen (241 Mill. Euro).
29.7.2005Das russische Außenministerium verurteilt die Ausstrahlung eines Interviews mit dem in Russland als Terrorist gesuchten tschetschenischen Guerillaführer Šamil Basaev durch den U.S.- Fernsehsender ABC Television Network und erklärt, es werde die Akkreditierung seiner Korrespondenten nicht verlängern.
30.7.2005Die russischen Streitkräfte beginnen damit, Personal und Gerät von den Basen in Georgien abzuziehen.
31.7.2005In Warschau greifen polnische Jugendlich drei russische Jugendliche und ihren kasachischen Freund an. Die Russen sind Kinder russischer Diplomaten, die russische Regierung legt offiziell Protest bei der polnischen Regierung ein.
1.8.2005 Sergej Mironow, der Sprecher des Föderationsrates, begrüßt die Entscheidung Usbekistans, die U.S.A. aufzufordern, innerhalb von sechs Monaten ihre Militärstützpunkte in der Republik zu räumen.
1.8.2005 Das Katastrophenministerium bestätigt, daß im Gebiet Omsk und in der Region Altaj Fälle von Vogelgrippe aufgetreten sind.
1.-2.8.2005 Präsident Putin besucht Finnland.
4.8.2005 Bei einem Zusammenstoß zwischen einem mit Deutschen und Russen besetzten Reisebus und einem LKW auf der Straße zwischen Kurgan und Tscheljabinsk werden über zehn Personen getötet. In St. Petersburg stößt ein Reisebus mit deutschen Touristen mit einem LKW zusammen. Eine Frau wird getötet, 22 Personen werden verletzt.
4.8.2005 Vor der Küste von Kamtschatka verfängt sich ein Klein-U-Boot der russischen Kriegsmarine vom Typ AS-28 Priz mit sieben Mann Besatzung in 190 m Tiefe in den Kabeln einer Unterwasserlauschanlage. Rettungsmaßnahmen werden eingeleitet.
4.8.2005 Das höchste Gericht von Baschkortostan verurteilt neun Mitglieder der verbotenen Islamistengruppe Hizb ut-Tahrir wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Organisation von terroristischen Taten zu Haftstrafen von vier bis sechs Jahren.
4.8.2005 Gegen den Widerstand der Bewohner dringen Sicherheitskräfte gewaltsam in die Datschensiedlung in Pjatniza am Rande Moskaus ein und reißen die Häuser ein, da diese angeblich illegal errichtet wurden. Der Abrißbescheid des Gerichts stammt aus dem Oktober 2003.
5.8.2005 21 Soldaten desertieren von einer Baustelle bei Kamyschin (unweit Wolgograd) und melden sich in Krasnodar im Büro des Verbandes der Soldatenmütter. Als Grund für ihre Desertion geben sie unmenschliche Behandlung und überlange Arbeitsstunden an.
7.8.2005 Mit Unterstützung eines britischen Tauchroboters gelingt es, das havarierte Klein-U-Boot AS-28 Priz vor der Küste Kamtschatkas zu befreien und an die Wasseroberfläche zu bringen. Die sieben Besatzungsmitglieder sind geschwächt, aber wohlauf.
7.8.2005 Michail Jewdokimow, der Gouverneur der Region Altaj, wird bei einem Autounfall getötet. Jewdokimow hatte sich im April 2004 gegen den von Putin unterstützten Kandidaten durchgesetzt. Örtliche Politiker und NGOs hatten gefordert, ihn wegen Mißmanagement abzusetzen.
7.8.2005 Ein Angehöriger der polnischen Botschaft wird von Unbekannten zusammengeschlagen.
8.8.2005 Der Oberbefehlshaber der Seekriegsflotte, Admiral Wladimir Kurojedow, tritt "aus Gesundheitsgründen" von seinem Posten zurück.
8.8.2005 Alexander Jakowlew, ein russischer UN-Beamter, bekennt sich vor einem New Yorker Bezirksgericht der Geldwäsche und des Betrugs für schuldig. Jakowlew hatte sich im Rahmen des Öl-für-Lebensmittel-Programms der UN von Bewerberfirmen bestechen lassen.
8.8.2005 Valerij Schanzew, der langjährige Stellvertretende Bürgermeister Moskaus, wird auf Vorschlag Putins vom Regionalparlament zum Gouverneur von Nishnij Nowgorod gewählt.
9.8.2005 Michail Chodorkowskij, vormals Hauptanteilseigner des Erdölkonzerns Jukos, wird in eine andere Haftanstalt überstellt und in einer mit 11 Personen belegten Zelle untergebracht. Er hat nun weder einen Fernseher noch Zugang zu Presseerzeugnissen.
10.8.2005 Ein zweiter Angehöriger der polnischen Botschaft wird von Unbekannten zusammengeschlagen. Der polnische Botschafter übergibt dem russischen Außenministerium eine Protestnote.
10.8.2005 Im Konflikt um das iranische Atomprogramm fordert das russische Außenministerium die iranische Regierung in einer ungewöhnlich scharfen diplomatischen Note auf, ihr Programm zur Urananreicherung umgehend zu stoppen.
11.8.2005 Ein Korrespondent der polnischen Tageszeitung "Rzeczpospolita" wird von Unbekannten zusammengeschlagen.
11.8.2005 Die Regierung verabschiedet einen Gesetzentwurf, der Steuersündern Straffreiheit zusichert, wenn sie im 1.Halbjahr 2006 ihre Schwarzgelder deklarieren und eine Abgabe in Höhe von 13% der zurückgehaltenden Summe entrichten.
12.8.2005 Das russische Außenministerium unterstützt die Resolution der "International Atomic Energy Agency" (IAEA), die den Iran auffordert, das Moratorium für die Produktion nuklearer Brennstoffe wieder in Kraft zu setzen. Gleichzeitig spricht sich Russland für eine Lösung aus, die die Interessen des Iran wahrt.
12.8.2005 In Borshomi (Georgien) unterzeichnen der georgische Präsident Michail Saakaschwili und der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko eine Erklärung, die die Schaffung einer "Gemeinschaft der Demokratien der Ostsee-, Schwarzmeer- und Kaspischen Region" anregt.
13.8.2005 Die Regierung teilt mit, daß Ministerpräsident Michail Fradkow einen Erlass unterzeichnet hat, der das Ratifizierungsverfahren des Grenzabkommens mit Estland unterbricht. Präsident Putin wird von der Regierung gebeten, Estland über die Entscheidung zu informieren.
15.8.2005 In Grosny wird vor dem Restaurant "Hollywood" eine Autobombe zur Explosion gebracht. Eine Frau und ein zwölfjähriges Kind werden getöte, neun weitere Personen verletzt, darunter vier Polizisten.
15.8.2005 Das Landwirtschaftsministerium teilt mit, daß die Vogelgrippe jetzt in sechs russischen Föderationssubjekten (in den Gebieten Tscheljabinsk, Nowosibirsk, Omsk, Tjumen, Kurgan und in der Region Altai) aufgetreten ist.
15.8.2005 Der Vorsitzende des tschetschenischen Staatsrates, Dshabrailow, teilt mit, daß in den beiden Tschetschenienkriegen bisher 160.000 Personen getötet worden sind, darunter 30-40.000 ethnische Tschetschenen. Er beziffert ferner die Zahl der tschetschenischen Guerilla auf 1.000, darunter 100-150 Ausländer.
15.8.2005 Beginn gemeinsamer chinesich-russischer Flottenmanöver vor der chinesischen Küste. An der Übung nehmen 140 Schiffseinheiten teil.
15.8.2005 In Nasran, der Hauptstadt von Inguschetien, werden der Polizeichef der Stadt und sein Fahrer bei einem Bombenanschlag verletzt.
16.8.2005 Der Oberste Gerichtshof hebt das Verbot der Nationalbolschewistischen Partei (NPB) auf.
16.8.2005 Das Raumfahrtkontrollzentrum in Moskau stellt fest, daß der Kosmonaut Krikalow mit 748 Tagen Aufenthalt im Weltraum einen Langzeit-Weltrekord aufgestellt hat.
16.8.2005 Putin eröffnet gemeinsam mit Verteidigungsminister Sergej Iwanow und Anatolij Perminow, dem Chef der Raumfahrtagentur Rosawiakosmos, die 7. Moskauer Luft- und Raumfahrtmesse (MAKS) in Shukowkskoe bei Moskau.
16.8.2005 Präsident Putin fliegt an Bord eines Langstreckenbombers vom Typ Tu-160 Blackjack von Moskau nach Olegegorsk (Gebiet Murmansk), um an einer Übung der Nordmeerflotte teilzunehmen. An Bord des Bombers beobachtete er den Start eines neuen Langstreckenmarschflugkörpers.
17.8.2005 Bei Chabarowsk muß ein Hubschrauber Mi-8 der Luftstreitkräfte notlanden. Drei Personen werden verletzt. Bei Neftejugansk stürzt ein ziviler Hubschrauber gleichen Typs ab. Dabei werden vier Personen getötet und zwei verletzt.
17.8.2005 König Abdullah II. von Jordanien besucht die 7. Moskauer Luft- und Raumfahrtmesse (MAKS) und unterzeichnet einen Vertrag über die Lieferung von zwei Il-76 Transportflugzeugen an die jordanische Luftwaffe.
17.-18.8.2005 In der Region Atschoj Martan, im Westen Tschetscheniens, stellen tschetschenische Sicherheitskräfte zwei Guerillagruppen. Es kommt zu Gefechten.
18.8.2005 Putin empfängt in Sotschi König Abdullah II. von Jordanien und erörtert mit ihm die Lage im Nahen Osten.
18.8.2005 Der russische Generalstabschef Generaloberst Jurij Balujewskij und sein chinesischer Amtskollege Generaloberst Liang Guanglie eröffnen die erste gemeinsame russisch-chinesische militärische Übung "Friedensmission 2005".
19.8.2005 Putin benennt Alexander Karlin als Nachfolger des bei einem Autounfall getöteten Gouverneurs der Region Altaj. Karlin leitete bisher die Abteilung für zivile Verwaltung in der Präsidialadministration.
19.8.2005 In Jandyki (Gebiet Astrachan) kommt es nach dem Begräbnis eines jungen Kalmyken, der am 16. August in einer Kneipenschlägerei mit Tschetschenen getötet wurde, zu einem Gewaltausbruch. 300 Kalmyken greifen tschetschenische Einwohner an und brennen ihre Häuser nieder. Russische Sicherheitskräfte stellen die Ruhe wieder her. Zwölf Personen werden verhaftet.
20.8.2005 Bei einem Bombenanschlag auf eine Polizeipatrouille in Machatschkala weden drei Polizisten getötet und mehrere Passanten verletzt.
20.8.2005 In Grosny wird eine Statue des bei einem Bombenanschlag getöteten tschetschenischen Präsidenten Achmad Kadyrow enthüllt.
21.8.2005 Anläßlich des 54. Geburtstags des bei einem Bombenanschlag getöteten tschetschenischen Präsidenten Achmad Kadyrow empfängt Präsident Putin in Sotschi die Witwe und den Sohn Kadyrows. Sie werden vom gegenwärtigen tschetschenischen Präsidenten Alu Alchanow und seinem Ministerpräsidenten Sergej Abramow begleitet.
22.8.2005 Die Tageszeitung "Kommersant" meldet, daß in den letzten Wochen amerikanische Banken die Beziehungen zu ca. 300 mittleren und kleinen russischen Banken abgebrochen haben. Der Rückzug ist durch den wachsenden Druck westlicher Behörden verursacht, die gegen Geldwäsche vorgehen.
23.8.2005 Bei einem Bombenanschlag in Nasran, der Hauptstadt von Inguschetien, wird eine Person getötet, zwei Polizisten werden verletzt.
23.8.2005 Nach dem Ende des Verhandlungstages im Verfahren gegen den überlebenden Geiselnehmer von Beslan weigern sich 15 Frauen, Vertreterinnen der "Mütter von Beslan", das Gerichtsgebäude zu verlassen, und fordern, die Verantwortlichen des Einsatzstabes vor Gericht zu stellen.
23.8.2004 Die Anwälte von Michail Chodorkowskij teilen mit, daß ihr Mandant in den Hungerstreik getreten ist, um gegen die Verhängung von Einzelhaft gegen Platon Lebedjew zu protestieren.
23.8.2004 In einem Interview mit RIA Nowosti droht ein ungenannter hoher Kremlbeamter, GUS-Staaten, die sich politisch nach Westen orientieren, Energie nur noch zu Weltmarktpreisen zu liefern. Außenminister Sergej Lawrow deutet am selben Tag eine Wende in der russischen GUS-Politik an.
24.8.2005 Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Wolfgang Schäuble, trifft in Moskau Außenminister Sergej Lawrow und den Leiter der Präsidialverwaltung, Dimitri Medwedjew.
24.8.2005 Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow und sein chinesischer Amtskollege Cao Gangchuan beobachten im Rahmen der gemeinsamen Manöver eine Landung chinesischer und russischer Truppen auf der Shandong Halbinsel.
25.8.2005 Das gemeinsame chinesisch-russische Manöver "Friedensmission 2005" endet mit einer Militärparade der beteiligten Truppen vor den Verteidigungsministern beider Länder in Weifang.
25.8.2005 Nachdem Platon Lebedjew aus der Einzelhaft wieder in eine Gemeinschaftszelle überführt worden ist, beendet Michail Chodorkowskij seinen Hungerstreik.
25.8.2005 Putin empfängt in Soci Oleg Deripaska, den Besitzer der Konzerne "Basovyj element" und "Russisches Aluminium".
25.8.2005 In Nasran, der Hauptstadt von Inguschetien, wird ein Attentat auf den Ministerpräsidenten Ibragim Malsagow, verübt. Er selbst wird verletzt, einer seiner Leibwächter getötet.
26.8.2005 In Kasan findet anläßlich der 1.000-Jahrfeier der Stadt ein Gipfeltreffen der GUS-Staaten statt, an dem außer dem turkmenischen Präsidenten Sapamurat Nijasow alle Staatsoberhäupter teilnehmen. Die Teilnehmer sind einig, daß die GUS der Reform bedarf. Konkrete Beschlüsse werden nicht gefaßt.
26.8.2005 In Kasan findet die 1.000-Jahrfeier der Stadt in Anwesenheit von Präsident Putin und des tatarischen Präsidenten Mintimer Schajmijew statt. Beide nehmen in ihren Festreden auf Lew Gumiljow, den Begründer des Eurasismus, Bezug.
26.8.2005 Die Gesetzgebende Versammlung des Gebiets Irkutsk wählt den von Präsident vorgeschlagenen Kandidaten, Alexander Tischanin, mit 42 gegen 2 Stimmen zum Gouverneur des Gebiets. Tischanin, 39 Jahre, war bisher Leiter der ostsibirischen Eisenbahn.
27.8.2005 Im Anschluß an das Gipfeltreffen der GUS tagen die vier Staatsoberhäupter des "Einheitlichen Wirtschaftsraumes", dem Russland, Belarus, Kasachstan und die Ukraine angehören. Russland, Belarus und Kasachstan verabreden, bis Dezember 29 Basisdokumente zu unterzeichnen, weitere 15 bis März 2006. Die Ukraine wird sich der Gruppe schrittweise annähern, soweit damit die ukrainische Annäherung an Europa nicht behindert wird.
27.8.2005 Wasilij Petrow, Vorsitzender der Jugendorganisaton der Organisation der finno-ugrischen Völker (MAFUN), wird in seinem Heimatdorf Ismenza (Republik Mari-El) von Unbekannten zusammengeschlagen und erheblich verletzt.
27.8.2005 Der Dumaabgeordnete Iwan Musatow (LDPR) wird in Moskau von Polizisten zusammengeschlagen, als er versucht, eine Straßenschlägerei zu beenden. Die Polizisten waren außer Dienst und trugen keine Uniform.
28.8.2005 Eine Delegation des U.S-Senats wird auf dem Flughafen von Perm aufgehalten, nachdem sie sich weigert, ihr Flugzeug, eine Maschine der U.S. Airforce, von russischen Behörden inspizieren zu lassen.
28.8.2005 In Moskau demonstrieren 3-400 Personen für die Freilassung von 39 verhafteten Angehörigen der Nationalbolschewistischen Partei.
28.8.2005 Der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi trifft mit seiner Frau zu einem dreitägigen Besuch in Soci ein. Er führt mit Putin Gespräche über russische Energieexporte nach Italien und über die Situation im Nahen Osten.
29.8.2005 In Moskau greifen in der Nähe der Metrostation "Awtosawodskaja" Unbekannte mit Baseballschlägern jugendliche Anhänger linker Organisationen (Nationalbolschewisten, Heimat, KPRF u.a.) an. An der Massenschlägerei nehmen ca. 45 Personen teil. Mindestens fünf Personen werden ins Krankenhaus eingeliefert. Starke Polizeikräfte beenden den Konflikt.
29.8.2005 Das russische Außenministerium entschuldigt sich bei den U.S. Behörden für den Zwischenfall in Perm, als eine Delegation des U.S. Senats von Lokalbehörden aufgehalten wurde.
30.8.2005 In Sachalin bestreiken Bergleute eine private Zeche, um die Auszahlung rückständiger Löhne zu erzwingen.
30.8.2005 Der Oberste Gerichtshof hebt den Freispruch für sechs Speznas-Angehörige auf, denen die Ermordung von sechs Tschetschenen vorgeworfen wird, und ordnet ein neues Verfahren an.
1.9.2005 Dmitrij Kosak, der Präsidialbevollmächtigte für den Südlichen Föderalbezirk, und Gennadij Sjuganow, der Führer der KPRF, sind die einzigen Moskauer Politiker, die an der Gedenkfeier für die Toten der Geiselnahme in Beslan im September 2004 teilnehmen.
1.9.2005 Viktor Trufanow, der Stellvertretende Chef des russischen Grenzdienstes, erklärt, daß Russland den letzten Abschnitt der tadschikisch-afghanischen Grenze an Tadschikistan übergeben hat, das von nun an seine Grenzen selbst überwachen wird. Eine russische Einsatzgruppe wird in Tadschikistan verbleiben.
2.9.2005 Präsident Putin empfängt eine achtköpfige Delegation aus Beslan. Neben dem nordossetischen Präsidenten Tejmuras Mamsurow besteht sie aus vier Vertreterinnen des Komitees der "Mütter von Beslan" und drei Männern, die während der Geiselnahme vor einem Jahr Angehörige verloren haben. Nach dem Treffen ordnet der Präsident eine Untersuchung der Vorfälle durch die Staatsanwaltschaft an.
3.9.2005 Am Jahrestag des blutigen Endes der Geiselnahme in Beslan werden überall in Russland Mahnwachen abgehalten.
4.9.2005 Putin entläßt Admiral Wladimir Kurojedow, den Oberbefehlshaber der Seekriegsflotte, und ersetzt ihn durch Admiral Wladimir Masorin, den Chef des Hauptstabes der Seekriegsflotte.
5.9.2005 Im großen Kremlsaal entwickelt Präsident Putin in einer Rede vor den Abgeordneten der Duma und des Föderationsrates sowie den Mitgliedern der Regierung ein Programm zu Reformen im Gesundheitswesen, im Bildungsbereich und in der Wohnungswirtschaft.
5.9.2005 Der neue kirgisische Präsident Bakijew besucht auf seiner ersten Auslandsreise Moskau und trifft mit Präsident Putin zusammen.
5.9.2005 Michail Chodorkowskij, der zu neun Jahren Haft verurteilte Finanzmagnat, wählt Iwan Starkow, den Sekretär des Föderalen Politischen Rates der Partei "Union der Rechten Kräfte", als Kampagnenmanager aus. Chodorkowskij kandidiert bei den Nachwahlen für ein Dumamandat in Moskau.
6.9.2005 Präsident Putin besucht die Raffinerien des Unternehmens Rosneft und den Ölhafen in Tuapse am Schwarzen Meer. Der Präsident trifft dort mit Sergej Bogdantschikow zusammen, dem Präsidenten von Rosneft.
7.9.2005 In der Zeitung "Wremja nowosti" warnen "spin doctors", darunter Sergej Markov, vor einem Oligarchenputsch. In diesem Zusammenhang wird der Name Michail Fridman genannt. Fridman ist der Präsident der Alfa-Gruppe.
8.9.2005Offizieller Besuch Präsident Putins in Berlin. Putin trifft Bundeskanzler Schröder und die CDU-Kanzlerkandidatin Angela Merkel. In Anwesenheit Putins und Schröders unterzeichnen die Energiekonzerne Gazprom, E.O.N. und BASF ein Abkommen über den Bau einer Erdgaspipeline von St. Petersburg nach Greifswald.
8.-9.9.2005Staatsbesuch Präsident Putins in Griechenland. Putin erörtert mit dem griechischen Premierminister Costas Karamanlis bilaterale Wirtschaftsfragen und den Bau einer Balkanpipeline. Er besucht auch das Kloster Athos.
9.9.2005Nach der Sitzung der russisch-chinesischen Kommission für Rüstungsfragen kündigt China den Kauf von 40 Il-76 Transportflugzeugen an.
9.9.2005Rosneft gibt bekannt, daß eine Gruppe westlicher Banken (darunter: ABN Amro Bank, Dresdner Kleinwort Wasserstein, JP Morgan und Morgan Stanley) dem Ölkonzern einen Kredit in Höhe von 7,5 Mrd. US$ eingeräumt hat. Auf russischer Seite wird der Vertrag von Sergej Bogdantschikow, dem Vorstandsvorsitzenden von Rosneft, und Igor Setschin, dem Stellvertretenden Leiter der Präsidialadministration, unterzeichnet, der dem Aufsichtsrat des Unternehmens vorsteht.
9.9.2005Der Medienkonzern Gazprom-Media ernennt Petr Godlewskij zum Generaldirektor der Tageszeitung "Izvestija".
9.9.2005In St. Petersburg wird ein kongolesischer Student von Unbekannten angegriffen und durch Messerstiche getötet.
9.-10.9.2005In Tscherkessk findet der Gründungskongreß des "Gesellschaftsrates der Völker des Nordkaukasus" statt. Daran nehmen 620 Delegierte von NGOs aus Karatschaewo-Tscherkessien, Dagestan, Nordossetien, Südossetien und Adygej, sowie der Kubankosaken teil.
10.9.2005Bei einem Bombenattentat auf die Polizeistation im Rayon Malgobek (Inguschetien) werden zwei Polizeibeamte verletzt.
12.9.2005In Moskau wird eine Demonstration zur Unterstützung Chodorkowskijs, an der etwa 100 Personen teilnehmen, von einer Gruppe Jugendlicher angegriffen. Polizeikräfte trennen die beiden Seiten.
12.9.2005Erziehungsminister Fursenko wird während einer Pressekonferenz mit der deutschen Wissenschaftministerin Edelgard Buhlmann von einer Aktivistin der Nationalbolschewisten körperlich attackiert.
12.9.2005Der tschetschenische Feldkommandant Achmad Awdorchanow wird in einem Gefecht mit russischen Truppen getötet.
14.9.2005Präsident Putin trifft in New York ein, um am Gipfeltreffen der UN teilzunehmen. Er führt u.a. Gespräche mit dem pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf, dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon, dem britischen Premierminister Tony Blair und dem irakischen Präsidenten Jalal Talabani.
14.9.2005Nach der Rückkehr des Stellvertretenden Generalstaatsanwalts Wladimir Kolesnikow, der von Putin beauftragt worden war, die Geiselaffäre in Beslan zu untersuchen, löst Generalstaatsanwalt Wladimir Ustinow den bisherigen Leiter der Untersuchungsgruppe Beslan und den leitenden Staatsanwalt des Südlichen Föderalbezirks abund ersetzt sie durch andere Personen.
15.9.2005Putin spricht vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen.
15.9.2005Putin trifft in New York mit Metropolit Lawr, dem Haupt der Russisch-Orthodoxen Kirche im Ausland, zusammen und nimmt an einem Gottesdienst teil, der von Metropolit Lawr und einem Vertreter des Moskauer Patriarchats gemeinsam zelebriert werden.
15.9.2005Aus Nishnij Nowgorod wird eine Zunahme der Hepatitis-Fälle berichtet. Insgesamt sind ca. 500 Personen erkrankt, darunter 70 Kinder.
15.9.2005Ein russisches Jagdflugzeug vom Typ Su-27 verliert infolge eines Defekts der Navigationsgeräte auf dem Weg von St. Petersburg nach Kaliningrad die Orientierung und stürzt über Litauen ab. Der Pilot kann sich mit dem Schleudersitz retten.
16.9.2005Präsident Putin trifft in Washington mit Präsident Bush zusammen.
16.9.2005Putin nominiert Georgij Boos als Gouverneur von Kaliningrad. Das regionale Parlament bestätigt die Ernennung mit 27 gegen 2 Stimmen. Boos, der eng mit dem Moskauer Bürgermeister Jurij Lushkow verbunden ist, tritt sein Amt am 19. November an, wenn die Amtszeit des jetzigen Kaliningrader Gouverneurs Wladimr Jegorow ausläuft.
16.9.2005Valerij Kokov, der Präsident von Kabardino-Balkarien, tritt zurück.
17.9.2005In Moskau demonstrieren etwa 1.000 Anhänger linker Parteien gegen den Kapitalismus in Russland.
17.9.2005Die KPRF initiiert landesweit ein "Volksreferendum". Sieben Tage lang erhalten Wähler die Möglichkeit, sich zur sozialen Lage, zum Gesundheitswesen, zur Wahrung nationaler Bodenschätze und zu anderen Fragen zu äußern.
18.9.2005Der Journalist Egor Jakowlew stirbt nach langer Krankheit im Alter von 75 Jahren. Jakowlew war 1986 Chefredakteur der Wochenzeitung "Moskovskie Novosti", die er zum führenden Organ der Perestrojka-Zeit machte. 1991-2 stand er der Allunions-Rundfunk-Gesellschaft vor, die er zum Fernsehsender "Ostankino" umwandelte. Nachdem Jelzin ihn entließ gründete er die "Obšcaja gazeta", die sich für Menschenrechte und Demokratisierung einsetzte. 2002 verkaufte er die Zeitung an den Petersburger Geschäftsmann Leibmann, der die Zeitung schloß.
18.9.2005Der nordossetische Präsident Tajmuras Mansurow und sein südossetischer Amtskollege Eduard Kokojty unterzeichnen ein Abkommen über die Intensivierung der wirtschaftlichen und ökonomischen Zusammenarbeit der beiden Republiken. Nordossetien ist Teil Russlands, während Südossetien zu Georgien gehört.
19.9.2005Nach einem Treffen mit Industrie- und Energieminister Christenko erklären sich die Erdölkonzerne Lukojl, TNK, Sibneft, Rosneft, Tatneft und Surgutneftegaz bereit, die Inlandspreise für Benzin einzufrieren.
20.9.2005In Karabulak (Inguschetien) gerät eine Polizeipatrouille in einen Hinterhalt. Drei Polizisten werden getötet, ein weiterer verletzt.
20.9.2005Das Moskauer Stadtgericht verschiebt die Verhandlung über den Einspruch gegen das Urteil im Falle Michail Chodorkowskij und Platon Lebedev auf Bitten der Verteidigung auf den 22. September. Hintergrund ist die Bewerbung Chodorkowskijs um einen Dumasitz, die nur dann erfolgen kann, wenn das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Daher versucht die Verteidigung die Entscheidung des Kassationsgericht hinauszuschieben.
21.9.2005Verteidigungsminister Sergej Iwanow trifft in Taschkent ein, um die ersten gemeinsamen russisch-usbekischen Manöver zu beobachten.
21.9.2005Anläßlich des 625. Jahrestag der Schlacht auf dem Schnepfenfeld (Kulikovo pole) läßt Patriarch Aleksij II. in allen Kirchen Seelenmessen für die Helden lesen. In Moskau wird ein Denkmal enthüllt. Auf dem Schnepfenfeld schlug Dmitroij Donskoj ein Tatarenheer unter Mamaev und beendete damit die Phase tatarischer Herrschaft über das Großfürstentum Moskau.
22.9.2005Die Duma verabschiedet in 3. und letzter Lesung ein Gesetz über die Vereinigung des Autonomen Bezirks der Dolganen und Nenzen von Taimyr, des Autonomen Bezirks der Ewenken und des Bezirks Krasnojarsk zu einem neuen Föderationssubjekt.
22.9.2005In Naltschik, der Hauptstadt von Kabardino-Balkarien, wird Isa Edisultanow, der sogenannte Emir der Region Šali (Tschetschenien), von Spezialkräften festgenommen. Edisultanow hat 2002-2004 eine Reihe von Anschlägen gegen die föderalen Truppen organisiert.
22.9.2005Das Moskauer Stadtgericht weist den Revisionsantrag Chodorkowskijs ab, vermindert das Strafmaß aber um ein Jahr. Damit ist das Urteil gegen den Ölmagnaten rechtskräftig.
22./23.9.2005Fünf russische Sicherheitsbeamte suchen Robert Amsterdam, einen kanadischen Anwalt, der Chodorkowskij vertrtt, in der Nacht in seinem Hotel auf, ziehen seinen Reisepaß ein und entwerten das Visum. Am folgenden Tag verläßt Amsterdam das Land.
23.9.2005Putin empfängt die Gouverneure der Südlichen Föderalregion und erörtert mit ihnen die Lage in der Region. Der Präsident kritisiert Korruption und Clan-Interessen, die die örtliche Wirtschaft erdrücken.
23.9.2005Der Stellvertretende Generalstaatsanwalt Jurij Birjukow beantragt beim Justizministerium, acht der Anwälte Chodorkowskijs die Zulassung zu entziehen. Die Moskauer Rechtsanwaltskammer leitet gegen drei der Anwälte ein Disziplinarverfahren ein.
25.9.2005Der Vorsitzende des Regionalparlaments des Gebiets Kirow wird in seiner Garage tot aufgefunden. Todesursache ist eine Schußverletzung durch ein Jagdgewehr, das neben ihm liegt.
25.9.2005Sieben russische Soldaten werden getötet und weitere zehn verletzt, als sie unweit des Dorfes Bugara in einen Hinterhalt geraten.
24.9.2003Die Union der Rechten Kräfte und Jabloko stellen für die Wahlen zur Moskauer Regionalduma am 4. Dezember 2005 eine gemeinsame Liste auf.
26.9.2005Die russische Generalstaatsanwaltschaft hebt den Haftbefehl gegen die frühere ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko auf, nachdem diese sich durch russische Ermittler hat befragen lassen.
27.9.2005Präsident Putin stellt sich 2 Stunden und 55 Minuten vor laufenden Kameras der Bevölkerung. Insgesamt waren über eine Million Fragen telefonisch, per E-Mail oder als SMS bei den Call-Centern eingegangen. Die überwiegende Mehrheit der Fragen befaßt sich mit sozialpolitischen Themen.
27.9.2005Georgij Boos tritt sein Amt als Gouverneur von Kaliningrad an, nachdem sein Vorgänger vorzeitig zurückgetreten ist.
28.9.2005Das Büro des russischen Unternehmerverbandes nominiert Alexander Schochin als Nachfolger für seinen Vorsitzenden Arkakdij Wolskij.
28.9.2005Der Erdgaskonzern "Gazprom" erwirbt 72,7% der Anteile des Erdölunternehmens Sibneft für 13,091 Mrd. US$.
28.9.2005Der russische Aktienindex RTS übertrifft erstmals die 1.000-Punkt-Marke.
29.9.2005Putin ernennt ein neues Präsidium des Staatsrates. Ihm gehören nun an: die Gouverneure: Nikolaj Dudow (Magadan), Nikolaj Kiseljow (Archangelsk), Wladimir Kulakow (Woronesh), Nikolaj Maksjuta (Wolgograd) und Jurij Nejelow (Autonomer Bezirk der Jamal-Nenzen) sowie die Präsidenten Leonid Markelow (Mari-El) und Leonid Potapow (Burjatien).
29.9.2005In einer Sitzung mit den Präsidialbevollmächtigten in den Föderalregionen unterstreicht Putin die Notwendigkeit, das am 5. September angekündigte Sozialprogramm umzusetzen.
30.9.2005Der neue ukrainische Ministerpräsident Jurij Jechanurow besucht Moskau und führt Gespräche mit seinem russischen Amtskollegen, Michail Fradkow. Jechanurow wird auch von Präsident Putin empfangen.
30.9.2005Ein Munitionsdepot, 60 km nördlich von Petropavlowsk-Kamtschatskij, gerät in Brand. Dabei detoniert eine große Zahl alter Artilleriegranaten. Im Umkreis von 30 km werden die Einwohner evakuiert.
30.9.2005Der russische Unternehmerverband RSPP wählt Alexander Schochin zum Vorsitzenden. Er löst den 73jährigen Arkadij Wolskij ab.
30.9.2005Putin benennt die vom Präsidenten zu benennenden 42 Mitglieder der Gesellschaftskammer. Unter den Ernannten ist kein Menschenrechtsaktivist.
3.10.2005Die sterblichen Überreste des "weißen" Bürgerkriegsgenerals Denikin, die aus den USA nach Russland überführt wurden, werden im Moskauer Donskoj-Kloster im Beisein des Patriarchen, des Moskauer Bürgermeisters Lushkow und anderer namhafter Politiker feierlich bestattet.
3.10.2005Staatsbesuch Putins in Belgien. Putin führt Gespräche mit dem belgischen König Albert II. und Ministerpräsident Guy Verhofstadt.
3.10.2005Ein Schweizer Gericht entscheidet, Jewgenij Adamow, den früheren russischen Atomminister, an die USA auszuliefern.
4.10.2005EU-Russland-Gipfel. Putin führt in London Gespräche mit dem britischen Premierminister Tony Blair, dessen Land derzeit die Präsidentschaft der EU innehat, und EU-Vertretern. Auf dem Treffen werden Energiefragen und die Regelung der Visaerteilung zwischen Russland und der Europäischen Union erörtert. Bei Visafragen werden Fortschritte gemacht. Danach sollen die Visa-Regeln für Studenten, Geschäftsleute und Diplomaten gelockert werden.
4.10.2005Die Föderale Agentur für Landwirtschaft wird durch Präsidentenerlaß aufgelöst und in das Landwirtschaftsministerium überführt.
4.10.2005U.S. Attorney Mary Beth Buchanan trifft in Moskau ein, um mit dem russischen Generalstaatsanwalt den Fall des in der Schweiz inhaftierten ehemaligen russischen Atomministers Jewgenij Adamow zu erörtern.
5.10.2005Die russische Generalstaatsanwaltschaft erhebt gegen eine Reihe von ehemaligen Jukos-Mitarbeitern den Vorwurf der Geldwäsche. In diesem Zusammenhang werden in Moskau und einigen anderen Regionen Banken und Büros durchsucht.
5.10.2005In Holland werden die Büros von YUKOS Finance B.V., einer Tochter von Jukos, von Polizei durchsucht.
5.10.2005Das Verteidigungsministerium teilt mit, daß bei der Einberufung sechs der bisher geltenden 16 Rückstellungsgründe gestrichen werden sollen. In Zukunft werden danach u.a. Wehrpflichtige mit Eltern im Pensionsalter, Lehrer und Arbeiter in Rüstungsbetrieben einberufen.
5.10.2005Das Präsidium des Obersten Gerichtshofs hebt ein Urteil des Obersten Gerichtshofs auf, der seinerseits ein Verbot der Nationalbolschewistische Partei durch ein Moskauer Gericht für ungültig erklärt hatte. Das Verfahren wird an den Obersten Gerichtshof zurückverwiesen.
6.10.2005Russische Rechtsschutzorgane durchsuchen in Moskau das Büro des Rechtsanwalts Anton Drel, eines der Verteidiger Michail Chodorkowskijs.
6.10.2005Sicherheitsorgane durchsuchen Büros der Stiftung "Otkrytaja Rossija" (Offenes Russland), deren Vorsitzender Michail Chodorkowskij ist, in Zusammenhang mit Geldwäschevorwürfen.
6.10.2005In der Region Moskau sind an zahlreichen Stellen Waldbrände ausgebrochen. Insgesamt stehen 38.000 Hektar in Brand.
6.10.2005Fünf osteuropäische Medien und ein russischer Journalist werden in Oslo mit dem Gerd-Bucerius-Förderpreis “Junge Presse Osteuropa” ausgezeichnet. Die russischen Preisträger sind die Moskauer Wochenzeitung “Novoe Wremja”, die im inguschetischen Nasran ansässige Zeitung “Tschetschenskoe Obschtschestwo” sowie der Journalist Semjon Nowoprudskij aus Moskau.
6.10.2005In Petersburg findet hinter verschlossenen Türen ein Gipfeltreffen der Präsidenten von Russland (Wladimir Putin), Belarus (Alexander Lukaschenka), Kasachstan (Nursultan Nasarbajew), Usbekistan (Islam Karimow), Kirgistan (Kurmanbek Bakijew) und Tadschikistan (Imomali Rachmonow) statt.
6.10.2005Litauen gibt Walerij Trojanow, den Piloten des über Litauen abgestürzten russischen Jagdflugzeugs, frei.
7.10.2005Putin feiert in Petersburg seinen 53. Geburtstag. Zu seinen Gästen gehört Bundeskanzler Gerhard Schröder, der für diesen Besuch die laufenden Konsultationen über die Bildung einer neuen Regierung unterbricht.
8.10.2005Der Klimasatellit "Cryosat" der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA), der planmäßig um 17.02 Uhr MEZ startet, geht nach Angaben der russischen Raketentruppen in Plessezk verloren, da die Abtrennung der zweiten und der dritten Raketenstufe nicht funktioniert. Die russische Raketenbaufirma entschuldigte sich bei der Raumfahrtagentur ESA für den Fehlschlag.
9.10.2005In Machatschkala stellen Sicherheitskräfte eine Gruppe von vier Untergrundkämpfern, die sich in einem zweistöckigen Haus im Stadtzentrum verbergen. Alle vier werden im Verlaufe des Gefechts getötet. Auf Seiten der Polizei werden zwei Personen getötet, zwei weitere verletzt.
9.10.2005In Woronesh greifen Hooligans drei ausländische Studenten an. Ein Peruaner wird getötet, ein zweiter Peruaner und ein Spanier werden verletzt.
9.10.2005In Belgorod wird der amtierende Direktor von "Inteko-Agro" von drei Unbekannten angegriffen und duch Axthiebe schwer verletzt. Hintergrund ist angeblich ein Konflikt zwischen dem Agrarunternehmen und der Gebietsverwaltung von Belgorod. "Inteko-Agro" gehört zum Konzern "Inteko", der sich im Besitz von Jelena Baturina befindet, der Ehefrau des Moskauer Bürgermeisters Lushkow.
9.10.2005Angehörige der 76. Luftlandedivision (Pskow) treffen in Indien ein, um an einer gemeinsamen russisch-indischen Militärübung zur Bekämpfung des Terrorismus teilzunehmen, die vom 10. bis zum 20. Oktober stattfindet. An der Übung nehmen auch Schiffe der russischen Pazifikflotte teil.
10.10.2005Michail Chodorkowskij und Platon Lebedew werden zur Verbüßung ihrer Haftstrafe in ein Arbeitslager überführt. Der Ort wird nicht bekanntgegeben.
10.10.2005In Dagestan gerät eine Patrouille der Sicherheitskräfte in einen Hinterhalt. Zwei Polizeibeamte werden erschossen, ein weiterer wird verletzt.
10.10.2005Ein holländisches Gericht beschlagnahmt auf Antrag des Erdölkonzerns Rosneft vorläufig die ausländischen Besitztitel von Jukos.
10.10.2005Auf Vorschlag Putins bestimmen die Regionalparlamente des Gebiets Perm und des Autonomen Bezirks der Komi-Permjaken Oleg Tschirkunow zum Gouverneur des Bezirks Perm, der am 1.12. aus den beiden Regionen gebildet wird.
10.10.2005Die Texte der Urteile gegen Michail Chodorkowskij und Platon Lebedew werden auf der Website der Generalstaatsanwaltschaft in Russisch und Englisch veröffentlicht
11.10.2005In Woronesh protestieren 2-300 ausländische Studenten gegen die ausländerfeindlichen Übergriffe und fordern besseren Schutz durch die Behörden. Die Demonstranten werden vom Rektor und vom Leiter der städtischen Innenbehörde empfangen.
11.10.2005In Moskau wird der Anwalt Dmitrij Schtejnberg von Unbekannten angegriffen und so schwer verletzt, daß er im Krankenhaus stirbt. Schtejnberg vertritt die Interessen des Konzerns "Inteko" und des Unternehmens "Inteko-Agro".
11.11.2005Der Energiekonzern Gazprom erhält von einem Bankenkonsortium einen Kredit in Höhe von 13,1 Mrd. US$. Zu den Kreditgebern gehören ABN Amro, Dresdner Kleinwort Wasserstein, Citigroup, Morgan Stanley, Goldman Sachs und Credit Suisse.
11.11.2005Verteidigungsminister Sergej Iwanow und Außenminister Sergej Lawrow nehmen in Paris am 5. Treffen des franco-russischen Kooperationsrates zu Sicherheitsfragen teil. Sie führen Gespräche mit ihren französischen Amtskollegen Philippe Douste-Blazy und Michele Alliot-Marie über europäische Sicherheit, den Kampf gegen Terror und regionale Krisen. Die russischen Minister werden auch von Staatspräsident Chirac empfangen.
12.10.2005Die Weltbank gibt ihren Armutsbericht für Osteuropa und die frühere Sowjetunion heraus
12.10.2005In ganz Russland findet ein Aktionstag der Angestellten des öffentlichen Dienstes statt, der mit Streiks und Demonstrationen begangen wird. Die Protestierer fordern eine Erhöhung ihrer Bezüge.
13.10.2005Mehrere Gruppen von Guerillakämpfern greifen in Naltschik, der Hauptstadt von Kabardino-Balkarien (Nordkaukasus), Polizeiwachen, ein Gefängnis, das örtliche Büro des Inlandsgeheimdienstes FSB und den Flughafen an. Die Innenstadt ist abgeriegelt. Mindestens zwei Gebäude stehen in Flammen. Es gibt zahlreiche Opfer unter der Zivilbevölkerung.
13.10.2005Die Staatsanwaltschaft des Autonomen Bezirks der Jamal-Nenzen teilt mit, daß Platon Lebedev, der im Jukos-Prozeß zu einer hohen Haftstrafe verurteilt worden ist, sich zur Strafverbüßung in der Strafkolonie 3 im Ort Charp befindet.
14.10.2005Föderale Truppen liquidieren die letzten Widerstandsnester in Naltschik. Bei den Gefechten wurden angeblich über 80 Untergrundkämpfer getötet und 17 gefangengenommen. Nach offiziellen Angaben sind auf Regierungsseite 24 Soldaten und Polizisten getötet worden. Unter der Zivilbevölkerung gab es 12 Todesopfer und zahlreiche Verletzte.
14.10.2005In Sergijew Posad, nördlich von Moskau, greift eine Gruppe von Skinheads eine Moschee an und verletzt eines der führenden Mitglieder der örtlichen islamischen Gemeinde.
15.10.2005Die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice führt in Moskau Gespräche mit Präsident Putin und ihrem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow. Die russische Regierung lehnt es ab, den Sicherheitsrat der UN mit der Frage zu befassen, ob Iran mit seinem Nuklearprogramm friedliche Ziele verfolge oder Massenvernichtungswaffen entwickele.
15.10.2005Ein norwegisches Fischereischutzschiff stellt den russischen Fischtrawler "Elektron" in der umstrittenenn Fischereischutzzone vor Spitzbergen. Als zwei Fischereiinspektoren an Bord gehen und den Kapitän auffordern, einen norwegischen Hafen anzulaufen, nimmt der Trawler mit den Norwegern an Bord Kurs auf russische Gewässer. Der Fall wird von den Außenministerien beider Länder erörtert.
16.10.2005In Naltschik fordern hunderte von Einwohnern die Herausgabe der Leichen ihrer getöteten Angehörigen. Die Staatsanwaltschaft verweigert dies solange die Untersuchungen andauern. Die Einwohner vermuten, daß viele der Getöteten fälschlich als Rebellen eingestuft wurden.
16.10.2005Der tschetschenische Rebellenführer Basajew übernimmt im Internet die Verantwortung für den Angriff auf Naltschik. Er behauptet, daß insgesamt 217 Angreifer an dem Überfall beteiligt gewesen und daß 41 von ihnen sowie 140 Angehörige der Sicherheitskräfte getötete worden seien Nach Angaben der Regierungsseite wurden 92 Angreifer und 33 Angehörige der Sicherheitskräfte getötet.
16.10.2005Es wird bekannt, daß Arkadij Gaidamak, ein Unternehmer, der bisher nichts mit Medien zu tun hatte, die russische Wochenzeitung "Moskowskie nowosti" für rund 3 Mio. US$ gekauft hat.
16.10.2005Alexander Slesarew, der ehemalige Mitinhaber der Sodbiznesbank, dem man die Lizenz entzogen hatte, wird auf dem Weg zum Kloster Staryj Oskol mit Frau und Tochter getötet, als Unbekannte seine Wagenkolonne unter Feuer nehmen. Vier weitere Personen aus seiner Begleitung werden verletzt.
17.10.2005Die Republikanische Partei Wladimir Ryschkows und die Partei der Soldatenmütter geben bekannt, daß sie sich zusammenschließen.
17.10.2005In Moskau wird ein Abteilungsleiter des Föderalen Steuerdienstes verhaftet, weil er den Versuch unternahm, von einer Bank Bestechungsgelder in Höhe von 1 Mio US$ zu erpressen.
17.10.2005Orchan Dzemal, der Politikredakteur der Zeitung "Versija" in Naltschik, wird von russischen Sicherheitskräften 15 Stunden festgehalten und in der Haft geschlagen. Dzemal hatte vor kurzem einen Artikel über Mißhandlung von Muslimen in Polizeigewahrsam veröffentlicht.
17.-18.10.2005Staatsbesuch des brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio »Lula« da Silva in Moskau. Russland und Brasilien vereinbaren eine Intensivierung der Kooperation in den Bereichen Biotechnologie, Flugzeugbau und Agrarwirtschaft
18.10.2005In Moskau stirbt Alexander Jakowlew, der "Architekt der Perestrojka", im Alter von 81 Jahren. Jakowlew, Politbüromitglied und Mitstreiter von Michail Gorbatschow, gilt als einer der wichtigsten Autoren der Politik von "glasnost'" und "perestrojka".
18.10.2005In Jandar (Inguschetien) beschießen 30-60 Personen das Haus eines Angehörigen der Sicherheitskräfte mit Maschinenwaffen. Es gibt keine Opfer.
18.10.2005"Transparency International" veröffentlicht seinen Korruptionsperzeptionsindex für das Jahr 2005. Danach rangiert Russland auf dem Niveau von Albanien, Niger und Sierra-Leone.
18.10.2005Der Stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Erdgasmonopolisten Gazprom, Alexander Rjasanow, wird zum Vorstandsvorsitzenden des Erdölunternehmens Sibneft' ernannt, das in die Hand von Gazprom übergegangen ist.
18.10.2005Ein Petersburger Internet-Provider schaltet die Website der orthodox-fundamentalistischen Zeitung "Rus Prawoslawnaja" ("Rechtgläubiges Russland") ab. Der Provider begründet den Schritt damit, daß die Website extremistische Inhalte verbreitet habe.
18.10.2005In Chabarowsk demonstrieren 200 ethnische Chinesen vor der Totenhalle der Stadt und fordern bessere Sicherheitsmaßnahmen. Am Vortag war ein chinesischer Geschäftsmann ermordet worden.
19.10.2005Sicherheitskräfte kreisen am frühen Morgen fünf Guerillakämpfer in einem Wohnhaus in Chasawjurt (Dagestan) ein und stürmen das Gebäude. Zwei der Guerillas werden getötet, die beiden anderen verhaftet. Beim Angriff wird ein Polizist getötet, vier weitere werden verletzt.
19.10.2005Der russische Fischtrawler "Elektron" erreicht russische Gewässer. Ein U-Boot-Jäger der russischen Seekriegsflotte nimmt das Schiff in Empfang. Das norwegische Fischereischutzboot, das den Trawler verfolgte, bleibt außerhalb der Hoheitsgewässer. Die zwei entführten norwegischen Fischereiinspektoren sollen bei nächster Gelegenheit an ein norwegisches Schiff übergeben werden.
19.10.2005Im Gebiet Tula sind hunderte von Gänsen, Enten und Hühnern an der Vogelgrippe erkrankt.
19.10.2005Putin empfängt in Nowo-Ogarewo führende Vertreter der Gewerkschaftsbewegung und erörtert mit ihnen Fragen der Innen-, Bildungs- und Sozialpolitik.
19.10.2005Paul Wolfowitz, der Präsident der Weltbank, trifft zu einem zweitägigen Besuch in Moskau ein und fordert Russland zur Weiterführung der institutionellen Reformen und zum Kampf gegen Korruption auf. Er wird am folgenden Tag von Präsident Putin empfangen.
19.10.2005Die japanische Polizei verhaftet einen Mitarbeiter von Toshiba unter der Beschuldigung, militärisch relevante, geheime Technologien an die russische Handelsvertretung in Tokyo weitergegeben zu haben.
19.10.2005Es wird bekanntgegeben, daß Michail Chodorkowskij zur Strafverbüßung in die Besserungsarbeitkolonie JaG 14/10 im Gebiet Tschita verbracht worden ist.
20.10.2005Die beiden norwegischen Fischereiinspektoren, die vom Fischtrawler "Elektron" entführt wurden, werden von einem russischen Wachboot übernommen, das sie zur norwegischen Fregatte "Tromsö" überstellt.
20.10.2005Bischof Kornilij von Kazan und Wjatka wird zum neuen geistigen Oberhaupt der "Altgläubigen" gewählt.
19.-21.10.2005Der russische Generalstabschef Balujewskij führt in Jerewan Gespäche mit dem armenischen Ministerpräsidenten Andranik Markarian und Verteidigungsminister Sersh Sarkisjan über bilaterale Zusammenarbeit.
21.10.2005Das Regionalparlament von Tschukotka bestellt den Finanzmagnaten Roman Abramowitsch auf Vorschlag von Präsident Putin abermals zum Gouverneur der Region.
21.10.2005Die NGO "Reporter ohne Grenzen" veröffentlichen ihren 4. Weltweiten Pressefreiheitsindex. Russland rangiert diesmal unter 167 Ländern auf Platz 138.
21.10.2005Präsident Putin bildet einen Rat für nationale Projekte, der sich mit der Verbesserung der Lage im Wohnungs- und Gesundheitswesen, in der Bildung und der Landwirtschaft befassen soll. Dem Rat gehören 43 Mitglieder an, darunter Dmitrij Medwedjew, der Leiter der Präsidialadministratoin, die sieben Präsidialbeauftragten in den Föderalregionen, mehrere Gouverneure, die Bürgermeister von Moskau und St.Petersburg und die Leiter der Schlüsselressorts für Wirtschaft und Finanzen.
22.10.2005In Maikop (Adygej) verhaftet die Polizei sechs Personen beim Verlassen der Moschee, darunter den Imam und seinen Stellvertreter. Die Verhafteten werden im Polizeigewahrsam geschlagen. Am folgenden Morgen werden sie auf Anordnung des Gerichts entlassen.
23.10.2005Die norwegische Küstenwache stoppt zwei weitere russische Fischtrawler wegen Verletzung der Fischereischutzzone vor Spitzbergen.
24.10.2005Aus den Gebieten Tambow und Tscheljabinsk werden Fälle von Vogelgrippe gemeldet.
24.10.2005U.S. Präsident Bush empfängt den russischen Energie- und Industrieminister Viktor Christenko, der sich mit einer Wirtschaftsdelegation in Washington aufhält.
24.-25.10.2005Stephen Hedley, der U.S. Sicherheitsberater, führt in Moskau Gespräche mit Präsident Putin und Außenminister Lawrow über die russisch-amerikanische Sicherheitskooperation.
24.-25.10.2005Russische Sicherheitskräfte stürmen nach zehnstündiger Belagerung ein Wohngebäude in Machatschkala (Dagestan) und töten drei Untergrundkämpfer, die sich darin verschanzt haben. Zwei Angehörige der Sicherheitskräfte werden verletzt.
25.10.2005Die Financial Times berichtet, daß amerikanischen Minderheitsaktionäre von JuKOS vor einem Washingtoner Gericht Klage gegen die russische Regierung, Gazprom und Rosneft' wegen Verschwörung zur Renationalisierung von JuKOS eingereicht haben.
25.10.2005In der Schweiz beginnt der Prozeß gegen Witalij Kalojew, der beschuldigt wird, am 24.2.2004 in Zürich einen Fluglotsen des Unternehmens "Skyguide" ermordet zu haben. Kaloev hat bei einem Flugzeugzusammenstoß am 2.7.2002 seine Frau und zwei Kinde verloren. Der Fluglotse war zu diesem Zeitpunkt im Dienst.
25.10.2005Moody's Investors Service hat die Bonitätsnote für Anleihen des russischen Staates in Lokal- und Fremdwährungen auf "Baa2" von "Baa3" angehoben.
25.10.2005Das russische Konsulat in Oslo räumt offiziell ein, daß zwei russische Fischtrawler norwegische Fischereibestimmungen verletzt haben, kritisiert die norwegischen Maßnahmen aber als unangemessen.
25.10.2005In Samara demonstrieren 20.000 Personen gegen eine neue städtische Verfasssung, nach der der Bürgermeister nicht direkt sondern vom Stadtparlament gewählt wird.
26.10.2005Die Ministerpräsidenten der Shanghai Kooperations-Organisation (Russland, China, Kasachstan, Usbekistan, Kirgisien und Tadschikistan) treffen sich in Moskau und erörtern Fragen der Zusammenarbeit. Die Mongolei, Pakistan, Indien und der Iran sind durch hochrangige Repräsentanten vertreten.
26.10.2005Offizieller Besuch von Erzbischof Giovanni Lajolo, des 'Außenministers' des Vatikan, in Moskau. Erzbischof Lajolo folgt einer Einladung des russischen Außenministers Sergej Lawrow und führt Gespräche mit Politikern sowie mit Vertretern der orthodoxen Kirche.
26.10.2005Witalij Kalojew, der beschuldigt wird, am 24.2.2004 in Zürich einen Fluglotsen des Unternehmens "Skyguide" ermordet zu haben, wird von einem Schweizer Gericht wegen vorsätzlicher Tötung zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt.
26.10.2005Außenminister Sergej Lawrow besucht Israel und führt Gespräche mit Präsident Moshe Katzav und dem israelischen Außenminister Silvan Shalom.
27.10.2005Die Moskauer Rechtsanwaltskammer lehnt es ab, drei Anwälten Chodorkowskijs die Zulassung zu entziehen, wie dies die Generalstaatsanwaltschaft beantragt hat.
27.10.2005Die Parteien KPRF und Jabloko reichen gemeinsam mit sechs Politikern beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte wegen unfairer Medienberichterstattung im Wahlkampf Klage gegen die russischen Parlamentswahlen von 2003 ein.
28.10.2005Iwan Starikow, ein Mitglied der Partei "Union der Rechten Kräfte", der einer Kampagne zur Unterstützung Michail Chodorkovskijs vorstand, wird vor seinem Haus von zwei Unbekannten angegriffen und zusammengeschlagen.
30.10.2005Präsident Putin fliegt nach Naltschik, um der Beisetzung von Walerij Kokow, dem früheren Präsidenten der Republik Kabardino-Balkarien, beizuwohnen. Kokow war am Vortag an Krebs gestorben. Putin trifft im Verlauf seines Besuchs auch mit Kokows Nachfolger, Arsen Kanochow, zusammen.
31.10.2005Der UN-Sicherheitsrat verabschiedet eine Resolution, die Syrien verwarnt und dazu auffordert, die internationale Untersuchung der Ermordung des libanesischen Präsidenten Rafiq Hariri zu unterstützen. Der Einspruch Russlands hatte schärfere Formulierungen verhindert. Außenminister Sergej Lawrow lobt die Resolution als Kompromiß.
31.10.2005Das Parlamen der Region Stawropol wählt den amtierenden Gouverneur, Alexander Tschernogorow, auf Vorschlag Putins für eine dritte Amtszeit.
1.11.2005 Die Weltbank legt Ihren Wirtschaftsreport für Russland vor. Er warnt u.a. vor der der Gefahr einer "Dutch Disease".
1.-2.11.2005 Staatsbesuch Präsident Putins in den Niederlanden. Putin wird von der Königin empfangen und führt Gespräche mit Jan Peter Balkenende, dem niederländischen Ministerpräsident, und Wirtschaftsvertretern. Putin besucht ferner den Internationalen Gerichtshof der UN.
2.11.2005 In Dagestan wird im Rahmen einer Spezialoperation der "Emir von Chasavjurt", ein örtlicher Guerillaführer, durch Sicherheitskräfte getötet.
3.11.2005 Der russische UN-Botschafter, Andrej Denisow, erklärt, Russland werde den Beschuldigungen der von Paul A. Volcker geleiteten Untersuchungskommission nachgehen. Der Volcker-Bericht stellt fest, daß sich zahlreiche russische Politiker und Beamte im Rahmen des Programms "Öl für Lebensmittel" illegal bereichert haben.
3.11.2005 Präsident Putin legt per Erlaß den Personaletat des Innenministeriums fest. Dieser umfaßt danach 661.275 Angehörige der Sicherheitsorgane und 159.993 zivile Angestellte.
3.11.2005 Otto Lazis, einer er führenden russischen Journalisten, stirbt an den Folgen eines Autounfalls. Lazis war während der "Perestrojka" Chefredakteur der Theoriezeitschrift der KPdSU "Kommunist", später Mitglied von Jelzins Präsidentenrat und politischer Beobachter bei den "Izvestija" und den "Moskovskie novosti".
4.11.2005 Russland feiert erstmals den "Tag der nationalen Einheit", der an die Stelle des 7. Novembers, des Tags der Oktoberrevolution, tritt.
In Moskau demonstrieren etwa 2.000 Anhänger rechtsradikaler Organisationen unter Losungen wie "Rußland den Russen" mit einem "Rechten Marsch".
4.11.2005 Ministerpräsident Fradkow und sein chinesischer Amtskollege Wen Jiabao unterzeichnen in Peking eine Vereinbarung, nach der der russische Ölexport im Jahre 2006 von 8 Mio t auf 15 Mio t gesteigert werden soll.
4.11.2005 Ruslan Nachuschew, Direktor des Instituts für Islamische Studien in Naltschik, verschwindet kurz nachdem er das Gebäude des Inlandsgeheimdienstes FSB in seiner Heimatstadt verlassen hat. Nachuschew war im Zusammenhang mit den Angriffen von Guerillakämpfern auf Sicherheitskräfte in Naltschik vom FSB befragt worden.
6.11.2005 In Tscheremchowo (Gebiet Irkutsk) wird ein Denkmal für die "Kulaken" enthüllt. Als "Kulaken" wurden in der Sowjetunion die Angehörigen der bäuerlichen Oberschicht bezeichnet. Sie wurden während der gewaltsamen Kollektivierung Anfang der 30er Jahre verfolgt, in großer Zahl deportiert, in Lager verbracht oder liquidiert.
6.11.2005 Interfax berichtet, daß 200 Passagiere einer Eisenbahnlinie im Süden Russlands mit Lebensmittelvergiftung in Krankenhäuser eingeliefert worden sind. Die Staatsanwaltschaft der Region Krasnodar prüft, ob sie ein Strafverfahren eröffnen soll.
6.11.2005 In Petersburg demonstrieren 300 Personen in einem "Marsch gegen den Hass" gegen Rassismus.
6.11.2005 Unter Führung des Vorsitzenden der KPRF, Gennadij Sjuganow, demonstrieren am Vorabend des 88. Jahrestages der Oktoberrevolution 2.000 Personen auf dem Roten Platz in Moskau.
7.11.2005 Anläßlich des Jahrestages der Oktoberrevolution ziehen in Moskau über 10.000 Demonstranten mit roten Fahnen und Porträts von Lenin und Stalin zum Marxdenkmal vor dem Bolschoj Theater.
7.11.2005 Präsident Putin ernennt Michail Krotow zu seinem Vertreter am Verfassungsgericht. Krotow, der an der Leningrader Staatsuniversität ein Jurastudium absolvierte, war bisher bei dem Medienkonzern "Gazprom-Media" tätig.
7.11.2005 Die populäre Informations-Website gazeta.ru wird an das Verlagshaus "Sekret firmy" veräußert. "Sekret firmy" wird Nähe zu Jukos nachgesagt. Der jetzige Leiter, Alexander Loktev, war bis 2004 Chef der Public Relations Abteilung von Jukos.
7.11.2005 Putin läßt sich den erfolgreichen Film "Die 9. Kompanie", der das Schicksal einer Fallschirmjägereinheit im Afghanistankriegs schildert, vorführen und begrüßt Regisseur und Schauspieler.
7.11.2005 Dmitrij Kosak, der Präsidialbeauftragte für den Südlichen Föderalbezirk, besucht Israel, um sich über Methoden zur Bekämpfung von Terrorismus zu informieren.
8.11.2005 Das russische Außenministerium kritisiert die Bewertung der Wahlen in Aserbaidschan am 6.11.2005 durch die OSZE-Beobachtermission. Die OSZE-Vertreter hatten erklärt, daß die Wahlen nicht demokratischen Standards entsprochen hätten.
8.11.2005 Die Bank of New York erklärt sich bereit, eine Strafe in Höhe von 38 Mio US$ zu zahlen, um das Verfahren, daß gegen sie wegen der Wäsche russischer Schwarzgelder geführt wird, abzuschließen.
8.11.2005 Dem Ersten Stellvertretenden Ministerpräsidenten von Tschetschenien, Ramsan Kadyrow, Sohn des ermordeten tschetschenischen Präsidenten Achmad Kadyrow, wird nach vier Töchtern ein Sohn geboren. Aus diesem Anlaß erhalten die Werktätigen der Region einen freien Tag.
8.11.2005 Auf Ansuchen einer Gruppe pensionierter Polizisten wird eine Büste von Felix Dsershinskij, dem Gründer der sowjetischen Geheimpolizei, die im August 1991 entfernt worden war, wieder im Innenhof des Moskauer Polizeipräsidiums aufgestellt.
8.11.2005 Das U.S. State Department kritisiert in seinem jährlichen Bericht an den Congress über religiöse Freiheit die Einschränkung der Rechte religiöser Minderheiten in Russland.
9.11.2005 In Starye Atagi, einem Dorf südlich von Grosny, schlagen nachts Mörsergranaten ein. Sechs Häuser werden beschädigt, fünf Personen verletzt, darunter zwei schwer. Es handelt es sich um fehlgeleitetes Feuer föderaler Truppen. Die Militärstaatsanwaltschaft leitet ein Verfahren ein.
9.11.2005 Putin kündigt vor der Kommandeurstagung der russischen Streitkräfte eine umfassende technologische und qualitative Erneuerung und eine Steigerung des Wehrbudgets an.
10.11.2005 Das estnische Außenministerium teilt mit, daß Russland dem estnischen Außenminister die Einreise zu einer Podiumsdiskussion in St. Petersburg verweigert. Zwei Tage später entschuldigt sich der russische Außenminister Sergej Lavrov telephonisch für diesen Vorfall bei seinem estnischen Amtskollegen.
10.11.2005 Die Seeleute der Petersburger Hafentransportflotte treten in einen unbefristeten Ausstand, um ihre Forderung nach Lohnerhöhung durchzusetzen.
10.11.2005 Das Regionalparlament der Republik Mordwinien wählt auf Vorschlag des Präsidenten Putin das amtierende Oberhaupt der Rebublik Nikolaj Merkuschkin für eine weitere Amtszeit.
10.11.2005 Außenminister Sergej Lawrow nimmt in Norwegen an der Sitzung des Euro-Arktischen und Barentssee-Rates teil und führt Gespräche mit seinem norwegischen Amtskollegen.
10.11.2005 Die Anwaltskammer St. Petersburg lehnt es ab, Jurij Schmidt, einem der Anwälte Chodorkowskijs, die Zulassung zu entziehen.
11.11.2005 Russische Menschenrechtler protestieren gegen einen Gesetzentwurf, der eine Neulizenzierung von Nichtregierungsorganisationen und eine verschärfte Kontrolle ihrer Tätigkeit vorsieht.
11.11.2005 Die Zeitung "Kommersant" veröffentlicht einen Artikel Chodorkowskijs, in der dieser aus dem Lager heraus Putins Politik scharf kritisiert.
13.11.2005 In Afghanistan stürzt ein Transportflugzeug des Typs Il-67 der Gesellschaft "Sarit Airlines" ab. Alle Besatzungsmitglieder - fünf Russen und zwei Ukrainer - werden getötet.
13.11.2005 Der serbische Präsident Boris Tadic trifft zu einem dreitägigen Besuch in Moskau ein, um mit russischen Politikern die Zukunft des Kosovo zu diskutieren.
14.11.2005 Die EBRD legt ihren halbjährlichen "Transition Report" für Osteuropa und Russland vor. Danach wird für das laufende wie das kommende Jahr eine Wachstumsabschwächung erwartet. Positiv wird eine Rückbildung von Korruption und Kriminalität vermerkt (http://www.ebrd.com/pubs/econo/6520.htm).
14.11.2005 Putin gestaltet die politische Führungsspitze um. Der Leiter der Präsidialadministration, Dmitrij Medwedjew, wechselt als Erster Stellvertretender Ministerpräsident in die Regierung. Verteidigungsminister Sergej Iwanow wird unter Beibehaltung seines Amtes ebenfalls zu einem Ersten Stellvertretenden Ministerpräsidenten ernannt. Nachfolger Medwedjews in der Präsidialadministration wird Sergej Sobjanin, bisher Gouverneur des Gebiets Tjumen. Die Föderalbevollmächtigen für die Wolgaregion und den Fernen Osten, Sergej Kirienko und Konstantin Pulikowskij, werden abgelöst und durch Alexander Konowalow bzw. Kamil Ischakow ersetzt.
14.11.2005 Außenminister Sergej Lawrow erörtert mit seinem polnischen Amtskollegen Stefan Meller Möglichkeiten zur Verbesserung der bilateralen Beziehungen.
14.11.2005 Das Verfassungsgericht entscheidet, daß Bürger das Recht haben, öffentlich für eine Stimmabgabe "Gegen alle" zu werben.
14.11.2005 Präsident Putin und sein usbekischer Amtskollege Islam Karimow unterzeichnen in Moskau einen Vertrag über bilaterale Zusammenarbeit, der u.a. gegenseitige militärische Hilfe vorsieht und Russland die Möglichkeit eröffnet, Militärbasen auf usbekischem Gebiet einzurichten.
15.11.2005 Der ehemalige Präsidialbeauftragte für die Wolga-Region, Sergej Kirienko, wird zum Leiter der Föderalen Agentur für Atomenergie (Rosatom) ernannt.
15.11.2005 Der Oberste Gerichtshof hebt seine eigene Entscheidung vom 16. August auf und bestätigt nunmehr das Verbot der Nationalbolschewistischen Partei (NPB) in letzter Instanz.
15.11.2005 Schweizer Zollbehörden beschlagnahmen 54 Gemälde, die das Puschkin-Museum als Leihgabe für eine Ausstellung französischer Malerei in Martigny zur Verfügung gestellt hatte. Die Beschlagnahme erfolgt auf Grund eines Gerichtsbeschlusses, den das Unternehmen Noga erwirkt hat. Noga versucht seit einiger Zeit, Geldforderungen gegen den russischen Staat einzutreiben.
15.11.2005 In Moskau wählen die bisher bestimmten 42 Mitglieder der "Gesellschaftskammer" 42 weitere Kollegen aus. Zu dieser Gruppe zählen u.a. die Finanzmagnaten Wladimir Potanin und Michail Fridman, die Popsängerin Alla Pugatschowa und der ehemalige Schachweltmeister Anatolij Karpow.
16.11.2005 Auf Intervention der Schweizer Regierung wird die Beschlagnahme von 54 Gemälden des Puschkin-Museums aufgehoben.
16.11.2005 Aus einem Safe im Moskauer Goethe-Zentrum werden 100.000 Rubel gestohlen.
16.11.2005 Präsident Putin empfängt den indischen Verteidigungsminister Pranab Mukherji und erörtert mit ihm Fragen der militärtechnischen Zusammenarbeit.
16.11.2005 Auf Vorschlag Putins bestätigt die Duma Sergej Ignatjew in seinem Amt als Vorsitzender der russischen Zentralbank. Der Beschluß wird einstimmig gefaßt.
17.11.2005 Putin nimmt in der Türkei gemeinsam mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan und dessen italienischen Amtskollegen Silvio Berlusconi an den Feierlichkeiten anlässlich der Eröffnung der Gaspipeline "Blauer Strom" teil, über die russisches Gas durch das Schwarze Meeres direkt in die Türkei geliefert werden soll.
17.11.2005 In einem offenen Brief haben russische Bürgerrechtler, Oppositionspolitiker, Wissenschaftler und Künstler Europas Staats- und Regierungschefs zu Widerstand gegen die Verfolgung von Andersdenkenden durch die Regierung Putin aufgerufen. Zu den 24 Unterzeichnern gehören Ex-Schachweltmeister Garry Kasparow, der Abgeordnete Wladimir Ryschkow sowie die Menschenrechtler Sergej Kowaljow und Ludmila Alexejewa.
18.11.2005 Präsident Putin und sein amerikanischer Amtskollege George W. Bush führen am Rande des Gipfeltreffens der "Asia Pacific Economic Cooperation" (APEC) in Pusan (Südkorea) Gespräche über außen- und sicherheitspolitische Fragen. Iran, Nordkorea und Syrien gehören zu den behandelten Themen.
18.11.2005 Der tschetschenische Ministerpräsident Sergei Abramow wird in der Nähe von Moskau bei einem Autounfall verletzt.
18.11.2005 Die russische Regierung hinterlegt eine Kaution in Höhe von 500.000 US$, damit Wladimir Kusnezow, ein russischer Mitarbeiter der UN, der wegen Korruptionsverdacht inhaftiert ist, auf freien Fuß gesetzt werden kann.
20.11.2005 In der Nähe von Gudermes (Tschetschenien) kommt es bei einer Polizeioperation zu einem Feuergefecht zwischen Sicherheitskräften und Guerillas. Dabei werden ein Guerilla und zwei Angehörige der Sicherheitskräfte getötet, ein weiterer Soldat wird verwundet.
20.11.2005 Der frühere russische Tennisspieler, Andrej Tschesnokow, wird bei einer Schießerei vor einer Bar in Dnipropetrowsk (Ukraine) verwundet.
20.-22.11.2005 Putin besucht Japan und erörtert mit dem japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi bilaterale Fragen. Die beiden Staatsmänner vereinbaren den Bau einer Pipeline durch Sibirien bis zur Pazifikküste. In der Kurilenfrage vertreten beide Seiten unterschiedliche Standpunkte.
21.11.2005 Außenminister Sergej Lawrow empfängt seinen irakischen Amtskollegen Hoshyar al-Zebari in Moskau und diskutiert mit ihm Fragen des Wiederaufbaus im Irak. Lawrow kündigt an, daß Russland mehr Fachleute in den Irak entsenden will.
21.11.2005 Das Regionalparlament des Gebiets Swerdlowsk bestätigt auf Vorschlag Putins den Gouverneur Eduard Rossel in seiner Position für eine vierte Amtszeit.
21.11.2005 Bei einer Polizeiaktion in Buinaksk (Dagestan) wird ein Untergrundkämpfer erschossen, ein zweiter verwundet in Haft genommen.
22.11.205 Das Regionalparlament des Gebiets Iwanowo wählt auf Vorschlag von Präsident Putin Michail Men, bisher Stellvertretender Moskauer Bürgermeister, zum Gouverneur der Region.
22.11.2005 Am Schluß seines Japanbesuchs wird Präsident Putin vom japanischen Kaiser empfangen.
23.11.2005 Die Duma verabschiedet in der ersten von drei Lesungen einen Gesetzentwurf, der Nichtregierungsorganisationen stärkerer staatlicher Kontrolle unterwirft und ihre Arbeitsmöglichkeiten einschränkt. Die Vorlage wurde in der Staatsduma mit 370 gegen 18 Stimmen angenommen
23.11.2005 Das tschetschenische Innenministerium teilt mit, daß in Grosny drei "Emire" der Guerillabewegung "vernichtet" worden sind.
23.11.2005 In Tschetschenien ergibt sich Chisir Chatschukajew, "Brigadegeneral" der Guerilla, den föderalen Truppen.
23.11.2006 Ministerpräsident Fradkow unterzeichnet einen Erlaß, der festlegt, daß ab 1. Januar 2006 neue Pässe mit digitalisiertem Bild und biometrischen Daten auf einem Mikrochip ausgegeben werden.
24.11.2005 Das Regionalparlament des Gebiets Tjumen wählt auf Vorschlag Putin Wladimir Jakuschew zum Gouverneur. Jakuschew tritt an die Stelle Sobjanins, der die Leitung der Präsidialadministration in Moskau übernommen hat.
24.11.2005 Die chinesische Umweltbehörde teilt russischen Dienststellen mit, daß der Fluß Songhua (russisch: Sungari), der auf russischem Gebiet in den Amur fließt, aufgrund eines Umweltumfalls auf 80 km mit Benzol und Nitrobenzol verseucht ist.
24.11.2005 Der neue Generaldirektor des Fernsehsender Ren-TV, Alexander Ordshonikidse, löst die Moderatorin seiner Nachrichtensendung "24", Olga Romanowa, ab, nachdem diese sich im Radiosender "Echo Moskwy" kritisch über die neue Nachrichtenpolitik von Ren-TV geäußert hat.
24.11.2005 Ein holländisches Gericht lehnt den Antrag des Erdölkonzerns Rosneft ab, die ausländischen Besitztitel von Jukos einzufrieren.
24.11.2005 German Gref, der Minister für Wirtschaftsentwicklung und Handel, gibt bekannt, daß zwei Staatsvertreter in den Aufsichtsrat des Automobilherstellers AwtoWAZ eintreten werden. Dabei handelt es sich um Repräsentanten des staatlichen Rüstungsexporteurs Rosoboroneksport und der Föderalen Industrieagentur.
26.11.2005 Ein Moskauer Stadtgericht schließt die Partei "Heimat" von den Wahlen zur Moskauer Stadtduma aus, mit der Begründung, die Werbekampagne der Partei fördere Rassenhaß.
27.11.2005 Unter dem Schutz von 24.000 Polizisten und Soldaten finden in Tschetschenien Parlamentswahlen statt. Die Partei "Einiges Russland" gewinnt mehr als 60% der Stimmen. Beobachter kritisieren die Wahl und sprechen von einer "Farce".
"Einiges Russland" gewinnt 24 von 40 Sitzen im Volkskongress (Unterhaus) und neun der 18 Sitze im Republiksrat (Oberhaus).
27.11.2005 Die Moskauer Polizei unterbindet gewaltsam eine nicht genehmigte Veranstaltung, auf der liberale Gruppen gegen Nationalismus und Faschismus demonstrieren.
27.11.2005 In Nishnij Nowgorod wird ein afrikanischer Student von Jugendlichen angegriffen.
28.11.2007 Präsident Putin weist Ministerpräsident Fradkow an, in den kommenden Etat zusätzliche 15 Mrd. Rubel einzustellen, um Wohnungen für Militärangehörige zu finanzieren.
28.11.2007 Ministerpräsident Fradkow gibt eine neue Arbeitsteilung innerhalb des Kabinetts bekannt. Danach ist Dmitrij Medwedjew für Wettbewerb in der Wirtschaft, Demonopolisierung, Bodenschätze und Umweltschutz zuständig sowie für Rechtsfragen und Kommunikation mit der Öffentlichkeit. In die Kompetenz von Alexander Shukow fallen Wirtschafts-, Finanz- und Geldpolitik. Sergej Iwanow ist verantwortlich für den Rüstungsbereich.
28.11.2007 Das Bezirksgericht Lefortowo (Moskau) befindet Alexej Kurzin, den Eigentumsmanager der Moskauer Jukos-Filiale, des Betrugs und der Geldwäsche für schuldig.
29.11.2005 In einem Revisionsverfahren befindet ein Gericht des Gebiets Moskau Tamara Rochlin für schuldig, im Jahre 1998 ihren Eheman, den Dumaabgeordneten General Lew Rochlin, erschossen zu haben.
29.11.2005 Der Präsident der Republik Tschetschenien, Alu Alchanow, kündigt an, er wolle mit Repräsentanten des tschetschenischen Widerstands zusammentreffen.
29.11.2005 Das Parlament der Republik Nordossetien legt einen Bericht über die Geiselnahme in Beslan vor. Der Bericht bemängelt u.a., daß die Zahl der Geiseln lange geheimgehalten wurde und daß der Krisenstab unkoordiniert gearbeitet habe. Eine Version des Berichts wird auf der Seite "Die Wahrheit über Beslan" veröffentlicht .
29.11.2005 Russische Behörden in Chabarowsk bereiten sich auf die drohende Verschmutzung des Amurwassers vor, deren Ursache die Umweltkatastrophe in China ist. U.a. wird eine Preiskontrolle für Mineralwasser eingeführt. Ferner werden artesische Brunnen in der Region unter Bewachung gestellt.
29.11.2005 Maskierte Männer erschießen den Bürgermeister der Ortschaft Awtury (Tschetschenien). Bei dem folgenden Feuergefechte werden zwei Polizisten verletzt.
29.-30.11.2005Treffen des Petersburger Dialogs in St. Petersburg.
1.12.2005 Die Telephonvorwahl von 19 Regionen wird umgestellt. Als Übergang gelten bis zum 31. Januar 2006 die alte und die neue Vorwahl. Die Änderung betriftt die Stadt Moskau (495 statt 095) sowie die Gebiete Belgorod (472 statt 072), Brjansk (483 statt 083), Wladimir (492 statt 092), Woronesh (473 statt 073), Iwanowo (493 statt 093), Kaliningrad (411 statt 011), Kaluga (484 statt 084), Kostroma (494 statt 094), Kursk (471 statt 071), Lipezk (474 statt 074), Orjol (486 statt 086), Rjasan (491 statt 091), Smolensk (481 statt 081), Tambow (475 statt 075), Twer (482 statt 082), Tula (487 statt 087), Jaroslawl (485 statt 085) und Moskau (496 statt 096).
1.12.2005 Aufgrund eines Föderalen Verfassungsgesetzes, das am 1. Juli 2005 von Präsident Putin unterzeichnet wurde, wird ein neues Föderationssubjekt gebildet, die Region Perm. Sie entsteht aus der Zusammenlegung des Gebiets Perm und des Autonomen Bezirks der Komi-Permjaken.
1.12.2005 Putin weist die Regierung an, ein Gesetz über die Verkürzung des Wehrdienstes auf 12 Monate vorzubereiten, das am 1. Januar 2008 in Kraft treten soll.
1.12.2005 Der PKW von Alexander Merkulow, dem Ministerpräsident der Republik Nordossetien, gerät von der Fahrbahn und prallt gegen einen Baum. Bei dem Unfall wird Merkulows Leibwächter getötet, er selbst erheblich verletzt.
1.12.2005 Im Rayon Wedeno (Tschetschenien) kommt es zu einem Feuergefecht zwischen Sicherheitskräften und Guerillakämpfern. Dabei werden drei Guerillas getötet, sechs weitere verwundet. Auf Seite der Sicherheitskräfte erleiden zwei Soldaten Verletzungen.
1.12.2005 Das Bezirksgericht Lefortowo (Moskau) verurteilt Alexej Kurzin, einen führenden Manager von Jukos Moskau, wegen Betrugs und Geldwäsche zu 14 Jahren strenger Haft.
1.12.2005 In einem Interview erklärt Generaloberst Balujewskij, der russische Generalstabschef, daß Russland über Technologien verfüge, um eine gegnerische Raketenabwehr zu durchbrechen. Balujewskij spricht sich für bessere Beziehungen zur NATO aus, wirft der OSZE aber Einmischung in die inneren Angelegenheiten der GUS-Staaten vor.
2.12.2005 Ein Vertreter der russischen Rüstungsindustrie teilt mit, daß Russland und Iran einen Vertrag unterzeichnet haben, nach dem Russland dem Iran 29 Systeme "Tor M-1" zur Abwehr von Marschflugkörpern verkaufen wird.
3.12.2005 Der neue deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier trifft zu seinem Antrittsbesuch in Moskau ein. Er führt Gespräche mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow unnd wird in Nowo-Ogarewo von Präsident Putin empfangen.
4.12.2005 In Tschusowoj (Ural) stürzt die Decke eines Hallenbades ein. Mindestens 14 Personen werden getötet. Die Staatsanwaltschaft leitet Ermittlungen ein.
4.12.2005 Bei den Wahlen zur Moskauer Stadtduma gewinnt "Einiges Russland" über 47 Prozent der Listenstimmen und alle Einzelmandate. Außer "Einiges Russland" überwanden nur die KPRF (16,7%) und Jabloko (11,1%) die 10%-Hürde.
4.-6.12.2005 Außenministertreffen der OSZE-Staaten in Laibach. Der russische Außenminister Sergej Lawrow kritisiert "Doppelstandards" in der Wahlbeobachtung der OSZE und verlangt eine Neudefiniton der Prozeduren bei der Organisation der Wahlbeobachtung. Das Treffen geht zu Ende, ohne daß ein gemeinsames Abschlußdokument unterzeichnet wird.
4.-6.12.2005 Staatsbesuch des indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh in Russland.
5.12.2005 Putin weist den Leiter der Präsidialadministration an, die Vorlage zur Änderung des NGO-Gesetzes zu überarbeiten und die Empfehlungen aus der Gesellschaftskammer, der europäischen Justizminister und der Vertreter der NGOs zu berücksichtigen.
5.12.2005 Der russische Frachter "Ternej" wird auf dem Weg von Südkorea nach Wladiwostok vom nordkoreanischen Grenzschutz aufgebracht. Dem Kapitän des Schiffes wird vorgeworfen, er sei unberechtigt in nordkoreanische Hoheitsgewässer eingedrungen.
6.12.2005 Putin unterzeichnet ein Gesetz, das die Heranziehung von "Kosaken" zu zivilen, militärischen oder polizeilichen Aufgaben regelt.
6.12.2005 Putin empfängt den indischen Ministerpräsidenten Manmohan Singh im Kreml und erörtert mit ihm Fragen der wirtschaftlichen und strategischen Zusammenarbeit.
6.12.2005 Die Staatsanwaltschaft der Republik Inguschetien leitet ein Verfahren gegen das regionale Parlament ein, da dieses bisher der Direktive des Verfassungsgerichts nicht gefolgt sei, Verfassung und Gesetzgebung der Republik dem der Föderation anzupassen.
7.12.2005 Die Duma verabschiedet den Staatshaushalt 2006 in seiner vierten und letzten Lesung. Der Haushalt setzt die Einnahmen mit 5.046 Bio. Rubel an, die Ausgaben mit 4.270 Bio. Rubel. Das Bruttoinlandsprodukt wird mit 24.380 Bio Rubel und die Inflationsrate mit 7-8,5% angesetzt.
7.12.2005 Die Gazprombank, die sich bisher vollständig unter der Kontrolle des Erdgaskonzerns Gazprom befindet, teilt mit, daß die Dresdner Bank für umgerechnet rund 680 Mio. Euro etwa ein Drittel an dem russischen Geldhaus übernimmt.
7.12.2005 Der Inlandsgeheimdienst FSB teilt mit, daß eine Sonderermittlungsgruppe eine Organisation ausgehoben hat, die gefälschte "Propuski" (Zugangsdokumente) für den Kreml vertrieben hat.
7.12.2005 Die Polizei durchsucht das Moskauer Hauptbüro der MDM-Bank.
8.12.2005 In der Nähe von Chasawjurt (Dagestan) fährt ein Güterzug auf eine Mine. Ein Waggon entgleist. Opfer sind nicht zu beklagen.
8.12.2005 Das Kabinett verabschiedet ein Konzept zur Entwicklung des russischen Zolldienstes bis zum Jahr 2008.
8.12.2005 Ein Moskauer Bezirksgericht verurteilt 31 Angehörige der Nationalbolschewistischen Partei zu Bewährungsstrafen von 18 Monaten bis zu 3 Jahren und sechs Monaten. Weitere acht Angeklagte werden zu entsprechenden Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt. Die Anhänger der Nationalbolschewiki wurden wegen Störung der öffentlichen Ordnung angeklagt, nachdem sie den Empfangssaal der Präsidialadministration besetzt hatten.
8.12.2005 Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft in Begleitung von OMON-Angehörigen durchsuchen die Büros der Neftjanoj Bank im Rahmen eines Verfahrens wegen Geldwäsche. Einer der Direktoren der Bank ist Boris Nemzow.
9.12.2005 Offizielle Eröffnung des Baus der "North European Gas Pipeline Company" (NEGPC) in Babajewo (800 km östlich von St. Petersburg), an der u.a. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos teilnimmt.
9.12.2005 Es wird bekannt, daß Matthias Warnig, der Moskauer Chef von Dresdner Kleinwort Wasserstein, Vorstandsvorsitzender der "North European Gas Pipeline Company" (NEGPC) wird. Warnig, der bei der DDR-Staatssicherheit beschäftigt war, kennt Putin aus dessen Zeit beim KGB.
9.12.2005 Der ehemalige Bundeskanzler, Gerhard Schröder, wird Aufsichtsratsvorsitzender der "North European Gas Pipeline Company" (NEGPC).
10.12.2005 Die Duma hebt die Einschränkungen für den Kauf von Gazprom-Aktien durch Ausländer auf.
10.12.2005 In Nowmechelta (Dagestan), wird ein Polizist von Unbekannten angeschossen. In Chasawjurt (Dagestan) werden zwei Polizisten bei Auseinandersetzungen mit fünf Tschetschenen verletzt.
11.12.2005 Lidija Grafowa, die Vorsitzende der Dachorganisation "Forum der Migrantenorganisationen" teilt mit, daß die größte der mit dem Forum verbundenen NGO ihre Tätigkeit einstellt, nachdem ausländische Sponsoren angesichts des geplanten NGO-Gesetzes ihre Finanzierung eingefroren haben.
11.12.2005 Rudnik Dudajew, der Sekretär des tschetschenischen Sicherheitsrats, stirbt, als sein Wohnwagen durch ein Feuer zerstört wird. Die tschetschenische Guerilla behauptet, sie habe den Brand gelegt.
12.12.2005 2. Allrussischer Bürgerkongreß in Moskau, bei dem liberale Politiker und Aktivisten die politische Situation in Russland erörtern.
12.12.2005 Der neue englischsprachige Fernsehsender "Russia Today" stellt seine Sendungen für einen Tag ein, nachdem "Hacker" in sein Computersystem eingedrungen sind.
12.12.2005 Präsident Putin unterbricht seinen Flug zum ASEAN-Gipfel und nimmt unangekündigt an der Eröffnungssitzung des neugewählten tschetschenischen Parlaments teil.
12.-14.12.2005 Putin nimmt am Gipfel der ASEAN in Kuala Lumpur teil. Russland hat bei der ASEAN Beobachterstatus.
13.12.2005 In Kuala Lumpur entschuldigt sich der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao bei Präsident Putin für die Bedrohung der Wasserversorgung von Chabarovsk, die durch einen chinesische Umweltunfall ausgelöst wurde.
14.12.2005 Innenminister Raschid Nurgalijew erklärt, daß organisiertes Verbrechen, illegale Einwanderung und soziale Spannungen in der russischen Fernostregion ein nationales Sicherheitsrisiko schaffen.
14.12.2005 Der Föderationsrat, das russische Oberhaus, verabschiedet den Staatshaushalt für das Jahr 2006.
14.12.2005 Es wird bekannt, daß der Automobilkonzern DaimlerChrysler auf seine Pläne für den Bau eines Montagewerks in St. Petersburg, für das in der Anfangsphase mindestens 80 Mio. Euro investiert werden sollten, verzichtet.
14.12.2005 Platon Lebedjew, ein führender Manager von Jukos, der gemeinsam mit Michail Chodorkowskij zu einer hohen Haftstrafe verurteilt wurde, gibt der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein schriftliches Interview, in dem er die russische Führung nicht nur als "politisch zynisch, sondern auch (als) kriminell" bezeichnet.
15.12.2005 Außenminister Sergej Lawrow kritisiert die Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinejad, in denen dieser den nationalsozialistischen Massenmord an den Juden leugnet.
15.12.2005 Präsident Putin und sein belorussischer Amtskollege Alexander Lukaschenko treffen in Sotschi zusammen. Die beiden Präsidenten erörtern Energie- und Zollfragen.
15.12.2005 Die Generalstaatsanwaltschaft leitet gegen das Management einer Chemiefabrik in Grosny ein Verfahren ein, nachdem in der Anlage eine "katastrophal" hohe radioaktive Belastung gemessen wurde.
16.12.2005 Das Wasser, das durch einen Umweltunfall in der chinesischen Stadt Harbin mit Benzol und anderen toxischen Chemikalien belastet ist, erreicht den Amur und nähert sich Chabarowsk.
16.12.2005 Putin trifft sich in Sotschi mit seinem armenischen Amtskollegen Robert Kocharian und erörtert mit ihm die bilateralen Beziehungen.
17.12.2005 In Moskau scheitert der Versuch des ehmaligen Ministerpräsidenten Kasjanow, sich zum Vorsitzenden der "Demokratischen Partei" wählen zu lassen. Nachdem seine Gegner den Parteikongreß übernehmen, organisiert Kasjanow eine Parallelveranstaltung in Ismajlowo, auf der er als informeller Vorsitzender gewählt wird.
18.12.2005 In Moskau demonstrieren 1.500 Personen, darunter liberale Politiker wie Jawlinskij und Kasparow, gegen Fremdenfeindlichkeit und Faschismus.
19.12.2005 Nordkorea gibt den russischen Frachter "Ternej" frei, den der nordkoreanische Grenzschutz am 5. Dezember wegen angeblichen Eindringens in die Hoheitsgewässer aufgebracht hatte.
19.12.2005 Der belarussische Ministerpräsident Sergej Sidorskij teilt mit, daß Russland bereit ist, Belarus im Jahre 2006 21 Mio. Kubikmeter Erdgas zum Preis von 46,68 US$ pro 1.000 Kubikmeter zu liefern.
19.12.2005 Der ukrainische Ministerpräsident Jurij Jechanurow trifft in Moskau mit seinem russischen Amtskollegen Michail Fradkow zusammen, um über die Preise für Gaslieferungen zu verhandeln. Der teilweise in staatlichem Besitz befindliche Energiekonzern Gazprom hatte Mitte Dezember mitgeteilt, die Ukraine solle ab 2006 statt wie bisher 50 US$ pro 1.000 Kubikmeter bis zu 230 US$ zahlen.
19.12.2005 Präsident Putin nimmt an den Feierlichkeiten zum 85-jährigen Bestehen des russischen Auslandsnachrichtendienstes teil.
19.12.2005 Boris Nemzow erklärt, er werde von seinem Posten im Direktorenrat des Konzern "Neftjanoj" zurücktreten. Er motiviert diesen Schritt damit, daß er "politische Risiken" für seinen Freund Igor Linschiz, den Präsidenten des Unternehmens, verringern wolle. Die "Neftjanoj Bank" ist gegenwärtig Ziel staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen.
21.12.2005 Die Duma verabschiedet die umstrittene Novelle für das Gesetz über nichtkommerzielle Organisationen, das den Spielraum von NGOs stark beschneidet, in zweiter Lesung mit 376 gegen 10 Stimmen.
23.12.2005 Die Duma verabschiedet die umstrittene Novelle für das Gesetz über nichtkommerzielle Organisationen, das den Spielraum von NGOs stark beschneidet, in dritter und letzter Lesung.
24.12.2005 In St. Petersburg greifen Jugendliche zwei afrikanische Studenten an. Einer von beiden, ein Namibier, entkommt, der zweite, der aus Kamerun stammt, wird erstochen. Wenig später wird in der Nähe des Tatorts ein Kenianer von Unbekannten niedergestochen.
24.12.2005 Russland überreicht der iranischen Regierung ein Note mit Vorschlägen zur Lösung des iranischen Atomproblems. Darin bietet Russland an, die umstrittene Uran-Anreicherung gemeinsam auf russischem Boden vorzunehmen. Damit soll eine unkontrollierte Herstellung von waffenfähigem Plutonium in Iran verhindert werden. Das iranische Außenamt erkärt zunächst, es habe kein entsprechendes Angebot von Russland erhalten.
26.12.2005 Unbekannte verüben Reizgasanschläge auf mehrere Filialen einer Ladenkette in St. Petersburg. 66 Personen werden mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus eingeliefert. Weitere 78 Personen werden ambulant behandelt.
27.12.2005 Andrej Illarionow tritt als Wirtschaftsberater des Präsidenten zurück und begründet dies u.a. damit, daß sich die russische Wirtschaft in Richtung eines korporativen Modells mit staatlicher Vorherrschaft gewandelt habe.
27.12.2005 Alexander Torschin, der Vorsitzende der Parlamentskommission, der die Ereignisse in Beslan untersucht, legt seinen Bericht vor. Er wirft insbesondere den örtlichen Sicherheitsbehörden Nachlässigkeit und Sorglosigkeit angesichts der Terrordrohungen vor.
29.12.2005 Ministerpräsident Michail Fradkow unterzeichnet eine Resolution, die den Verkauf von Gazprom-Aktien an Ausländer liberalisiert.
29.12.2005 Präsident Putin kritisiert im Fernsehen die Verhandlungspartner in den Erdgas-Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine und wirft ihnen vor, sie hätten eine Krisensituation geschaffen - nicht nur im Energiesektor, sondern in den Beziehungen zwischen beiden Ländern.
29.12.2005 Nach einwöchiger Zwangspause sind die Radioprogramme der Deutschen Welle in Russland wieder auf der angestammten Mittelwelle-Frequenz zu hören.
29.12.2005 Das Schweizer Bundesgericht entscheidet, den früheren russischen Atomenergieminister Jewgenij Adamow an Russland und nicht an die USA auszuliefern.
31.12.2005 Gazprom verringert die Einspeisung in die Gasleitung durch die Ukraine nach Europa um 120 Millionen Kubikmeter am Tag, nachdem sich Russland und die Ukraine nicht über eine Erhöhung des Gaspreises einigen können.


© Hennning Schröder 2005