2001

Russlands Entwicklung unter Putin im Jahre 2001

1.1.2001Am Neujahrstag empfängt Putin seinen Vorgänger Jelzin im Kreml.
1.1.2001Einführung eines neuen Steuersystems. Die progressive Einkommenssteuer, die von 12-30% gestaffelt war, wird nun durch eine einheitliche Steuerrate von 13% für alle ersetzt. Gleichzeitig werden die indirekten Steuern erhöht.
1.1.2001Gazprom und Itera stellen die Lieferung von Erdgas an Georgien ein. Damit ist die Stromversorgung des Landes gefährdet.
3.1.2001Die Washington Post meldet, dass Russland taktische Atomwaffen nach Kaliningrad verlegt. Das russische Verteidigungsministerium dementiert die Meldung.
4.1.2001Bei einem Treffen erörtern Präsident Putin, Ministerpräsident Kasjanow, der Leiter der Präsidialverwaltung Woloschin, Finanzminister Kudrin und Zentralbankchef Gerastschenko den Zustand der Volkswirtschaft.
4.1.2001Treffen Putins mit dem Sekretär des Sicherheitsrates, Iwanow, bei dem der Arbeitsplan für das nächste Halbjahr erörtert wird.
4.1.2001Treffen Putins mit dem Vorsitzenden des Rechnungshofs, Stepaschin.
4.1.2001Gennadij Jeshow, der Sprecher Finanzminister Kudrins, kündigt an, dass Russland die fällige Zahlung an den Pariser Club für das erste Quartal 2001 nicht leisten wird. Es wird seine Verpflichtungen aber im Lauf des Jahres erfüllen.
4.1.2001Die Gesundheitsbehörden teilen mit, dass zwei weitere Personen in Moskau erfroren sind. Damit erreicht die Zahl der Todesfälle durch Erfrierung in diesem Winter die Zahl 100.
5.1.2001Ein Moskauer Gericht entscheidet, dass das Betrugsverfahren gegen den Medienmagnaten Gusinskij weitergeführt werden muss.
6.1.2001Ein Staatsanwalt und drei russische Soldaten werden in Grosny bei einem Anschlag tschetschenischer Rebellen getötet. In Urus-Martan wird der Imam Umalatov im Hof seines Wohnhauses erschossen.
6.-7.1.2001Privatbesuch Bundeskanzler Schröders bei Präsident Putin. Im Verlauf des Besuches erklärt Putin, dass Russland gewillt sein, alle Schulden aus Sowjetzeiten zu bezahlen.
8.1.2001Besprechungen Putins mit Verteidigungsminister Sergejew, mit Ministerpräsident Kasjanow, FSB-Chef Patruschev und dem Leiter der Präsidialverwaltung, Woloschin. U.a. wird die Lage in Tschetschenien erörtert.
9.1.2001Der Imam von Gerentschuk (Tschetschenien), Chasuev, wird in der Nähe seines Hauses erschossen.
9.1.2001Ein Mitarbeiter von "médecins sans frontiers" wird in Tschetschenien entführt. Daraufhin stellt die Organisation ihre Tätigkeit in der Region ein.
10.1.2001Die Staatsanwaltschaft durchsucht abermals Büros von Media-Most.
11.1.2001Russland und Deutschland vereinbaren, bei der Modernisierung von MiG-29-Jagdflugzeugen in den Staaten Ostmitteleuropas zu kooperieren.
13.1.2001Treffen zwischen Putin und Kadyrow, dem Chef der Verwaltung von Tschetschenien, auf dem die Zusammensetzung der künftigen tschetschenischen Regierung diskutiert wird.
15.1.2001In einem fünfstündigen Treffen mit 32 hochrangigen Vertretern von Presse, Fernsehen und Rundfunk erklärt Putin, dass die Freiheit der Presse eines der wichtigsten Ziele der letzten zehn Jahre gewesen sei. Er kritisiert einzelne polizeiliche Massnahmen und unterstreicht, dass das Pressegesetz nicht geändert werden soll. Hohe Priorität räumt er der Schaffung eines einheitlichen Informationsraumes ein, weil nur damit die Integrität des Landes gewährleistet werden könne.
15.1.2001Der Minister für Industrie, Wissenschaft und Technologie, Alexander Dondukow, teilt mit, dass der Staatsauftrag für Rüstungsbeschaffung verabschiedet worden ist. Die Beschaffungsausgaben werden um 13% gesenkt, die Finanzierung der Rüstungsforschung steigt dagegen um 43%.
15.1.2001Die Staatsanwaltschaft durchsucht abermals Büros des Medienkonzerns Media-Most. Es wird bekannt, dass im Dezember 2000 im Kontext dieses Verfahrens auch der Moskauer Bürgermeister Luschkow vernommen wurde.
15.1.2001Demonstranten blockieren 90 Minuten lang die Fernstrasse zwischen Wladiwostok und Chabarowsk. Sie protestieren damit gegen die Stromabschaltungen in der Region Primorje.
15.1.2001Am Ende eines Italienbesuchs wird Aussenminister Iwanow vom Papst in Privataudienz empfangen. Die Frage eines Papstbesuchs in Russland wird nicht erörtert.
16.1.2001Der belarussische Präsident Lukaschenko kommt nach Moskau, um die belarussischen Wochen zu eröffnen. Treffen mit Putin und russischen Regierungsoffiziellen. Im Vordergrund der Gespräche stehen Finanz- und Wirtschaftsfragen.
16.1.2001Der Leiter der Finanzabteilung von Media-Most, Anton Titow, wird im Zusammenhang mit dem Untersuchugnsverfahren gegen das Unternehmen festgenommen.
16.1.2001Präsidentensprecher Jastrschembskij dementiert, dass russische Truppen in Tschetschenien in Gefechten in Grosny und bei Argun 33 Mann verloren haben. Er bestreitet auch, dass bei russischen Hubschrauberangriffen auf das Dorf Vedeno 30 Zivilisten getötet worden sind.
17.1.2001Pawel Borodin, Staatssekretär für die Union Russland-Belarus und unter Jelzin in der Präsidialadministration für die Vermögensverwaltung verantwortlich, wird auf Ersuchen der Schweizer Staatsanwaltschaft auf dem Kennedy-Airport New York verhaftet.
17.1.2001Die Duma lehnt es mit den Stimmen der KPRF und der Agrarindustriegruppe ab, im Arbeitsgesetzbuch die Bezeichnungen der Feiertage am 12.6. (Tag der Unabhängigkeit) und 7.11. (Oktoberrevolution) in "Tag Russlands" und "Tag der Versöhnung" umzubenennen.
18.1.2001Aussenminister Iwanow bestellt den Botschafter der USA ein, um gegen die Verhaftung von Pawel Borodin zu protestieren.
18.1.2001Der tschetschenische Verwaltungschef Kadyrow erklärt, Putin habe entschieden, die Zahl der in Tschetschenien stationierten russischen Soldaten zu verringern.
18.1.2001Der tschetschenische Verwaltungschef Kadyrow erklärt, Putin habe entschieden, die Zahl der in Tschetschenien stationierten russischen Soldaten zu verringern.
19.1.2001Putin weist Ministerpräsident Kasjanow an, innerhalb von zwei Wochen einen Weg zu finden, die Auslandsschulden weiter zu bedienen.
19.1.2001Putin erweitert per Dekret die Kompetenzen der tschetschenischen Verwaltung. Der Zusatz vorläufig wird aus der offiziellen Bezeichnung gestrichen. Der Leiter der Verwaltung, Kadyrow, ernennt Stanislaw Iljasow, den früheren Verwaltungschef der Region Stawropol, zum Ministerpräsidenten von Tschetschenien und seinem Stellvertreter
20.-21.1.2001Heftige Angriffe auf russische Positionen in Grosny, Gudermes und Argun. Dabei werden mindestens fünf Soldaten getötet und neun verwundet.
20.-21.1.2001Heftige Angriffe auf russische Positionen in Grosny, Gudermes und Argun. Dabei werden mindestens fünf Soldaten getötet und neun verwundet.
21.1.2001Sergej Iwanow, Sekretär des russichen Sicherheitsrats, trifft sich in Jerewan mit dem armenischen Präsidenten Kocharjan und dem Verteidigungsminister Sarkisjan.
22.1.2001Putin überträgt die Verantwortung für die Koordinierung der Operationen in Tschetschenien, die bisher in Händen des Verteidigungsministeriums lag, dem Inlandsgeheimdienst FSB. Darüberhinaus kündigt der Präsident eine Reduzierung der in Tschetschenien stationierten Truppen an.
22.1.2001Sergej Iwanow, Sekretär des russichen Sicherheitsrats, trifft sich in Baku mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Alijew.
22.1.2001Putin verfügt die Schaffung einer Arbeitsgruppe des Staatsrats zur Reform der Elektrizitätswirtschaft. Sie soll bis zum 15. April Ergebnisse vorlegen. An ihrer Spitze steht Viktor Kress, der Gouverneur von Tomsk.
22.1.2001Die Parlamentarische Versammlung des Europarats gibt der russischen Delegation das Stimmrecht vorläufig nicht zurück, sondern setzt ein Hearing über diese Frage an.
24.1.2001Treffen Putins mit 21 russischen Unternehmern. Erörtert werden u.a. die neue Steuergesetzgebung, eine mögliche Liberalisierung des grenzüberschreitenden Kapitalverkehrs und die Gründung eines Unterstützungsfonds für Soldaten, die an "heissen Punkten" eingesetzt werden.
Anwesend sind: Alekperow (LUKojl), Andrejew (NOSTA), Bendukidse (Vereinigte Maschinenbauwerke), Bogdanow (Surgutneftegaz), Bogdantschikov (Rosneft'), Wajnschtok (Transneft), Wekselberg (Sibirien-Ural-Aluminiumgesellschaft), Wolskij (Russischer Verband der Industriellen und Unternehmer), Wjachirew (Gazprom), Deripaska (Russkij aljuminij), Kazmin (Sberbank), Karatschinskij (IBS), Kogan (Promstrojbank Sankt-Peterburg), Lisin (NLMK), Mordaschev (Severstal), Potanin (Interros), Pugatschow (Meshdunarodnyj promyschlennyj bank), Fridman (Alfa-Gruppe ), Chodorkovskij (JuKOS), Tschubajs (EES Rossii), Schwidler (Sibneft)
24.1.2001In der Region Primorje blockieren 200 Demonstranten die Trasse der transsibirischen Eisenbahn und fordern die Beendigung des Energienotstandes.
25.1.2001Die Duma verabschiedet in dritter Lesung ein Gesetz, das ehemaligen Präsidenten Immunität zubilligt. Falls ein Ex-Präsident schwerer Verbrechen beschuldigt wird, kann die Immunität vom Parlament mit einfacher Mehrheit aufgehoben werden.
28.1.2001Der Generaldirektor des Unternehmens "Norilskij Nikel", Alexander Chloponin, setzt sich bei den Gouverneurswahlen im Autonomen Bezirk Tajmyr mit 61,9% der Stimmen durch.
22.1.2001Die Parlamentarische Versammlung des Europarats gibt der russischen Delegation das Stimmrecht vorläufig nicht zurück, sondern setzt ein Hearing über diese Frage an.
24.1.2001Treffen Putins mit 21 russischen Unternehmern. Erörtert werden u.a. die neue Steuergesetzgebung, eine mögliche Liberalisierung des grenzüberschreitenden Kapitalverkehrs und die Gründung eines Unterstützungsfonds für Soldaten, die an "heissen Punkten" eingesetzt werden.
Anwesend sind: Alekperow (LUKojl), Andrejew (NOSTA), Bendukidse (Vereinigte Maschinenbauwerke), Bogdanow (Surgutneftegaz), Bogdantschikov (Rosneft'), Wajnschtok (Transneft), Wekselberg (Sibirien-Ural-Aluminiumgesellschaft), Wolskij (Russischer Verband der Industriellen und Unternehmer), Wjachirew (Gazprom), Deripaska (Russkij aljuminij), Kazmin (Sberbank), Karatschinskij (IBS), Kogan (Promstrojbank Sankt-Peterburg), Lisin (NLMK), Mordaschev (Severstal), Potanin (Interros), Pugatschow (Meshdunarodnyj promyschlennyj bank), Fridman (Alfa-Gruppe ), Chodorkovskij (JuKOS), Tschubajs (EES Rossii), Schwidler (Sibneft)
24.1.2001In der Region Primorje blockieren 200 Demonstranten die Trasse der transsibirischen Eisenbahn und fordern die Beendigung des Energienotstandes.
25.1.2001Die Duma verabschiedet in dritter Lesung ein Gesetz, das ehemaligen Präsidenten Immunität zubilligt. Falls ein Ex-Präsident schwerer Verbrechen beschuldigt wird, kann die Immunität vom Parlament mit einfacher Mehrheit aufgehoben werden.
28.1.2001Der Generaldirektor des Unternehmens "Norilskij Nikel", Alexander Chloponin, setzt sich bei den Gouverneurswahlen im Autonomen Bezirk Tajmyr mit 61,9% der Stimmen durch.
29.1.2001Bei einem zweistündigen Treffen mit Mitarbeitern des Fernsehsenders NTV erklärt Putin, er unterstütze die Unabhängigkeit des Senders und der Journalisten, doch er könne in die zivilrechtliche Auseinandersetzung mit Media-Most nicht eingreifen. Eine ausländische Beteiligung am Sender würde er begrüssen.
29.1.2001In Gudermes (Tschetschenien) schlägt ein Bombenattentat auf Kadyrow, den Chef der tschetschenischen Verwaltung, fehl.
29.1.2001In Sankt-Peterburg werden 270 kg Plutonium im Wert von 5 Mio. US$ aus einem Forschungsinstitut gestohlen.
30.1.2001Besuch des deutschen Verteidigungsministers Rudolf Scharping in Moskau.
30.1.2001Auf der Sitzung des Staatsrates unterstreicht Putin die Notwendigkeit, rasch ein Bodengesetz zu verabschieden.
30.1.2001Ex-Präsident Jelzin wird mit Verdacht auf eine Virusgrippe in ein Krankenhaus eingeliefert.
31.1.2001Bei einem Treffen mit Schojgu, dem Minister für Notstandssituationen, bespricht Putin die Energieprobleme in Fernost. In diesem Zusammenhang nennt er drei Schuldige: den Energiekonzern EES Rossii, das Energieministerium und die Regionalverwaltung Primorje.
31.1.2001ITAR-TASS berichtet, dass der Mineralölkonzern AMOCO seine Anteile an LUKojl (7%) an das Unternehmen zurückverkauft hat.
31.1.2001Der Chef des Inlandsgeheimdiensts FSB, Patruschev, erklärt, gegenwärtig gebe es in Tschetschenien auf gegnerischer Seite etwa 5.000 Bewaffnete. 1.500 davon rechnet er zu den "unversöhnlichen Kämpfern".
1.2.2001Präsident Putin besucht seinen Vorgänger Jelzin im Krankenhaus und gratuliert ihn zum Geburtstag.
1.2.2001Erstes Treffen der Russisch-Belorussischen Zwischenstaatlichen Finanz- und Industriegruppe für Verteidigungsysteme, auf der Verantwortliche aus beiden Staaten die Herstellung und Modernisierung von Luftverteidigungssystemen erörtern.
1.2.2001Beginn einer gemeinsamen russisch-amerikanischen Stabs- und Führungsübung in Colorado. Thema ist nichtstrategische Raketenabwehr.
3.-4.2.2001Ken Gluck, Mitarbeiter der Organisation "Médecins sans frontiers", der in Tschetschenien entführt wurde, wird durch eine Spezialoperation russischer Dienste befreit.
4.2.2001Sergej Iwanow kritisiert auf der Tagung für Sicherheitspolitik (früher: Wehrkundetagung) in München die USA scharf. Seine Kritik richtet sich gegen die Erweiterung der NATO und die Entwicklung einer nationalen Raketenabwehr durch die USA. Ein Treffen mit dem ebenfalls in München anwesenden neuen US-Verteidigungsminister Rumsfeld, das erwartet worden ist, fand nicht statt.
5.2.200110 Personen werden verletzt, als ein Linienbus auf der Strecke Tschetschen Aul-Grosny auf eine Mine fährt.
5.2.2001Der Energieminister Gawrin und Nazdratenko, der Gouverneur von Primorje, legen nach einem Treffen mit Putin ihre Ämter nieder. Sie ziehen damit die Konsequenzen aus der schweren Krise der Energieversorgung in der Region Primorje.
5.2.2001In der Moskauer Metrostation "Belorussischer Bahnhof" explodiert eine Bombe. 10 Personen werden verletzt.
5.2.2001Verteidigungsminister Sergejew erklärt der Nachrichtenagentur Interfaks, daß Rußland "asymmetrische Schritte" einleiten werde, um das strategische Gleichgewicht zu halten, falls die USA den ABM-Vertrag kündigen. Sergejew reagierte auf entsprechende Äußerungen von US-Außenminister Colin Powell.
7.2.2001Offizieller Besuch von Verteidigungsminister Sergejew in Belgrad. Er führt dort Gespräche mit seinem jugoslawischen Amtskollegen Krapovic, mit Präsident Kostunica und dem jugoslawischen Generalstabschef und unterzeichnet einen Kooperationsplan. In Interviews kritisiert er die Politik der USA und der NATO.
7.2.2001Der Generaldirektor der Rüstungsexportfirma Rosoboroneksport teilt mit, daß Rußland im Jahr 2000 für 4 Mrd. US-Dollar Waffen exportiert hat. Ein Drittel des Volumens entfällt auf die Zusammenarbeit mit Indien.
8.-9.2.2001Staatsbesuch Putins in Österreich. Treffen mit dem österreichischen Staatspräsidenten Klestil.
9.2.2001Nach einem Treffen mit dem Bevollmächtigten für den Föderalbezirk Südrußland, Kasanzew, gibt Kadyrow die Zusammensetzung der künftigen tschetschenischen Regierung bekannt, an deren Spitze er selber stehen wird.
12.2.2001Treffen Putins mit dem ukrainischen Staatspräsidenten Kutschma in Dnepropetrowsk. Es werden 16 bilaterale Dokumente unterzeichnet, u.a. ein Abkommen über Rüstungskooperation und ein Memorandum über Zusammenarbeit im Bereich der Elektroenergetik.
12.2.2001Auf Anordnung des Präsidenten untersucht die Präsidialverwaltung, ob der Vorwurf zutrifft, Generalstaatsanwalt Ustinow habe von Pawel Borodin eine Wohnung im Wert von US$ 500.000 erhalten, um das Verfahren gegen diesen einzustellen. Die Untersuchung wird am 19.2. abgeschlossen und erbringt keine Hinweise, daß es einen Rechtsverstoß gegeben hat.
12.-13.2.2001Besuch Außenminister Fischers in Moskau. Treffen mit Putin, Außenminister Iwanow, Parlamentariern und politischen Beratern.
13.2.20017. Treffen des Koordinationsrates für wirtschaftliche und wissenschaftlich-technische Fragen in Berlin. Der Rat erörtert die Frage der russischen Auslandsschulden. Staatssekretär Koch-Weser lehnt das Modell "Schulden gegen Beteiligung" öffentlich ab.
13.-17.2.2001Grossangelegte militärische Stabs- und Kommandoübung. In diesem Rahmen werden auch Raketenabschüsse durchgeführt. Die Projektile werden von Land (Pleseck), von See (U-Boot in der Barentsee) und aus der Luft (TU-95MS-Bomber) abgefeuert.
14.2.2001Der Verwaltungschef von Agisch-Bitoj (Tschetschenien) wird von einem Unbekannten erschossen.
16.2.2001Die Zeitung "Kommsersant" meldet, nach Angaben des Stellvertretenden Ministerpräsidenten Klebanov habe die Regierung Anweisung erteilt, daß private Banken nicht mehr zur Finanzierung von Rüstungsexportgeschäften herangezogen werden.
16.2.2001Putin besetzt eine Reihe von Spitzenpositionen neu. In der Präsidialadministration ersetzt Andrej Popow Sergej Samojlov als Leiter der Regionalabteilung. Alexander Kosopkin übernimmt die Abteilung Innenpolitik. An der Spitze der Föderalen Energiekommission löst Georgij Kutovoj Andrej Zadernjuk ab.
16.2.2001Im Rahmen einer zweitägigen Reise durch Sibirien besucht Putin die Städte Tomsk und Omsk. In seinen Auftritten thematisiert er vor allem Probleme der Energieversorgung und der Wohnungswirtschaft.
17.2.2001Die Polizeistation von Batschi-Jurt (Tschetschenien) wird durch eine Bombe zerstört. Es gibt keine Opfer.
17.2.2001Vladimir Elagin, Minister für das Zusammenwirken mit den föderalen Organen zur Lösung der sozialökonomischen Probleme in Tschetschenien, stellt das Regierungsprogramm zum Wiederaufbau der tschetschenischen Wirtschaft im Jahr 2001 vor. Für die Umsetzung des Programms stehen 14,4 Mrd. Rubel zur Verfügung, die zum großen Teil vom Erdgaskonzern Gazprom, dem Strommonopolisten EES Rossii und dem Verkehrsministerium aufgebracht werden.
17.2.2001Die G-7-Staaten fordern Rußland auf, ein glaubwürdiges Reformprogramm zu implementieren und die notwendigen Voraussetzungen für ein gesundes Wachstum zu schaffen, damit es in der Lage ist, seine Schulden voll zu begleichen.
17.2.2001Putin verurteilt die Angriffe amerikanischer und britischer Flugzeuge auf Anlagen im Irak. Solche Maßnahmen seien, so Putin, nicht geeignet, die Lage im Irak zu ordnen.
18.2.2001Das Flüchtlingskommissariat der UN nimmt seine Hilfslieferungen nach Tschetschenien wieder auf, die es nach der Entführung von Kenneth Gluck eingestellt hatte.
20.2.2001Öffentliche Präsentation der im September 2000 gegründeten Partei "Sojuz" ("Union"), an deren Spitze der ehemalige Oberbefehlshaber der Inneren Truppen, Anatolij Schkirko, steht. Nach seinen Angaben hat die Partei bereits mehr als 10.000 Mitglieder und regionale Abteilungen in 67 Föderationssubjekten.
19.-20.2.2001Besuch des NATO-Generalsekretärs George Robertson in Moskau. Er führt Gespräche mit Putin, Aussenminister Iwanow und Verteidigungsminister Sergejew . Dieser schlägt ein gemeinsames europäisches Raketenabwehrprojekt vor.
20.2.2001Öffentliche Präsentation der im September 2000 gegründeten Partei "Sojuz" ("Union"), an deren Spitze der ehemalige Oberbefehlshaber der Inneren Truppen, Anatolij Schkirko, steht. Nach seinen Angaben hat die Partei bereits mehr als 10.000 Mitglieder und regionale Abteilungen in 67 Föderationssubjekten.
20.2.2001Sjuganow kündigt einen Misstrauensantrag gegen die Regierung Kasjanow an, da diese völlig zersplittert sei. Jede Gruppierung - Gref, Kasjanow, Klebanow - verfolge eine eigene Linie.
21.2.2001Der Sicherheitsrat erörtert unter dem Vorsitz Putins Massnahmen zur Verbesserung der Exportkontrollen. Den Hauptvortrag hält Sergej Iwanow. Es geht im Kern um Ausfuhrbeschränkungen für Nuklear- und Raktententechnologie.
22.2.2001Nach heftigen Debatten und Verhandlungen mit dem Repräsentanten des Präsidenten stimmt die Duma einer Haushaltsnovelle zu, die vorschreibt, zusätzliche Einkünfte in nächster Zeit zum Schuldendienst gegenüber dem Ausland zu verwenden. Zuvor hatte die Regierung einen Vorschlag zur Privatisierung grosser Industriebetriebe zurückgezogen.
24.2.2001In der Nähe des russischen Stützpunkts bei Chankala, südöstlich von Grosny, wird ein Massengrab entdeckt. Es enthält mehrere Dutzend Tote mit Schussverletzungen, darunter auch Frauen und Kinder. Russen und aufständische Tschetschenen beschuldigen sich gegenseitig.
25.2.2001Ministerpräsident Kasjanow beginnt einen dreitägigen Staatsbesuch in Italien. Er führt Gespräche über russisch-europäische Wirtschaftskooperation und kündigt an, dass Russland seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Pariser Klub nachkommen will. Audienz beim Papst.
26.2.2001Aslanbek Aslachanow, der Dumaabgeordnete für Tschetschenien, erklärt, dass in russischen Truppenteilen "Zindany" (Gefängnisgruben) vorhanden seien, in denen tschetschenische Zivilisten festgehalten würden. Diese Erscheinung trage "Massencharakter". Er bestätigt damit Berichte der Journalistin Anna Politkowskaja, die von russischen Truppen festgenommen worden war.
26.2.2001Durch einen Präsidialerlass werden Büros des russischen Ministeriums für föderale Angelegenheiten, Nationalitäten und Migration in Armenien, Kirgisien, Tadschikistan, Turkmenistan und Lettland eingerichtet.
26.2.2001Putin besucht seinen Vorgänger Jelzin im Krankenhaus, wo dieser seit Ende Januar stationär behandelt wird.
26.2.2001Tschernomyrdin erklärt die Bewegung "Nasch Dom Rossija" (Unser Haus Russland) für aufgelöst. Er ruft die Mitglieder auf, sich der Partei "Edinstvo" (Einheit) anzuschliessen.
26.-28.2.2001Staatsbesuch Putins in Südkorea. U.a. unterzeichnet er ein Memorandum, in dem Lieferungen russischer militärischer und ziviler Technologie in Höhe von 600-800 Mio. US-Dollar an Südkorea vereinbart werden. Russland ist bei Südkorea mit 1,8 Mrd. US-Dollar verschuldet.
27.2.2001Arkadij Wolskij, der Präsident des russischen Unternehmerverbands RSPP, teilt mit, dass der Leitungsapparat der Organisation umgegliedert worden ist. Hintergrund scheint ein Konflikt zwischen zwei Unternehmerfraktionen - den "roten Direktoren" und den "Oligarchen" - zu sein.
27.2.2001Der Direktor des russischen Inlandsgeheimdienstes, Nikolaj Patruschew, und sein ukrainischer Amtskollege, Wladimir Radtschenko, unterzeichnen in Moskau eine Reihe von Übereinkommen über engere Zusammenarbeit.
27.2.2001Mindestens 450.000 Lehrer und Studenten nehmen nationsweit an Protesten gegen die Misere im Bildungssektor teil.
28.2.2001Staatsbesuch Putins in Vietnam. Treffen mit dem vietnamesischen Präsidenten, auf dem beide Seiten von einer "strategischen Partnerschaft" sprechen. Gespräche über Zusammenarbeit bei der Ölförderung vor der vietnamesischen Küste und beim Kraftwerksbau und über den Ausbau der Rüstungskooperation. Vietnam ist an der Lieferung russischer Jagdflugzeuge interessiert.
1.3.2001Der Medienmagnat Gusinskij, der sich in Spanien aufhält, tritt als Präsident des Russischen Jüdischen Kongesses zurück, da er das Amt vom Ausland aus nicht sinnvoll ausüben kann.
1.3.2001Anatolij Tichenko, der Vorsitzende der Föderalen Notariatskammer, wird in Moskau vor seinem Haus von Unbekannten erschossen.
3.3.2001Bei einem Bombenattentat auf dem Marktplatz von Grosny werden drei Polizeibeamte und eine Frau getötet.
3.3.2001Russische Truppen hindern eine tschetschenische Kampfgruppe daran, in Dagestan einzudringen. Acht Tschetschenen werden gefangengenommen.
5.3.2001Das russische Aussenministerium bestellt den Geschäftsträger der USA ein, um ihn über Pressemeldungen zu befragen, nach denen US-Geheimdienste einen Spionagetunnel unter dem Gebäude angelegt haben, das die russische Botschaft 1994 in Washington bezogen hat.
5.3.2001Nach schweren Schneefällen in der Fernostregion ist Sachalin zeitweise vom Festland abgeschnitten. In 30 Orten fällt der Strom aus. Acht Personen sterben an Erfrierungen. Präsident Putin und Ministerpräsident Kasjanow erörtern auf einem Treffen Abhilfemassnahmen.
5.3.2001Russische Fallschirmjäger nehmen bei dem Dorf Starie Atagie, südöstlich von Grosny, den tschetschenischen Feldkommandanten Avadi Bašaev gefangen.
6.3.2001Putin beantwortet auf einer Internet-Konferenz Fragen von Journalisten und russischen Bürgern.
6.3.2001Staatsbesuch des nigerianischen Präsidenten in Moskau. Gespräche mit Putin über Ausbau der beiderseitigen Wirtschaftsbeziehungen.
7.3.2001Bei einem Treffen mit Putin diskutiert Sjuganow seine Pläne, in der Duma ein Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Kasjanow durchzusetzen.
7.3.2001In einem Telephongespräch erörtert Putin mit dem französischen Präsidenten Chirac die Lage in Mazedonien und Kosovo.
7.3.2001In Aserbaidschan werden zwei tschetschenische Guerillaführer verhaftet. Die beiden Gefangenen werden vier Tage später im Rahmen eines Rechtshilfeabkommens an Russland ausgeliefert.
12.3.2001Die Regierung veröffentlicht ein "Dekret über das Staatsprogramm 'patriotische Erziehung der Bürger der Russischen Föderation 2001-2005'". Für die Realisierung des Programms sollen 170 Mio. Rbl aufgewandt werden.
12.3.2001Das Finanzministerium teilt mit, dass Russland im Februar 60% der Haushaltseinkünfte für den Schuldendienst im In- und Ausland verwendet hat.
12.3.2001Staatsbesuch des iranischen Präsidenten Chatami. Putin und Chatami unterzeichnen einen Vertrag über die Grundlagen der gegenseitigen Beziehungen und die Prinzipien der Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten, der u.a. einen Gewaltverzicht vorsieht.
Bei den Gesprächen geht es u.a. um Wirtschaftskooperation und um Rüstungslieferungen. Putin sichert dem Iran zu, dass der Bau des von Russland gelieferten Atomkraftwerks in Bushehr zu Ende geführt wird.
Putin und Chatami unterzeichnen eine Übereinkunft über den Status des Kaspischen Meeres. Darin wird festgelegt, dass jede Entscheidung über den Rechtsstatus von allen fünf Küstenstaaten einmütig beschlossen werden muss und dass Einmischung dritter Staaten unzulässig ist.
12.3.2001Putin bestätigt das Präsidium des Staatsrats in seiner neuen Zusammensetzung: Nikolaj Volkov (Gouverneur des Jüdischen Autonomen Gebiets), Nikolaj Volkov (Vorsitzender der Regierung der Republik Karelien), Valerij Kokov (Präsident der Republik Kabardino-Balkarien), Anatolij Lisicyn (Gouverneur des Gebiets Jaroslavl'), Leonid Poležaev (Gouverneur des Gebiets Omsk), Murtaza Rachimov (Präsident der Republik Baškortostan), Alexander Filipenko (Gouverneur des Autonomen Bezirks der Chanten)
13.3.2001Putin tritt einen zweitägigen Kurzurlaub im Altaj-Gebirge an.
13.3.2001Sergej Iwanow, Sekretär des Sicherheitsrates, beginnt einen dreitägigen offiziellen Besuch in Washington, in dessen Rahmen er Gespräche mit der Busch-Administration führt.
14.3.2001In der Duma erreicht das von der Fraktion der KPRF beantragte Misstrauensvotum gegen Kasjanow nicht die notwendige Stimmenzahl (226 - 50% der Abgeordneten). Insgesamt stimmen nur 206 Deputierte ab, von denen 127 das Misstrauensvotum unterstützen und 76 es ablehnen (bei 5 Enthaltungen).
14.3.2001Baschir Kodsoew, Dumaabgeordneter der Einheit-­Fraktion, wird in Moskau durch zwei Schüsse verletzt.
14.3.2001In der Duma bildet sich eine parteiübergreifende Gruppe "Ehre, Pflicht, Vaterland - Berufsoffiziere", an deren Spitze Vizeadmiral Dorowin, Angehöriger der Deputiertengruppe "Russlands Regionen", steht. Die Gruppe will die Militärreform fördern und die Streitkräfte unterstützen.
15.3.2001Eine Tu-154 der Gesellschaft "Wnukowskie awialinii" mit 162 Passagieren und 12 Besatzungsmitgliedern wird auf dem Flug von Istanbul nach Moskau entführt. Die Täter fordern den Abzug der russischen Truppen aus Tschetschenien. Die entführte Maschine landet in Medina.
16.3.2001Saudiarabische Polizei stürmt das russische Flugzeug. Dabei werden drei Personen - eine Stewardess, ein türkischer Passagier und einer der Entführer - getötet.
17.3.2001In Grosny stirbt ein russischer Polizist bei einem Bombenanschlag. Sieben weitere werden verletzt.
19.3.2001In der Präsidialadministration wird eine Informationsabteilung geschaffen. Leiter der Abteilung wird Jastrshembskij.
19.3.2001Ein Gerichtshof in Machatschkala verurteilt zwei Personen, denen vorgeworfen wird, das Bombenattentat auf ein Wohngebäude in Buinaksk organisiert zu haben, zu lebenslänglicher Haft. Zwei weitere Angeklagte erhalten eine Haftstrafe von neun Jahren. Drei Angeklagte erhalten kurze Haftstrafen und werden unmittelbar darauf auf freien Fuss gesetzt.
19.3.2001Russland weist drei bulgarische Diplomaten aus, nachdem Sofia das russische Aussenminsterium aufgefordert hat, drei ihrer Vertreter aus Bulgarien abzuziehen.
19.3.2001Im Leninrayon von Grosny werden zwölf russische Zivilisten ermordet aufgefunden. Die Behörden nehmen an, dass damit die russischen Einwohner eingeschüchtert weden sollen.
21.3.2001Die USA weisen vier russische Diplomaten wegen Spionageverdacht aus. Weitere 45 sollen die USA im Laufe des Sommers zu verlassen.
21.3.2001Der Repräsentant von Gazprom in der Ukraine teilt mit, dass der Gaskonzern die Ukraine vor einem internationalen Gerichtshof verklagt habe und Kompensationen für illegale Entnahme aus den Transitpipelines einfordere.
22.3.2001Der kontrollierte Absturz der Raumstation "Mir", der von den russischen Raumfahrtbehörden seit langem vorbereitet worden ist, wird zum Abschluss gebracht. Die Trümmer stürzen in den Südpazifik.
22.3.2001Auf der Kabinettssitzung stellt Gref ein neues Wirtschaftsprogramm vor, dass für das laufende Jahr ein BSP-Wachstum von 4% vorsieht und für die folgenden Jahre 5%.
23.3.2001EU-Gipfeltreffen in Stockholm. Daran nimmt auf Einladung des Gastgebers Schwedens auch Präsident Putin teil. U.a. wird die Lage auf dem Balkan erörtert, sowie Fragen der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Russland und der EU.
24.3.200110.01. Explosion einer Autobombe auf dem Zentralen Markt von Mineralnye Wody. 22 Menschen werden getötet, mindestens 80 verletzt.
10.05.2001 Explosion einer Autobombe in Adyge-Chabl' (Karatschaewo­Tscherkesija). 2 Polizeibeamte werden getötet.
10.26.2001 Bei der Explosion einer Autobombe in der Stadt Essentuki (Gebiet Stawropol) werden mindestens 20 Menschen verletzt.
Bei allen drei Attentaten werden nach russischen Angaben insgesamt 24 Personen getötet und 143 verletzt, davon 25 schwer.
In Reaktion auf die Attentate bildet die russische Regierung eine Operativgruppe unter Leitung Patruschevs, des Direktors des Inlandsgeheimdienstes FSB.
25.3.2001Russisch-japanisches Gipfeltreffen in Irkutsk. Putin und der japanische Premierminister Mori einigen sich darauf, die Gespräche über einen Friedensvertrag und den künftigen Status der Kurilen fortzusetzen.
25.3.2001Mintimer Schajmiew, der Präsident von Tatarstan, wird bei den Wahlen in der Republik in seinem Amt bestätigt. Er erhält über 79,8% der Stimmen. Damit tritt er seine dritte Amtszeit an.
26.3.2001Sitzung des Direktorenrats der RAO EES. Höhe der Dividende wird beschlossen. Ferner will man gegen die rückständigen Zahler Irkutsenergo, Tatenergo und Baschkirenergo gerichtlich vorgehen. Der stellvertretende Vorsitzende, Anatolij Kopsov, dem man die Schuld an der Energiekrise des Winters gibt, wird entlassen.
26.3.2001Ein Gericht in Spanien setzt Gusinskij gegen eine Kaution in der Höhe von 5,38 Mio. US$ auf freien Fuss.
27.3.2001In Reaktion auf die Ausweisung russischer Diplomaten aus den USA fordert das russische Aussenministerium vier amerikanische Diplomaten auf, binnen zehn Tagen das Land zu verlassen.
28.3.2001Putin bildet die politische Führungsspitze um. Sergej Iwanow an Stelle von Igor Sergejew übernimmt das Verteidigungsministerium, Wladimir Ruschajlo ersetzt Sergej Iwanow als Sekretär des Sicherheitsrates. Seine Nachfolge als Innenminister übernimmt Boris Gryslow, bisher Fraktionsvorsitzender von Einheit in der Duma.
Michail Fradkow wird Leiter der Steuerpolizei, Alexander Rumjanzew übernimmt das Atomministerium. Im Verteidigungsministerium wird die Finanzexpertin Ljubow Kudelina Stellvertreterin des Ministers und Igor Pusanow Staatssekretär. Im Innenministerium übernimmt Wladimir Wasiljew den Posten des Staatssekretärs.
28.3.2001Laut Mitteilung des neuen Verteidigungsministers werden die Einheiten der Raketenabwehr und die Kosmischen Truppen aus den Raketenstreitkräften ausgegliedert und zu einer eigenen Teilstreitkraft zusammengefasst.
28.3.2001Finanzminister Kudrin und Zentralbankchef Gerastschenko geben bekannt, dass Russland im laufenden Jahr auf Gelder des IWF verzichtet und daher nicht in das Kooperationsprogramm eingeschlossen sein wird. Damit entfällt auch die Notwendigkeit zur Rechenschaftslegung gegenüber dem IWF. Konsultationen werden aber fortgesetzt.
29.3.2001Staatsbesuch des italienischen Premierministers Guiliano Amato in Moskau. Gespräche mit Präsident Putin, Aussenminister Iwanow und Präsidentenberater Illarionow.
29.3.2001Der Sicherheitsrat erörtert den Wiederaufbau in Tschetschenien. Vizepremier Christenko berichtet über die wirtschaftliche und soziale Lage in der Republik. Putin fordert bessere Zusammenarbeit zwischen föderalen und regionalen Behörden.
29.3.2001Treffen Putins mit dem Oberhaupt der tschetschenischen Verwaltung, Kadyrow.
30.3.2001Treffen Putins mit dem litauischen Präsidenten Adamkus. Themen des Gesprächs waren u.a. wirtschaftliche und politische Kooperation, Energieversorgung und Sicherheitspolitik. Die beiden Staatsoberhäupter unterzeichnen eine gemeinsame Erklärung, die den Zugang für Kaliningrad auch nach einem EU-Beitritt Litauens sichern soll.
30.3.2001Treffen zwischen Putin und dem WTO-Generaldirektor Michael Moore, auf dem Fragen des russischen Beitritts zu dieser Organisation erörtert werden.
31.3.2001Eine Demonstration auf dem Puschkin-Platz in Moskau, an der 10.000 Menschen teilnehmen, ruft zur Unterstützung des gefährdeten Fernsehsenders NTV auf.
3.4.2001Putin stellt den beiden Häusern des Parlaments seinen Bericht zur Lage der Nation vor.
3.4.2001Gazprom-Media beruft eine Sitzung der Anteilseigner der Fernsehgesellschaft NTV ein, die einen neuen Direktorenrat bestellt.
3.4.2001Der neue Direktorenrat der Fernsehgesellschaft NTV bestimmt auf seiner ersten Sitzung den Generaldirektor von Gazprom-Media, Alfred Koch, zu seinem Vorsitzenden. Boris Jordan wird zum Direktor der Gesellschaft bestellt, Wladimir Kulistikow zum Chefredakteur. Das Vorgehen von Gazprom-Media stösst auf den entschiedenen Widerstand der Mitarbeiter von NTV.
4.4.2001Staatsbesuch des algerischen Präsidenten Bouteflika in Moskau. Putin und Bouteflika erklären, zwischen beiden Ländern bestehe eine strategische Partnerschaft.
7.4.2001Pawel Borodin wird von den USA an die Schweiz ausgeliefert.
9.4.2001Tschetschenische Guerillakämpfer überfallen das Dorf Kulary (Rayon Grosny) und töten fünf tschetschenische Zivilisten, weitere fünf werden verwundet.
9.-10.4.2001Treffen Putins mit Bundeskanzler Schröder in St. Petersburg.
12.4.2001Der stellvertretende Leiter der tschetschenischen Verwaltung, Schamal Denijew, wird durch eine Bombe getötet, die gezündet wird, als er sich im Ort Avtury in einem Fernsehstudio aufhält.
12.4.2001Die Führer der beiden Parteien "Einheit" und "Vaterland", der Katastrophenminister Schojgu und der Moskauer Bürgermeister Luschkow, geben bekannt, dass sich ihre Parteien auf einem Kongress im November 2001 zusammenschliessen wollen. Es wird ein 16-köpfiger Koordinierungsrat gebildet.
12.4.2001Pawel Borodin, der sich in der Schweiz in Haft befand, wird gegen eine Kaution von 5 Mio. SFr auf freien Fuss gesetzt. Die Kaution wird von der russischen Regierung getragen.
12.4.2001Aussenminister Igor Iwanow trifft den US-Aussenminister Powell in Paris. Daneben führt er auch Gespräche mit dem französischen Ministerpräsidenten Jospin und seinem Aussenminister Vedrine.
13.4.2001Treffen Putins mit den Vertretern russischer Hochtechnologieunternehmen.
13.4.2001Putin verfügt, dass die Präsidialverwaltung die Verwaltung des Kreml mit Kirchen und Museen übernehmen soll.
13.4.2001Der Vorsitzende von Sibirskij aljuminij, Oleg Deripaska, und der Gouverneur von Tscheljabinsk, Petr Sumin, unterzeichnen ein Abkommen, nach dem Deripaska das Recht erhält, ein Kontrollpaket der Aktien des Ural-Automotive-Werk zu erwerben, gegen eine Investitionszusage und die Zusicherung, die Arbeitsplätze der 20.000 Arbeiter zu erhalten.
14.4.2001In den frühen Morgenstunden übernimmt ein Wachdienst im Auftrag der von Gazprom gestellten neuen Führung von NTV die Kontrolle über die Gebäude des Fernsehsenders. Eine Reihe von Journalisten werden entlassen, andere gehen freiwillig.
15.4.2001In einem Grusswort zum orthodoxen Osterfest, dass 2001 mit dem westlichen Ostertermin zusammenfällt, grüsst Putin alle Christen - orthodoxe und nichtorthodoxe - und betont die besondere Rolle der orthodoxen Kirche bei der Stärkung des russischen Staates.
16.4.2001Die Tageszeitung "Segodnja", die zu Gusinskijs Medienkonzern "Media Most" gehörte und von Gazprom übernommen wurde, wird geschlossen. Das Personal des Wochenmagazins "Itogi", ursprünglich ebenfalls Teil von "Media Most" wird entlassen. Das US-Magazin "Newsweek" kündigt daraufhin seine Zusammenarbeit mit "Itogi".
17.4.2001Russische und westliche Nachrichtenagenturen berichten, dass sich vier Abgeordnetenblocks - Einheit, Vaterland, Russische Regionen und Volksdeputierte - geeinigt haben, ihr Abstimmungsverhalten bei bestimmten politischen und wirtschaftlichen Fragen zu koordinieren. Da sie gemeinsam über 234 der 450 Abgeordnetensitze verfügen, erhält Putin damit eine arbeitsfähige Mehrheit in der Duma.
17.4.2001Putin unterzeichnet ein Dekret über die Erhöhung der Renten. Danch wird die Durchschnittspension in Zukunft 2.300 Rbl (80 US$) betragen.
18.4.2001Drei leitende Mitarbeiter des von Beresowskij kontrollierten Fernsehsenders TV-6 reichen ihre Kündigung ein. Zahlreiche Mitarbeiter folgen ihrem Beispiel. Anlass ist die Einsetzung des ehemaligen NTV-Chefredakteurs Jewgenij KiseLew als Nachrichtenchef und die Einstellung ehemaliger Mitarbeiter von NTV, Itogi und Segodnja.
19.4.2001Die spanische Staatsanwaltschaft teilt mit, dass sie gegen die Gerichtsentscheidung, Gusinskij nicht an Russland auszuliefern, keine Revision einlegen wird.
20.4.2001An Hitlers Geburtstag greifen 150 russische Skinheads auf einem Moskauer Markt kaukasische Händler an, von denen wenigstens einer schwer verletzt wird. 53 Skinheads werden festgenommen.
20.4.2001Russische Grenztruppen entdecken im Argun-Tal in Südtschetschenien ein Massengrab, das die Überreste von wenigstens 32 Personen enthält, die durch Kopfschuss und Enthauptung getötet wurden. Das Grab stammt wahrscheinlich aus dem ersten Tschetschenienkrieg 1994-1996.
20.4.2001Der Menschenrechtsaktivist Viktor Popkow wird unweit Grosny von Unbekannten beschossen und ernsthaft verletzt, als er unterwegs ist, um medizinische Vorräte in Bergdörfer zu bringen.
21.4.2001Die Zentralbank zieht die Lizenz der Most-Bank ein und setzt einen Verwalter ein, der die Geschäfte der Bank führt.
21.4.2001Zwei Mitarbeiter des prorussischen Ortsvorstehers von Alchan-Jurt werden von tschetschenischen Widerstandskämpfern ermordet.
21.4.2001Gründungskongress der Bewegung "Eurasia", die von Alexander Dugin initiiert wird.
22.-23.4.2001In Istanbul besetzen Unterstützer der tschetschenischen Widerstandskämpfer ein Hotel und nehmen etwa 60 Insassen als Geiseln. Am Morgen ergeben sie sich der türkischen Polizei.
24.4.2001Die russische Generalstaatsanwaltschaft erhebt neue Vorwürfe gegen Gusinskij. Sie wirft ihm Geldwäsche vor und bittet Interpol um Mitarbeit. Gusinskij seinerseits verlässt Spanien und reist nach Israel.
24.4.2001Sjuganow, Vorsitzender der KPRF, trifft Angehörige von Lenins Familie. Das Treffen ist Teil einer Kampagne, die sich gegen die Entfernung Lenins vom Roten Platz richtet.
24.4.2001Staatsbesuch Ministerpräsident Kasjanows in Schweden.
25.4.2001Beginn der Zeichnungsfrist für Aktien der Sberbank, die ihr Kapital um 1/3 erhöht. Der Schritt ist umstritten. Minderheitenaktionäre befürchten, dass die Eigenkapitalerhöhung ihre Anteile entwertet und den Einfluss der russischen Zentralbank, die bisher 58% der Anteile der Sberbank besitzt, noch weiter stärkt.
25.4.2001Bei einem Bombenattentat in Gudermes werden sechs russische Polizisten getötet.
26.4.2001Explosion einer Autobombe auf dem Zentralen Platz in Jekaterinburg. Niemand wird verletzt.
27.4.2001Verteidigungsminister Sergej Iwanow ernennt Nikolaj Solowzew zum Befehlshaber der Strategischen Raketentruppen. Er erhält jedoch nicht den Status eines Oberbefehlshabers, den sein Vorgänger innehatte.
27.4.2001Interfax berichtet, dass sich Gazprom und einige europäische Firmen geeinigt haben, eine Pipeline durch die Ostsee zu bauen.
28.4.2001In Grosny wird der Kommandeur einer OMON-Einheit aus Krasnojarsk durch eine ferngezündete Mine getötet. Sein Stellvertreter wird verletzt.
28.4.2001Die Versammlung der Anteilseigner von EES Rossii stimmt einer Änderung der Geschäftsordnung zu. Danach erhält der Staat das Recht, den Vorsitzenden der Betriebsleitung zu entlassen. Grössere Verkäufe von und die Aufnahme grosser Anleihen müssen jetzt im 15-köpfigen Aufsichtsrat mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit beschlossen werden.
28.4.2001Treffen der Aussenminister der "Shanghai Five" (Russland, China, Kasachstan, Kirgisien und Tadschikistan). Man einigt sich darauf, bei dem geplanten Gipfeltreffen am 15. Juni ein Abkommen über den Kampf gegen Terrorismus, Separatismus und Extremismus zu unterzeichnen.
28.4.2001Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow und sein nordkoreanischer Amtskollege Kim Il Chol unterzeichnen in Moskau ein Abkommen, das eine Beteiligung Russlands bei der Modernisierung der nordkoreanischen Armee vorsieht.
29.4.2001Bei der Neuwahl des Direktorenrats von EES Rossii setzt sich Tschubajs wieder durch. Insgesamt werden 15 Personen gewählt: Tschubajs (8,2558% golosov); Kudrjawyj (6,8280%); Hern (5,9514%); Kutowoj (5,8615%); Woloschin (5,7882%); Kosarew (5,7180%); Melamed (5,7052%); Gref (5,6741%); Jushanow (5,6609%); Kudrin (5,6475%); Lebedew (5,4325%); Sawadnikow (4,9763%); Kress (4,7845%); Posgalew (4,7772%); Prusak (4,7784%);
Illarionow (0,1425%) fällt bei den Wahlen durch, Fjodorow kandidiert nicht.
1.5.2001An Kundgebungen zum 1. Mai nehmen in 1.046 Städten Rußlands etwa 750.000 Personen teil. Im Moskau demonstriert der ehemalige sowjetische Präsident Gorbatschow in den Reihen der von ihm gegründeten Vereinigten Sozialdemokratischen Partei.
1.5.2001In einem Telephongespräch erörtern Putin und der amerikanische Präsident George Bush Sicherheitsfragen. Nach Moskauer Angaben versichert Bush, er werde bei der Einführung eines Nationalen Raketenabwehrsystem keine einseitigen Entscheidungen treffen.
4.5.2001In der Region Primorje setzt ein Gericht Konstantin Tolstoschejn, den ehemaligen Ersten Stellvetreter des abgesetzten Gouverneurs Nasdratenko, dem dieser auch politisch nahesteht, wieder in sein Amt ein.
4.5.2001Verteidigungsminister Sergej Iwanow gibt bekannt, daß der Abzug regulärer Truppen aus Tschetschenien gestoppt wird.
4.5.2001Mullah Nasrudin Matujew, einer der prominentesten tschetschenischen Geistlichen, die die russische Seite unterstützen, wird von zwei Unbekannten erschossen.
5.5.2001Aus Sicherheitsgründen verlegt die russlandfreundliche tschetschenische Administration ihren Amtssitz wieder nach Gudermes, nachdem sie 10 Tage zuvor nach Grosny umgezogen war.
6.5.2001Generalleutnant Nikolaj Pankov, ein hoher Offizier des Inlandsgeheimdienstes FSB, der zuletzt dem Apparat des Sicherheitsrates vorstand, übernimmt dieselbe Funktion im Verteidigungsministerium.
6.5.2001Zusammenkunft der "Machtminister" (Verteidigungsminister Sergej Iwanow, Innenminister Boris Gryslow und der Chef des Inlandsgeheimdienstes Nikolaj Patruschev) und der Vertreter der Republiken und Regionen des Südlichen Föderalbezirks in Jesentuki. Bei dem Treffen wird das künftige Vorgehen in Tschetschenien erörtert.
6.-7.5.2001Besuch des russischen Außenministers Iwanow in Libyen.
8.5.2001Im Rahmen einer Sonderoperation der russischen Truppen gegen tschetschenische Widerstandskämpfer kommt es in Argun, der drittgrößten Stadt Tschetscheniens zu Straßenkämpfen.
7.-8.5.2001Im Rahmen einer Sonderoperation der russischen Truppen gegen tschetschenische Widerstandskämpfer kommt es in Argun, der drittgrössten Stadt Tschetscheniens zu Strassenkämpfen. Nach russischen Angaben werden bei den Gefechten 28 Tschetschenen und 2 russische Polizisten getötet.
8.5.2001Anlässlich des ersten Jahrestages der offiziellen Amtseinführung Putins organisierte eine bisher wenig bekannte Jugendorganisation namens "Idustschie wmeste" eine Demonstration im Kremlgarten, an der 7.000-10.000 Teenager teilnahmen.
9.5.2001Anlässlich des "Tags des Sieges" findet auf dem Roten Platz eine Militärparade mit 5.000 Teilnehmern statt. Verteidigungsminister Sergej Iwanow nimmt sie in Anwesenheit Putins in Zivil ab.
10.5.2001Infolge des Brandes in einer wichtigen Relaisstation in Kaluga verliert Russland die Kontrolle über vier militärische Satelliten.
10.5.2001Der frühere Ministerpräsident Viktor Tschernomyrdin wird von Putin zum russischen Botschafter in der Ukraine ernannt.
10.5.2001Der Stromerzeuger Krasnojarskenergo kürzt seine Lieferungen an das Krasnojarsker Aluminiumwerk KrAZ, nachdem dieses sich weigert, höhere Strompreise zu bezahlen.
12.5.2001Der Flugzeugkonstrukteur Aleksej Tupolew, Nachfolger seines Vaters Andrej, stirbt im Alter von 76 Jahren.
15.5.2001Georgij Schachnazarow, ein enger Mitarbeiter Gorbatschows während der Perestrojka und später ein leitendes Mitglieder der Gorbatschow-Stiftung, stirbt im Alter von 77 Jahren.
15.5.2001Verteidigungsminister Sergej Iwanow, Innenminister Boris Gryslow, der Direktor des Inlandsnachrichtendienstes, Nikolaj Patruschev, und der Pressesprecher Putins, Jastrshembskij, informieren die Chefredakteure der wichtigsten russischen Zeitungen über die Arbeit des Operativen Stabes für den Region Nordkaukasus. Das Gespräch dauert zwei Stunden.
16.5.2001Auf einer Pressekonferenz erklärt der ehemalige Sicherheitschef Jelzins, Korschakow, das die Aufnahmen von Unterhaltungen Woloschins mit hochrangigen Gesprächspartnern, die seine Zeitung "Stringer" veröffentlicht hat, offensichtlich von "Diensten" angefertigt worden seien.
17.5.2001Siebtes Gipfeltreffen EU-Rußland. Präsident Putin, Schwedens Regierungschef Persson, Kommissionspräsident Prodi und der Hohe Repräsentant für die gemeinsame Aussen- und Sicherheitspolitik der EU, Solana, erörtern Möglichkeiten zur Kooperation. Die EU verspricht, Rußlands Ersuchen um Mitgliedschaft in der WTO zu unterstützen und im Falle einer Erweiterung der EU das Gebiet Kaliningrad zu unterstützen.
17.5.2001Ein russischer Armeelastwagen wird auf der Föderalstraße "Kavkaz" durch eine ferngezündete Bombe zerstört. Es gibt Opfer. In Nordossetien sterben drei russische Soldaten, als ihr Geländewagen auf eine Mine fährt. Zwei weitere werden schwer verletzt.
17.5.2001Interfax teilt mit, daß ein Maschinenbaubetrieb im Ural von der Präsidialadministration den Auftrag erhalten habe, probeweise Putin-Büsten herzustellen. Falls Nachfrage bestehe, werde man mit der Produktion in großem Umfang beginnen.
18.5.2001Besuch des russischen Außenministers Iwanow in Washington, der Gespräche mit Präsident Bush und Außenminister Powell führt. Der Besuch des russischen Außenministers Iwanow dient u.a. der Vorbereitung des amerikanisch-russischen Gipfeltreffens im kommenden Juni.
19.5.2001Die Regierung verabschiedet den Entwurf für ein Energiereformprogramm. Der Entwurf soll in den nächsten drei Monaten den letzten Schliff erhalten und dann über acht Jahre hin implementiert werden. Der Plan sieht vor, zwei Holdings zu schaffen und ausländische Investitionen zu erleichtern. Die Strompreise werden voraussichtlich erheblich steigen. Der Plan wird u.a. von Präsidentenberater Illaironov kritisiert.
21.5.2001Die sibirischen Ströme Lena, Ob und Enisej treten über die Ufer. Zahlreiche Siedlungen sind bedroht. Insgesamt müssen 30.000 Personen evakuiert werden. Nachdem Eisbarrieren auf der Lena durch Bombenabwürfe aufgebrochen wurden, ist die Stadt Jakutsk nicht mehr unmittelbar gefährdet.
22.5.2001Nachdem das Protokoll eines Telephonats zwischen Bush und Schröder bekannt wird, in dem diese u.a. die Einstellung von Finanzhilfen für Rußland angesprochen haben, reagiert der russische Präsident verärgert. Er bezeichnet die Veröffentlichung als eine Provokation, mit der die Beziehungen zwischen Rußland und der EU gestört werden sollen.
25.5.2001Gipfeltreffen der Teilnehmerstaaten des Vertrags über Kollektive Sicherheit (Rußland, Armenien, Belarus, Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan) in Erevan.
25.5.2001Die Tageszeitung "Kommersant" meldet, daß die Staatsanwaltschaft ein Untersuchungsverfahren gegen Sibneft' wegen Steuerhinterziehung wieder aufgenommen hat.
26.-27.5.2001Gründungskongreß der SPS ("Union der Rechten Kräfte"). Das Bündnis, zu dem sich eine Reihe politischer Organisationen zusammengeschlossen haben, wird in eine Partei umgewandelt. Boris Nemzow wird zum Vorsitzenden des Föderalen Politischen Rats der Partei gewählt.
27.5.2001Bei einem Übefall auf eine Kolonne der Inneren Truppen in der Nähe des Ortes Alchan-Jurt sterben vier russische Soldaten. Nach russischen Angaben wurden sieben der Angreifer getötet.
27.5.2001Der stellvertretende Leiter der tschetschenischen Verwaltung, Chasat Idrisow, wird unter dem Vorwurf festgenommen, er habe in großem Maßstab Staatsgelder unterschlagen. Kadyrow, der Chef der Verwaltung, bestreitet, daß Idrisow überhaupt Zugang zu Finanzen gehabt habe. Es handele sich um eine Intrige.
27.5.2001Bei den Regionalwahlen in Primorje setzt sich im 1. Wahlgang mit Sergej Darkin ein Anhänger des ehemaligen Gouverneurs Nasdratenko gegen den von Moskau unterstützten Kandidaten durch, der noch nicht einmal in den 2. Wahlgang gelangt.
28.5.2001Der ehemalige Präsident Jelzin tritt eine zehntägige Chinareise an. Zu Beginn trifft er den chinesischen Präsidenten Jiang Zemin.
28.5.2001Alexander Woloschin, der Chef der Präsidialverwaltung, wird als Vorsitzender des Direktorenrats von EES Rossii wiedergewählt.
29.5.2001Nach Angaben des Pressesprechers des Präsidenten, Jastrshembskij, sind in Tschetschenien seit Beginn des Krieges im September 1999 bei den föderalen Truppen bis zum 15. Mai 3.094 Mann gefallen.
29.5.2001Putin empfängt den Palästinenserführer Arafat in Moskau. Dieser spricht sich für eine größere Rolle Rußlands bei der Lösung des Nahostkonflikts aus.
30.5.2001Rem Wjachirew, Vorstandsvorsitzender von Gazprom, tritt zurück. An seiner Stelle ernennt der Vorstand Aleksej Miller, der als Vertrauter Putins gilt.
31.5.2001In Inguschetien wird nahe der Grenze zu Tschetschenien ein Hubschrauber beschossen. Von den 15 Insassen, darunter der Duma-Abgeordnete Alexei Arbatow, wird keiner verletzt.
31.5.2001Treffen Putins mit 22 Vertretern russischer Großkonzerne. Auf der Tagesordnung standen Steuerfragen, die Liberalisierung des Valutenhandels und Rußlands Beitritt zur WTO.
1.6.2001Der gemeinsame Koordinierungsrat von "Jedinstwo" (Einheit) und "Otetschestvo" (Vaterland) beschließt, die beiden Organisationen nicht unmittelbar zu verschmelzen, sondern zunächst lediglich eine "Union" zu bilden.
5.6.2001Innenminister Gryslow teilt mit, daß Putin ein Dekret über die Reorganisation des Innenministeriums unterzeichnet hat. U.a. sollen in Zukunft alle örtlichen Polizeichefs vom föderalen Innenminsterium eingesetzt werden.
5.6.2001Sergej Schojgu, Minister für Katastrophenschutz, reist in den Irak, um die Möglichkeiten für russische humanitäre Hilfe zu prüfen.
5.6.2001Staatsbesuch der niederländischen Köningin Beatrix in Moskau.
6.6.2001Die Duma stimmt in 3. Lesung einer Änderung des Umweltschutzgesetzes zu, die die Einfuhr von Atommüll zur Lagerung und Weiterverarbeitung erlaubt.
7.6.2001Bei Explosion einer Bombe auf dem Markt in Tomsk werden sechs Personen verletzt. Die Polizei vermutet, daß Hintergrund der Tat Bandenkonflikte sind.
7.6.2001Witalij Tretjakow, Chefredakteur der "Nezavisimaja gazeta" teilt mit, daß Finanzmagnat Beresowskij, der die Zeitung finanziert, ihn entlassen will.
8.6.2001Neuer Chefredakteur der "Nezavisimaja gazeta" wird Tatjana Koschkarewa. Rustam Narsikulow wird zum Generaldirektor ernannt.
9.6.2001Bei einem Treffen von Sicherheitspolitikern im Kreml billigt Putin ein neues Rüstungsexportkonzept.
12.6.2001Anläßlich des russischen Unabhängigkeitstages empfängt Putin im Kreml Vertreter gesellschaftlicher Organisationen.
13.6.2001Der Ortsvorsteher von Beloretsche (Rayon Gudermes, Tschetschenien) wird im Hof seines Wohnhauses von drei Unbekannten erschossen.
In Grosny werden innerhalb von 24 Stunden drei Posten der Miliz überfallen. Mehrere Milizionäre werden getötet, ihre Waffen gestohlen.
14.-15.6.2001Gipfeltreffen der "Shanghai Fünf" (China, Rußland, Kasachstan, Kirgisien, Tadshikistan) in Shanghai. Auf der Tagesordnung steht die Frage des Vorgehens gegen den islamischen Extremismus in Zentralasien. Usbekistan wird in die Gruppe als sechster Staat aufgenommen.
14.6.2001Putin und der chinesiche Staatspräsident Jiang Zemin sprechen sich bei ihrem Treffen in Shanghai gegen die amerikanischen Pläne zur Errichtung eines Raketenabwehrsystems aus.
14.6.2001Russland teilt der Internationalen Organisation zum Verbot chemischer Waffen mit, dass es sich nicht in der Lage sieht, seine Vorräte an C-Waffen bis 2007 zu vernichten. Es will diese Aufgabe bis zum Jahr 2012 abschliessen.
14.6.2001Bei einem Einsatz über Tschetschenien gehen zwei Kampfflugzeuge des Typs SU-25 verloren. Die russische Luftwaffenführung nimmt an, dass es aufgrund der schlechten Wetterbedingungen zu einem Unfall kam.
15.6.2001Die OSZE-Mission in Tschetschenien nimmt mit der Eröffnung ihres Hauptquartiers in Snamenskoje (Nordtschetschenien) ihre Tätigkeit wieder auf.
16.6.2001Putin und der amerikanische Präsidenten George Bush jr. treffen sich in Ljubljana. Die Gespräche, die Fragen der bilateralen Beziehungen, der Beziehungen zwischen NATO und Russland und der internationalen Sicherheit berühren, werden von beiden Seiten als fruchtbar und produktiv bezeichnet.
Putin und Bush verabreden eine Fortsetzung des Dialogs u.a. im Rahmen von Treffen in Moskau und Washington.
16.6.2001Putin ernennt Igor Jusofov zum Minister für Energie und Vitalij Artjuchov zum Minister für Naturressourcen.
16.6.2001In der Duma kommt es anlässlich der ersten Lesung des Bodengesetzes zu heftigen Auseinandersetzungen. Abgeordnete der KPRF und der Agrarpartei versuchen Wirtschaftsminister Gref unter Einsatz physischer Gewalt am Sprechen zu hindern. Nach Auszug der beiden Fraktionen nimmt die Duma den Entwurf in erster Lesung mit 251 gegen 22 Stimmen an, bei 2 Enthaltungen.
17.6.2001Putin führt in Belgrad Gespräche mit dem jugoslawischen Präsidenten Koschtunica. Dabei stellt Putin eine Balkan-Initiative vor. Der Plan schreibt die Unverletzlichkeit der bestehenden Grenzen, das Prinzip der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten und Garantien für Minderheitenrechte fest.
17.6.2001Bei den Regionalwahlen in Primorje setzt sich Sergej Darkin, ein Anhänger des ehemaligen Gouverneurs Nasdratenko, durch.
18.6.2001Treffen Putins mit dem stellvertretenden Direktor des Internationalen Währungsfonds, Stanley Fisher.
18.6.2001Die Rechtsschutzorganisation "Liga gegen Diffamierung" weist auf eine Häufung antisemitischer Vorfälle in Welikie Luki (Gebiet Pskow) hin.
18.6.2001Die russlandtreue tschetschenische Verwaltung teilt mit, dass 19 russische Militärangehörige wegen des Verdachts festgehalten werden, in Grosny Zivilisten ermordet zu haben.
18.6.2001Bei einem Pressegespräch mit amerikanischen Journalisten macht Putin deutlich, dass Russland auf die Einführung einer nationalen Raketenabwehr mit eigenen Gegenmassnahmen reagieren wird.
19.6.2001Bei drei Bombenanschlägen in Gudermes sterben drei Personen, 37 werden verletzt.
19.6.2001Alexander Solschenizyn stellt sein neues Buch "Zweihundert Jahre gemeinsam - 1795-1995" vor, das das Zusammenleben von Russen und Juden behandelt. Solschenizyn weist den Vorwurf zurück, er habe antisemitische Positionen vertreten. Im Interview kritisiert er Putin wegen der Demontage des Föderationsrates.
19.6.2001Die Gewerkschaften organisieren einen landesweiten Warnstreik gegen die neue Arbeitsgesetzgebung, an dem etwa 300.000 Arbeiter teilnehmen.
20.6.2001Bei einem Überfall auf eine Kolonne der Inneren Truppen in Grosny werden drei Soldaten getötet und drei verletzt.
21.6.2001Präsident Putin verschiebt die für den Herbst 2002 geplante Volkszählung auf den Januar 2003.
21.6.2001Die Duma verabschiedet in dritter und letzter Lesung mit 238 gegen 164 Stimmen das Parteiengesetz. Voraussetzung für den Status einer politischen Partei sind danach 10.000 Mitglieder sowie die Präsenz in 50% der Föderationssubjekte. Eine staatliche Parteienfinanzierung ist vorgesehen und die private Finanzierung beschränkt.
22.6.2001Anläßlich des 60. Jahrestages des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion hält Putin eine Fernsehansprache.
22.6.2001Die vier größten russischen Mineralölgesellschaften - JuKOS, LUKojl, TNK und Sibneft schließen sich zu einem informellen Konsortium zusammen, das "in Angelegenheiten gemeinsamen Interesses eine gemeinsame Politik" betreiben will.
25.6.2001Der Sprecher des Präsidenten, Sergej Jastrshembskij, gibt bekannt, daß es russischen Truppen gelungen ist, im Rahmen einer Sonderoperation, die vom 19. bis zum 24. Juni dauerte, den tschetschenischen Feldkommandanten Arbi Barajew und 17 seiner Anhänger zu töten. Zahlreiche Guerillakämpfer wurden gefangengenommen. Auf russischer Seite wurde ein Soldat getötet und sechs verletzt.
25.6.2001Mit Unterstützung von Artillerie und Kampfhubschrauber leiten russische Truppen eine Operation gegen eine tschetschenische Guerillagruppe im Arguntal ein.
29.6.2001Generaloberst Valerij Manilov, Erster Stellvertretender Generalstabschef, wird entlassen, da er das Pensionsalter überschritten hat. Hintergrund der Massnahme scheinen Konflikte mit Verteidigungsminister Iwanow zu sein.
30.6.2001In Stavropol beginnt unter strengen Sicherheitsvorkehrungen ein Verfahren gegen fünf Männer, die beschuldigt werden 1999 in Moskau zwei Wohnhäuser in die Luft gesprengt zu haben.
1.7.2001Staatsbesuch des französischen Präsidenten Jacques Chirac in Moskau.Bei einem Treffen mit Putin unterstreichen beide Staatsmänner, dass sie eine Änderung des ABM-Vertrages ablehnen und für eine multipolare Welt eintreten. Im Falle der Aufhebung der UN-Sanktionen gegenüber dem Irak und der Auslieferung Miloševics gibt es jedoch keine Übereinstimmung.
Die Präsidenten unterzeichnen ein Abkommen über die Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Luft- und Raumfahrttechnologie.
2.7.2001Alexander Livšic, früher Wirtschaftsberater des Präsidenten und Vertreter Russlands bei den G-7, wird Stellvertretender Generaldirektor der OAO "Russkij aljuminij".
2.-4.7.2001Osteuropaforum des Weltwirtschaftsforums in Salzburg. Der russische Ministerpräsident Kasjanow erklärt, in der Perspektive könne im Rahmen der Schaffung eines europäischen Wirtschaftsraums auch Russland Mitglied der EU werden.
2.-4.7.2001Bei einer Sonderoperation in den tschetschenischen Dörfern Asinowskaja und Sernowodsk kommt es zu Übergriffen russischer Soldaten auf die Zivilbevölkerung.
3.7.2001Das russische Verteidigungsministerium teilt mit, dass der Leiter der Hauptverwaltung Internationale Militärische Zusammenarbeit , Generaloberst Leonid Iwaschow, auf einen anderen Posten versetzt wird.
3.7.2001Bei Irkutsk stürzt eine Tu-154 ab. Alle Insassen - 135 Passagiere und 9 Besatzungsmitglieder - werden getötet. Als Ursache wird ein Pilotenfehler angegeben. Putin erklärt für den 5. Juli eine eintägige Staatstrauer für die Opfer.
3.7.2001TV6 meldet, daß es im russischen Innenministerium umfangreiche Umbesetzungen gegeben hat. U.a. wurden die Leiter der Hauptverwaltungen für die Bekämpfung des organisierten Verbrechens, für die Bekämpfung von Wirtschaftsverbrechen, für Information sowie der der Kriminalpolizei ausgetauscht.
4.7.2001Putin trifft sich mit dem Finanzmagnaten und Gouverneur von Tschukotka, Roman Abramowitsch, angeblich um eine geplante Reise französischer Ethnographen zu erörtern. Es wird jedoch vermutet, daß es in Wirklichkeit um Abramovitschs Erwerb von Aeroflot-Aktien und seinen Gewinnabzug bei Sibneft ging.
6.7.2001Der Verwaltungschef des Ortes Alchan-Kaly in Tschetschenien wird von Unbekannten erschossen.
9.7.2001Im Rating der 1.000 international führenden Banken führt die englische Zeitschrift "The Banker" auch fünf russische auf: die Wneschtorgbank (Platz 222), die Sberbank Rossii (Platz 301), die Gazprombank (Platz 415), die Sobinbank (Platz 708) und die MDM-bank (Platz 814).
9.7.2001James Wolfensohn, Präsident der Weltbank, besucht Moskau und führt Gespräche mit Putin und Kasjanow. Im Anschluß daran nimmt er an einer Weltbankkonferenz in Sankt Petersburg teil.
10.7.2001Ministerpräsident Kasjanow erläßt eine Verordnung über geschlossene Städte und Sperrgebiete, die 90 Territorialeinheiten aufzählt.
10.7.2001Der Europarat übt ungewöhnlich scharfe Kritik am russischen Vorgehen in Tschetschenien. In einer Erklärung wirft das Anti-Folter-Komitee Russland vor, die Aufklärung von Kriegsverbrechen zu verhindern.
11.7.2001Ministerpräsident Kasjanow unterschreibt eine Verordnung über die Reform von EES Rossii. Tschubajs, der an der Spitze des Stromkonzerns steht, nennt das Papier "ein ausgewogenes Dokument".
11.7.2001Der aus Saudi-Arabien stammende tschetschenische Feldkommandant Abu Umar wird im Rahmen einer gemeinsamen Operation von Inlandsgeheimdienst und Truppen des Innenministeriums getötet.
11.7.2001Putin ernennt Wladimir Patruschev, den Chef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, zum Armeegeneral.
12.7.2001Präsident Putin eröffnet im Moskauer Bolschoj-­Theater die 112. Sitzung des Internationalen Komitees, das über die Vergabe der Olympischen Spiele 2008 entscheidet.
12.7.2001Auf einer gemeinsamen Konferenz beschließen Vertreter von "Einheit" und "Vaterland" die Zusammenarbeit beider Organisationen im Rahmen eines Blocks namens "Allrussische Union". Ungeachtet dessen bleiben beide Organisationen selbständig.
13.7.2001Der Oberste Gerichtshof Rußlands weist den Antrag einer Bürgerrechtsgruppe zurück, die sich gegen die Nutzung anonymer Denunziationen durch den Inlandsgeheimdienst FSB richtet.
15.7.2001Im Rahmen der Entwicklung einer nationalen Raketenabwehr (NMD) führt die USA einen erfolgreichen Abfangversuch durch. Das russische Außenministerium kritisiert das amerikanische Vorgehen und warnt abermals vor einer Verletzung des ABM-Vertrages.
15.7.2001Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Jiang Zemin in Moskau.
16.7.2001Mit dem Eintreffen des Bergungsschiffs "Mayo" an der Stelle, an der das Atom-U-Boot "Kursk" gesunken ist, beginnen die Arbeiten zur Bergung des Wracks und seiner Besatzung.
16.7.2001Putin und Jiang Zemin unterzeichnen einen russisch-chinesischen Freundschaftsvertrags. Bei den Gesprächen werden aussenpolitische Fragen erörtert. Ferner werden Verabredungen über eine engere Zusammenarbeit in der Wirtschafts- und Handelspolitik getroffen.
17.7.2001Jiang Zemin und Ministerpräsident Kasjanow unterzeichnen ein Energieabkommen. Danach wird Russland in den nächsten Jahren eine 1.700 km lange Pipeline bauen, über die China ab 2010 jährlich 30 Mio t Öl erhalten soll. Zu den Mitunterzeichnern des Abkommens gehören Michail Fridman (JuKOS) und Semjon Wajnschtok (Transneft).
18.7.2001Putin hält eine anderthalbstündige Pressekonferenz ab, an der etwa 500 Journalisten teilnehmen.
19.7.2001Bei einem Hubschrauberabsturz in Tschetschenien werden neun Soldaten getötet.
21.-22.7.2001G-8 Gipfel in Genua
22.7.2001Putin und der amerikanische Präsident Bush verabreden bei Gesprächen in Genua, dass die Fragen der Raketenabwehr und der Reduzierung strategischer Waffen in Zukunft "im Paket" verhandelt werden sollen.
22.7.2001Aufgrund unklarer Vereinbarungen bei den Überflugrechten halten russische Behörden eine Boeing 747 der PIA auf dem Flug von Islamabad nach Manchester für einen Luftraumverletzer. Nachdem die Besatzung auf Funkanfragen nicht reagiert, wird die Maschine durch MiG-29 abgefangen und in Scheremetjewo­2 zum Landen gezwungen.
23.7.2001 Der tschetschenische Feldkommandant Zagarajew und einige seiner Mitkämpfer werden bei einem Schusswechsel im Savodskij Rayon von Grosny getötet.
23.7.2001LUKojl und Itera unterzeichnen ein Abkommen mit der staatlichen usbekischen Mineralölgesellschaft, das die gemeinsame Ausbeutung von Erdgaslagerstätten in Usbekistan vorsieht. Die beiden russischen Unternehmen sollen jeweils 45% der Anteile, die usbekische Gesellschaft 10%.
24.7.2001Michail Prochorov, früher Präsident der Oneksim-Bank, wird Generaldirektor des Nickelproduzenten Norilskij Nikel.
24.7.2001Leonid Oblonskij, stellvertretender Präfekt des Moskauer Rayons Selenograd, wird vor seinem Haus von Unbekannten erschossen.
25.7.2001Condoleezza Rice, U.S. Sicherheitsberaterin, trifft in Moskau ein, um Gespräche über den ABM-Vertrag und die Reduzierung strategischer Waffen zu führen. U.a. trifft sie den Sekretär des Sicherheitsrates, Ruschajlo, den Verteidigungsminister Iwanow, und Präsident Putin.
25.7.2001Putin erörtert mit dem Gouverneur von Samara, Ajazkow, den Fortgang der Arbeiten an der Anlage für die Vernichtung chemischer Waffen. Ajazkow verspricht gegen die Bewilligung von 23-37 US-Dollars die Fertigstellung der Anlage im 1. Quartal 2002.
25.7.2001Auf Empfehlung von Innenminister Gryslow ernennt Putin die Leiter der regionalen Verwaltung des Innenministeriums für Moskau und vier Föderalbezirke (Ural, Nordwesten, Zentrum, Volga).
25.7.2001Bei einem Treffen während des ASEAN Regionalforums verabreden die Außenminister Rußlands und der USA, Iwanow und Powell, den Rahmen für bilaterale Verhandlungen über strategische Offensiv- und Defensivwaffen. Ferner wird November 2001 als Termin für den Putin-Besuch in den USA festgelegt.
26.7.2001Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il trifft mit dem Zug an der russisch-nordkoreanischen Grenze ein und beginnt einen Staatsbesuch in Rußland.
26.7.2001Auf einer Sitzung des Sicherheitsrates wird die Entwicklung in Kaliningrad erörtert.
27.7.2001Der Stellvertretende Ministerpräsident Ilja Klebanow teilt der Presse mit, dass die Regierung beschlossen hat, im Rahmen einer umfassenden Reorganisation der Rüstungsindustrie bis 2006 die Hälfte der 1.700 Rüstungsbetriebe zu schließen.
28.7.2001Staatsbesuch des Präsidenten von Guinea, Lansan Conte. Im Laufe des Besuchs unterzeichnet er ein Abkommen mit "Russkij aljuminij", das diesem Unternehmen eine verstärkte Rolle bei der Auswertung von Bauxit-Vorkommen in Guinea gibt.
29.7.2001Bei den Gouverneurswahlen in Nishnij Nowgorod setzt sich im zweiten Wahlgang der Kandidat der KPRF, Gennadij Chodyrew, durch. Er erhält 59% gegenüber 29% für den amtierenden Gouverneur Iwan Skljarow, der von Kirienko, dem Bevollmächtigten des Präsidenten für die Volgaregion, unterstützt worden war.
29.7.2001Während seines Besuchs in Sewastopol unterzeichnet Präsident Putin die neue russische Marinedoktrin, die auf einen Ausbau der maritimen Präsenz Russlands setzt.
31.7.2001Russische Spezialkräfte stürmen einen Bus, der unweit des Ortes Mineralnye Wody entführt worden ist. Der Entführer, ein Tschetschene, wird erschossen, einer der 41 Passagiere verletzt.
1.8.2001Ein Protestmarsch tschetschenischer Flüchtlinge in Inguschetien wird von der Polizei gewaltsam unterbunden. Mehrere Teilnehmer werden verhaftet.
2.8.2001Die Mineralölfirmen Sidanko, TNK und BP unterzeichnen eine Vereinbarung, die Konflikte zwischen den Unternehmen gütlich beilegt und einen Ausbau der Zusammenarbeit u.a. im Erdgasbereich vorsieht.
2.8.2001Die Regierung verabschiedet den Entwurf eines Privatisierungsprogramms, das vorsieht, im Jahre 2002 150 Staatsunternehmen ganz und von weiteren 300 Anteile zu verkaufen.
2.8.2001Informeller GUS-Gipfel in Sotschi. Im Verlaufe der Zusammenkunft trifft Putin den ukrainischen Präsidenten Kutschma und diskutiert mit ihm die Frage der ukrainischen Schulden gegenüber Russland. Mit den Präsidenten von Aserbaidschan, Alijew, und Kasachstans, Nasarbajew, erörtert Putin Problem der Kaspischen Region.
3.8.2001Im Schelkowsker Rayon in Tschetschenien werden der örtliche Polizeichef und sein Sohn von Guerillakämpfern entführt und ermordet. Eine Polizeiabteilung, die ihm zu Hilfe kommt, gerät in einen Hinterhalt und verliert 10 Mann.
4.8.2001Treffen Putins mit Kim Jong Il. Beide Präsidenten unterzeichnen eine Erklärung über Ausbau der Beziehungen und bekräftigen ihre Ablehnung des amerikanischen Raketenabwehrprogramms. Nordkorea erklärt sich bereit, weiter an seinem Moratorium für Raketentests festzuhalten. Es unterstützt auch ein Eisenbahnprojekt, das die Transsibirische Eisenbahn mit Häfen in Südkorea verbindet.
5.8.2001Das russische Aussenministerium teilt mit, dass Russland die europäische Geldwäsche-Konvention ratifiziert hat.
6.8.201Ministerpräsident Kasjanow teilt mit, dass er ein Dokument unterzeichnet hat, dass die Reform von EES Rossii in Kraft setzt.
6.8.2001Russische Kampfhubschrauber greifen ein Lager tschetschenischer Guerillakämpfer an, das russische Quellen als Basis des Feldkommandanten Shamil Basajew bezeichnen.
7.8.2001Verteidigungsminister Scharping besucht St. Petersburg und trifft mit seinem Amtskollegen Sergej Iwanow zusammen. U.a. wird ein Abkommen über Zusammenarbeit bei der Modernisierung des Jagdflugzeuges MiG-29 unterzeichnet.
7.8.2001Der stellvertretende Bürgermeister von Novosibirsk wird auf dem Weg ins Büro ermordet.
8.8.2001In einem Stern-Interview erklärt Bundeskanzler Schröder: "Wer in längeren historischen Dimensionen denkt, darf eine Nato-Mitgliedschaft Russlands langfristig nicht ausschliessen"
8.8.2001Innenminister Gryslow kritisiert vor Polizeioffizieren des Nordwestlichen Föderaldistrikts scharf die Arbeit der regionalen Dienststellen zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens (RUBOP) und kündigt ihre Auflösung an.
11.8.2001Der Ortsvorsteher von Pobedinskoe, Rayon Groznyj, wird von zwei Unbekannten erschossen.
12.8.2001US-Verteidigungsminister Rumsfeld besucht Moskau, um mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Iwanow Gespräche über Fragen der strategischen Waffen zu führen.
13.8.2001Präsident Putin unterschreibt ein Dekret, das alle russischen Anlagen für die Übertragung von Fernseh- und Rundfunksignalen einer neuen föderalen Behörde, dem Russischen Fernseh- und Rundfunkübertragunsnetz (RTRS), unterstellt.
13.8.2001Tschetschenische Guerillakämpfer greifen den Ort Benoj Jurt, südöstlich von Grosny, an und drohen damit, die russische Garnison in Vedeno abzuschneiden. Es kommt zu heftigen Kämpfen.
14.8.200143 Politiker, Wissenschaftler und Kulturschaffende veröffentlichen in der Zeitung "Sovetskaja Rossija" einen Aufruf, den "tödlichen Reformkurs" zu beenden. Zu den Unterzeichnern gehören der Vorsitzende der KPRF, Gennadij Sjuganow, der Chefredakteur der Zeitung "Zawtra", Alexander Prochanow, der Schriftsteller Jurij Bondarew und der Chefredakteur der Zeitung "Den' literatury", Wladimir Bondarenko.
16.8.2001Putin tritt einen Kurzurlaub in Karelien an. Nach dessen Ende am 23.8. wird er eine Reihe von Terminen in Nordwestrußland wahrnehmen.
19.8.2001An der Feier zum 10. Jahrestag der Niederschlagung des Augustputsches 1991 nehmen weder Putin noch Jelzin teil. Insgesamt versammelten sich nur wenig mehr als hundert Personen.
19.8.2001Bei einer Bombenexplosion auf dem Markt von Astrachan sterben 6 Menschen, etwa 50 werden verletzt. Der Hintergrund der Tat bleibt unklar.
19.8.2001Bei den Stichwahlen im Gebiet Irkutsk setzt sich der amtierende Gouverneur Boris Goworin (47%) gegen Sergej Lewtschenko von der KPRF (45%) durch. Goworin wurde von der Putin-Administration und dem Konzern "Russkij aljuminij" unterstützt, während SPS und Jabloko sich hinter den kommunistischen Kandidaten stellten.
20.8.2001Nach einer Woche heftiger Kämpfe gelingt es russischen Truppen, die Guerillakämpfer des Feldkommandanten Shamil Basajew in der Region zum Rückzug zu zwingen. Ein Sprecher der russischen Streitkräfte teilt mit, daß Basajew verwundet worden sei. Sechs Angehörige seiner Leibwache seien gefallen.
20.8.2001In Gefechten in Grosny werden neun tschetschenische Guerillakämpfer getötet und acht verhaftet.
20.8.2001Surkow, der stellvertretende Leiter der Präsidialverwaltung, hat ein zweistündiges Treffen mit Sprechern der Gesellschaft "Memorial".
21.8.2001Die Regierung verabschiedet den Entwurf für den Staatshaushalt 2002. Er wird der Duma am 26.8. vorgelegt.
21.8.2001Die Exfrau von Alexej Mordaschow, dem Vorsitzenden von "Severstal'", strengt ein Verfahren an, um diesen zur Zahlung erhöhten Unterhalts für das gemeinsame Kind zu zwingen. Ein Moskauer Gericht friert in diesem Zusammenhang Mordaschows Anteile an "Severstal'" (32,5%) ein.
22.8.2001Die Wehrbezirke Ural und Wolga werden zusammengelegt.
23.8.2001APN berichtet, daß Verteidigungsminister Sergej Ivanov 6 von 12 Abteilungsleiter der GRU (militärischer Nachrichtendienst) durch Mitarbeiter des SVR (Auslandsnachrichtendienst) ersetzt hat.
25.8.2001Bei einem Bombenanschlag auf dem Zentralen Markt in Gudermes (Tschetschenien) werden drei Personen getöet und elf verletzt.
27.8.2001Am 60. Jahrestag der Deportation durch Stalin beginnt in Moskau ein Kongreß der Rußlanddeutschen, der von der "Nationalen Kulturellen Autonomie Russlanddeutsche" (NKA) organisiert wird. Auf der Veranstaltung wird die offizielle Rehabilitierung der Rußlanddeutschen und eine Entschuldigung durch den Präsidenten gefordert.
28.8.2001 Der russische Sicherheitsrat hält eine Konferenz ab, auf der die Frage der tschetschenischen Flüchtlinge in Inguschetien erörtert wird.
28.8.2001Am Rande eines Wochenmarktes im Bezirk Kurtschaloj, 30 km östlich von Grozny, wird eine Autobombe gezündet, als eine Militärkolonne vorbeifährt. 6 Soldaten und 6 Passanten werden getötet, 6 weitere Personen werden verletzt.
29.8.2001Deutsche Spezialisten werden zur Restaurierung der 85m hohen Statue der "Mutter Heimat" in Wolgograd herangezogen. Das Denkmal erinnert an den sowjetischen Sieg in der Schlacht bei Stalingrad. An den Kosten der Reparatur beteiligt sich auch die deutsche Bundesregierung.
30.8.2001Die Regierung fasst den Beschluss, neue Schulbücher für den Geschichtsunterricht ausarbeiten zu lassen.
30.8.2001Im Smolensker Elektrizitätswerk "Smolenskenergo" explodiert eine Bombe. Personen kommen nicht zu Schaden. Es handelt sich möglicherweise um eine Reaktion von Stromkunden, die wegen hoher Aussenstände nicht mehr mit Elektrizität beliefert werden sollen.
1.9.2001Staatsbesuch des russischen Präsidenten in Finnland. Auf einer Pressekonferenz kritisiert er die Erweiterungspläne der NATO und erklärt, dass einschlägige Bestrebungen der baltischen Staaten die Probleme der europäischen Sicherheit nicht lösen.
3.9.2001Bei einem Bombenanschlag auf das Regierungsgebäude in Grosny wird eine Person getötet, fünf weitere verletzt - darunter auch Mitglieder der russlandfreundlichen tschetschenischen Regionalregierung. Die Bombe war in einer Toilette unter dem Sitzungssaal des Kabinetts plaziert worden.
3.9.2001Der ehemalige Ministerpräsident Jewgenij Primakow gibt seine Stellung als Fraktionsvorsitzender der OVR (Vaterland ­Ganz Russland) auf. Sein Nachfolger wird Wjatscheslaw Wolodin.
4.9.2001Durch eine starke Explosion wird in Machatschkale ein Bahnkörper zerstört. Menschen kommen nicht zu Schaden.
4.9.2001Der israelische Ministerpräsident Sharon trifft zu einem Staatsbesuch in Moskau ein und erörtert mit dem russischen Präsidenten die Situation im Nahen Osten. Russland beabsichtigt bei der Beendigung der Krise eine grössere Rolle zu spielen.
4.9.2001Durch einen Präsidialerlass wird eine Behörde geschaffen, die die Preise für Strom und Erdgas regeln soll.
4.9.2001Der ehemalige Bundeskanzler Helmut Kohl besucht Moskau auf Einladung Gorbatschows. Im Rahmen seine Aufenthalts trifft Kohl auch Jelzin und Putin.
5.9.2001Putin entsendet Andrej Wdowin als Sonderbotschafter in den Nahen Osten.
5.9.2001Putin empfängt den spanischen König Juan Carlos, der sich zu einem Privatbesuch in Moskau aufhält.
6.9.2001Putin fliegt überraschend nach Naltschik (Kabardino­Balkarien), um dort eine Rede über Erziehung und Sozialpolitik zu halten und die örtliche Bevölkerung zu treffen.
8.9.2001Ministerpräsident Kasjanow und sein chinesischer Amtskollege Zhu Rongji unterzeichnen in St. Petersburg eine Reihe von Abkommen, u.a. über den Erwerb von 5 Tu-204 Passagierflugzeugen und über die Projektierung einer Gaspipeline zwischen China und Russland.
10.9.2001In Karatschaewo-Tscherkessien wird ein Abgeordneter des regionalen Parlaments erschossen. Sein Begleiter wird bei dem Anschlag ebenfalls getötet.
10.9.2001Präsident Putin gratuliert Alexander Lukaschenko zu dessen überzeugendem Sieg bei den Präsidentschaftswahlen in Weissrussland (75% gegenüber 15% für den Oppositionskandidaten Gontscharik).
10.9.2001Alexander Woloschin, der Chef der Präsidialadministration, trifft in St. Petersburg ein, um Gespräche mit dem Leiter des Föderalbezirks Nordwest, Viktor Tscherkesow, zu führen. Es ist der Auftakt einer Reihe von Besuchen in den sieben Föderalbezirken.
11.9.2001Nach dem verheerenden Anschlag auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington spricht Putin den Amerikanern sein Mitgefühl aus.
11.9.2001In Zusammenhang mit den Terroranschlägen in den USA beruft der russische Präsident die Machtminister zu einer Sondersitzung zusammen. Die Luftabwehr wird in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt.
12.9.2001Auf Bitten der amerikanischen Regierung brechen die russischen Streitkräfte ein laufendes Manöver über dem Pazifik ab. Nachdem die US-Streitkräfte in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden sind, wollten beide Seiten mögliche Zwischenfälle vermeiden.
13.9.2001Auf der Sitzung des NATO-Rußland-Rats sprechen sich Vertreter beider Seiten für ein gemeinsames Vorgehen bei der Bekämpfung des Terrorismus aus.
13.9.2001Auf Anordnung des Präsidenten werden in Rußland im Gedenken der Opfer der Anschläge in New York und Washington die Flaggen auf Halbmast gesetzt. Um 12.00 findet eine Schweigeminute statt.
13.-14.9.2001Treffen der Ministerpräsidenten der sechs Mitgliedsstaaten der Shanghai-Grupppe (Rußland, China, Kasachstan, Usbekistan, Kirgisien, Tadschikistan) in Almaty. In ihrem Abschlußkommunique verurteilen die Regierungschefs die Attentate in New York und Washington und bezeichnen Terrorismus als eine "ernste Bedrohung der Menschheit".
14.9.2001Durch eine ferngezündete Mine werden in Grosny 5 Angehörige der Krasnodarer OMON und vier Vertreter der Region Kuban verletzt, die einen Konvoi mit Hilfsgütern begleiten.
15.9.2001In Grosny wird durch einen Anschlag ein Mineralöllager in Brand gesetzt.
15.9.2001Offizieller Besuch Präsident Putins in Jerevan (Armenien)
16.9.2001In Nowo Ogarewo findet eine Beratung statt, an der neben Präsident Putin Ministerpräsident Kasjanow, der Chef der Präsidialadministration Woloschin, der Sekretär des Sicherheitsrats Ruschajlo, Verteidigungsminister Sergej Iwanow, FSB­Chef Patruschev, Außenminister Igor Iwanow und Innenminister Gryslow teilnehmen. Später werden auch andere Personen herangezogen, u.a. der Chef der Zentralbank, Gerastschenko, der Energieminister und die Chefs von Gazprom und Itera.
16.9.2001Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow versetzt die 201. Division in Tadschikistan in Alarmbereitschaft.
17.9.2001Gruppen tschetschenischer Guerillakämpfer in Stärke von mehreren hundert Mann greifen überraschend die Städte Gudermes, Argun und Noshaj-­Jurt an. Es kommt zu heftigen Gefechten, in deren Verlauf nach russischen Angaben 15 Guerillas und 12 russische Soldaten getötet werden. Bei den nachfolgenden Säuberungsaktionen werden 400 Personen festgenommen.
17.9.2001Bei der Landung auf dem Flugplatz von Chankala bei Grosny wird ein Mi-8-Hubschrauber abgeschossen. Die Insassen, 3 Besatzungsmitglieder und 10 Passagiere, darunter Generalmajor Anatolij Posdnjakow, der stellvertretende Leiter der Operativen Hauptverwaltung des Generalstabs, werden getötet.
17.9.2001Präsident Putin trifft zu einem Arbeitsurlaub in Sotschi ein. Am Telephon erörtert er mit führenden Politikern der zentralasiatischen Länder die Lage nach den Anschlägen auf New York und Washington. In Kislowodsk spricht er vor führenden regionalen Politikern des südlichen Föderalbezirks.
17.9.2001In Moskau empfängt Wladimir Ruschajlo, der Sekretär des russischen Sicherheitsrats, den Sekretär des indischen nationalen Sicherheitsrates, Mishroj, zu einem Arbeitsbesuch.
18.9.2001In Karatschaewo-Tscherkessien wird der Führer der Oppositonsbewegung "Wosroshdenie", Keram Semjonow, von zwei Unbekannten erschossen.
18.9.2001Präsident Putin gibt die Neubesetzung des Präsidiums des Staatsrats bekannt, die im Halbjahresturnus erfolgt. Diesmal gehören ihm an: Dsasochow (Präsident von Nordossetien), Merkuschkin (Oberhaupt der Republik Mordowija), Oleg Betin (Gouverneur des Gebiets Tambov), Valerij Serdjukov (Gouverneur des Leningrader Gebiets), Valerij Serdjukow (Gouverneur des Gebiets Tscheljabinsk), Valentin Zwetkow (Gouverneur des Gebiets Magadan), Alexander Surikow (Verwaltungschef der Region Altaj).
18.9.2001Der Stellvertretende Ministerpräsident Ilja Klebanow gibt bekannt, daß die Regierung das Luftfahrtunternehmen "Suchoj" in eine Staatsholding umwandeln wird.
19.9.2001Auf Antrag der Fraktion "Vaterland-Ganz Rußland" (OVR) beschließt die Duma, Putins Aktivitäten nach dem Terrorakt gegen die USA moralisch und politisch zu unterstützen. Ferner verabschiedet die Duma eine Verordnung über den Kampf gegen den internationalen Terrorismus.
19.9.2001Es wird bekannt, daß das russische Außenministerium dem Dalai Lama das Einreisevisum verweigert hat.
19.9.2001Salman Abujew, der Leiter der Sicherheitsbehörden von Kurtschalov, ein enger Freund Kadyrows, gerät in einen Hinterhalt und wird erschossen. Auch seine Eskorte wird getötet.
19.9.2001An der Grenze zwischen Inguschetien und Tschetschenien wird ein Fahrzeug der russischen Luftlandetruppen beschossen. Vier Soldaten werden getötet, fünf verwundet.
20.9.2001Die Duma verabschiedet das Bodengesetz mit 257 gegen 130 Stimmen bei einer Enthaltung in dritter und letzter Lesung. Das Gesetz gibt den Bürgern Russlands das Recht, Grundstücke für private Nutzung zu erwerben.
20.9.2001Außenminister Igor Iwanow führt in Washington Gespräche mit Präsident George W. Bush und dem US-Außenminister Colin Powell über Kooperationsmöglichkeiten angesichts der Bedrohung durch den Terrorismus.
21.9.2001Achmad Kadyrow, der von der russischen Regierung gestützte Verwaltunschef von Tschetschenien, besucht in Begleitung der Muftis von Dagestan, Karatschewo-Tscherkessien und Inguschetien Syrien. Die Delegation führt Gespräche mit dem Mufti von Syrien und dem stellvertretenden Außenminister.
22.9.2001Der russische Generalstabschef, Anatolij Kwaschnin, trifft in Dušanbe den neuen militärischen Führer der afghanischen "Nordallianz", Mohammad Fahim.
24.9.2001Nach seiner Rückkehr aus Sotschi empfängt Präsident Putin die Führer der islamischen Geistlichkeit in Rußland zu einer Aussprache im Kreml.
24.9.2001Präsident Putin empfängt die Führer der Dumafraktionen und das Präsidium des Staatsrates im Kreml.
24.9.2001Präsident Putin empfängt die Führer der Dumafraktionen und das Präsidium des Staatsrates im Kreml.
24.9.2001Putin fordert die tschetschenischen Guerillakämpfern ultimativ auf, innerhalb von 72 Stunden Gespräche über die Abgabe der Waffen aufzunehmen.
24.9.2001In einer Fernsehansprache erläutert Putin die russische Haltung zu der "geplanten antiterroristischen Operation in Afghanistan". Er kündigt aktive Zusammenarbeit der Nachrichtendienste und bei humanitären Aktion an. Gegebenenfalls hält er auch eine weitergehende Zusammenarbeit für möglich.
25.9.2001Staatsbesuch Präsident Putins in Deutschland. Putin führt Gespräche mit dem Bundeskanzler und hält als erstes russisches Staatsoberhaupt eine Rede im Bundestag.
25.9.2001Verteidigungsminister Sergej Iwanow nimmt in Brüssel an einem Treffen der Verteidigungsminister teil.
Er teilt mit, daß Rußland und die zentralasiatischen Staaten den US-Streitkräften Luftkorridore und Stützpunkt für Luftschläge gegen Terroristenbasen in Afghanistan zur Verfügung stellen. Rußland selbst werde sich an solchen Einsätzen aber nicht beteiligen.
26.9.2001Putin trifft in Berlin mit dem italienischen Ministerpräsidenten Berlusconi zu einem Arbeitsfrühstück zusammen und erörtert mit ihm Fragen der Terrorismusbekämpfung und die Möglichkeit eines außerordentlichen G-8-Treffen.
26.9.2001Putin erklärt in Berlin, Rußland werde dieUSA im Kampf gegen den Terrorismus unterstützen. Zugleich fordert er, die NATO solle Rußland als Vollmitglied aufnehmen.
26.9.2001Der Personenzug Rostov-Baku entgleist 130 km südöstlich von Rostov am Don, weil Unbekannte 25m Gleis entfernt hatten. 16 Personen werden verletzt.
26.9.2001Vertreter der Präsidialadministration, des russischen Sicherheitsrates und der Machtministerien trafen sich mit Verwaltungschefs und Bürgermeistern geschlossener Städte und Territorien im Gebiet Tscheljabinsk, um deren Probleme und deren Zukunftsperspektive zu erörtern.
27.9.2001Der Bevollmächtigte des Präsidenten für den Südlichen Föderalbezirk, Viktor Kasanzew, teilt dem russischen Fernsehen mit, daß ein Abgesandter des tschetschenischen Präsidenten Maschadow Kontakt mit ihm aufgenommen hat.
Dieser bestätigt die Kontakte in einem Interview in der Zeitung "Kommersant" (29.9.2001).
27.9.2001Ein Moskauer Schiedsgericht erklärt die Aktiengesellschaft MNVK auf Antrag des Pensionsfonds LUKojl-Garant wegen wirtschaftlicher Unregelmäßigkeiten für aufgelöst. MNVK betreibt den Fernsehkanal TV-6. Mehrheitsaktionär ist Boris Beresowskij. LUKojl-Garant besitzt 15% der Anteile.
28.9.2001In einer Rede vor den Ministerpräsidenten der GUS fordert Putin die "Bruderländer" auf, sich zum Kampf gegen den Terrorismus zusammenzuschließen.
28.9.2001Auf einer Sondersitzung des Sicherheitsrates wird das Drogenproblem in Rußland erörtert. Putin unterstreicht, daß Drogenhandel die nationale Sicherheit bedroht und u.a. zur Finanzierung des Terrorismus beiträgt.
28.9.2001Verteidigungsminister Sergej Iwanow besucht Stockholm und führt Gespräche über russisch-schwedische Kooperation im militärischen Bereich.
1.10.2001Bei nächtlichen Überfällen auf die Orte Awtura, Schali und Sershen-­Jurt in Tschetschenien töten Guerillakämpfer sieben Personen, darunter Angehörige der Verwaltung und der Miliz. Vier Personen werden verletzt. Das Gerichtsgebäude in Schali wird niedergebrannt.
1.10.2001In Reaktion auf den Angriff beginnen russische Truppen eine Säuberungsaktion im Argun-Tal, die zehn Tage dauert. Die drei Orte werden abgesperrt, etwa 50 Einwohner verhaftet und mehrere Häuser niedergebrannt.
1.10.2001Alexander Mamut verliert seine Position als Vorsitzender des Aufsichtsrats der MDM-Bank. An seine Stelle rückt Andrej Melnitschenko, bisher Vorsitzender der Geschäftsführung, der über 75% der Anteile an der Bank hält.
2.10.2001Präsident Putin trifft in Brüssel zum EU-Rußland-Gipfel ein. Vor dem Zusammentreffen mit den Staatsoberhäuptern der EU führt er auch Gespräche mit der belgischen Regierung.
2.10.2001Besuch des iranischen Verteidigungsministers, Ali Shamkhani, in Moskau. Mit seinem russischen Amtskollegen, Sergej Iwanow, führt er Gespräche über den Ausbau der militärischen und Rüstungskooperation.
Es wird ein Rahmenabkommen über die Lieferung von Rüstungsgütern unterzeichnet. U.a. sollen Jagdflugzeuge vom Typ Su-27 und Su-30, Hubschrauber vom Typ Ka-50 und Ka-52 sowie Kampfpanzer vom Typ T-90- und T-82U geliefert werden.
2.­3.10.2001Generalstabschef Kwaschnin führt in Jerevan Gespräche mit dem armenischen Präsidenten und dem armenischen Verteidigungsminister und erörtert Fragen der militärischen Zusammenarbeit und den gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus.
3.10.20018. EU-Rußland-Gipfel in Brüssel. Die beiden zentralen Themen sind der Kampf gegen den Terrorismus und die Zusammenarbeit im Bereich der Energieerzeugung. Es werden monatliche Konsultationen zwischen Russland und dem politischen und sicherheitspolitischen Komitee der EU vereinbart.
3.10.2001Der US-Außenminister Colin Powell erklärt, die Beziehungen zwischen Rußland und den USA hätten sich grundlegend gewandelt: "It is a seismic seachange of historic proportions."
3.10.2001Eine Gruppe tschetschenischer und georgisch-mingrelischer Guerillakämpfer unter Führung des tschetschenischen Feldkommandanten Ruslan Gelaev, deren Zahl je nach Quelle mit 5-­500 Mann angegeben wird, besetzt den Ort Georgievskoe in Abchasien. In den Gefechten, bei denen die abchasische Seite Artillerie einsetzt, wird ein abchasischer Soldat getötet, vier oder fünf Einwohner gelten als vermißt. Zwei Guerillakämpfer werden gefangengenommen.
4.10.2001Nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Robertson in Brüssel erklärt Putin, daß Rußland die Beziehungen zur NATO ändern und vertiefen wolle. Die Opposition gegen die Osterweiterung der NATO werde man aufgeben, wenn die NATO sich stärker in eine politische Organisation verwandele und Rußland in die relevanten Diskussionen einbezogen werde.
4.10.2001Eine russische Passagiermaschine des Typs Tu-154 der Gesellschaft "Sibir'"auf dem Weg von Tel Aviv nach Novosibirsk wird über dem Schwarzen Meer aus Versehen von einer ukrainischen Luftabwehrrakete getroffen und stürzt ab. Keiner der 77 Insassen überlebt.
4.10.2001In der Umgebung von Chabarowsk wüten schwere Waldbrände. Etwa 53.000 qkm Taiga stehen in Flammen. Die Stadt ist von einer Smog-Wolke eingehüllt. In der Region wird der Notstand ausgerufen.
4.10.2001Putin empfängt Verteidigungsminister Sergej Iwanow im Kreml. Dem Vernehmen nach werden finanzielle Fragen der Militärreform und Maßnahmen zum Kampf gegen den Terrorismus erörtert.
4.10.2001Ministerpräsident Kasjanow unterzeichnet in Kiev ein Abkommen, in dem die ukrainischen Schulden für Gaslieferungen restrukturiert werden.
4.10.2001Auf dem Weg nach Pakistan unterbricht der britische Premierminister Tony Blair seine Reise in Moskau für Konsultationen mit Präsident Putin.
4.10.2001Die Regierung beschließt, Afghanistan humanitäre Hilfe in Höhe von 102,5 Mio Rubel zu gewähren.
4.1.2001Die Zeitung "Vedomosti" berichtet, daß "Russkij aljuminij" (Hauptaktionäre Roman Abramowitsch und Oleg Deripaska) Kontrollpakete der "Avtobank", der Versicherung "Ingosstrach" und des Hüttenkombinats NOSTA erworben haben.
5.10.2001Generalleutnant Wladimir Moltenskoj wird Oberbefehlshaber der Vereinigten Gruppierung der Truppen in Tschetschenien.
6.10.2001Russische Truppen leiten in mehreren Bezirken Tschetscheniens Sonderoperationen ein. Im Laufe von 14 parallel durchgeführten Aktionen werden mindestens 13 Guerillakämpfer getötet. Zahlreiche Personen werden festgenommen.
7.10.2001Um 8 Uhr morgens Moskauer Zeit informiert US-Präsident Bush Präsident Putin, daß in einer halben Stunde Luftangriffe auf Ziele in Afghanistan beginnen werden.
8.10.2001Der Rumpf des gesunkenen U-Boots "Kursk" wird vom Meeresboden gehoben und unter dem Bergungsponton "Giant-4" hängend in Richtung Murmansk geschleppt.
8.10.2001Eine Gruppe von ca. 100 Guerillakämpfern greift Atschchoj-­Martan, den Hauptort des gleichnamigen Bezirks in Tschetschenien, an. Im Verlaufe der Gefechte werden wenigstens vier Angehörige der prorussischen Polizeikräfte getötet.
8.10.2001Ein Hubschrauber mit UN-Beobachtern wird über Abchasien abgeschossen. Die neun Insassen, darunter der ungarische Stabschef der UN-Beobachtermission, werden getötet.
8.10.2001Der Journalist Pawel Felgengauer, ein führender russischer Militärspezialist, behauptet in einem Interview, die Kampfpanzer, die Rußland an die afghanische Nordallianz liefere, seien mit russischen Soldaten bemannt. Dies wird vom russischen Verteidigungsminister dementiert.
10.10.2001Der Schleppzug mit dem Bergungsponton "Giant-4" und dem Wrack des U-Boots "Kursk" trifft in der Kola-Bucht ein und erreicht Rosljakowo.
10.10.2001Putin erörtert mit Islam Karimow, dem usbekischen Präsidenten, die Lage in Afghanistan und Zentralasien. Verteidigungsminister Sergej Iwanow teilt mit, daß auf Basis von Abmachung zwischen Putin und den Staatsoberhäuptern von Usbekistan und Tadschikistan russische Generäle in diese Länder entsandt werden, um die Verteidigungsmaßnahmen zu koordinieren.
10.10.2001Der Oberste Gerichtshof entscheidet, daß Gerichte nicht das Recht haben, die Jahresversammlungen der Anteilseigner von Aktiengesellschaften zu untersagen.
10.10.2001Auf 42 Flughäfen beginnen die Fluglotsen einen Hungerstreik, um gegen ein Gesetz zu protestieren, das Gewerkschaften von Kollektivverhandlungen ausschließt, wenn sie weniger als 50% der Angestellten vertreten.
10.10.2001Die georgischen Behörden protestieren gegen das Eindringen russischer Kampfflugzeuge in ihren Luftraum. Diesen Quellen zufolge greifen die russischen Luftstreitkräfte Gruppen georgischer und tschetschenischer Guerillakämpfer im Kodori-Tal an.
11.10.2001Der Föderationsrat verabschiedet das Bodengesetz mit 103 gegen 29 Stimmen bei 3 Enthaltungen.
11.10.2001Deas georgische Parlament fordert Rußland auf, seine Kontingente aus der Friedenstruppe in Abchasien abzuziehen.
12.10.2001Alfred Koch gibt seinen Posten als Vorstand von "Gazprom-Media" auf. In einem NTV-Interview erklärt er, man habe ihm mit einer Apparatintrige hinausgedrängt.
12.10.2001In der Kodori-­Schlucht kommt es zu Gefechten zwischen tschetschenisch-georgischen Guerillagruppen und abchasischen Einheiten.
12.10.2001Angesichts der Zuspitzung der Lage in Abchasien verstärkt Rußland seine Truppen in Karacaevo-Tscherkesija.
12.10.2001Anatolij Safonow, 1994-1997 Erster Stellvertretender Vorsitzender des Inlandsgeheimdienstes FSB, wird zum Stellvertretenden Außenministerium ernannt. Er wird für die internationale Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Terrorismus zuständig sein.
13.10.2001Die Gruppe tschetschenisch-georgischer Guerillakämpfer im Kodori-Tal durchbricht in kleinen Gruppen die Blockade abchasischer Truppen und bewegt sich in Richtung Norden. Insgesamt sollen im Verlauf der Gefechte der letzten Tage 15 abchasische Soldaten und 60 "Eindringlinge" getötet worden sein.
15.10.2001Staatsbesuch des polnischen Präsidenten Kwasniewski in Moskau. Treffen mit Putin. Die beiden Staatsoberhäu;pter sprechen sich für eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den Ländern aus. U.a. wird das Projekt einer Gaspipeline über polnisches Territorium erörtert.
16.10.2001Putin erörtert mit den Präsidenten von Kasachstan und Tadshikistan, Nultan Nasarbajew und Imomali Rachmonov, die Entwicklungen in Afghanistan und die Zusammenarbeit zwischen Rußland und den Staaten Zentralasiens.
16.10.2001Tschetschenische Guerillas überfallen einen Polizeiposten in Wedeno, südöstlich von Grosny, und erbeuten die dort vorhandenen Waffen. In der Schali-­Region überfallen Guerillakämpfer einen Konvoi russischer Truppen des Innenministeriums. 3 russische Soldaten werden getötet, 10 verwundet.
16.10.2001Der georgische Präsident Schewardnadze telephoniert mit Putin, um die Beziehungen zwischen beiden Ländern zu erörtern. Die Gesprächspartner stimmen darin überein, beim Kampf gegen den Terrorismus und bei der Lösung der Krise in Abchasien zusammenzuarbeiten.
16.10.2001Das Militärkommissariat von Nishnij Nowgorod entscheidet über die Anträge von 14 Kriegsdienstverweigerern und beruft 9 davon zu einem zivilen Ersatzdienst ein. Damit wird in Rußland erstmals das verfassungsmäßige Recht auf Wehrdienstverweigerung praktisch umgesetzt.
16.10.2001Putin dekretiert Umbesetzungen in der Regierung.
Alexander Dondukow, bisher Minister für Industrie, Wissenschaft und Technologie, wird durch Ilja Klebanow abgelöst, der aber seine bisherigen Aufgaben als Vizepremier und Verantwortlicher für Rüstungsindustrie weiter ausübt.
Das Ministerium für föderale Fragen wird aufgelöst, der Minister, Alexander Blochin, entlassen. Die Aufgaben den Ministeriums sollen zwischen dem Innenministerium, dem Wirtschaftsministerium und dem Außenministerium aufgeteilt werden.
Ein Ministerium für die Koordinierung der Arbeit der föderalen Behörden gegenüber den Regionen soll neu eingerichtet werden, ist vorläufig aber nicht besetzt.
17.10.2001Auf dem Weg nach Shanghai besucht Putin die Stadt Lensk, die im Frühjahr durch Hochwasser stark gelitten hatte, um sich über den Stand der Wiederaufbauarbeiten zu orientieren.
17.10.2001Treffen Putins mit der Führung des Verteidigungsministeriums und des Generalstabs, an dem auch Alexej Kudrin und Ilja Klebanow, Stellvertretende Ministerpräsidenten mit Zuständigkeit für Finanzen bzw. Rüstungspolitik, teilnehmen.
17.10.2001Putin gibt bekannt, daß Rußland zum 1. Januar 2001 den Militärstützpunkt Cam Ranh in Vietnam und und das radioelektronische Zentrum Lourdes auf Kuba aufgeben wird.
17.10.2001Gründungskonferenz des Verbandes "Delovaja Rossija" (Kommerzielles Rußland), der sich für die Interessen von kleinen und mittleren Unternehmen einsetzen will. Am Vortrag wurden 6 Vertreter der Organisation von Präsident Putin empfangen.
17.10.2001Jurij Lushkow, der Bürgermeister von Moskau, unterzeichnet ein Dekret, das die Moskauer Stadtpolizei dem russischen Innenminister unterstellt.
17.10.2001Ein Polizeiposten in der Nähe des Dorfes Alchan-Kala (Tschetschenien) wird von Guerillakämpfern überfallen. Drei Milizionäre aus Nishnij Nowgorod werden getötet.
18.10.2001Achmad Kadyrow, der Vorsitzende von Rußland gestützten Regierung , gibt eine Restrukturierung seines Verwaltungsapparats bekannt, der vom Regierungsapparat getrennt werden soll. Kadyrow wirft seiner Verwaltung insbesondere vor, daß sie nicht mit dem "Banditentum" fertig geworden sei.
18.-21.10.2001Präsident Putin nimmt am APEC-Gipfel in Shanghai teil. Im Kontext des Gipfels führt er Gespräche u.a. mit US-­Präsident Bush, dem vietnamesischen Ministerpräsidenten, den Präsidenten von Süd­Korea und Mexiko, dem malaisichen Ministerpräsidenten und dem Präsidenten der Volksrepublik China, Jiang Zemin.
19.10.2001Der Generalstaatsanwalt leitet gegen den Finanzmagnaten und Eisenbahnminister Nikolaj Aksenenko ein Verfahren wegen Amtsmißbrauchs ein. Der Minister übt sein Amt vorläufig weiter aus.
20.10.2001Der Rumpf des U-Bootes "Kursk"wird in ein Schwimmdock im Hafen von Rosljakowo (bei Murmansk) bugsiert. Mit Hilfe des Docks wird es an die Oberfläche gebracht.
21.10.2001Präsident Putin und US-Präsident Bush führen ein Vieraugengespräch in Shanghai. Erörtert werden u.a. die Situation in Afghanistan und das von den USA geplante Raketenabwehrsystem. In der folgenden Pressekonferenz erklären sie ihren Willen, den Terrorismus bis zur endgültigen Vernichtung zu bekämpfen.
22.10.2001Der französische Ministerpräsident Jospin besucht Moskau. In Gesprächen mit Ministerpräsident Kasjanow optiert er für einen gemeinsamen Wirtschaftsraum, der Rußland und die EU umfaßt.
22.10.2001Der Generalstaatsanwalt bestätigt Meldungen, daß er im Zusammenhang mit dem Verfahren wegen Unterschlagungen bei Aeroflot einen Haftbefehl gegen Boris Beresowskij ausgestellt hat.
22.10.2001 Generalstaatsanwalt Ustinow besichtigt das Wrack des U-Bootes "Kursk" in Rosljakovo. Er wird von einer vierzigköpfigen Untersuchungskommission begleitet, die die Unglücksursache ermitteln soll.
22.10.2001Außerordentliche Sitzung der russischen Regierung in Duschanbe.
22.10.2001Dreiseitiges Treffen der Präsidenten Rußlands, Afghanistans und Tadžikisans in Duschanbe.
24.10.2001Kurzes Treffen zwischen Putin und dem stellvertretenden israelischen Ministerpräsidenten Sharansky, der Moskau besucht.
24.10.2001Der Verkehr auf der Bahnlinie Petersburg-Moskau wird für 24 Stunden eingestellt, um die Arbeiten an einer Begradigung der Linie fertigzustellen. Dabei wurde eine 17km lange Kurve beseitigt, die als "Der Finger des Zaren" bekannt war.
24.10.2001Ein Kommunikationssatellit des Typs "Molnija" wird in die Erdumlaufbahn gebracht. Er soll die Fernmeldeverbindung zu den im Ausland stationierten Truppen sichern.
24.10.2001Auf einer Aktionärsversammlung von Gazprom-Media wird ein neuer Direktorenrat gewählt. Vorstandsvorsitzender wird Alexander Dybal, Generaldirektor Boris Jordan.
25.10.2001Staatsbesuch des italienischen Präsidenten Berlusconi in Moskau. Er erörtert mit Putin die Lage im mittleren Osten und Maßnahmen zur Bekämpfung des Terrorismus.
25.10.2001Die Regierung verabschiedet ein Konzept zur Restrukturierung der Wneschekonombank. Das Kreditinstitut soll in eine Geschäftsbank und eine staatliche Agentur für den Auslandsschuldendienst aufgeteilt werden. Das Konzept soll am 1. Dezember in Kraft treten.
25.10.2001Putin unterzeichnet einen Erlaß, mit dem der Stopp der Waffenlieferungen für die Republik Jugoslawien aufgehoben wird.
26.10.2001Im Ministerium für Katastrophenhilfe, an dessen Spitze Schojgu steht, nimmt die Militärstaatsanwaltschaft Durchsuchungen vor. Nach Angaben des Generalstaatsanwalts richtet sich der Verdacht nicht gegen den Minister, wohl aber gegen hochrangige Mitarbeiter.
26.10.2001Putin unterzeichnet das Bodengesetz und setzt es damit in Kraft.
27.10.2001Auf dem Kongreß der Bewegung "Jedinstwo" (Einheit) verabschieden die Delegierten einstimmig den Beschluß, sich mit "Otetschestwo" (Vaterland) und "Wsja Rossija" (Ganz Rußland) zu einer Partei zusammenzuschließen.
28.10.20016 Mi-24-Hubschrauber und 4 Su-25-Bomber, die aus dem russischen Luftraum kommen, fliegen Angriffe auf Ziele nahe des Maruch-Gebirgspasses in Georgien. Das georgische Außenministerium protestiert gegen diese Luftraumverletzungen.
28.10.2001Bei den Gouverneurswahlen im Gebiet Orel setzt sich der Vorsitzende des Föderationsrates Egor Stroev mit über 90% der Stimmen durch. Nach der Inauguration ist er gehalten, sein Amt im Föderationsrat aufzugeben.
29.10.2001Der Präsident der Exxon-Tochter Exxon-Neftegaz, Neil Duffin teilt in Moskau mit, daß Exxon 12 Milliarden Dollar in die Ölförderung in Russland investieren will. Das Geld soll in den nächsten acht Jahren in das Projekt Sachalin-1 fließen.
30.10.2001Der Stellvertretende Vorsitzende des Parlaments von Dagestan, Arsen Kammajew, und der Chef der Promstrojbank der Republik, Abdulhalik Musajew, werden am späten Abend durch Schüsse schwer verletzt und sterben im Krankenhaus. Die beiden Schützen werden am 3.11. verhaftet. Auftraggeber war Saigid-Batal Uzunov, der Verwaltungschef von Novolak.
30.10.2001Putin unterzeichnet den Erlaß zur Gründung der Luftfahrtholding OAO AHK "Suchoj". Den Kern der Holding bilden das Suchoj-Konstruktionsbüro und drei Flugzeugwerke in Irkutsk, Nowosibirsk und Komsomolsk-na-Amure. Eine der Hauptaufgaben wird die Entwicklung eines multifunktionalen Jagdflugzeugs der 5. Generation sein.
30.10.2001In Moskau stürmen am Vormittag 300 Jugendliche, darunter solche mit Abzeichen der rechtsradikalen Organisation RNE (Russische Nationale Einheit), den Markt bei den Metro-Stationen Kaschirskaja­Kachovskaja­Zaryzino und greifen Händler aus dem Nordkaukasus an. Bei den Auseinandersetzungen werden 2 Personen getötet, 15 weitere verletzt. 20 Personen werden festgenommen.
30.10.2001Der Direktor der Elektrizitätsfirma Wostokenergo, Viktor Manakow, teilt mit, daß Rußland und Nordkorea ein Abkommen unterzeichnet haben, das vorsieht, die Stromnetze beider Länder zu integrieren.
30.10.2001Auf einer gemeinsamen Sitzung billigen der Staatsrat und der nationale Sicherheitsrat die neue Verteidigungskonzeption.
31.10.2001Die Nachrichtenagentur Interfax meldet, daß die russischen Kommandoeinheiten in Tschetschenien im Vorfeld des Treffens zwischen Viktor Kasanzew, dem Bevollmächtigten des Präsidenten für Südrußland, und Achmed Sakajew, dem Vertreter des tschetschenischen Präsidenten Maschadow, den Befehl erhalten haben, ihre Aktivitäten vorläufig einzustellen. Die Meldung wird von russischen Militärs dementiert.
31.10.2001Außenminister Igor Iwanow führt in Moskau Gespräche mit seinem britischen Amtskollegen Jack Straw über den Kampf gegen den Terrorismus und die künftige politische Entwicklung in Afghanistan.
31.10.2001In Novye Aldy in Tschetschenien wird Magomed Dolkajew, ein namhafter geistlicher Führer, vor seinem Haus durch vier Schüsse in den Kopf getötet. Der 70jährige war ein aktiver Unterstützer Maschadows.
1.11.2001Außenminister Igor Iwanow trifft sich in Washington mit seinem amerikanischen Amtskollegen Colin Powell und erörtert Fragen der Terrorismusbekämpfung und der strategischen Stabilität, namentlich der Raketenabwehr.
1.11.2001In Moskau tagt die russisch-amerikanische Arbeitsgruppe zu Afghanistan. Die Gespräche werden von dem stellvertretenden US-Außenminister Richard Armitage und dem Ersten stellvertrenden Außenminister Rußlands, Vjaceslav Trubnikov, gemeinsam geleitet.
1.11.2001Präsident Putin unterzeichnet den Erlaß über die Gründung eines Komitees für Finanzmonitoring beim Finanzministerium. Das Komitee soll den Kampf gegen Geldwäsche koordinieren. An seiner Spitze steht der Stellvertretende Finanzminister Viktor Subkow.
1.11.2001Der Strommonopolist EES Rossii gründet eine Medienholding, an deren Spitze Irena Lesnewskaja steht, die Chefin von REN-TV.
1.11.2001Die Informationsabteilung des Präsidenten gibt bekannt, daß im Laufe des 2. Tschetschenienkrieges bisher 3.483 Angehörige der russischen Streitkräfte gefallen und 11.661 verwundet wurden. Die Zahl der getöteten Guerillakämpfer wird mit 11.000 beziffert.
2.11.2001 Der Präfekt des westlichen Verwaltungsbezirks von Moskau, Sergej Balašov, wird in seinem Wagen von zwei Unbekannten erschossen.
3.11.2001 Der amerikanische Verteidigungsminister Rumsfeldt führt in Moskau Gespräche mit Präsident Putin.
2.11.2001Ein Unbekannter wirft zwei Handgranaten auf den Wagen des Bürgermeisters von Makalatschka (Dagestan), Said Amirow. Er übersteht das 14. Attentat auf ihn unverletzt. Zwei Unbeteiligte werden leicht verletzt.
3.11.2001Der amerikanische Verteidigungsminister Rumsfeldt führt in Moskau Gespräche mit Präsident Putin.
3.11.2001Das russische Verteidigungsministerium teilt mit, daß die letzten russischen Truppen den Militärstützpunkt Gudauta (Abchasien) verlassen haben.
4.11.2001Eine Gruppe von 15 Personen eröffnet in der Nacht vom 4. auf den 5.11. das Feuer auf das Gebäude der tschetschenischen Justizverwaltung in Grosny.
5.11.2001Präsident Putin besucht das Hauptquartier des militärischen Nachrichtendienstes GRU und kündigt einen Ausbau des Dienstes an.
6.11.2001Der Journalist Alexander Chinschtejn (Moskowskij Komsomolez) erhält den Preis des russischen Innenministeriums (MVD) für seine Berichterstattung über Korruption u.a. im Innenministerium selbst.
6.11.2001Ein Attentatsversuch auf den Chef der rußlandfreundlichen tschetschenischen Regierung, Achmed-Hadschi Kadyrow, schlägt in Argun fehl. Drei seiner Leibwächter werden verletzt.
6.11.2001Der indische Ministerpräsident besucht Moskau und führt Gespräche mit Putin.
7.11.2001Am ehemaligen Revolutionsfeiertag finden in Moskau vier größere Demonstrationszüge statt. U.a. marschieren ca. 1.200 Veteranen über den Roten Platz, um den 60. Jahrestag der Schlacht von Moskau zu feiern. 10.000 Jugendliche mit Putin-T-Shirts demonstrieren für, ca. 10.000 Anhänger der KPRF gegen die Regierung. Es kommt zu keinen Zwischenfällen.
8.11.2001Ministerpräsident Kasjanow unterzeichnet ein Dekret, das Norilsk wieder zur Geschlossenen Stadt erklärt.
9.11.2001Der Direktorenrat von EES Rossii ernennt Sergej Dubinin zum Stellvertretenden Vorsitzenden des Unternehmensvorstands. Zuletzt hatte dieser dieselbe Position bei Gazprom bekleidet.
9.11.2001Ministerpräsident Kasjanow teilt mit, daß eine Reihe russischer Mineralölunternehmen beschlossen habe, die Erdölförderung zu verringern.
11.11.2001Auf der UN-Klimaschutz-Konferenz in Marrakesch erklärt sich Russland bereit, das Klimaschutzprotokoll von Kyoto zu ratifizieren, nachdem ihm von der Staatengemeinschaft erhebliche Zugeständnisse gemacht worden sind.
12.11.2001Putin spricht auf der Konferenz des Führungspersonals der Streitkräfte. Er nennt vier Schlüsselbereiche der Verteidigungspolitik: Vervollkommnung der Führungsstrukturen, Konzentration der Ressourcen in prioritären Feldern, Optimierung der Streitkräftestrukturen und Steigerung der Ausbildungsqualität.
12.11.2001Staatsbesuch des slowakischen Präsidenten Rudolf Schuster in Moskau. Gespräche mit Putin.
13.-15.11.2001Staatsbesuch des russsichen Präsidenten in den USA. In Gesprächen mit Präsident Bush erörtert er u.a. den Kampf gegen den Terrorismus, die nukleare Abrüstung, die Frage der Raketenabwehr und Wirtschaftsthemen. Bush und Putin kündigen jeweils einseitig einschneidende Reduzierungen der strategischen Nuklearsysteme an. Bei der Raketenabwehr bestehen die Meinungsverschiedenheiten fort.
13.11.2001Der britische Verteidigungsminister Geoffrey Hoon unterzeichnet ein Abkommen mit der russischen Rüstungsexportagentur Rosoboroneksport, das vorsieht, daß Rosoboroneksport im Auftrage Großbritanniens für 45 Mio. US-Dollar Waffen und Dienstleistungen an die afghanische Nordallianz liefert.
13.11.200111 Rayons im Gebiet Leningrad werden durch Schneefälle von der Stromversorgung abgeschnitten.
15.11.2001Das Oberste Gericht von Sacha (Jakutien) verweigert Wjatscheslaw Schtyrow, dem Präsidenten von ALROSA, einem Unternehmen, das die Edelsteingewinnung in Russland kontrolliert, die Zulassung als Kandidat für die regionalen Präsidentenwahlen.
15.11.2001Die russischen Streitkräfte teilen mit, daß sie im Rahmen einer vierwöchigen Operation, die am 12.10. begonnen wurde, 376 tschetschenische Guerillakämpfer getötet und 545 gefangengenommen haben.
15.11.2001In Dagestan werden drei Personen festgenommen, die angeblich im Auftrag des Feldkommandanten Chattab unterwegs waren, um den russischen Generalstaatsanwalt Ustinow zu töten, der sich anläßlich des Prozesses gegen den tschetschenischen Feldkommandanten Radujevwin der Hauptstadt der Region, Machatschkala, aufhält.
15.11.2001Ministerpräsident Kasjanow weist ein Ersuchen der OPEC zurück, die Rußland, Norwegen und Mexiko gebeten hatte, ihre Erdölförderung zu reduzieren.
15.11.2001In Machalatschka, der Hauptstadt von Dagestan, beginnt der Prozeß gegen den tschetschenischen Feldkommandanten Salman Raduev.
18.11.2001In der Nähe eines Polizeipostens in Grosny wird eine Bombe gezündet. Zwei Milizionäre werden getötet.
18.11.2001Auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo-2 treffen sich Viktor Kasanzew, Bevollmächtiger des Präsidenten für die Südbezirke, und Achmed Sakajew, der Vertreter des tschetschenischen Präsidenten Maschadow.
19.11.2001Im Gebiet Tver' stürzt ein Il-18 ab. Alle Insassen kommen ums Leben. Ursache ist ein technischer Fehler.
20.11.2001In Novoe Urengoj findet in Anwesenheit von Präsident Putin eine Beratung zur Entwicklung der russischen Gasindustrie statt. Vor dem Beginn der Veranstaltung händigt der Präsident dem früheren Gazpromchef Wjachirew den Verdienstorden IV. Klasse aus.
21.-22.11.2001Im Moskauer Kreml findet ein Bürgerforum statt, an dem 5.000 Vertreter von Nichtregierungsorganisationen teilnehmen. Präsident Putin tritt vor dem Forum mit einer Begrüßungsansprache auf.
22.-23.11.2001Offizieller Besuch des Generalsekretärs der NATO, George Robertson. Nach einem Aufenthalt in Wolgograd trifft Robertson in Moskau mit Putin, Ruschajlo, Igor Iwanow u.a. zusammen.
23.11.2001Putin trifft im Kreml mit Vertretern der Wirtschaft zusammen. Erörtert werden u.a. die Steuerreform, die Entbürokratisierung der Wirtschaft und der Erdölpreis.
24.11.2001Mehrere Sozialdemokratische Bewegungen und Parteien schließen sich in Moskau zur SDPR (Sozialdemokratische Partei Rußlands) zusammen. Auf dem Gründungskongreß wird Konstantin Titow, der Gouverneur von Samara, zum Vorsitzenden gewählt, Michail Gorbatschow zum Parteiführer.
26.11.200112 Transportflugzeugen vom Typ Il-76 bringen Gerät und Personal nach Kabul, um die russische Botschaft in Betrieb zu nehmen und ein Katastrophenhilfszentrum einzurichten.
26.11.2001Der Generaldirektor der Aktiengesellschaft "Wostotschnyj port" Leonid Bockov wird von Unbekannten erschossen. Die Gesellschaft betreibt mit dem Hafen Nachodka den größten Hafen in der Region Primorje.
26.11.2001Die Berufungskammer des Moskauer Schiedsgerichtshofs bestätigt die erstinstanzliche Entscheidung vom 27. September, die Medienholding MNVK aufzulösen. MNVK betreibt den Fernsehsender TV-6.
27.11.2001Der russische Sicherheitsrat erörtert den Stand der Mobilmachungsbereitschaft und die Organisation der nationalen Verteidigung. Putin erklärt, die Mobilisierungsprozeduren seien überholt und entsprächen nicht der russischen Realität.
27.11.2001Unbekannte Flugzeuge dringen von Rußland aus in den georgischen Luftraum ein und werfen Bomben im Pankisi-Tal. Zwei Schafhirten werden getötet.
28.11.2001Kongreß der Föderation der unabhängigen Gewerkschaften in Moskau. Putin spricht ein Grußwort.
30.11.2001Gipfeltreffen der GUS-­Staaten in Moskau.
1.12.2001Nachdem der Generalstaatsanwalt Ustinow Präsident Putin seinen Bericht über den Untergang der "Kursk" vorlegt, werden eine Reihe hoher Offiziere der Nordmeerflotte, darunter der Oberbefehlshaber, sein Stabschef und der Kommandeur der U-Boot-Flottille disziplinar bestraft.
1.12.2001Gründungskongreß der Partei "Jedinstwo i Otetschestvo" (Einheit und Vaterland). Sergej Schojgu, Jurij Lushkow und Minitmer Schajmijew werden zu Kovorsitzenden gewählt. In einer Ansprache vor dem Kongreß beglückwünscht Präsident Putin die Delegierten zu dem Zusammenschluß, warnt sie aber davor, sich als "Partei der Macht" zu betrachten.
2.12.2001Der stellvertretende Militärstaatsanwalt der russischen Truppen in Tschetschenien, Oberstleutnant Roman Grigorjan, wird in Argun von russischen Posten erschossen, als sein Wagen Haltesignale an einer Straßensperre nicht beachtet.
4.12.2001Während eines Besuches in Sewerodwinsk nimmt Putin an der feierlichen Übergabe des neuen U-Boots "Gepard" an die Nordmeerflotte teil.
4.12.2001Riswan Lorsanow, 1996 Vermittler bei der Beendigung des ersten Tschetschenienkriegs und 1997 tschetschenischer Dumaabgeordneter, stirbt, als sein Wagen südöstlich von Grosny auf eine Mine gerät.
5.12.2001Ministerpräsident Kasjanow vereinbart mit den Vertretern der großen Mineralölgesellschaften, daß Rußland seine Erdölförderung ab 1.1.2002 um 150.000 Barrel pro Tag verringern wird.
5.12.2001Sergej Mironow, der Vertreter der Petersburger Gesetzgebenden Versammlung im Föderationsrat, wird zum neuen Vorsitzenden des Föderationsrats gewählt, da Jegor Strojew zum Gouverneur des Gebiets Orel gewählt wurde und daher aus dem Föderationsrat ausscheidet.
6.12.2001Putin ernennt Wladimir Sorin zum Minister ohne Geschäftsbereich. Sorin soll die Tätigkeit der Regierungsstellen in Nationalitätenangelegenheiten koordinieren.
6.12.2001Bei einer gemeinsamen Sitzung der Außenminister Russlands und der 19 NATO-Staaten wird die Schaffung eines "NATO-Russia Permanent Joint Council" angekündigt. Der Rat soll kein Konsultativorgan, sondern ein unabhängiges Entscheidungsgremium sein.
6.-8.12.2001Staatsbesuch Präsident Putins in Griechenland.
8.12.2001In Grosny sterben zwei Staatsanwälte, als ihr Wagen durch eine ferngezündete Mine in die Luft gesprengt wird.
9.12.2001Auf dem Rückweg von Griechenland trifft Putin Bundeskanzler Schröder in Hannover und führt mit ihm Gespräche über die Lage in Afghanistan und den Kampf gegen den Terrorismus.
9.-10.12.2001Offizieller Besuch des US-Außenminsiters Colin Powell in Moskau. Bei Treffen mit Putin werden Fragen der Friedensregelung in Afghanistan und die Zusammenarbeit zwischen Rußland und der NATO erörtert.
10.12.2001In Bajkonur erfolgt der Start einer Trägerrakete, die fünf Satelliten (drei russische, einen marokkanischen und einen aus Pakistan) in eine Erdumlaufbahn transportiert.
11.12.2001Gleb Pawlovskij teilt mit, daß sein Fond für effektive Politik die Beteiligung an den Webseiten Strana.ru, SMI.ru, Vesti.ru u.a. aufgibt, da die Investoren Druck auf ihn ausüben.
11.12.2001Der Dumavorsitzende Gennadij Selesnew teilt mit, daß eine Arbeitsgruppe aus Abgeordneten beider Häuser des Parlaments und Mitarbeitern der Präsidialverwaltung eingerichtet worden ist, die mögliche Verfassungsänderungen erörtern soll.
12.-17.12.2001In Argun kommt es zu heftigen Gefechten, nachdem tschetschenische Guerillas in Stärke von 200-300 Mann einen russischen Konvoi angegriffen haben und die russische Führung Verstärkungen in die Region entsendet.
13.12.2001Präsident Bush teilt mit, daß die USA den ABM-Vertrag kündigen. Präsident Putin erklärt, daß Rußland von diesem Schritt nicht überrascht sei, ihn aber als Fehler betrachte.
14.12.2001Der ehemalige Premierminister Jewgenij Primakow wird zum Vorsitzenden der russischen Industrie-und Handelskammer gewählt.
15.12.2001Der russische Außenminister Igor Iwanow führt Gespräche in Südafrika. Mit seinem südafrikanischen Amtskollegen unterzeichnet er Abkommen über wirtschaftliche Zusammenarbeit, über joint ventures in der Diamantenförderung und über Rüstungskooperation.
16.12.2001Der russische Rechnungshof stellt fest, daß die Institutionen, die mit der Beseitigung und Aufbewahrung von Atommüll befaßt sind, sich in einem kritischen Zustand befinden.
17.12.2001Roland Hetzer, Direktor des Herzzentrums in Berlin, teilt mit, daß Boris Jelzin sich in der Klinik einer Untersuchung unterzogen habe, und sich gesundheitlich in gutem Zustand befinde.
19.12.2001Präsident Putin erklärt, er habe Anweisung erteilt, daß alle regulativen Akte der Ministerien und der Verwaltung veröffentlicht werden.
21.12.2001Staatsbesuch des polnischen Ministerpräsidenten Leszek Miller. In Gesprächen mit Putin wird u.a. der Bau einer Erdgaspipeline von Rußland nach Europa erörtert. Beide Seiten plädieren für eine Verbesserung der bilateralen Beziehungen.
21.12.2001Die Staatsduma verabschiedet in 3. und letzter Lesung das Arbeitsgesetzbuch der Russländischen Föderation. U.a. wird festgelegt, daß der Mindestlohn nicht unter dem Existenzminimum liegen darf, und daß die Arbeitnehmer das Recht haben, die Arbeit niederzulegen, wenn die Lohnauszahlung sich um 15 Tage verzögert. Das neue Arbeitsrecht tritt am 1.2.2002 in Kraft.
22.-23.12.2001Offizieller Besuch Präsident Putins in Großbritannien. Treffen mit Premierminister Tony Blair.
24.12.2001Putin führt auf der "direkten Linie" per Internet und Telephon einen Dialog mit russischen Bürgern.
25.12.2001Ein Militärgericht der Pazifikflotte verurteilt Grigorij Pasko zu vier Jahren Lagerhaft wegen Landesverrats. Pasko, ehemaliger Marineoffizier, Journalist und Umweltschützer, hatte öffentlich auf Umweltverschmutzung durch nukleare Abfälle der Pazifikflotte hingewiesen.
25.12.2001Das Oberste Gericht von Dagestan verurteilt den tschetschenischen Feldkommandanten Salman Radujew zu lebenslanger Haft. Radujew werden Terrorismus, besonders brutaler Mord, die Bildung illegaler bewaffneter Formationen, Menschenraub und Banditentum vorgeworfen.
28.12.2001Treffen Putins mit den Mitgliedern des Kollegiums des Rechnungshofes.
29.12.2001Durch Erlaß wird die Begnadigungskommission beim russischen Präsidenten abgeschafft. Ihre Funktion übernehmen entsprechende Kommissionen, die bei den Gouverneuren eingerichtet werden.
29.12.2001Der Präsident von Inguschetien, Ruslan Auschew, legt sein Amt nieder. Er begründet diesen Schritt damit, daß er vermeiden will, daß die Wahlen für das regionale Parlament und den Präsidenten zeitlich zusammenfallen.
31.12.2001Präsidentensprecher Sergej Jastrshembskij teilt mit, daß bei Säuberungsoperationen in der Kurtschalojew­Rayon (Tschetschenien) 73 Guerillakämpfer getötet und 20 festgenommen wurden.




© Hennning Schröder 2001