| 1992-1999 | Russlands Entwicklung unter Jelzin |
|---|---|
| 2.1.1992 | Freigabe der Preise. In der Konsequenz schnellen die Preise nach oben. Ihr Zuwachs gegenüber dem Vormonat beträgt im Januar 245%. |
| Februar 1992 | Unterzeichnung eines "Schattenprogramms" mit dem Internationalen Währungsfond (IWF). |
| 5.3.1992 | Verabschiedung des Gesetzes über Sicherheit. U.a. ist darin ein nationaler Sicherheitsrat vorgesehen. |
| 16.3.1992 | Präsidentenerlass über die Gründung des russischen Verteidigungsministeriums. Jelzin übernimmt vorläufig das Amt des Verteidigungsministers. |
| 31.3.1992 | Föderationsvertrag zwischen der Russländischen Föderation und 18 früheren autonomen Republiken. |
| 3.4.1992 | Burbulis wird als Erster Stellvertretender Ministerpräsident abgesetzt. |
| 7.4.1992 | Gratschow wird zum Ersten Stellvertretenden Verteidigungsminister ernannt. |
| 6.-21.4.1992 | 6. Kongress der Volksdeputierten der Russländischen Föderation. Unterstützt mit Vorbehalt das Reformprogramm, verabschiedet aber keine neue Verfassung. |
| 7.5.1992 | Dekret des Präsidenten über die Gründung von Streitkräften der Russländischen Föderation, in die die ehemaligen sowjetischen Truppen auf russischem Territorium und die Verbände der Streitkräftegruppen im Ausland eingehen sollen. |
| 15.5.1992 | Vertrag von Taschkent über kollektive Sicherheit. Unterzeichner: Armenien, Kasachstan, Kirgisien, Russische Föderation, Tadschikistan und Usbekistan. Es fehlen: Aserbaidschan, Belarus, Ukraine, Turkmenistan, Moldawien und die Nichtmitglieder der SNG. |
| 19.5.1992 | Veröffentlichung der Grundlagen einer Militärdoktrin Russlands. |
| 21.5.1992 | Armeegeneral Pawel Gratschow wird zum russischen Verteidigungsminister ernannt. |
| 30.5.1992 | Tschernormyrdin wird Stellvertretender Ministerpräsident. |
| 3.6.1992 | Präsidentenerlass über Bildung eines nationalen Sicherheitsrates. Skokow wird Sekretär dieses Gremiums. |
| 5.6.1992 | Gawriil Popow tritt als Moskauer Bürgermeister zurück. Jurij Lushkow übernimmt das Amt. |
| 11.6.1992 | Oberster Sowjet verabschiedet Privatisierungsprogramm für 1992. Gemäss Privatisierungsgesetz wird Tschubajs qua Amt als GKI-Chef auch Stellvertretender Ministerpräsident. |
| Juli 1992 | Standby-Abkommen zwischen Russland und dem Internationalen Währungsfond (IWF). |
| 17.7.1992 | Gerastschenko wird zum amtierenden Vorsitzenden der russischen Zentralbank ernannt. |
| 19.8.1992 | Jelzin kündigt die Voucher-Privatisierung an. |
| 24.9.1992 | Jelzin unterzeichnet das Gesetz "Über Verteidigung". Es definiert u.a. das Verhältnis von Politik und Militär und gibt der Politik die Priorität. |
| Oktober 1992 | 148 Mio. Privatisierungsschecks (Voucher) zum Nominalwert von 10.000 Rubel werden an die Bevölkerung verteilt. Die Ausgabe wird Ende Januar 1993 abgeschlossen. |
| 5.11.1992 | Durch Präsidialerlass wird der 1989 aus Betrieben des Erdgasministeriums gebildete Staatliche Gaskonzern "Gazprom" in eine offene Aktiengesellschaft umgewandelt: "RAO Gazprom". |
| 1.-14.12.1992 | 7. Kongress der Volksdeputierten der Russländischen Föderation. Konfrontation zwischen Jelzin und den Abgeordneten. |
| 12.12.1992 | Entlassung Gajdars als amtierender Ministerpräsident. |
| 14.12.1992 | Tschernormyrdin wird vom Obersten Sowjet zum Ministerpräsidenten gewählt. |
| 21.12.1992 | Registrierung der Finanz-Industrie-Gruppe "Ural'skie zavody". Sie ist die erste FIG. Bis 1997 werden 61 weitere zugelassen. Die Erwartungen, die an diese Form der Industrieorganisation geknüpft werden, erfüllen sich aber nicht. |
| 24.12.1992 | Tschernormyrdin legt seine Kabinettsliste vor: Boris Fjodorow wird Finanzminister und Stellvertretender Ministerpräsident. Tschubajs bleibt Leiter der GKI. Jerin wird Innenminister. |
| Dezember 1992 | Filatow wird an Stelle von Jurij Petrow Leiter der Präsidialadministration. |
| Dezember 1992 | Beginn der Voucher-Auktionen (Verkauf von Aktien gegen Voucher). |
| 31.1.1993 | Ende der Voucher-Ausgabe. 144 Mio Personen, das sind 97% der Berechtigten, haben ihren Voucher erhalten. |
| 10.-13.3.1993 | 8. Kongress der Volksdeputierten der Russländischen Föderation. Konflikt mit Jelzin. Dieser verliert einen Teil seiner Vollmachten. |
| 26.-29.3.1993 | 9. Kongress der Volksdeputierten der Russländischen Föderation. Der Versuch, Jelzin per Impeachment abzusetzen scheitert (28.3.). Es fehlen 72 Stimmen. Für das von Jelzin geplante Referendum werden enge Bedingungen gesetzt. |
| 5.4.1993 | Der 1991 gegründete Staatskonzern "LUKojl" wird in eine Holding umgewandelt. |
| 16.4.1993 | Ernennung Oleg Lobows zum Wirtschaftsminister und Ersten Stellvertretenden Ministerpräsidenten. |
| 25.4.1993 | April-Referendum. Beteiligung 64%, eine Mehrheit unterstützt den Präsidenten (59%) und befürwortet die Sozialpolitik (53%). |
| Mai 1993 | Abkommen mit dem Internationalen Währungsfond (IWF): Agreement on a Systemic Transformation Facility. |
| 7.5.1993 | Jelzin entlässt Skokow als Sekretär des Sicherheitsrats. |
| 14.6.1993 | Schaposchnikow wird neuer Sekretär des Sicherheitsrats. |
| 5.7.1993 | Angriff tadschikischer Guerillakämpfer auf einen Posten russischer Grenztruppen in Tadschikistan. 25 Grenzsoldaten fallen. Der Posten wird genommen. |
| 24.7.1993 | Zentralbank führt Umtausch von Banknoten durch. |
| August 1993 | Oberster Sowjet verabschiedet ein Staatsbudget mit 25% Defizit. |
| 18.9.1993 | Lobow wird als Erster Stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister durch Gajdar ersetzt. Er übernimmt an Stelle von Schaposchnikow das Amt des Sekretärs des Sicherheitsrats. |
| 21.9.1993 | Jelzin erklärt den Russischen Kongress der Volksdeputierten und den Obersten Sowjet per Dekret für aufgelöst. |
| 25.9.1993 | Die subventionierten Kredite werden abgeschafft. |
| 3./4.10.1993 | Unruhen in Moskau. Der Angriff von Unterstützern des Parlaments auf Ostankino veranlasst das Militär zum Eingreifen auf Seiten des Präsidenten. Am 4.10. wird das "Weisse Haus", der Sitz des Parlaments, beschossen und gestürmt. |
| 2.11.1993 | Verabschiedung der Grundlagen der Militärdoktrin durch den Sicherheitsrat. |
| 12.12.1993 | Bestätigung einer neuen Verfassung durch Referendum (57% Ja, 40,6% Nein). Wahlen zur Staatsduma und zum Föderationsrat. Reformnahe Parteien erleiden eine Niederlage. Stärkste Partei wird die LDPR (22%) vor Russlands Wahl (15,5%) und der KPRF (12,4%). |
| 5.1.1994 | Das Abkommen über eine Währungsunion mit Belarus wird unterzeichnet. |
| 14.1.1994 | Das Trilaterale Abkommen zwischen Russland, der Ukraine und den USA regelt die Abgabe der auf ukrainischem Territorium stationierten Atomwaffen an Russland. |
| 16.1.1994 | Regierungsumbildung. Gajdar verliert seine Ämter als Erster Stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister. Am 20.1. tritt Boris Fjodorow als Stellvertretender Ministerpräsident und Finanzminister zurück. Tschubajs wird als GKI-Chef und Stellvertretender Ministerpräsident bestätigt. |
| April 1994 | Neues Abkommen mit dem Internationalen Währungsfond (IWF): Agreement on a Systemic Transformation Facility. |
| 20.5.1994 | Registrierung der Finanz-Industrie-Gruppe "Dragocennosti Urala", die eng mit SBS-Agro verbunden ist. |
| Juni 1994 | Ende der Voucher-Privatisierung; ca. 70 % aller grossen und mittleren und 80 % der Kleinunternehmen sind privatisiert. |
| Juli 1994 | Jelzin verkündet per Dekret die "Zweite Phase" der Privatisierung, in der insbesondere Staatsanteile an grossen Unternehmen gegen Geld verkauft werden sollen; das Geld soll sowohl den Unternehmen selbst als auch dem Staatshaushalt zufliessen. |
| Oktober 1994 | Dmitrij Cholodow vom "Moskowskij Komsomolez" wird ermordet, als er Korruptionsfälle im Militär untersucht. |
| 11.10.1994 | "Schwarzer Dienstag". Der Rubelkurs fällt um 27%. |
| 14.10.1994 | Gerastschenko wird als Zentralbankchef von Dubinin abgelöst. |
| 27.10.1994 | Regierungskrise im Gefolge des "Schwarzen Dienstags". Ein Misstrauensvotum in der Duma scheitert nur knapp. |
| November 1994 | Umbesetzungen innerhalb der Regierung Tschernormyrdin. Tschubajs wird neben Soskowez Erster Stellvertretender Ministerpräsident, Jasin wird Wirtschaftsminister, Panskow Finanzminister. Wladimir Polewanow, bisher Verwaltungschef des Gebiets Amur wird neuer GKI-Chef und Stellvertretender Ministerpräsident. |
| 28.11.1994 | Ultimatum Jelzins an Tschetschenien, bis zum 15.12. die Waffen niederzulegen. |
| 29.11.1994 | Sicherheitsrat beschliesst, Streitkräfte gegen Tschetschenien einzusetzen. |
| 2.12.1994 | Der Sicherheitsdienst des Präsidenten umstellt die Most-Bank. Gilt als Beginn von Korshakows "Gänsejagd" auf Gusinskij. Dieser geht vorübergehend nach London. |
| 11.12.1994 | Einmarsch russischer Streitkräfte in Tschetschenien. |
| 31.12.1994 | Beginn des Angriffs auf Grosny, der zunächst unter hohen russischen Verlusten scheitert. |
| 12.1. 1995 | Registrierung der Finanz-Industrie-Gruppe "Interros", die von Oneksim und MFK kontrolliert wird. |
| Februar 1995 | Sergej Beljajew, zuletzt tätig in der Petersburger Stadtverwaltung, wird neuer GKI-Chef; gilt als Tschubajs-Mann, der schon im November hätte zum Zuge kommen sollen. |
| 1.3.1995 | Wladislaw Listjew, ein populärer Fernsehjournalist, wird ermordet. |
| März 1995 | Ein Konsortium von sieben Banken bietet der Regierung an, ihr hohe Kredite zu gewähren, wenn sie im Gegenzug als Pfand staatliche Aktienpakete an grossen Unternehmen erhalten. |
| April 1995 | Standby-Abkommen mit dem Internationalen Währungsfond (IWF) in Höhe von 6,3 Mrd. US $. |
| 14.6.1995 | Tschetschenische Guerillakämpfer unter Basajew besetzen Teile des Ortes Budjonnowsk, Region Stawropol, und nehmen ca. 1.000 Geiseln. |
| 18.6.1995 | Nach dem gescheiterten Versuch, die Geiseln mit Gewalt zu befreien, beginnt Tschernormyrdin Verhandlungen. Die Guerillas erhalten gegen Freigabe der Geiseln freien Abzug, einen Waffenstillstand in Tschetschenien und das Versprechen, Friedensverhandlungen zu beginnen. |
| 6.7.1995 | Generaloberst Anatolij Kulikow wird an Stelle von Viktor Jerin neuer Innenminister. |
| 6.7.1995 | Festlegung eines Wechselkurskorridors. Der Rubel orientiert sich am US $. Der Dollarkurs soll zwischen 4.300 und 4.900 Rubel schwanken. |
| Ende Juli 1995 | Militärabkommen zwischen Russland und Tschetschenien. Kein politisches Abkommen. |
| 31.8.1995 | Präsident Jelzin ordnet die Durchführung von Pfandauktionen zur Gewährung von Krediten an den Staatshaushalt an ("loans for shares"). |
| 25.9.1995 | Alfred Koch publiziert eine Liste mit 29 Unternehmen, von denen Aktienpakete im Rahmen des "loans for shares"-Programm versteigert werden sollen. |
| November 1995 | Beginn der Pfandauktionen (Kredit-Swap). Erste öffentliche Auseinandersetzungen zwischen den beteiligten Banken. |
| 4.11.1995 | Kredit-Swap-Auktion: "Surgutneftegaz". |
| 17.11.1995 | Kredit-Swap-Auktion: "Noril'skij Nikel", "Tscheljabinskij Metallokombinat" u.a. |
| 1.12.1995 | Privatisierungsauktion: "JuKOS", 33% der Anteile. |
| 7.12.1995 | Kredit-Swap-Auktion: "Sidanko", "Novolipeckij Metallkombinat", "LUkojl" u.a. |
| 8.12.1995 | Kredit-Swap-Auktion: "JuKOS". |
| 17.12.1995 | Wahlen zur Staatsduma. Bei den Listenwahlen überwinden von 43 Parteien allein die KPRF (22,3%), Jabloko (6,89%), NDR (10,13%) und die LDPR (11,18%) die 5%-Hürde. |
| 28.12.1995 | Kredit-Swap-Auktion: "Sibneft'" u.a.; Ende der Pfandauktionen. |
| 9.1.1996 | Tschetschenische Guerillakämpfer besetzen die Ortschaften Kizljar und Perwomajsk und nehmen Geiseln. Beim Angriff russischer Kräfte auf Perwomajsk stirbt ein grosser Teil der Geiseln. Die Guerillakämpfer können sich in der Mehrzahl absetzen. |
| 9.1.1996 | Jelzin löst Aussenminister A. Kosyrew ab und ersetzt ihn durch Jewgenij Primakow, bisher Chef des Auslandsnachrichtendienstes. |
| 15.1.1996 | Nikolaj Jegorow wird an Stelle von Filatow Leiter der Präsidialadministration. |
| 16.1.1996 | Tschubajs verliert seine Regierungsämter, was als Erfolg der Kräfte um Soskowez und Korshakow gedeutet wird. Seine Position übernimmt am 25.1. Kadannikow. |
| 25.1.1996 | Alexander Kasakow wird neuer GKI-Chef und löst Beljajew ab, der als Vorsitzender der NDR-Fraktion in die Duma einzieht. |
| 1.2.1996 | Eröffnung des "World Economic Forum" in Davos. Eine Gruppe in Davos anwesender russischer Finanzmagnaten tritt zusammen und beschliesst angesichts der katastrophalen Umfrageergebnisse, Jelzins Wahlkampf zu unterstützen. Tschubajs wird mit der Koordination des Wahlkampfs beauftragt. |
| 9.2.1996 | Der Internationale Weltwährungsfond (IWF) gibt die letzte Tranche der Standby-Anleihe vom April 1995 in Höhe von 1,05 Mrd. US $ (von 6,3 Mrd. US $ insgesamt) frei. |
| 22.2.1996 | Standby-Abkommen zwischen Russland und dem Internationalen Währungsfond (IWF) über eine Anleihe von 10,2 Mrd. US $. 1996 sollen 4 Mrd. davon ausgezahlt werden. Das Abkommen wird am 27.3. vom IWF verabschiedet. Die erste Tranche wird am 4.4. freigegeben. |
| 6.3.1996 | Tschetschenische Guerillakämpfer besetzen kurzzeitig Grosny. |
| 16.4.1996 | Eine russische Fahrzeugkolonne gerät bei Jaryschmarda, Tschetschenien, in einen Hinterhalt. 73 Soldaten fallen, 52 werden verwundet. 6 Schützenpanzer, 1 Kampfpanzer, 1 Aufklärungspanzer und 11 LKW werden vernichtet. |
| 16.5.1996 | Neufestlegung des Wechselkurskorridors. 1.6.-31.12.1996: am 1. Juni 5.000-5.600 Rubel für den Dollar, am 31.Dezember 5.500-6.100. |
| 16.6.1996 | Präsidentschaftswahlen, 1. Wahlgang. Jelzin (35,28%) und Sjuganow (32,02%) kommen in den 2. Wahlgang. Unter den anderen Kandidaten: Lebed (14,52%), Jawlinskij (7,34%), Schirinowskij (5,7%), Gorbatschow (0,51%). Luschkow gewinnt die Bürgermeisterwahlen in Moskau mit 89% der Stimmen gegenüber 5% für den kommunistischen Kandidaten. |
| 18.06.1996 | Jelzin geht eine Allianz mit Lebed ein und macht ihn an Stelle von Lobow zum Sekretär des Sicherheitsrates. Verteidigungsminister Gratschow wird entlassen. |
| 20.6.1996 | Jelzin entlässt Korschakow, Soskowez und Barsukow, nachdem Korschakow zwei Wahlhelfer Jelzins, die grosse Geldsummen bei sich trugen, hat verhaften lassen. |
| 28.6.1996 | Jelzin sagt ein Treffen mit Landwirtschaftsvertretern ab. Angeblich ist seine Stimme überstrapaziert. Tatsächlich ist er schwer erkrankt. |
| 3.7.1996 | 2. Wahlgang. Jelzin (53,82%) setzt sich gegen Sjuganow (40,31%) durch. |
| 15.7.1996 | Tschubajs wird an Stelle von Jegorow Chef der Präsidialadministration. Dieser wird zum Chef der Verwaltung von Krasnodar ernannt. Jelzins Berater Iljuschin wird Erster Stellvertretender Ministerpräsident, zuständig für soziale Fragen. |
| 17.7.1996 | Jelzin ernennt Armeegeneral Igor Rodionow zum Verteidigungsminister, den Lebed am 22.6. auf einer Pressekonferenz öffentlich vorgeschlagen hat. |
| 20.7.1996 | Tschubajs holt GKI-Chef Kasakow als seinen Stellvertreter in die Präsidialadministration; zunächst keine Nachfolgeregelung beim GKI. |
| 25.7.1996 | Erlass über Gründung eines Verteidigungsrats. Baturin wird Sekretär dieses Gremiums. Offensichtlich geht es darum, Lebeds Einfluss zu beschränken. |
| 6.8.1996 | Grosny wird kurzzeitig von tschetschenischen Guerillakämpfern besetzt. Die russischen Truppen erleiden hohe Verluste: 250 Tote, über 1.000 Verwundete. |
| 14.8.1996 | Wladimir Potanin, Präsident der Oneksimbank, wird einer der drei Ersten Stellvertretenden Ministerpräsidenten. Er ist für Wirtschaft verantwortlich (ohne den Industriebereich), u.a. auch für das GKI. |
| 19.8.1996 | Berichte über eine schwere Herzkrankheit Jelzins (cardiac ischaemia), die angeblich eine Bypassoperation erforderlich macht, werden von der Präsidialverwaltung dementiert. |
| 23.08.1996 | Lebed und Maschadow unterzeichnen ein Waffenstillstandsabkommen. |
| 28.08.1996 | Russische und tschetschenische Militärs unterzeichnen ein Abkommen über die Implementierung des Waffenstillstands. |
| 1.9.1996 | Ablauf der Rückzahlungsfrist für die im Rahmen der Pfandauktionen gewährten Kredite. Die beteiligten Banken haben nunmehr bis Ende 1998 das Recht, die als Sicherheit übernommenen Aktien zu verauktionieren. |
| 1.9.1996 | Privatisierungsauktion: Sidanko, 34% der Anteile. |
| 3.9.1996 | Lebed, Maschadow und Guldiman unterzeichnen ein Abkommen über die Beendigung des Krieges in Tschetschenien. |
| 5.9.1996 | Jelzin kündigt an, er werde sich einer Herzoperation unterziehen. |
| 13.9.1996 | Der bisherige Erste Stellvertretende GKI-Chef Alfred Koch wird offiziell zum neuen Leiter der Behörde ernannt. |
| 17.10.1996 | Jelzin entlässt Lebed als Sekretär des Sicherheitsrates. |
| 19.10.1996 | Jelzin ernennt Iwan Rybkin zum Sekretär des Sicherheitsrates. |
| 29.10.1996 | Boris Beresowskij wird von Jelzin zum Stellvertretenden Sekretär des Sicherheitsrates ernannt. |
| November 1996 | Russlands plaziert Eurobonds in Höhe von 1 Mrd. US $ auf dem internationalen Markt. |
| 5.11.1996 | Jelzin unterzieht sich einer Bypass-Operation. Seit seinem Herzanfall Ende Juli war er physisch nicht in der Lage, kontinuierlich auf Politik einzuwirken. Auch in den folgenden Jahren ist er stets nur phasenweise gesund genug, sein Amt wahrzunehmen. |
| 1.12.1996 | Privatisierungsauktion: JuKOS, 45% der Anteile. |
| 1.1.1997 | Privatisierungsauktion: EES Rossii, 8,5%; Sidanko, 51% der Anteile. |
| 7.1.1997 | Wegen einer "Erkältung" ist Jelzin ausser Stande, seinen Amtspflichten nachzukommen. Am 9.1. wird er ins Krankenhaus eingeliefert. Erst Ende Januar nimmt er wieder einzelne Termine wahr. |
| 7.2.1997 | Der Internationale Währungsfond (IWF) gibt eine weitere Tranche des Standby Agreements von 1996 frei. Die Auszahlung war verzögert worden, da der IWF die Reformschritte Russlands nicht für ausreichend hielt. |
| 26.2.1997 | Verteidigungsminister Rodionow lädt führende Bankenvertreter ein, um Umterstützung für die Streitkräfte einzuwerben. |
| 6.3.1997 | Jelzins Rede zur Lage der Nation vor der Duma. Kündigt Fortsetzung der Reformen an. |
| 11.3.1997 | Jelzin ersetzt Tschubajs als Chef der Präsidialadministration durch Jumaschew und fordert Tschernormyrdin auf, das Kabinett umzubilden. Tschubajs wird zum Ersten Stellvertretenden Ministerpräsident ernannt. |
| 17.3.1997 | Umbesetzungen in der Regierung. Tschubajs wird Finanzminister. Mit Nemzow wird ein weiterer Erster Stellvertretender Ministerpräsident ernannt. Potanin wird aus der Regierung entlassen. |
| 1.5.1997 | Privatisierungsauktion: Sibneft', 51% der Anteile. |
| 12.5.1997 | Friedensvertrag zwischen Tschetschenien und Russland. |
| 22.5.1997 | Auf einem Treffen der sicherheitspolitischen Führung entlässt Jelzin den Verteidigungsminister Rodionow und den Generalstabschef Samsonow. Igor Sergejew, bisher Oberbefehlshaber der Raketentruppen wird neuer Verteidigungsminister. |
| 27.5.1997 | Jelzin, NATO-Generalsekretär Solana und die Staatsoberhäupter der 16 NATO-Staaten unterzeichnen in Paris die NATO-Grundlagen-Akte (Founding Act on Mutual Relations, Cooperation and Security between NATO and the Russian Federation). |
| 30.6.1997 | Jelzin ernennt seine Tochter, Tatjana Djatschenko, zur Imageberaterin. |
| 1.7.1997 | Privatisierungsauktion: TNK, 40%; Svjaz'invest, 25% der Anteile. Bei der Auktionierung der Svjaz'invest-Anteile kommt es zu Konflikten zwischen der Oneksimbank und anderen interessierten Finanzgruppen. Der "Bankenkrieg" signalisiert den endgültigen Zerfall der Koalition, die Jelzins Wahl ermöglicht hat. |
| 1.8.1997 | Privatisierungsauktion: Noril'skij Nikel, 38 % der Anteile. |
| 12.8.1997 | General L. Schewzow wird an Innenminister Kulikow vorbei zum Oberbefehlshaber der Inneren Truppen ernannt. |
| 13.8.1997 | Nach den Skandalen um Svjaz'invest und Noril'skij Nikel' reicht Koch seinen Rücktritt ein, angeblich schon lange aus persönlichen Gründen geplant. Maksim Bojko, bisheriger Erster Stellvertreter, wird neuer GKI-Chef und Stellvertretender Ministerpräsident. |
| 28.8.1997 | Jelzin entlässt Baturin. An seiner Stelle wird Kokoschin Sekretär des Verteidigungsrates. Zugleich übernimmt er die Leitung des Hauptmilitärinspektorats beim Präsidenten. |
| 15.9.1997 | Jelzin lädt die Führer der grossen Kapitalgruppen zu sich ein, um den "Bankenkrieg" zu schlichten. |
| 26.9.1997 | "Buchskandal": Die Financial Times berichtet, dass Alfred Koch 100.000 US $ von der Schweizer Firma Servina erhalten hat, angeblich ein Buchhonorar. Skuratow eröffnet ein Verfahren gegen Koch. Servina ist angeblich mit Potanin (Oneksimbank) verbunden. |
| 30.9.1997 | Das GKI wird in ein Ministerium für Staatsvermögen (MGI) verwandelt. Bojko ist nun Minister und Stellvertretender Ministerpräsident. |
| 24.10.1997 | Regierung kann GKO (Kurzfristige Staatsanleihen) nicht bedienen und nimmt daher hohe Beträge bei den russischen Banken auf. Erstes Alarmsignal der Finanzkrise. |
| 1.11.1997 | Privatisierungsauktion: VNK, 50+34% der Anteile. |
| 3.11.1997 | Der Internationale Währungsfond (IWF) verschiebt die Auszahlung der nächsten Tranche des Standby-Abkommens auf 1998, da er mit der russischen Steuerpolitik unzufrieden ist. |
| 5.11.1997 | Jelzin entlässt Beresowskij aus dem Sicherheitsrat. Dieser kündigt Revanche gegen Tschubajs und Nemzow an. |
| 11.11.1997 | Festlegung eines zentralen Wechselkurses für drei Jahre (1.1.98-31.12.2000). Danach beträgt der Rubelkurs nach der Denomination 6,2 Rubel für den Dollar. Schwankungen sind nur innerhalb einer Grenze von 15% zugelassen. |
| 15.11.1997 | Maxim Bojko (MGI) und Petr Mostowoj (Kommission für Bankrotte) werden in Zusammenhang mit dem "Buchskandal" entlassen. Ihre Aufgaben werden kommissarisch von Farit Gazizullin (MGI) und G. Tal wahrgenommen. |
| 15.11.1997 | Im Zusammenhang mit dem "Buchskandal" wird Alexander Kasakow aus der Präsidialadministration entlassen. Tschubajs wird verwarnt, bleibt aber Erster Stellvertretender Ministerpräsident. |
| 20.11.1997 | Tschubajs wird als Finanzminister durch Michail Sadornow abgelöst. |
| 10.12.1997 | Jelzin wird wegen einer "Erkältung" in ein Krankenhaus verlegt. |
| 19.12.1997 | Nach der Unterzeichnung einer neuen "Sicherheitsdoktrin" begibt sich Jelzin in ein Sanatorium. |
| 21.12.1997 | Farit Gasisullah übernimmt offiziell die Leitung des MGI. |
| 22.12.1997 | Angriff tschetschenischer Guerillakämpfer auf eine Wohnanlage der Streitkräfte beim Ort Gerali. 3 Tote, 13 Verwundete. 2 Kampfpanzer T-72 und weitere Fahrzeuge werden vernichtet. |
| 24.12.1997 | Beresowskij wirft Tschubajs auf einer Pressekonferenz vor, er lasse zu, dass internationale Finanzorganisationen Russlands Wirtschaftspolitik diktieren. |
| 26.12.1997 | Die Zeitung "Rossijskaja gazeta" teilt Einzelheiten über ein Nationales Sicherheitskonzept mit, das Präsident Jelzin Ende Dezember akzeptiert hat. |
| 8.1.1998 | Der Internationale Währungsfond (IWF) gibt die zurückgehaltene Tranche des Standby-Akommens in Höhe von 670 Mio. US $ frei. |
| 16.1.1998 | Im Zuge einer Reorganisation der Regierungsarbeit werden die Kompetenzen der Ersten Stellvertretenden Ministerpräsidenten Tschubajs und Nemzow durch Ministerpräsident Tschernormyrdin deutlich beschnitten. Das MGI untersteht in Zukunft nicht mehr der Aufsicht Tschubajs', sondern direkt Tschernormyrdin. |
| 19.2.1998 | Russland und der Internationale Währungsfond kommen überein, das auf drei Jahre begrenzte Standby-Abkommen von 1996 um ein Jahr bis 2000 zu verlängern. |
| 3.3.1998 | Jelzin löst Rybkin als Sekretär des Sicherheitsrates ab und ersetzt ihn durch Kokoschin, bisher Sekretär des Verteidigungsrats und Chef des Hauptmilitärinspektorats. Diese Behörden werden mit dem Sicherheitsrat verschmolzen. |
| 23.3.1998 | Jelzin entlässt Ministerpräsident Tschernormyrdin. Zum amtierenden Ministerpräsidenten wird der bisherige Energieminister Sergej Kirienko ernannt. Tschubajs und Innenminister A. Kulikow werden aus ihren Ämtern entfernt. |
| 30.3.1998 | Justizminister Stepaschin wird zum kommissarischen Innenminister ernannt. |
| 24.4.1998 | Kirienko wird im dritten Anlauf von der Staatsduma als Ministerpräsident bestätigt. |
| 28.4.1998 | Erste Ministerernennungen: Aussenminister Primakow, Verteidigungsminister Sergejew und Finanzminister Sadornow behalten ihre jeweiligen Ämter. Stepaschin wird Innenminister. |
| April 1998 | Auf Initiative ausländischer Aktionäre wird Tschubajs in den Aufsichtsrat von EES Rossii gewählt, ebenso Brewnow, der tags zuvor als Vorstandsvorsitzender zurückgetreten ist. Vorsitzender des Aufsichtsrats wird der Stellvertretende Energieminister Kudrawyj. |
| 28.4.1998 | Gegen den Widerstand der Duma und trotz einer Medienkampagne wird Tschubajs mit den Stimmen der Staatsvertreter im Aufsichtsrat zum Vorstandsvorsitzenden von EES Rossii gewählt. |
| 2.6.1998 | Jelzin lädt die Führer der grossen Kapitalgruppen zu sich ein, um ihre Unterstützung für Kirienkos Politik zu gewinnen. |
| 25.6.1998 | Der Internationale Währungsfond (IWF) gibt die nächste Tranche des Standby-Abkommens in Höhe von 670 Mio. US $ frei. |
| 3.7.1998 | Lew Rochlin, Januar 1996-Mai 1998 Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, wird erschossen aufgefunden. Indizien weisen auf seine Frau als Täterin hin. |
| 14.7.1998 | Der Internationale Währungsfond (IWF), die Weltbank und Japan kommen überein, Russland ein Kreditpaket in Höhe von 14,8 Mrd. US $ zu gewähren, um die russische Wirtschaft zu stabilisieren. |
| 22.7.1998 | Erdöl- und Erdgasunternehmen protestieren gegen die Steuerpolitik der Regierung, die die Halbierung der Ölakzise abgelehnt hat. Ein ursprünglich von 8 Erdölfirmen unterzeichnetes Protestschreiben wird allerdings nicht veröffentlicht. |
| 17.8.1998 | "17. August". Abwertung des Rubel. Finanzkrise. Jelzin entlässt eine Woche später Ministerpräsident Kirienko und ernennt Tschernormyrdin zum neuen "amtierenden" Ministerpräsidenten. |
| 2.9.1998 | Die Zentralbank hebt die Obergrenze (9,5 Rubel für den Dollar) für den offiziellen Wechselkurs auf. |
| 10.9.1998 | Kokoschin wird als Sekretär des Sicherheitsrates abgelöst. |
| 11.9.1998 | Nach zweimaliger Ablehnung Tschernormyrdins durch die Duma schlägt Jelzin Jewgenij Primakow als neuen Ministerpräsidenten vor, der am 11.9. mit grosser Mehrheit bestätigt wird. |
| 11.9.1998 | Jelzin akzeptiert das Rücktrittsangebot des Zentralbankchefs Dubinin vom 7. September und ernennt Gerastschenko zu seinem Nachfolger. |
| 11.9.1998 | Primakow ernennt seinen bisherigen Stellvertreter im Aussenministerium Igor Iwanov zum neuen Aussenminister. |
| 14.9.1998 | Bordjusha wird zum Sekretär des Sicherheitsrats ernannt. |
| 15.9.1998 | Jakuschkin wird an Stelle von Jastrshembskij, der am 12.9. angeblich wegen mangelnder Loyalität entlassen wurde, zum Pressesekretär des Präsidenten ernannt. |
| Oktober 1998 | Inkombank wird die Lizenz entzogen. |
| 13.10.1998 | Primakow und Gerastschenko treffen sich mit den wichtigsten Bankenvertretern, um die Lage des Bankensektors zu erörtern. |
| 20.11.1998 | Die Dumaabgeordnete Galina Starowojtowa wird in Sankt-Peterburg ermordet. |
| 7.12.1998 | Jelzin entlässt den Chef der Präsidialadministration, Jumaschew, und ersetzt ihn durch Bordjusha, der gleichzeitig Sekretär des Sicherheitsrates bleibt. |
| 27.12.1998 | Der Verteidigungsminister stellt offiziell das erste mit Topol'-M ausgerüstete Regiment strategischer Raketen in Dienst. |
| 2.2.1999 | Generalstaatsanwalt Jurij Skuratow legt sein Amt nieder - "aus Gesundheitsgründen". |
| 2.2.1999 | FSB-Truppen durchsuchen auf Anweisung des Generalstaatsanwalts die Büros der Erdölfirma Sibneft. Gesucht werden Unterlagen der mit Beresowskij verbundenen Sicherheitsfirma Atoll, die hohe Regierungsbeamte und die Präsidentenfamilie belauscht haben soll. |
| 3.2.1999 | Valerij Okulow, der Schwiegersohn des Präsidenten und Managementdirektor von Aeroflot, kündigt führenden Mitarbeitern, die in Verbindung mit Beresowskij stehen. |
| 4.2.1999 | Ein Schreiben Skuratows vom 1.2. wird an die Presse weitergegeben. Darin beschuldigt er die Zentralbank, seit 1993 Währungsreserven in Höhe von 50 Mrd. US $ bei der FIMACO, einer "assett management company" auf den Kanalinseln, versteckt zu haben. |
| 4.2.1999 | Die Generalstaatsanwaltschaft durchsucht die Büros von Aeroflot im Zusammenhang mit der Atoll-Affäre. |
| 17.3.1999 | Der Föderationsrat lehnt die Entlassung Skuratows ab. Im Gegenzug sendet RTR ein Video, das angeblich Skuratow in einer Sexszene zeigt. |
| 19.3.1999 | Jelzin entlässt den Chef der Präsidialadministration, Bordjusha, und ersetzt ihn durch Woloschin. |
| 23.3.1999 | Generalstaatsanwalt Skuratow lässt das Büro von Pawel Borodin durchsuchen, der in der Präsidialverwaltung für Wirtschaftsangelegenheiten zuständig ist. |
| 29.3.1999 | Jelzin ernennt Putin zum neuen Sekretär des Sicherheitsrates. |
| 2.4.1999 | Skuratow wird vom Präsidenten suspendiert. |
| 12.5.1999 | Jelzin entlässt Ministerpräsident Primakow. |
| 15.5.1999 | Der Versuch, Jelzin per Impeachment abzusetzen, scheitert in der Duma. |
| 19.5.1999 | Innenminister Sergej Stepaschin, den Jelzin als Ministerpräsidenten vorgeschlagen hat, wird im ersten Wahlgang von der Duma bestätigt. |
| 21.5.1999 | Jelzin gibt Ministerernennungen bekannt. Aksenenko wird Erster Stellvertretender Ministerpräsident, ebenso Christenko. Ruschajlo wird Innenminister. |
| Juni 1999 | Vier Banken wird die Lizenz entzogen: Oneksimbank, Mosbiznesbank, Promstrojbank, Meshkombank. |
| 11.6.1999 | Ohne Absprache mit UN oder NATO marschieren 200 russische Fallschirmjäger in den Kosovo ein und besetzen den Flughafen von Prishtina. |
| 5.7.1999 | Russische Streitkräfte greifen tschetschenische Guerillakämpfer an der Grenze von Tschetschenien und Dagestan mit Mörsern und Kampfhubschraubern an. |
| 6.7.1999 | Präsidialerlass über die Errichtung eines Ministeriums für Presse, Fernsehen, Rundfunk und Massenkommunikation. Dieser Schritt wird als Versuch gewertet, dem Präsidenten im Vorfeld desWahlkampfs eine bessere Kontrolle über die Massenmedien zu verschaffen. |
| 28.7.1999 | Der Internationale Währungsfond (IWF) gewährt Russland einen Kredit über 4,5 Mrd. US $. |
| 7.8.1999 | Tschetschenische Guerillakämpfer unter Führung von Basajew und Chottab besetzen mehrere Dörfer in Dagestan. Russland entsendet gegen diese Gruppe Streitkräfte. Unter Einsatz von ca. 15.000 Mann können die Dörfer am 25.8. freigekämpft werden. |
| 9.8.1999 | Jelzin entlässt Stepaschin und ernennt Wladimir Putin, bisher Geheimdienstchef und Sekretär des Sicherheitsrates, zum geschäftsführenden Ministerpräsidenten. Zugleich schlägt er Putin der Duma als neuen Ministerpräsidenten vor und bezeichnet ihn als seinen designierten Nachfolger im Präsidentenamt. |
| 16.8.1999 | Putin wird von der Duma im 1. Wahlgang als Ministerpräsident bestätigt. |
| 18.8.1999 | Es wird bekannt, dass seit Anfang 1998 10 Mrd. US $ aus russischen Quellen durch Konten der Bank of New York gelaufen sind. Die Bank suspendiert zwei leitende Angestellte, Natascha Kagalowskaja und Lucy Edwards. Letztere wird entlassen. Berichte bringen hohe russische Regierungskreise mit der Affäre in Verbindung, da Natascha Kagalowskaja die Ehefrau von Konstantin Kagalowskij ist, dem Vizepräsidenten von JuKOS (früher bei Menatep). Kagalowskij war 1992-95 Russlands Vertreter beim IWF. |
| 25.8.1999 | Der "Corriere della Sera" berichtet, dass die Schweizer Baufirma Mabetex Jelzin 1 Mio US $ gezahlt habe, um einen Auftrag für Bauarbeiten im Kreml zu erhalten. |
| 31.8.1999 | Explosion im Einkaufszentrum unter dem Manegen-Platz in Moskau. 41 Verletzte. Ein "Verband Revolutionärer Schriftsteller" bekennt sich zu dem Attentat. |
| 5.9.1999 | 21:45 Uhr: Bombenattentat auf eine Wohnanlage der russischen Streitkräfte in Bujnaksk (Dagestan). 22 Tote und 88 Verletzte. Gleichzeitig besetzen tschetschenische Guerillakämpfer wieder Dörfer in Dagestan. |
| 6.9.1999 | Der suspendierte Generalstaatsanwalt Jurij Skuratow erklärt, dass gegen 780 frühere und jetzige Regierungsangestellte, einschliesslich Tschubajs, Untersuchungen wegen des Vorwufs der Bereicherung durch Insidergeschäfte eingeleitet worden sind. |
| 8.9.1999 | 23:58 Uhr: Bombenattentat auf ein Wohnhaus in Moskau (ul. Gur'janova, d. 19). 95 Tote, mehr als 300 Verletzte. Es wird ein Zusammenhang mit den Kampfhandlungen in Dagestan vermutet. |
| 12.9.1999 | Der tschetschenische Feldkommandant Basajew dementiert, dass seine Gruppe für das Attentat in Moskau verantwortlich ist. |
| 13.9.1999 | Ein weiteres Attenttat auf ein Wohnhaus in Moskau (Kaschirsoe Schosse) mit 121 Toten. Jelzin wendet sich in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung und kündigt zusätzliche Sicherheitsmassnahmen an. |
| 16.9.1999 | Sprengstoffanschlag auf ein Wohnhaus in Volgo-Donsk (Rostovskaja oblast'); 17 Tote, ca. 200 Verletzte. |
| 17.9.1999 | Russische Luftstreitkräfte greifen Ziele auf dem Territorium der Republik Tschetschenien an. Die Angriffe werden in den folgenden Tagen intensiv fortgesetzt. Teile der tschetschenischen Zivilbevölkerung beginnen, in die Nachbarrepubliken zu flüchten. |
| 23.9.1999 | Auf Hinweise von Anwohnern entdeckt die Miliz in einem zwölfstöckigen Haus in Rjazan' eine Bombe. FSB-Chef Patruschew erklärt am 24.9., die Bombe in Rjazan' sei ein "Dummy" und vom FSB selbst im Rahmen eines Sicherheitstrainings gelegt worden. Im März 2000 wird dieser Vorgang von einigen Medien so interpretiert, dass der FSB selbst Urheber der Bombenattentate gewesen sei. In Rjazan' sei der FSB aber an der Wachsamkeit der Hausbewohner gescheitert und habe dann eine Übung vorgeschoben. |
| 20.9.1999 | Raissa Gorbatschowa stirbt an Leukämie. |
| 1.10.1999 | Russische Streitkräfte überschreiten die Grenze der Republik Tschetschenien und dringen langsam vor. |
| 5.10.1999 | Der russische Sicherheitsrat verabschiedet ein Nationales Sicherheitskonzept. Am 9.10. publiziert die "Krasnaja Zvezda" den Entwurf einer neuen Militärdoktrin. |
| 9.10.1999 | Jelzin wird mit Grippe in ein Krankenhaus eingeliefert. Am 11.10. siedelt er aus dem Krankenhaus in seine Datscha über. |
| 21.10.1999 | Laut Angaben von ITAR-TASS sind in Tschetschenien seit dem 2.8.1999 196 Soldaten getötet und 500 verwundet worden. Insgesamt sind 90.000 Mann eingesetzt. Steuerminister Potschinok erklärt, die Operationen hätten bisher 900 Mio.-1,3 Mrd. US $ gekostet. |
| 29.10.1999 | Verteidigungsminister Sergejew inspiziert die russischen Truppen am Terek. Er erklärt, man sei gekommen, um auf Dauer zu bleiben. In den Tagen zuvor haben die eingesetzten Streitkräfte das Vorfeld von Grosny erreicht. |
| 12.11.1999 | Russische Streitkräfte besetzen Gudermes, die zweitgrösste Stadt Tschetscheniens. |
| 15.11.1999 | Sergej Iwanov, Stellvertretender Direktor des FSB, wird Sekretär des Sicherheitsrates. Patruschew (Direktor des FSB) wird an Stelle von Stepaschin permanentes Mitglied dieses Gremiums. |
| 18.-19.11.1999 | OSZE-Gipfel in Istanbul. Jelzin setzt sich gegen westliche Kritik am russischen Vorgehen in Tschetschenien zu Wehr. Unabhängig davon werden die OSZE-Charta und der neue KSE-Vertrag unterzeichnet. |
| 26.11.1999 | Präsident Jelzin zieht sich - angeblich wegen einer Bronchitis - auf seine Datscha zurück. |
| 29.11.1999 | Präsident Jelzin wird mit Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert, das er am 6.12. wieder verlässt. |
| 19.12.1999 | Wahlen zur Staatsduma. Die KPRF wird mit 24% stärkste Partei. Medved (Edinstvo), Ende September neugegründet, gewinnt 23%, Vaterland-Ganz Russland 12%, Union der Rechten Kräfte 8%, Jabloko und der Block Shirinowskij je 6%. |
| 31.12.1999 | Jelzin erklärt in der Neujahrsansprache seinen Rücktritt und ernennt Ministerpräsident Putin für die Zeit bis zu den Neuwahlen zum amtierenden Präsidenten. Die Amtsübergabe erfolgt um 12:00 Uhr Moskauer Zeit. |